Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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So installieren Sie Windows auf dem USB-Stick

19.12.2016 | 10:01 Uhr |

Die Installation auf einem USB-Laufwerk hat Microsoft nicht vorgesehen. Mit geeigneten Tools geht es aber trotzdem. So können Sie Ihr Windows als Zweitsystem auf anderen PCs nutzen.

Windows lässt sich standardmäßig nur auf Festplatte oder SSD installieren. Wenn Sie ein USB-Laufwerk als Installationsziel angeben, erhalten Sie eine Fehlermeldung. Windows auf einem USB-Laufwerk ist jedoch in vielen Fällen nützlich, beispielsweise als Notfall-oder Reparatursystem, für Experimente mit neuer Software oder als gewohnte Arbeitsumgebung für einen Zweitrechner – vor allem, wenn im Gerät nur eine Festplatte steckt. Für Insider-Versionen von Windows 10 ist die USB-Installation ebenfalls eine Option. Sie können neue Versionen dann in Ruhe testen, ohne das Hauptsystem zu gefährden.

Besitzer von Windows 8.1 oder 10 Enterprise haben die Möglichkeit, über den „Windows To Go“-Assistenten ein System bootfähig auf einen USB-Stick zu kopieren. Das funktioniert allerdings nur mit Windows-to-Go-zertifizierten USB-Sticks, die relativ teuer sind. Aus technischer Sicht scheint also nichts gegen die USB-Installation zu sprechen – und mit einigen Tricks ist sie auch für Nutzer einer Home-oder Pro-Edition möglich.

Siehe auch: Mit diesen 10 Tipps passen Sie Windows 10 optimal an

1. Unterschiedliche Arten, Windows zu booten

Bei einer Windows-Standardinstallation im Bios-Modus gibt es auf der Festplatte eine Bootpartition und eine Windows-System-Partition. Der Bootloader ist im MBR (Master Boot Record) untergebracht. Bei neueren PCs mit Uefi-Firmware ist eine Efi-Partition vorhanden, in der der Bootloader liegt. Die Festplatte enthält eine Partitionstabelle im GPT-Format (GUID Partition Table). Der Bootloader lädt den Bootmanager, der bei Bedarf auch Menüeinträge auf den Bildschirm bringt, über die Sie zwischen parallel installierten Windows-Systemen wählen oder beispielsweise den abgesicherten Modus starten können.

Booten von einem USB-Laufwerk: Windows behandelt USB-Laufwerke unterschiedlich. USB-Festplatten erkennt Windows als „Lokale Datenträger“, USB-Sticks dagegen als „Wechseldatenträger“. Nur sehr wenige USB-Sticks tragen in ihrer Firmware die Kennzeichnung „fixed“, was sie als „Lokaler Datenträger“ ausweisen würde. Sie können das prüfen, indem Sie im Windows-Explorer ein USB-Laufwerk mit der rechten Maustaste anklicken und „Eigenschaften“ wählen. Auf der Registerkarte „Allgemein“ sehen Sie hinter „Typ“, um welche Art Laufwerk es sich handelt.

Von einem „Wechseldatenträger“ lässt sich Windows in der Regel nicht direkt starten, von einem „Lokaler Datenträger“ dagegen schon. Das bedeutet, Sie können USB-Festplatten/SSDs für die Windows-Installation verwenden, in der Regel aber keine USB-Sticks (siehe Punkt 3). Windows 7 enthält noch keine USB-3.0-Treiber. Deshalb startet dieses System nur, wenn das USB-Laufwerk am USB-2.0-Port hängt. USB-3.0 lässt sich aber nachträglich aktivieren (siehe Punkt 5).

Für USB-Sticks empfehlen wir daher die VHD-Methode, die auch bei USB-Festplatten meist besser funktioniert.

Auf dem herkömmlichen Weg über das Windows-Setup wird die Installation auf einem USB-Laufwerk verweigert. Dies ist nur über Umwege möglich.
Vergrößern Auf dem herkömmlichen Weg über das Windows-Setup wird die Installation auf einem USB-Laufwerk verweigert. Dies ist nur über Umwege möglich.

