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Windows (fast) wie neu - ganz ohne Neuinstallation

15.11.2016 | 09:10 Uhr |

Wirklich „neu“ ist Windows nur direkt nach der Installation. Mit der Zeit stellen sich aber oft Fehlfunktionen ein oder es kommt zum Totalausfall. In den meisten Fällen lässt sich das System aber problemlos erneuern.

Manchmal ist es einfach unausweichlich: Infektionen durch Schadsoftware, Hardware-Defekte oder eine massive Fehlkonfiguration können die Windows-Neuinstallation erforderlich machen. Es gibt jedoch ein breites Spektrum an Möglichkeiten, Windows wieder in einen voll funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Die erneute Installation über das ursprünglich Setup-Medium ist nur eine davon, aber meist nicht die Beste und schon gar nicht die schnellste. Seit Windows 8 stellt Microsoft Funktionen im Betriebssystem bereit, über die sich Windows relativ schnell wiederherstellen lässt. Das funktioniert jedoch nicht immer ganz so wie gewünscht, sodass wir Ihnen in diesem Artikel auch alternative Tools vorstellen, die sich für Windows 7, 8.1 und 10 eignen.

Windows 10: Saubere Neuinstallation - so geht's

1. Windows mit und ohne Datenverlust zurücksetzen

Windows 10 bietet zwei Funktionen an, über die sich entweder die Originaldateien der Windows-Installationen oder der Werkszustand wiederherstellen lassen. Rufen Sie die „Einstellungen“ über das Startmenü oder die Tastenkombination Win-I auf, und gehen Sie auf „Update und Sicherheit -> Wiederherstellung“. Unter „Diesen PC zurücksetzen“ klicken Sie auf „Los geht‘s“. Wenn Sie danach auf „Eigene Dateien behalten“ klicken, werden die installierten Programme und Windows-Einstellungen gelöscht, persönliche Dateien und Windows-Apps bleiben erhalten. Welche Programme betroffen sind, zeigt Ihnen Windows in einer Liste an. „ Alles entfernen “ ist die Radikalkur und entspricht einer Windows-Neuinstallation. Danach müssen Sie nicht nur die Desktop-Programme und Windows-Apps neu einrichten, sondern auch die eigenen Dateien wiederherstellen (für ein vorheriges Backup -> Punkt 7).

Zurück auf Null: Bei Windows-Problemen nutzen Sie „Diesen PC zurücksetzen“ und versetzen damit Windows wieder in den funktionsfähigen Ausgangszustand.
Vergrößern Zurück auf Null: Bei Windows-Problemen nutzen Sie „Diesen PC zurücksetzen“ und versetzen damit Windows wieder in den funktionsfähigen Ausgangszustand.

Nutzer von Windows 8.1 finden die ähnliche Funktion „ PC ohne Auswirkung auf die Dateien auffrischen “ in den „PC-Einstellungen“ unter „Update/Wiederherstellung -> Wiederherstellung“. Auch hier bleiben die persönlichen Dateien und Windows-Apps erhalten, die bisher vorhandenen Programme müssen Sie neu installieren. Wählen Sie „Alles entfernen und Windows neu installieren“, um zu einem frischen Windows ohne Altlasten zu gelangen. Danach stellen Sie Ihre eigenen Dateien aus einem Backup wieder her und installieren die gewünschte Anwendungssoftware.

Rufen Sie nach der Wiederherstellung „Windows-Update“ in der Systemsteuerung auf und installieren Sie alle Aktualisierungen. Denn Windows befindet sich jetzt auf dem gleichen Stand wie bei der Neuinstallation vom Setup-Datenträger oder der ersten Inbetriebnahme nach dem Kauf.

