07.07.2008, 08:40

Hermann Apfelböck

Windows XP tunen

SP3-Mängel beheben (II)

Das SP3 für Windows XP bietet nicht nur Vorzüge, sondern hat auch auf vielen PCs für eine Menge Ärger gesorgt. Einige dieser Probleme haben wir bereits im ersten Teil dieses Ratgebers behandelt, jetzt geht es weiter mit der Lösung von Problemen, die Sie vor der Installation des SP3 nicht gehabt haben.

Im ersten Teil unseres Ratgebers "SP3-Probleme beheben" haben wir Ihnen unter anderem erklärt, wie Sie das SP3 clever installieren können, nach der Installation erst einmal ordentlich aufräumen, die Vollblockade von AMD-Rechnern aufheben und auftretende Probleme im lokalen Netz beheben. Doch das waren noch lange nicht alle Probleme, die das SP3 auf einigen Rechnern bereitet hat. Im Folgenden beschäftigen wir uns unter anderem mit fehlenden virtuellen Laufwerken, der ISO-Brennfunktion, dem fehlenden Paketmanager und dem fehlerhaften Installer.
Fehlende virtuelle Laufwerke
Nach wie vor fehlt allen aktuellen Windows-Versionen eine native Funktion, um Images (etwa ISO) in virtuelle Laufwerke zu mounten. Das erspart das Brennen auf CD/DVD oder erlaubt einen schnellen Zugriff auf den Inhalt, um festzustellen, ob sich das Brennen überhaupt lohnt. Warum man Windows diese Funktion so lange Zeit vorenthält, bleibt rätselhaft: Seit Jahren gibt es mit dem englischsprachigen Virtual Cdrom Control Panel ein kostenloses Microsoft-Hilfsprogramm für diesen Zweck. Um das Virtual Cdrom Control Panel zu nutzen, gehen Sie folgende Schritte:
1. Das Programm VcdControlTool.exe starten.
2. Via "Driver Control" den beiliegenden Treiber VCdRom.sys laden.
3. Mit "Add Drive" ein virtuelles Laufwerk erstellen.
4. Mit "Mount" das gewünschte ISO-Image in das Laufwerk laden.
Das Microsoft-Tool ist nicht ganz so komfortabel wie einige halblegale und zum Teil Spyware-verseuchte Altenativen. Es ist aber dafür sauber und reicht völlig aus. Auf die vom Tool angebotene Option, den Treiber wieder zu entladen, sollten Sie verzichten - das führt fast immer zu Problemen.
Fehlende ISO-Brennfunktion
Windows XP kann zwar Daten auf CDs und DVDs brennen und mit dem Windows Media Player Audio-CDs erstellen - das war's dann aber auch schon. Um bootfähige Medien aus ISO-Images zu bauen, benötigen Sie ein zusätzliches Brennprogramm. Auch hier hat Microsoft mit DVD Burn seit Jahren ein brauchbares Tool zu bieten, versteckt es aber in den "Windows Server 2003 Resource Kit Tools". Es handelt sich um ein einfaches Kommandozeilen-Programm.
Mit grafischer Oberfläche: Wir empfehlen das kostenlose englischsprachige Imgburn. Das Tool beherrscht Images in allen Formaten wie BIN, ISO, IMG, IBQ, PDI und UDI. Beim Brennen von Double-Layer-DVDs unterstützt die Freeware die in IFO-Dateien definierten Layer-Breaks. Gewöhnungsbedürftig an Imgburn ist lediglich, dass sich viele wichtige Funktionen nur über das Kontextmenü oder das Settings"-Menü aufrufen lassen.
Der Explorer ist kein FTP-Client
Theoretisch kann der XP-Explorer FTP-Server wie lokale Ordner darstellen und bearbeiten. Dazu reicht es, in der Adresszeile die FTP-Adresse anzugeben oder eine entsprechende Verknüpfung anzulegen. In der Praxis arbeitet er aber oft langsamer und deutlich instabiler auf FTP-Ressourcen als ein spezialisierter FTP-Client. Wir empfehlen hier Filezilla
Fehlende virtuelle Desktops
Selbst bei zwei Monitoren wird ein Desktop-Manager, der den Platz vervielfacht, heute fast zur Pflicht. Komplizierte Lösungen, die den Anwender mit zahllosen Desktops und Optionen zuschütten, erweisen sich eher als kontraproduktiv. Völlig ausreichend ist Microsofts englischsprachiger Virtual Desktop Manager (siehe Deskman.exe unter den Microsoft Powertoys for Windows XP). Auch diese Komponente hätte Microsoft längst zum Systemstandard erheben können.
Zunächst verwirrend: Die Installation von DeskmanPowertoySetup hinterlässt kein sichtbares Ergebnis. Das Tool zeigt sich erst nach Rechtsklick auf die Taskleiste unter "Symbolleisten" als "Desktop Manager". Wie sich die vier virtuellen Desktops benutzen lassen, ist dann aber einfach und selbsterklärend.
Noch besser: Wir empfehlen die Freeware Multidesk Desktop Manager. Das Tool bietet ebenfalls vier virtuelle Desktops. Es ist aber schneller, ebenso einfach und schnörkellos und arbeitet mit bequemen Shortcuts zum Umschalten der Desktops und zum Verschieben von Anwendungen auf andere Desktops. Die zu verschiebende Anwendung (oder das Fenster) muss dabei aktiviert sein.
Multi-Monitor-Unterstützung
In einer Wunschliste zu Windows 7 findet sich eine verbesserte Multi-Monitor-Unterstützung ganz oben (Info siehe http://www.pcwelt.de/wef). Aktuell ist weder Windows XP noch Vista in der Lage, den Platz zweier Monitore konsequent für die Taskleisten- und Desktop-Darstellung zu nutzen. Eine funktional befriedigende Abhilfe schaffen selbst erstellte Symbolleisten am zweiten Monitor. Sie haben allerdings meist den ästhetischen Nachteil, dass sie nicht dem eingestellten Windows-Theme folgen.
Unsere Empfehlung: Eine optisch sehr ansprechende Alternative ist die englischsprachige Freeware Objectdock für XP und Vista. Die Objectdock-Leiste lässt sich unter "Appearance" praktisch jedem Windows-Theme harmonisch angleichen, unterstützt über "Positioning" den Multi-Monitor-Betrieb und erlaubt darüber hinaus jede Menge optische Effekte.
Wichtig bei der Konfiguration: Unter den "Dock Contents" (letzte Registerkarte im Konfigurationsmenü) sollten Sie die Option "Display open windows along with my icons" aktivieren. Damit zeigt das Tool nicht nur Ihre Links, sondern auch die laufenden Tasks an.
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