Booten aus einer VHD-Datei: VHD-Dateien sind virtuelle Festplatten. Bei Windows 7 lässt sich das System nur aus einer VHD-Datei booten („vhd native boot“), wenn darin mindestens die Ultimate-Edition installiert ist. Bei Windows 8.1 und Windows 10 funktioniert das mit allen Editionen (siehe Punkt 3). Es gibt jedoch einen Nachteil: Sie können zwar Updates installieren, aber kein Upgrade auf eine neuere Windows-Version durchführen. Da sich VHDs auch in einer virtuellen Maschine, etwa unter Virtualbox , nutzen lassen, können Sie Upgrades jedoch über diesen Umweg durchführen (siehe Punkt 7).

Die Vorteile von VHD-Dateien liegen darin, dass Sie das System von einem beliebigen Datenträger starten können, auch von einem USB-Laufwerk. Sie können schnell Backups anlegen, einfach indem Sie die VHD-Datei kopieren.

Virtualisierungssoftware: Mit einem virtuellen PC erreichen Sie die größtmögliche Portabilität, denn die virtuelle Hardware bleibt immer gleich, egal, auf welchem PC Sie die virtuelle Maschine verwenden (siehe Punkt 7). Der Nachteil: Anwendungen, die eine hohe 3D-Leistung erfordern, beispielsweise PC-Spiele, laufen in einer virtuellen Umgebung nur sehr langsam oder gar nicht. Außerdem besteht kein direkter Zugriff auf die Hardware in Ihrem PC. USB-Geräte, wie Drucker oder Scanner, lassen sich jedoch einbinden.

USB-Sticks sind für Windows "Wechseldatenträger". Diese werden intern anders behandelt als USB-Festplatten, weshalb eine Installation darauf fehlschlägt.
Vergrößern USB-Sticks sind für Windows "Wechseldatenträger". Diese werden intern anders behandelt als USB-Festplatten, weshalb eine Installation darauf fehlschlägt.

Mini-Windows verwenden: Vom Installationsmedium bootet ein abgespecktes Windows („PE“, Windows Preinstallation Environment), das alle wesentlichen Funktionen bietet. Die gleiche Technik kommt bereits seit Windows XP zum Einsatz, um ein portables Windows mit allen wichtigen Programmen und Netzwerkzugriff zu erstellen (Punkt 8). Der Vorteil ist, dass sich ein PE-System auf fast jeder Hardware starten lässt. Im laufenden System lassen sich jedoch keine Treiber nachinstallieren. Sie müssen Windows-PE daher neu zusammenstellen, damit neue Hardware unterstützt wird. Das gleiche gilt für Programme im PE-System. Es ist jedoch möglich, portable Programme von einem USB-Laufwerk oder der Festplatte zu starten.

2. Vorbereitungen für den Start von einem USB-Gerät

Nicht jeder PC bootet ein Betriebssystem völlig problemlos von einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte. Bei einigen funktioniert das nur, wenn das Gerät an einem USB-2.0-Port hängt. Entsprechend lange Ladezeiten und ein träges System sind die Folge.

Sie sollten daher zunächst ausprobieren, wie sich Ihr Rechner verhält. Das geht am einfachsten mit einem Windows-Installationsstick, den Sie mit dem Tool Rufus aus einer ISO-Datei des Installationsmediums erstellen. Wer Windows 8.1 oder 10 verwendet, kann eine aktuelle ISO-Datei über das Tool zur Medienerstellung ( Windows 10 , Windows 8 ) herunterladen und sich auch damit einen bootfähigen USB-Stick erstellen lassen.

Über das Tool zur Medienerstellung laden Sie Windows 8.1 oder Windows 10 herunter. Die Installation kann über einen USB-Stick oder eine ISO-Datei erfolgen.
Vergrößern Über das Tool zur Medienerstellung laden Sie Windows 8.1 oder Windows 10 herunter. Die Installation kann über einen USB-Stick oder eine ISO-Datei erfolgen.

Kontrollieren Sie die Bios-Einstellungen, und setzen Sie das USB-Gerät in der Bootreihenfolge an die erste Stelle. Das Bios-Setup rufen Sie – direkt nachdem Sie den PC einschalten – meist über Tasten wie Entf (Del), Esc oder F2 auf. Bei neueren Uefi-PCs mit vorinstalliertem Windows 8.1 oder 10 klicken Sie im Anmeldebildschirm rechts unten auf das Symbol für den Ausschaltknopf, halten die Shift-Taste gedrückt und klicken auf „Neu starten“. Es erscheint ein Menü, in dem Sie auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen“ gehen und dann auf „Neu starten“ klicken.