Wenn Windows nicht mehr startet: Die genannten Wiederherstellungsfunktionen lassen sich nicht nur unter einem laufenden Windows, sondern auch über ein Notfallsystem aufrufen. Das ist erforderlich, wenn fehlerhafte Treiber oder eine zerstörte Bootumgebung den Windows-Start verhindern. Und so geht‘s: Starten Sie den PC von der Windows-Installations-DVD oder einem Setup-Stick (Kasten “Windows-Installationsmedium herunterladen“). Klicken Sie auf „Weiter“, dann auf „Computerreparaturoptionen“ und auf „Problembehandlung“. Über „PC auffrischen“ (Windows 8.1) oder „Diesen PC zurücksetzen -> Eigene Dateien beibehalten“ (Windows 10) führen Sie die Reparaturinstallation durch.

2. Windows 8.1 inklusive Programmen zurücksetzen

Auffrisch-Funktion: Mit einem selbst erstellten Abbild vermeiden Sie unter Windows 8.1 beim „Auffrischen“ die Neuinstallation vieler Programme.
Vergrößern Auffrisch-Funktion: Mit einem selbst erstellten Abbild vermeiden Sie unter Windows 8.1 beim „Auffrischen“ die Neuinstallation vieler Programme.

Erstellen Sie ein individuelles Abbild, auf dessen Stand Sie Windows 8.1 inklusive der Programme bei Bedarf zurücksetzen. Das erledigen Sie zu einem Zeitpunkt, an dem Ihr Rechner einwandfrei läuft und alle gewünschten Programme und Windows-Updates installiert sind. Einige Programme werden beim Auffrischen ebenfalls auf Ihren Originalzustand zurückgesetzt, weil die Konfigurationsdateien verloren gehen. Um ein Backup der persönlichen Daten kommen Sie daher nicht herum (-> Punkt 7). Einige Einstellungen und Konfigurationsdateien lassen sich jedoch später manuell zurücksichern (-> Punkt 3)

Der im Folgenden beschriebene Weg funktioniert nur unter Windows 8.1, nicht jedoch unter Windows 10. Eine Alternative, die sich ebenfalls für Windows 8.1 eignet und mehr Optionen bietet, erläutern wir in > Punkt 4.

Erstellen Sie einen Ordner für die Sicherung, etwa „D:\RefreshImage-Dezember-2016“. Die Sicherungsdatei für die Auffrischen-Funktion erstellen Sie über die Befehlszeile. Drücken Sie die Tastenkombination Win-X und wählen Sie im Menü „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Geben Sie dort folgende Zeile ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste:

recimg /createimage D:\Refresh Image-Dezember-2016

Es dauert einige Zeit, bis die Sicherung gespeichert ist. Windows merkt sich dabei den neuen Sicherungspfad. Der Dateiname „CustomRefresh.wim“ wird automatisch vergeben.

Nach diesen Vorbereitungen können Sie Windows 8.1 zurücksetzen beziehungsweise auffrischen, wie in > Punkt 1 beschrieben.

Sie sollten über einen längeren Zeitraum ab und zu Sicherungen in unterschiedlichen Ordnern erstellen. Damit erfassen Sie dann auch Windows-und Software-Updates, die währenddessen installiert wurden. Welche Sicherung jeweils zurückgespielt werden soll, geben Sie dann zuvor beispielsweise mit dem folgenden Befehl an:

recimg /setcurrent C:\Refresh Image-Januar-2017
Abbilder verwalten: Über das RecImg-Manager legen Sie eigene Abbild-Dateien über eine grafische Oberfläche an. Die Windows-Wiederherstellung lässt sich mit dem Tool ebenfalls erledigen.
Vergrößern Abbilder verwalten: Über das RecImg-Manager legen Sie eigene Abbild-Dateien über eine grafische Oberfläche an. Die Windows-Wiederherstellung lässt sich mit dem Tool ebenfalls erledigen.

Alternatives Tool: Wer nicht gerne auf der Kommandozeile arbeitet, kann unter Windows 8.1 RecImg-Manager installieren. Das Tool ermöglicht Ihnen über eine grafische Oberfläche sehr komfortabel, regelmäßig Sicherungen des Systems in einem Wiederherstellungs-Abbild zu erstellen und bei Bedarf wiederherzustellen.

