Ratgeber Windows

Windows kaputt? So retten Sie Ihr System gratis

Montag den 14.11.2011 um 12:10 Uhr

von Christian Löbering, Thorsten Eggeling

© iStockphoto.com/Spectral-Design
Wenn Windows nicht mehr startet, ist guter Rat nicht teuer: Mit der Notfall-DVD der PC-WELT erhalten Sie gratis alle Werkzeuge, mit denen Sie Ihren PC flott reparieren.
Eine Notfall-DVD zur Rettung in Not geratener Windows-Installationen sollte jeder verantwortungsbewusste PC-Nutzer besitzen. Dennoch zieht es nahezu jeder zweite noch immer vor, Windows neu zu installieren. Dabei lassen sich nahezu alle schwerwiegenden PC-Probleme mit einem Notfallsystem lösen. Aber nicht jedes System löst auch jedes PC-Problem.

Exklusiv-Download: PC-WELT-Notfall-DVD

Deshalb haben wir für die Notfall-DVD gleich drei Systeme zusammendestellt, die gemeinsam nahezu jede Ursache aus dem Weg schaffen können, die Windows am Starten hindert. Ausgenommen sind natürlich Hardware-Defekte. Lesen Sie hier, wie Sie das PC-WELT-Notfallsystem , Parted Magic und Memtest86 richtig einsetzen und welches System für welches Problem das geeignete ist.

Wie alt ist Ihr Windows?
Vergrößern Wie alt ist Ihr Windows?

1. Hardware auf Fehler untersuchen

Wenn Windows nicht mehr startet oder häufig abstürzt, liegt zunächst immer der Verdacht nahe, eine Hardware-Komponente könnte defekt sein. Prüfen Sie deshalb die Funktion der zentralen Computer-Komponenten mit der PC-WELT-Notfall-DVD. Legen Sie dazu die von Ihnen erstellte DVD ins CD/DVD-Laufwerk, und starten Sie Ihren PC davon. Sie müssen dafür eventuell die Startreihenfolge im BIOS anpassen. Im Startmenü der Notfall-DVD wählen Sie mit den Pfeiltasten den Eintrag „Parted Magic 6.6“ und drücken zweimal die Enter-Taste. Daraufhin startet Parted Magic, mit dem Sie einige Hardware-Tests durchführen können.

Prozessor testen: Mit dem System Stability Tester lassen Sie Ihren Prozessor bis zu 128 Millionen Nachkommastellen zur Kreiszahl Pi berechnen. Klappt dass, können Sie davon ausgehen, dass die Recheneinheit in Ihrem PC auch unter Volllast funktioniert. Andernfalls sollten Sie einen zuvor angewandten Übertaktungstrick zurücknehmen und/oder für mehr Kühlung sorgen. Hilft das nicht, müssen Sie wohl den Prozessor und/oder die Hauptplatine ersetzen.

Klicken Sie zum Aufruf des Tests in Parted Magic auf das Festplattensymbol links unten, und wählen Sie dann „System Tools ➞ System Stability Tester“. Daraufhin startet das Programm. Die Parameter können Sie in den Ausklapplisten am oberen Fensterrand festlegen. Neben „Pi digits“ wählen Sie die Anzahl der zu berechnenden Nachkommastellen. Fangen Sie klein an, etwa mit „128K“. Neben „Threads“ wählen Sie die Anzahl paralleler Prozesse. Wählen Sie hier das Maximum „32“ um eine Prozessor-Auslastung von 100 Prozent zu erreichen. Dann klicken Sie auf „Run“.

Der Test dauert etwa 30 Sekunden. Wenn am Ende „Borwein PASSED“ angezeigt wird, wurde er bestanden. Erhöhen Sie dann schrittweise die „Pi digits“, und wiederholen Sie den Test, um die Belastungsdauer zu erhöhen. Besteht Ihr PC auch längere Tests, ist die Recheneinheit in Ordnung. Danach können Sie den System Stability Tester schließen.