Im Bios-Setup sollten Sie die Bios-Emulation „CSM Support“ (Compatibility Support Module), „UEFI with CSM“ oder „Legacy Boot“ aktivieren, damit sich Systeme auch im Bios-Modus starten lassen. Die Einstellung fürs Booten findet sich in Menüs wie „Boot“, „Advanced BIOS Features“ oder „Boot Features“ oder ähnlich. Suchen Sie dort die Option „Hard Disk Boot Priority“, und wählen Sie Ihren USB-Stick aus. Alternativ verwenden Sie das Bootmenü der Hauptplatine, das Sie meist über die Taste F8 oder F12 erreichen.

Auch Uefi-PCs können im Bios-Modus booten. Sie müssen dazu nur im Setup die CSM-Unterstützung aktivieren.
Vergrößern Auch Uefi-PCs können im Bios-Modus booten. Sie müssen dazu nur im Setup die CSM-Unterstützung aktivieren.

Wenn der PC vom USB-Gerät bootet, auch wenn er an einem USB-3.0-Port hängt, lässt sich in der Regel auch ein installiertes Windows davon starten. Bootet er nur am USB-2.0-Port, raten wir von Windows To Go auf diesem PC aufgrund der geringen Geschwindigkeit ab.

Test: Antiviren-Software für Windows 10 im Vergleich

3. Windows auf einem USB-Laufwerk installieren

Wenn Sie Windows von einer DVD oder einem USB-Stick installieren, startet ein Mini-Windows („Windows PE“), das lediglich den Inhalt der Datei „Install.wim“ oder „Install.esd“ aus dem Verzeichnis „Sources“ auf die Festplatte entpackt und die Bootumgebung einrichtet.

Das gleiche Verfahren lässt sich nutzen, um Windows vom laufenden System aus auf einem USB-Laufwerk zu installieren. Sie können dafür das für die private Nutzung kostenlose Tool Win To USB verwenden. Soll ein USB-Stick das Installationsziel sein, müssen Sie jetzt die darauf befindlichen Daten sichern, weil Win To USB ihn formatieren muss. Eine USB-Festplatte muss nicht neu formatiert werden, aber auch hier sollten Sie sicherheitshalber ein Backup erstellen.

Wenn sich auf der Festplatte nur eine NTFS-Partition befindet, lässt sich Windows davon später nur im Bios-Modus beziehungsweise nur bei aktiviertem Compatibility Support Module (CSM) booten. Es ist flexibler, auf der Festplatte eine kleine FAT-32 Partition mit etwa 100 MB zu erstellen und dem verbleibenden Platz einer NTFS-Partition zuzuweisen. Dann lässt sich das System im Bios-und im Uefi-Modus booten. Sie können Minitool Partition Wizard Free verwenden, um die Partitionen zu ändern.

Win To USB kann drei unterschiedliche Installationsquellen nutzen, die Sie über die großen Schaltflächen auf der linken Seite auswählen. Wenn Sie eine ISO-Datei der gewünschten Windows-Version besitzen, klicken Sie die erste Schaltfläche an. Liegen die Installationsdateien auf einer DVD, verwenden Sie die zweite Schaltfläche. Über die dritte Schaltfläche klonen Sie das installierte System auf ein USB-Laufwerk. Bei ISO-Datei und DVD wählen Sie dann die Quelle für die Installationsdateien und danach das Ziellaufwerk. Im Klon-Modus geben Sie gleich das Ziellaufwerk an.

Bei USB-Festplatten können Sie sich für die direkte Installation (?Legacy?) oder die Installation in einem virtuellen Festplatten-Container entscheiden (?VHD?).
Vergrößern Bei USB-Festplatten können Sie sich für die direkte Installation (?Legacy?) oder die Installation in einem virtuellen Festplatten-Container entscheiden (?VHD?).