Regelmäßige Backups schützen vor Datenverlust

Vor Datenverlust schützen Sie sich am besten durch Sicherheitskopien. Sollte Windows nicht mehr richtig funktionieren, die Festplatte defekt sein oder ein Verschlüsselungs-Trojaner zugeschlagen haben, können Sie Ihre persönlichen Dateien jederzeit wiederherstellen.

Als Backup-Strategie empfiehlt sich eine Komplett-Sicherung der gesamten Festplatte („Image-Backup“) zu einem Zeitpunkt, an dem das System einwandfrei läuft und alle Treiber sowie die von Ihnen genutzte Software installiert ist. Das ist zwar lästig und zeitaufwendig, dafür können Sie aber einen funktionstüchtigen Zustand komplett und ohne manuelle Nacharbeiten jederzeit wiederherstellen (-> Punkte 6 bis 8)

Danach sichern Sie regelmäßig nur die persönlichen Dateien wie Bilder und Dokumente (-> Punkt 7). Denken Sie auch daran, per Download gekaufte Software und die zugehörigen Lizenzschlüssel zu sichern. Verwenden Sie als Backup-Laufwerk möglichst eine externe USB-Festplatte mit ausreichender Kapazität, die Sie nur bei der Datensicherung mit dem PC verbinden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Schadsoftware auch die Backup-Dateien infiziert.

3. Programm-Daten nach Wiederherstellung rekonstruieren

Nachdem Sie Windows wie in -> Punkt 1 oder 2 beschrieben erneuert haben, fehlen -je nach Methode -die bisher genutzten Programme, auf jeden Fall aber die zugehörigen Konfigurationsdateien. Windows löscht diese jedoch nicht, sondern speichert eine Sicherungskopie im Ordner „C:\Windows.old“.

Programme können Sie in der Regel aber nicht einfach an den bisherigen Ort etwa nach „C:\Programme“ kopieren, da die passenden Registry-Einträge fehlen. Hier hilft nur die Neuinstallation, außer Sie haben unter Windows 8.1 das Tool Recimg.exe verwendet, um auch die Programme zu sichern.

Datenspeicher: Viele Programme legen die Konfigurationsdateien unterhalb von „AppData“ im Benutzerprofil ab. Windows sichert den Ordner beim „Auffrischen“ unterhalb von „C:\Windows.old“.
Vergrößern Datenspeicher: Viele Programme legen die Konfigurationsdateien unterhalb von „AppData“ im Benutzerprofil ab. Windows sichert den Ordner beim „Auffrischen“ unterhalb von „C:\Windows.old“.

Die Wiederherstellung der Konfiguration ist bei einigen Programmen relativ einfach. Die beispielsweise von Firefox gespeicherten Lesezeichen, Passwörter und Formulardaten liegen jetzt unter „C:\Windows.old\Users\Benutzername\AppData\Roaming\Mozilla“. Sie müssen daher nur Firefox installieren und den Mozilla-Ordner aus dem Backup nach „C:\Benutzer\Benutzername\ AppData\Roaming“ kopieren. Wenn Sie den Ordner „AppData“ nicht sehen, gehen Sie etwa unter Windows 8.1 oder 10 im Windows-Explorer auf „Ansicht“ und setzen ein Häkchen vor „Ausgeblendete Elemente“. Entsprechend läuft es bei vielen anderen Programmen. Die gespeicherten Daten finden Sie in der Regel unterhalb von „AppData\Roaming“ oder „AppData\Local“.

