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6 Fragen und Antworten zur Zukunft von XP

05.08.2008 | 09:50 Uhr |

Aus für XP? Keine Panik: Obwohl Microsoft das beliebteste Windows-System jetzt aus den Regalen nimmt, lebt es noch mindestens sechs Jahre weiter.

Sieben Jahre hat XP jetzt auf dem Buckel, und Microsoft will es langsam, aber sicher aufs Altenteil schicken - schließlich sollen Sie den Nachfolger Vista kaufen. Lassen Sie sich nichts einreden. XP ist sicher, XP ist schnell, und es bleibt verfügbar, so lange eine Nachfrage besteht.

1. Was passiert ab dem 30.6.2008?
Der 30. Juni bedeutet für XP, dass PC-Hersteller wie Acer, Dell, Fujitsu-Siemens, HP, IBM, Medion, Toshiba & Co. ab diesem Zeitpunkt für ihre OEM-PCs keine neuen XP-Lizenzen mehr bei Microsoft kaufen können und dann auf Vista umsteigen müssen. Die Lagerbestände an OEM-XPs werden natürlich noch an den Endkunden verkauft, so dass auf diesem Weg wohl noch einige Monate lang XP erhältlich sein wird. Auch der Einzelhandel bekommt keine neuen Endkunden-Lizenzen mehr (Retail).

Günstige XP-Versionen:
Andererseits verkauft Microsoft noch bis zum 31. Januar 2009 SB-Versionen (System Builder) von XP. Sie gehen etwa an PC-Fachhändler, damit diese ihre Geräte mit XP ausstatten können. Der Clou dabei: Ein SB-XP ist in Deutschland (und nur hier) lizenzrechtlich nicht an eine bestimmte Hardware gebunden, somit kann der Endverbraucher sie auch separat kaufen (etwa bei Amazon ). SB-Versionen sind vollwertige XP-Systeme, die in der Regel preiswerter angeboten werden als die normale Retail-Version. Die Gründe dafür: SB-Versionen werden ohne Karton ausgeliefert, es liegt kein Handbuch bei, und Microsoft leistet keinen Installations-Support. Käufer bekommen mit einer SB-Version aber wie bei jedem XP kostenlose Updates und sind auch Upgrade-berechtigt. Sie können XP also mindestens bis zum 31.01.2009 kaufen. Vorhandene Lagerbestände können auch nach dem 31.1.2009 veräußert werden - erst im Lauf des Jahres 2009 wird es zunehmend schwieriger werden, ein XP zu bekommen. Wenn Sie etwa bereits einen PC mit XP betreiben und sich einen zweiten dazukaufen, wird dieser wahrscheinlich Windows Vista vorinstalliert haben. Was viele nicht wissen: Die Lizenzen von Vista Ultimate & Business enthalten eine Downgrade-Berechtigung. Das bedeutet, Sie dürfen in diesem Fall XP auf dem neuen Rechner mit Ihrer alten XP-Setup-CD installieren und aktivieren (siehe Punkt 3).

Als Besitzer von Vista Business oder Ultimate können Sie auf XP downgraden.
Vergrößern Als Besitzer von Vista Business oder Ultimate können Sie auf XP downgraden.
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Doppelpack:
Microsoft-Chef Steve Ballmer hat diese Regelung jetzt erweitert. Beim Kauf von Vista Business oder Ultimate liegt gleich eine XP-Lizenz bei, die sich der Käufer aufgrund seiner "Downgrade-Berechtigung" installieren darf. Die großen OEMs wie etwa Dell setzen diese Vorgabe bereits um. Das beweist zumindest eines: Die Nachfrage nach XP ist ungebrochen hoch, und Vista scheint hinter Microsofts Erwartungen zurückzubleiben. Anders ist dieser Nepp nicht zu erklären, bei dem Microsoft versucht, zukünftigen XP-Kunden das System zum deutlich höheren Preis von Vista Business oder Ultimate unterzujubeln und es sogar noch als Geschenk zu tarnen. Übrigens: Auch nach dem 31. Januar 2009 können Online-Shops wie Ebay oder 2ndsoft Windows XP neu oder gebraucht anbieten.

2. Darf ich XP noch verwenden?
Egal, ob Sie Windows XP bereits installiert haben oder planen, es zu kaufen: Sie dürfen es natürlich weiternutzen - unabhängig davon, ob Microsoft den Verkauf Ende Juni beziehungsweise Anfang nächsten Jahres zugunsten von Vista stoppt. Auch der Support des Systems seitens Microsoft läuft noch mindestens bis zum 8. April 2014 weiter (Punkt 4). Es gibt also keinen Grund zur Sorge, dass das System in den nächsten Jahren veralten könnte.

Wann umsteigen?
Langfristig wird kein Weg daran vorbeiführen, im nächsten Jahrzehnt auf ein anderes System umzusatteln. Ob es dann wieder ein Windows sein muss, wird nicht zuletzt von der Attraktivität des Vista-Nachfolgers Windows 7 abhängen. Wenn die Verbreitung von XP in den nächsten Jahren zurückgeht, werden Hardware-Hersteller irgendwann die Entwicklung von XP-Treibern zugunsten seiner Nachfolger einstellen. Auch künftige Versionen von Anwendungen könnten irgendwann nicht mehr XP-kompatibel sein. Mittelfristig drohen diese Gefahren noch nicht, da Vista deutlich hinter den Erwartungen der meisten Anwender zurückbleibt und XP-Kompatibilität aktuell Pflicht für Hardware und Software bleibt.

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