Im nächsten Schritt legen Sie Systempartition (Bootumgebung) und die Bootpartition (Windows-Dateien) fest, indem Sie die gewünschten Partitionen anklicken. Darunter wählen Sie die Option „Legacy“, wenn die Systemdateien direkt auf dem Laufwerk landen sollen. Oder Sie wählen „VHD“ zur Installation in einem VHD-Container und darunter die Größe des virtuellen Speichers. Das neuere Format „VHDX“ steht in der kostenlosen Version von Win To USB nicht zur Verfügung, es bietet für diesen Zweck aber ohnehin keine Vorteile.

Es ist empfehlenswert, sofort eine Sicherungskopie der VHD-Datei zu erstellen. Sie besitzen dann eine frische und noch nicht personalisierte Windows-Kopie, die Sie jederzeit wiederherstellen können. Das geht schneller als eine Neuinstallation.

Hinweise: Wenn es sich beim Ziellaufwerk um einen USB-Stick handelt, ist die Option „Legacy“ nicht auswählbar. Hier lassen sich nur VHD-Dateien erstellen (Punkt 1). Bei Windows 7 Home, Home Premium oder Professional lässt sich „VHD“ nicht auswählen, weil diese Systeme nicht aus einem virtuellen Container booten. Das funktioniert nur mit Windows 7 Ultimate oder Professional.

Nachdem der USB-3.0-Treiber installiert ist, kann auch Windows 7 von einem USB-3.0-Gerät starten. Zusätzlich sind noch Änderungen in der Registry nötig.
Vergrößern Nachdem der USB-3.0-Treiber installiert ist, kann auch Windows 7 von einem USB-3.0-Gerät starten. Zusätzlich sind noch Änderungen in der Registry nötig.

4. Windows erstmalig vom USB-Laufwerk starten

Nachdem Win To USB die Dateien auf das USB-Laufwerk kopiert hat, starten Sie Windows neu und booten das USB-System. Sollte das nicht auf Anhieb funktionieren, probieren Sie verschiedene USB-Ports aus. USB-Hubs können den Start verhindern. Schließen Sie bei Problemen das Laufwerk direkt an den PC an.

Nach dem erfolgreichen Start beginnt die zweite Phase der Installation, ähnlich wie bei der Ersteinrichtung über ein Windows-Installationsmedium. Da noch einige Informationen fehlen, die sonst das Setup-Programm abfragt, erscheint zuerst eine Sprachauswahl. Dann können Sie Ihren Lizenzschlüssel eingeben und das System damit aktivieren. Das Angebot sollten Sie jedoch nur annehmen, wenn Sie eine ansonsten ungenutzte Windows-Lizenz besitzen. Andernfalls verwenden Sie die Option, mit der sich die Schlüsseleingabe überspringen lässt. Folgen Sie dann den weiteren Anweisungen des Setup-Programms.

Windows-Lizenzen und Aktivierung

Die Windows-Aktivierung gilt nur für den PC, auf dem Sie Windows erstmalig installiert haben. Sie dürfen die gleiche Windows-Kopie weder in einer virtuellen Maschine noch auf einem anderen PC nutzen. Sobald Sie Windows auf einem anderen PC booten, sei es von einer USB-Festplatte oder aus einer VHD-Datei, verfällt die Aktivierung. Sie können Windows zwar ab und zu auf anderen PCs aktivieren, das funktioniert jedoch nur einige Male. Danach ist eine telefonische Aktivierung nötig, und wenn auch diese nicht mehr erfolgen kann, müssen Sie beim Microsoft-Support die Sachlage umständlich erklären.

Insofern ist Windows nur sehr begrenzt portabel. Immerhin lässt sich das System auch ohne Aktivierung eine Zeit lang nutzen und auf dem ursprünglichen PC ist das System weiter unbegrenzt aktiviert. Eine Ausnahme bilden Systeme in einer virtuellen Maschine, wenn sie auch in dieser aktiviert wurden. Der Einsatz ist auf beliebigen PCs möglich, allerdings nicht gleichzeitig erlaubt. Ein PE-System benötigt gar keine Aktivierung. Allerdings erlaubt die Windows-Lizenz auch hier nur die Verwendung von maximal einer Kopie pro PC.