Tipp: Windows 10 mit systemeigenen Tools reparieren

4. Individuelles Wiederherstellungs-Image für Windows

Rettungsschirm: Onekey Recovery sichert das komplette System in einer Wiederherstellungspartition. Über den Boot-Manager sichern Sie das System zurück, auch wenn Windows nicht mehr startet.
Vergrößern Rettungsschirm: Onekey Recovery sichert das komplette System in einer Wiederherstellungspartition. Über den Boot-Manager sichern Sie das System zurück, auch wenn Windows nicht mehr startet.

Bei Windows 10 ist das Tool recimg.exe nicht mehr dabei. Aber auch hier gibt es einen Weg zum eigenen Wiederherstellungs-Image auf Basis des laufenden Systems. Dazu verwenden Sie Aomei Onekey Recovery Free Edition , das Sie auch unter Windows Vista, 7 und 8.1 einsetzen können. Anders als beim „Auffrischen“ (-> Punkt 1), werden alle Programme, Einstellungen und persönlich Daten aus dem Backup wiederhergestellt. Neu hinzugekommene Programme und Dateien gehen dabei verloren, wenn Sie diese nicht zuvor in einem eigenen Backup gespeichert haben (-> Punkte 6 und 7).

Die Bedienung des Tools ist einfach. Starten Sie Aomei Onekey Recovery, klicken Sie auf die Schaltfläche „OneKey System Backup“ und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Danach wird Windows beendet, das Onekey-Recovery-Programm startet und erstellt die Sicherung. Ist diese abgeschlossen, klicken Sie auf das Zahnradsymbol und setzen Häkchen vor „Enable the boot menu“ und vor „Add the item ‚Enter into AOMEI Onekey Recovery‘ to Windows Boot Manager“. Bestätigen Sie mit „OK“, klicken Sie auf die Schaltfläche „Finish“ und schließen Sie das Programm per Klick auf das Kreuz rechts oben im Fenster. Danach startet wieder Windows.

Zur Wiederherstellung des Systems starten Sie Aomei Onekey Recovery unter Windows und klicken auf „OneKey System Recovery“. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Windows wird beendet, Onekey Recovery startet und stellt den zuvor gesicherten Zustand des Systems wieder her.

Sollte Windows nicht mehr starten, rufen Sie das Recovery-Programm kurz nach dem PC-Start über die Taste F11 auf oder Sie wählen den Bootmenü-Eintrag „Enter into AOMEI Onekey Recovery“.

5. Inplace-Upgrade statt Wiederherstellung nutzen

Reparaturinstallation: Beim Pseudo-Upgrade mit der gleichen Windows-Version werden die Systemdateien durch die Originalversionen ersetzt. Installierte Programme und persönliche Dateien bleiben erhalten.
Vergrößern Reparaturinstallation: Beim Pseudo-Upgrade mit der gleichen Windows-Version werden die Systemdateien durch die Originalversionen ersetzt. Installierte Programme und persönliche Dateien bleiben erhalten.

Bei einem Upgrade, etwa von Windows 8 auf Windows 10 bleiben Ihre persönlichen Dateien und die installierten Programme erhalten. Dieser Umstand lässt sich für ein Pseudo-Upgrade nutzen, bei dem Sie beispielsweise Windows 10 mit Windows 10 upgraden (Inplace-Upgrade). Die Reparaturinstallation ersetzt nur die Systemdateien und Teile der Registry. Die installierten Programme und Benutzerdaten bleiben vollständig erhalten. Für das Inplace-Upgrade benötigen Sie ein Installationsmedium, das dem installierten System entspricht. Wenn Sie bei Window 10 nebenbei ein Upgrade durchführen möchten, kann es auch neuer sein (Kasten “Windows-Installationsmedium herunterladen“).

Öffnen Sie unter Windows 8.1 oder 10 den Download-Ordern im Windows-Explorer, und hängen Sie die ISO-Datei über den Kontextmenüpunkt „Bereitstellen“ in das Dateisystem ein. Windows-7-Nutzer können die ISO-Datei mit 7-Zip in einen Ordner auf die Festplatte entpacken. Starten Sie Setup.exe von der Installations-DVD beziehungsweise vom bereitgestellten Laufwerk oder aus dem Ordner. Klicken Sie auf „Weiter“ und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Setup-Assistenten.