Über die Registerkarte "Perform Tests" erreichen Sie in
Gsmartcontrol ein Testprogramm, mit dem Sie die Festplatte(n)
prüfen können. Die Einträge "pre-failure" deuten darauf hin, dass
die Festplatte in absehbarer Zeit Probleme bereiten wird.
Vergrößern Über die Registerkarte "Perform Tests" erreichen Sie in Gsmartcontrol ein Testprogramm, mit dem Sie die Festplatte(n) prüfen können. Die Einträge "pre-failure" deuten darauf hin, dass die Festplatte in absehbarer Zeit Probleme bereiten wird.

Festplattenprobleme finden: Mit dem Programm Gsmartcontrol können Sie testen, ob eine Ihrer Festplatten defekt ist oder ein Defekt droht. Klicken Sie dazu in Parted Magic auf „Disk Health“. Im folgenden Fenster sehen Sie alle Festplatten, die an Ihren PC angeschlossen sind. Klicken Sie diejenige an, die Sie testen möchten, und wählen Sie dann „Perform Tests ➞ Execute“. Daraufhin führt die Festplatte einen schnellen Selbsttest durch. Wenn danach unten „Test result: Completed without error“ steht, wurde kein Fehler gefunden.

Um ganz sicher zu gehen, müssten Sie aber aus der Ausklappliste „Extended Self-test“ auswählen und „Execute“ klicken. Dieser erweiterte Test dauert allerdings mehrere Stunden. Auf der Registerkarte „Attributes“ können Sie sich außerdem die S.M.A.R.T.-Werte Ihrer Festplatte anzeigen lassen. Wenn in der Spalte „Type“ der Wert „pre-failure“ oder „failure“ steht, dann droht ein Festplattenproblem. Sichern Sie in diesem Fall so schnell wie möglich Ihre Daten (siehe Seite 2).

Speicherprobleme finden: Zuletzt sollten Sie noch den Arbeitsspeicher testen. Klicken Sie dazu in Parted Magic auf das Festplattensymbol unten links, und wählen Sie „Abmelden ➞ Reboot the Computer ➞ OK“. Dann starten Sie den PC erneut von der DVD. Wählen Sie diesmal im Startmenü „Extras und Tools ➞ Memtest86+ 4.10“. Nachdem das Memtest86-System gestartet wurde, führt es automatisch zwölf Tests durch, die unter anderem die Adressierbarkeit, den Schutz vor überspringenden Werten und die Speicherdauer jeder einzelnen Speicherzelle prüfen.

Laufen die Tests fehlerfrei durch, ist mit den Speicherriegeln alles in Ordnung. Falls nicht, schalten Sie den PC aus, entfernen einen Riegel und führen den Test erneut durch. Wenn der Fehler nicht mehr auftritt, haben Sie den Übeltäter gefunden. Falls Sie drei oder mehr Riegel verbaut haben, können Sie sie auch paarweise tauschen und dann den Test erneut durchführen. Wenn sich die Speicheradresse des Fehlers verändert, wissen Sie, dass einer der bewegten Bausteine defekt ist. Durch weitere Tauschaktionen machen Sie den Übeltäter dingfest.

Montag den 14.11.2011 um 12:10 Uhr

von Christian Löbering, Thorsten Eggeling

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • Hascheff 21:23 | 14.11.2011

    Vielleicht soll das Farbspiel andeuten, dass das Paket vielseitig wie ein Schweizer Messer ist?

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  • Schwiizerli 16:28 | 14.11.2011

    Ratgeber Windows

    Zum Bericht im PC Welt Newsletter vom 14.11.11
    Beim zweiten Bericht «Ratgeber Windows» zeigen Sie, ich nehme es jedenfalls an, eine Notfallkoffer und ich vermute, das dies eine Erstehilfekoffer des Roten Kreuzes sein soll. Die Hilfsorganisation - Rotes Kreuz - zeigt wie der Name schon sagt: Ein rotes Kreuz auf weissem Grund! Die Schweizerfahne hat ein weisses Kreuz auf rotem Grund.
    Wir Schweizer wissen, das wir die halbe Welt aus dem Dreck ziehen müssen oder sollen, aber für defekte PCs können und dürfen Sie uns Eidgenossen nicht auch noch zu Verantwortung ziehen.

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