5. Windows 7 vom Laufwerk am USB-3.0-Port booten

Da Windows 7 noch keinen USB-3.0-Treiber enthält, lässt es sich auch nicht von einem Laufwerk am USB-3.0-Anschluss starten. Der Bootvorgang gelingt in der Regel, weil hier noch das Bios die Kontrolle hat, danach bleibt das System jedoch hängen oder verabschiedet sich mit einem Bluescreen. Dieser Mangel lässt sich beheben, indem Sie das Bootlaufwerk an einen USB-2.0-Port anschließen, Windows 7 starten und dann die für den PC passenden USB-3.0-Treiber installieren.

Mit Win NT Setup kopieren Sie Windows in eine weitere VHD-Datei. Das Tool erzeugt auch die nötigen Einträge im Bootmenü, über die Sie zwischen den Systemen wählen.
Vergrößern Mit Win NT Setup kopieren Sie Windows in eine weitere VHD-Datei. Das Tool erzeugt auch die nötigen Einträge im Bootmenü, über die Sie zwischen den Systemen wählen.

Das allein reicht noch nicht aus, weil die USB-Treiber meist so konfiguriert sind, dass Windows sie nicht bei Systemstart lädt. Um das zu ändern, drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen regedit ein und klicken auf „OK“. Gehen Sie zum Schlüssel „Hkey_Local_Machine\System\Select\CorrentControlSet\Services“. Welche Werte Sie ändern müssen, hängt vom installierten Treiber ab. Bei einem Intel-USB-3.0-Chipsatz heißen die Schlüssel „iusb3hcs“, „iusb3xhc“ „iusb3hub“, bei Via „Vusb3hub“ und „xhcdrv“ und bei Renesas „nusb3hub“, „nusb3xhc“, „rusb3hub“ und „rusb3xhc“. Da bei einen frisch installierten System die Anzahl der Schlüssel unter „Services“ noch übersichtlich ist, sollte es nicht schwer sein, nach Einträgen mit Bezeichnungen wie „usb“, „hub“ und „xhc“ zu suchen. Hinter „DisplayName“ finden Sie jeweils eine Beschreibung. Sie können sich zusätzlich auch an den Namen der Treiberdateien orientieren, die Sie installiert haben. Die Standard-Treiber für USB 2.0 tragen bei Windows 7 (SP1) die Bezeichnungen „usbehci“, „usbohci“, „usbuhci“, „usbhub“ und „usbstor“. Hier müssen Sie nichts ändern.

Bei jedem gefundenen USB-3.0-Treiberschlüssel nehmen Sie zwei Änderungen vor. Erstellen Sie jeweils einen „DWORD-Wert (32-Bit)“ mit der Bezeichnung „Bootflags“ und dem Wert „4“, bei „Group“ andern Sie den Wert jeweils auf „System Bus Extender“.

Kontrollieren Sie aber außerdem, ob „Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\Control\PnP\PollBootPartitionTimeout“ den Wert „30000“ (Dezimal) besitzt und bei „Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\Control\BootDriverFlags“ der Wert „6“ eingetragen ist. Wenn nicht, ändern Sie das. Danach sollte Windows 7 auch von einem Laufwerk am USB-3.0-Port starten.

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6. Mehrere Systeme vom USB-Laufwerk starten

Wenn Sie das System in einer VHD-Datei installiert haben, ist es besonders einfach, weitere Systeme auf dem USB-Laufwerk unterzubringen. Da Win To Go nur wenige Einstellmöglichkeiten bietet und immer eine VHD-Datei mit dem Namen WinToGo.vhd erstellen möchte, ist Multiboot mit diesem Tool nicht möglich. Verwenden Sie daher Win NT Setup . Das Tool dient dem gleichen Zweck wie Win To Go, es ist aber etwas technischer aufgebaut und schwieriger zu bedienen. Dafür bietet es mehr Optionen.

Erstellen Sie zuerst eine neue VHD-Datei auf dem USB-Laufwerk. Dazu klicken Sie in Win NT Setup auf „VHD>>>“ und dann auf „Create“. Über „Browse“ geben Sie Laufwerk und Name der VHD-Datei an. Hinter „Virtual Hard disk size“ tragen Sie die gewünschte Größe für die VHD-Datei ein. Wählen Sie den Wert nicht zu klein, damit Ihnen der Platz später nicht ausgeht. Klicken Sie auf „OK“. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, erhalten Sie die Information, dass Windows der neuen virtuellen Festplatte beispielsweise den Laufwerksbuchstaben „Z:“ zugewiesen hat. Diesen trägt Win NT Setup unter „Select location of the installation drive“ automatisch ein.