Da bei diesem Verfahren die Dateien auf der Festplatte durch die Versionen auf dem Installations-Medium ersetzt werden, starten Sie nach Abschluss der Reparaturinstallation das Windows-Update.

6. Backup und Restore mit Windows-Bordmitteln

Alles sichern: Die Backup-Funktion von Windows 7, 8.1 und 10 berücksichtigt das komplette System und die persönlichen Dateien. Per Zeitplan lassen sich die Backups unter Windows 7 und 10 auch automatisieren.
Vergrößern Alles sichern: Die Backup-Funktion von Windows 7, 8.1 und 10 berücksichtigt das komplette System und die persönlichen Dateien. Per Zeitplan lassen sich die Backups unter Windows 7 und 10 auch automatisieren.

Windows 7, 8.1 und 10 bringen ein Backup-Tool mit, über das Sie das komplette System und die persönlichen Dateien sichern können. Es ist empfehlenswert, das Backup möglichst früh bei einem frisch installierten System und danach regelmäßig nach einem Zeitplan durchzuführen. Nur so ist sichergestellt, dass Sie bei Bedarf zu einem relativ unbelasteten, frischen Windows zurückkehren können.

Das Backup-Tool hat sich seit Windows 7 kaum verändert, nur der Aufruf und die Optionen sind unterschiedlich. Unter Windows 7 suchen Sie in der Systemsteuerung nach "Sicherung", klicken auf „Sicherung des Computers erstellen“ und dann auf „Sicherung einrichten“. Unter Windows 8.1 oder 10 suchen Sie in der Systemsteuerung nach "Dateiversionsverlauf" und klicken in der Trefferliste den gleichnamigen Eintrag an. Dann gehen Sie links unten auf „Systemabbildsicherung“ und klicken auf „Sicherung einrichten“. Alternativ können Sie unter jeder Windows-Version das Tool Sdclt.exe als Administrator starten.

Bei allen Systemen startet ein Assistent, in dem Sie zuerst das Laufwerk auswählen, auf dem die Sicherung landen soll. Als Zielort stehen eine weitere Festplatte, DVDs oder ein Netzwerklaufwerk zur Wahl. Die Netzwerksicherung bieten nur Windows 8.1 Professional und Enterprise sowie Windows 10 an. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Sie können dabei wählen, welche Laufwerke oder Ordner in die Sicherung eingeschlossen werden.

Ist das Backup abgeschlossen, sehen Sie unter Windows 7 in der Systemsteuerung unter „Sichern und Wiederherstellen“ Infos zum angelegten Backup. Über „Einstellungen ändern“ können Sie einen Zeitplan für die regelmäßige Sicherung bestimmen. Über die Schaltfläche „Eigene Dateien wiederherstellen“ lassen sich alle Dateien oder einzelne Ordner aus dem Backup wiederherstellen. Windows-10-Nutzer finden die gleichen Optionen unter „Dateiversionsverlauf“ nach einem Klick auf „Zu Sichern und Wiederherstellen (Windows 7) wechseln. Bei Windows 8.1 gibt es diese Optionen nicht. Hier können Sie nur -wie auch bei den anderen Systemen -die komplette Sicherung wiederherstellen. Dazu booten Sie den PC vom Windows-Installationsmedium, klicken auf „Computerreparaturoptionen“ „Problembehandlung“ und dann auf „Systemabbild-Wiederherstellen“. Standardmäßig ermittelt Windows das letzte verfügbare Systemabbild. Findet es nichts, dann aktivieren Sie stattdessen „Systemabbild auswählen“ und markieren das gewünschte Backup. Für Netzwerksicherungen klicken Sie auf „Erweitert“ und dann auf „Im Netzwerk nach einem Systemabbild suchen“. Wenn Sie das richtige Systemabbild gefunden haben, wählen Sie es aus, und folgen dann dem Assistenten.

