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Was Sie alles dürfen

12.12.2007 | 13:55 Uhr |

Glauben Sie nicht alles, was man Ihnen weismachen will: Wir räumen auf mit gängigen Vorurteilen rund um Windows, Hardware & Co. Denn Sie dürfen mehr, als Sie vielleicht denken.

Der Explorer lässt sich einfach abschießen und neu starten
Vergrößern Der Explorer lässt sich einfach abschießen und neu starten
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Neustart gleich nach der Installation, den PC nie ohne Virenscanner betreiben, die Firewall bloß nicht abschalten – jeder PC-Anwender kennt solche Regeln. Aber treffen sie wirklich zu? Und welches Risiko droht dem, der sich nicht daran hält? Wir haben 25 weit verbreitete Ängste rund um Windows, Hardware, Sicherheit und Software in Fragen gefasst und für Sie beantwortet.
Unser Fazit: Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig, und lassen Sie sich nicht von jeder System-Meldung ins Bockshorn jagen. Denn manches Risiko ist gar keins.

1. 2000, XP, Vista: Den Explorer beenden

In zwei Situationen ist es nützlich oder notwendig, den Windows-Explorer gewaltsam zu beenden: Entweder reagiert die GUI (Explorer-Fenster, Desktop, Taskleiste, Startmenü) nicht mehr, oder geänderte Einstellungen, die im Normalfall mindestens eine Neuanmeldung erfordern, sollen schneller im laufenden Betrieb übernommen werden. Ist es technisch zu vertreten, den Explorer einfach im Task-Manager zu beenden?
Ja. Der Explorer ist zwar die System-Shell, aber eine Anwendung wie jede andere auch. Nach „Prozess beenden“ verschwinden neben Explorer-Fenstern zwar auch alle Desktop-Elemente, diese werden aber beim Aufruf „explorer“ im Task-Manager („Datei, Neuer Task“) wieder nachgeladen. Alle weiteren geöffneten Anwendungen arbeiten auch ohne den Explorer uneingeschränkt. Ist der Explorer aktuell mit einer Kopieraktion beschäftigt, sollten Sie vor dem Abschuss im Task-Manager versuchen, diese Aktion mit „Abbrechen“ zu beenden.

2. 2000, XP, Vista: Abmelden, wenn wichtige Tasks laufen

Beim Ab- und Wiederanmelden scheint es so, als würden alle gestarteten Programme geschlossen. Wenn gerade ein Download oder ein Backup läuft, wird der Anwender davor zurückschrecken, diesen Vorgang durch die Abmeldung zu unterbrechen. Ist die Abmeldung ein Risiko für laufende Tasks?

Ja und nein. Beim Abmelden werden alle Prozesse geschlossen, die der angemeldete Benutzer gestartet hat. Andererseits laufen alle Anwendungen im „System“-Kontext (zum Beispiel Dienste) einfach weiter. Sie können nachsehen, unter welchem Kontext die aktuellen Prozesse laufen. Rufen Sie dazu mit <Strg>-<Alt>-<Entf> oder „Taskmgr.EXE“ den Task-Manager auf, und wechseln Sie dann auf die Registerkarte „Prozesse“. Aktivieren Sie dort die Klickbox „Prozesse aller Benutzer anzeigen“. Neben dem Namen jedes Prozesses finden Sie eine Spalte „Benutzername“ (gegebenfalls über „Ansicht, Spalten auswählen“ einblenden). Alle Prozesse, die in dieser Spalte den aktuellen Kontonamen aufweisen, werden beim Abmelden geschlossen.
Tipp 1: Wenn Sie den PC sperren wollen, während ein wichtiger Task im Benutzer-Kontext läuft, können Sie in jedem Fall <Win>-<L> verwenden. Diese Computersperrung wirkt sich nicht auf die laufenden Prozesse aus.
Tipp 2: Wie Sie einen beliebigen Prozess unter allen NT-Systemen im System-Kontext starten, lesen Sie hier .

3. 2000, XP, Vista: FAT(32) nach NTFS konvertieren

Windows 2000, XP und Vista bieten mit dem Kommandozeilen-Tool Convert.EXE an, FAT- und FAT32-formatierte Datenträger nach NTFS zu konvertieren. Trotz diverser Vorteile von NTFS scheuen viele Anwender diese Aktion, weil sie Datenverluste befürchten. Ist die Konvertierung nach NTFS gefahrlos?

Ja. Das relativ simple FAT(32)-Dateiformats auf NTFS umzuwandeln, birgt kein Risiko. Es hätte eine benutzerfreundlichere GUI-Variante verdient, etwa in der Datenträgerverwaltung. Dadurch, dass Microsoft die Konvertierung auf die Kommadozeile verbannt hat, sieht die Aktion heikler aus, als sie ist. Nach „convert d: /FS:NTFS“ startet die Konvertierung entweder im laufenden Betrieb oder wird für den nächsten Neustart geplant (natives Autoconv.EXE, läuft noch vor dem Windows-Start), wenn es sich um die Systempartition oder eine Partition mit Auslagerungsdatei handelt. Ihre Daten werden Sie danach alle wiedersehen.
Achtung: Eine einfache Rückkonvertierung Richtung FAT(32) ist ausgeschlossen. Dazu müssten Sie sämtliche Daten kopieren, die Platte neu formatieren und schließlich die Dateien zurückschreiben. Unter bestimmten Umständen ist das einfachere FAT(32) die bessere Wahl, etwa wenn Sie sich bei einer USB-Festplatte keinen Kopf über NTFS-Rechte machen wollen.

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