Portable Virtualbox ermöglicht die Installation von Virtualbox auf einem USB-Laufwerk. Virtuelle Maschinen lassen sich dann auf jedem PC starten.
Vergrößern Portable Virtualbox ermöglicht die Installation von Virtualbox auf einem USB-Laufwerk. Virtuelle Maschinen lassen sich dann auf jedem PC starten.

Win NT Setup benötigt jetzt die Datei Install.wim oder Install.esd aus dem Verzeichnis „Sources“ der Windows-Installations-DVD. ISO-Dateien entpacken Sie mit 7-Zip . Wählen Sie unter „Select location of Windows installation files“ über die Schaltfläche „Search“ die Datei „Install.wim“ oder „Install.esd“ aus. Hinter „Edition“ wählen Sie die gewünschte Edition aus, wenn mehrere im WIM/ESD-Abbild enthalten sind.

Unter „Select location of the Boot device“ tragen Sie bei nur einer Partition den Laufwerksbuchstaben des USB-Gerätes ein. Bei zwei Partitionen verwenden Sie das Laufwerk, auf dem die Dateien des Bootmanagers liegen, beispielsweise die Ordner „Boot“ und die Datei „bootmgr“.

Klicken Sie auf „Tweaks>>>“. Sie können einige Einstellungen für das neue System ändern. Setzen Sie beispielsweise ein Häkchen vor „Disable Page File“. Dann sparen Sie Platz in der VHD-Datei.

Klicken Sie auf „Setup“, prüfen Sie die Einstellungen, und bestätigen Sie mit „OK“. Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Klicken Sie auf „VHD>>>“ und dann auf „Detach“. Wählen Sie die zuvor erstellte VHD-Datei aus, um sie aus dem Dateisystem auszuhängen.

Starten Sie Windows neu. Im Bootmenü wählen Sie das gewünschte System. Windows komplettiert die Installation wie auch sonst beim letzten Neustart während des Setup. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Über Bootice können Sie bei Bedarf Einträge im Bootmenü löschen oder die Reihenfolge ändern.

7. Windows in einer virtuellen Maschine starten

Die kostenlose Virtualisierungssoftware Virtualbox lässt sich auch auf einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte installieren. Sie können dann virtuelle Maschinen auf jedem PC starten und müssen auch die Bootreihenfolge nicht ändern. Allerdings benötigen Sie Admin-Rechte, um Virtualbox zu starten. Außerdem müssen auf dem PC die Erweiterungen für Virtualisierungstechniken im Bios aktiviert sein (Intel Vt oder AMD-V), damit Sie auch 64-Bit-Systeme in der virtuellen Maschine ausführen können.

Starten Sie Portable Virtualbox und geben Sie unter „Extract to:“ den Laufwerksbuchstaben Ihres USB-Laufwerks ein. Starten Sie dann das Programm „Portable-VirtualBox“ aus dem gleichnamigen Ordner. Wählen Sie über „Search“ die Sprachdatei „german.ini“ aus, und klicken Sie auf „OK“. Klicken Sie auf „Installationsdateien von Virtualbox herunterladen“.

Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Setzen Sie dann ein Häkchen vor „Entpacke die Dateien für ein 32-Bit-System“ oder „Entpacke die Dateien für ein 64-Bit-System“ und ein Häkchen vor „Starte Portable-VirtualBox nach dem Entpacken und/oder Komprimieren“. Klicken Sie auf „OK“. Danach sehen Sie das Virtualbox-Fenster.

Per Klick auf „Neu“ erstellen Sie eine virtuelle Maschine. Folgen Sie einfach den Anweisungen des Assistenten. Im Fenster „Platte“ können Sie eine neue virtuelle Festplatte für das System erzeugen. Wenn Sie in Punkt 4 ein Backup der VHD-Datei erstellt haben, lässt sich auch diese nach Auswahl der Option „Vorhandene Festplatte verwenden“ einbinden. Sie sparen sich dann die Windows-Neuinstallation. Andernfalls klicken Sie, nachdem Sie den Assistenten beendet haben, auf „Massenspeicher“ und wählen eine ISO-Datei des Windows-Installationsmediums aus. Klicken Sie dann auf „Starten“ und führen Sie die Windows-Installation wie gewohnt durch beziehungsweise – bei einer VHD-Datei – zum Abschluss.