7. Alternatives Backup-Tool für Windows nutzen

Backup-Tool: Mit Aomei Backupper Standard sichern Sie das komplette System oder nur die eigenen Dateien. Das Backup kann inkrementell und damit platzsparend erfolgen.
Vergrößern Backup-Tool: Mit Aomei Backupper Standard sichern Sie das komplette System oder nur die eigenen Dateien. Das Backup kann inkrementell und damit platzsparend erfolgen.

Aomei Backupper Standard ist übersichtlicher und leichter zu bedienen als das in -> Punkt 6 beschriebene Windows-Tool und bietet mehr Optionen. Sie können damit beispielsweise eine Komplettsicherung des Systems anlegen und auch auf anderer Hardware wiederherstellen. Das Programm eignet sich besonders gut für die regelmäßige Sicherung Ihrer persönlichen Daten, also von allem, was unterhalb des Ordners „C:\Benutzer“ zu finden ist. Dazu gehen Sie auf „Backup -> Datensicherung“. Konfigurieren Sie den Ordner, den Sie sichern wollen, beispielsweise „C:\Benutzer\Benutzername“ und geben Sie ein Ziellaufwerk an. Klicken Sie auf „Starten“.

Ist die Sicherung abgeschlossen, gehen Sie auf „Home“ und beim eben erstellen Backup-Auftrag auf „Erweitert -> Backup planen“. Legen Sie auf der Registerkarte „Allgemein“ einen Zeitplan fest und wählen Sie auf der Registerkarte „Erweitert“ die Option „Inkrementelles Backup“. Dadurch landen nur geänderte Dateien im Backup.

Über „Recovery“ könne Sie jederzeit die komplette Sicherung oder einzelne Dateien oder Ordner aus dem Backup wiederherstellen.

25 Windows-10-Hacks: Mehr Speed, bessere Oberfläche

8. Windows-Sicherung in einer WIM-Datei

Für die meisten Anwender sind die bisher vorgestellten Backup-Lösung ausreichend und bequem zu benutzen. Wer technisch interessiert ist, eine flexible sowie individuelle Lösung sucht und keine Angst vor der Kommandozeile hat, kann auch WIM-Container (Windows Imaging Format) für Backups verwenden. WIM-Dateien nehmen Backups komprimiert und damit platzsparend auf.

Wimlib ist ein Open-Source-Ersatz für die Microsoft WIM-Verwaltungs-Tools Dism und Imagex. Es bietet jedoch mehr Optionen und arbeitet meist schneller. Entpacken Sie Wimlib auf die Festplatte. Verwenden Sie die Version mit der zu Ihrem System passenden Architektur, also 32-oder 64-Bit.

WIM-Backup: Das Open-Source-Tool Wimlib sichert die Systempartition in einer WIM-Datei. Ein WIM-Container kann mehrere Abbilder aufnehmen, speichert aber jede Datei nur einmal.
Vergrößern WIM-Backup: Das Open-Source-Tool Wimlib sichert die Systempartition in einer WIM-Datei. Ein WIM-Container kann mehrere Abbilder aufnehmen, speichert aber jede Datei nur einmal.

Schritt 1: Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten. Unter Windows 8.1 oder 10 etwa wechseln Sie im Windows-Explorer in das Verzeichnis, in das Sie Wimlib entpackt haben. Gehen Sie dann auf „Datei -> Eingabeaufforderung öffnen -> Eingabeaufforderung als Administrator öffnen“.