8. Windows-PE auf einem USB-Stick einrichten

In unserem Downloadbereich finden Sie das Toolpaket Win10PE SE , mit dem Sie ein Mini-Windows auf der Basis von Windows 10 erstellen. Ein damit erstelltes System lässt sich aber auch nutzen, wenn auf dem PC Windows 7 oder 8.1 installiert ist.

Sie benötigen eine ISO-Datei von Windows 10 , die Sie kostenlos bei Microsoft über das Tool zur Medienerstellung für Windows 10 herunterladen können. Entpacken Sie die ISO-Datei mit 7-Zip in einen Ordner mit einem möglichst kurzen Namen, beispielsweise „C:\W10“.

Ein mit Winbuilder erstelltes Windows belegt nur etwa 1,5 GB auf dem USB-Laufwerk. Trotzdem sind alle wichtigen Funktionen und Tools enthalten. Bei Bedarf lässt sich das System auch erweitern.
Vergrößern Ein mit Winbuilder erstelltes Windows belegt nur etwa 1,5 GB auf dem USB-Laufwerk. Trotzdem sind alle wichtigen Funktionen und Tools enthalten. Bei Bedarf lässt sich das System auch erweitern.

Entpacken Sie Win10PE SE ebenfalls in ein Verzeichnis mit einem kurzen Namen und ohne Leer-und Sonderzeichen, etwa nach „C:\Win10PE“. Das Paket enthält das Tool Winbuilder und die Projektdateien Win10PE SE. Winbuilder ist ein Script-Interpreter, der das Notfallsystem aus den Windows-Installationsdateien zusammenbaut und mit zusätzlichen Tools ergänzt. Starten Sie Winbuilder.exe aus dem Ordner „C:\Win10PE“. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Source“. Unter „Source Directory (%SourceDir%)“ geben Sie das Verzeichnis an, in das Sie die Windows-Installationsdateien kopiert haben, beispielsweise „C:\W10“.

Wenn sich im Ordner „C:\W10\Sources“ eine Datei mit dem Namen „Install.esd“ befindet, verwenden Sie das Tool ESD File Converter, um diese in eine „Install.wim“ zu konvertieren. Alternativ gehen Sie im Baum auf der linken Seite des Fensters auf „Utils -> Extract Wim Folders“ und klicken auf die Schaltfläche „Goooooo“. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Verarbeitung der Dateien später deutlich schneller abläuft.

In der Baumansicht sehen Sie unter „Apps“ die Rubriken für die Programme, die Winbuilder in das System einbauen kann. Erweitern Sie die Ansicht per Klick auf das Pluszeichen, um die aktivierten Scripte zu sehen. Bei allem, was Sie nicht benötigen, entfernen Sie das Häkchen. Das System wird dadurch kleiner, bootet schneller und benötigt weniger Hauptspeicher.

Jetzt müssen Sie nur noch oben im Fenster auf die blaue Play-Schaltfläche klicken. Das Programm lädt zuerst einige kleinere Tools herunter, die für den Build-Prozess nötig sind. Danach arbeitet es die Scripte ab.

Am Ende liegt die ISO-Datei für das Notfallsystem im Ordner „C:\Win10PE\ISO“. Testen Sie diese zuerst in einer virtuellen Maschine. Installieren Sie dafür Virtualbox oder nutzen Sie die portable Version.

Einen bootfähigen USB-Stick erstellen Sie in Winbuilder über „Write Media -> Copy to USB-Device BCD BootMGR“. Wählen Sie das USB-Laufwerk unter „Please select the root directory of your USB-Device“ aus. Sichern Sie alle darauf befindlichen Daten, da der Stick neu formatiert werden muss. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche „Copy to USB“.

Weitere Informationen zu Win10PE SE finden Sie in diesem Ratgeber . Hier lesen Sie auch, wie Sie die Tools im PE-System für die Diagnose und Reparatur nutzen.

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