Schritt 2: Tippen Sie folgende Befehlszeile ein:

wimcapture C:\ E:\WinBackup.wim „Window 10 Backup“ „2016-12-02“ --snapshot

Ersetzen Sie dabei die Pfadangaben durch die für Ihr System erforderlichen Werte. „C:\“ ist in unserem Beispiel die Windows-Partition und „E:\WinBackup.wim“ ist das Ziel auf einer anderen Festplatte. Danach folgen noch in Anführungszeichen eine frei wählbare Bezeichnung sowie Beschreibung für die Wim-Datei, anhand derer Sie später die unterschiedlichen Backups auseinanderhalten können. Für weitere Backups wählen Sie später andere Dateinamen und aussagekräftige Beschreibungen. Jedes Backup landet dann vollständig in einer einzelnen WIM-Datei.

Schritt 3: Deutlich platzsparender sind inkrementelle Backups, bei denen nur die Änderungen in der Wim-Datei landen. Dafür verwenden Sie die Befehlszeile

wimappend C:\ E:\WinBackup.wim „Inc Backup 2016-12-24“ „2016-12-24“ --snapshot

Quelle und Ziel sind die gleichen wie bei Wimcapture. Wimappend legt bei jedem Aufruf ein neues Image innerhalb der vorhanden Wim-Datei an, das eine vollständige Wiederherstellung ermöglicht. Auf diese Weise lässt sich das System auf den ursprünglichen Zustand des ersten Backups oder einer neueren Sicherung zurücksetzen. Jede Datei wird tatsächlich jedoch nur einmal in der WIM-Datei gespeichert, um Platz zu sparen.

Der Parameter „--snapshot“ bei den Befehlen nutzt den Schattenkopie-Dienst von Windows. Dadurch ist es möglich, auch durch Windows gesperrte Dateien zu kopieren. Die Tools ignorieren außerdem automatisch einige Verzeichnisse und Dateien, die in einem Backup nicht vorhanden sein müssen, beispielsweise „System Volume Information“ und „pagefile.sys“. Sie können auch selbst eine Ausschlussliste angeben, etwa wenn Sie die Benutzerprofile unter „C:\Benutzer“ -tatsächlich heißt der Ordner „C:\Users“ -häufiger separat sichern möchten. Dazu erstellen Sie eine Textdatei mit folgenden Inhalt:

[ExclusionList]
\Users
\$ntfs.log
\hiberfil.sys
\pagefile.sys
\swapfile.sys
\System Volume Information
\RECYCLER
\Windows\CSC

Speichern Sie die Datei etwa unter dem Namen Exclude.txt im gleichen Verzeichnis, in das Sie Wimlib entpackt haben. Beim Aufruf von Wimcapture oder Wimappend hängen Sie dann zusätzlich folgendes an:

--config=Exclude.txt

Backup wiederherstellen: Um Windows aus der Sicherungskopie wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu bringen, benötigen Sie ein Zweitsystem. Das kann im Prinzip das Mini-Windows vom Windows-Installationsdatenträger leisten. Einfacher geht es jedoch über das Linux-basierende PC-WELT-Notfall-System , das die Wimlib-Tools bereits enthält.

Damit das Restore gelingt, muss sich das Windows-Dateisystem in einem konsistenten Zustand befinden. Windows muss ordnungsgemäß beendet worden sein und darf sich nicht im Ruhezustand befinden.

Bei Windows 8.1 oder 10 verwenden Sie immer „Neu starten“ und nie „Herunterfahren“, bevor Sie das PC-WELT-Notfall-System starten. Wenn Sie versuchen eine Windows-Partition im undefinierten Zustand über den Dateimanager mounten, erhalten Sie lediglich eine Fehlermeldung. Starten Sie dann noch einmal Windows und wählen Sie im Anmeldebildschirm rechts unten „Neu starten“.

Schritt 1: Booten Sie den PC mit dem PC-WELT-Notfall-System.

Schritt 2: Das Tool wimapply zum Zurücksichern eines Backups erwartet als Ziel immer eine leere Partition. Es müssen daher alle Dateien bereits gesichert sein, die seit dem letzten Backup hinzugekommen sind. Sollte das noch nicht geschehen sein, klicken Sie im Notfall-System auf das dritte Icon in der Menüleiste („Festplatten einbinden“). Es öffnet sich das Fenster „Laufwerke“. Klicken Sie bei der Windows-Partition auf die Schaltfläche, um die Partition in das Dateisystem einzubinden. Wie diese genau heißt, hängt von der Partitionierung der Festplatte ab. Meist handelt es sich um „sda2“. Ist das nicht der Fall, probieren Sie die anderen Schaltflächen aus. Es öffnet sich jeweils der Dateimanager, der Ihnen den Inhalt anzeigt. Binden Sie außerdem die Backup-Partition auf der zweiten Festplatte ein. Hier setzen Sie ein Häkchen vor „schreibbar?“ und klicken auf die Schaltfläche daneben.

Im Dateimanager können Sie jetzt kontrollieren, ob sich ungesicherte Dateien etwa in Ihrem Benutzerverzeichnis befinden. Sollte das der Fall sein, gehen Sie im Menü auf „Weitere Wartungswerkzeuge -> Dateimanager als Root“. Sie können jetzt die gewünschten Dateien oder Ordner mit der Tastenkombination Strg-C kopieren und auf der zweiten Festplatte mit Strg-V einfügen. Danach hängen Sie die Windows-Partition im Fenster „Laufwerke“ wieder aus, die Backup-Partition mit der WIM-Datei lassen Sie eingebunden.

Schritt 3: Formatieren Sie die Windows-Partition neu beispielsweise mit

mkfs.ntfs -f /dev/sda2

Prüfen Sie die Partitionsangabe genau, damit Sie nicht versehentlich die falsche Partition formatieren. Danach führen Sie folgende Befehlszeile aus:

wimapply /media/disk/sdb1/ WinBackup.wim 1 /dev/sda2

Ersetzen Sie den Pfad zur Wim-Datei und die Gerätebezeichnung durch die für Ihr System gültigen Werte. Die „1“ steht für eine Indexnummer der in der Wim-Datei enthaltenen Abbilder. Sind mehrere Abbilder enthalten, geben Sie die höchste Nummer für das letzte Backup an. Um die Indexnummer und die zugehörigen Beschreibungen zu ermitteln, verwenden Sie den Befehl

wiminfo /media/disk/sdb1/ WinBackup.wim

Wenn Sie Dateien aus der WIM-Datei benötigen, können Sie diese unter Windows in das Dateisystem einhängen. Dazu verwenden Sie in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten folgenden Befehl:

dism /Mount-Image /ImageFile:“E:\WindowBackup.wim“ /Index:1 /MountDir:C:\WimMount /ReadOnly

Das Zielverzeichnis „C:\WimMount“ muss vorhanden sein. Sie können jetzt die gewünschten Dateien aus dem Ordner kopieren. Anschließend lösen Sie die Einbindung mit folgender Befehlszeile:

dism /Unmount-Wim /MountDir:C:\WimMount /discard

Windows-Installationsmedium herunterladen

Sie benötigen einen Windows-Installationsdatenträger für einige Reparaturen, zur Wiederherstellung des Originalzustands bei einem nicht lauffähigen System oder zur sauberen Neuinstallation. Nutzer von Windows 8.1 oder 10 können sich das Medienerstellungstool von Microsoft hier (Win 8) oder hier (Win 10) herunterladen. Darüber erhalten Sie eine ISO-Datei des gewünschten Systems für eine Installations-DVD oder sie erstellen damit einen bootfähigen Setup-Stick zur Windows-10-Installation.

Eine Alternative ist das Tool Windows ISO Downloader , über das Sie ISO-Dateien für Windows 7, 8.1 und alle Varianten von 10 direkt bei Microsoft herunterladen können. Wenn Sie einen Setup-Stick benötigen, erstellen Sie diesen mit Rufus aus der ISO-Datei.

Video-Tutorial: Windows-Start beschleunigen - so geht's
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