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Sicher mit Admin-Rechten arbeiten

30.07.2008 | 08:45 Uhr |

Unix-Betriebssysteme und ihre Verwandten wie Linux besitzen mit dem Befehl "sudo" einen mächtigen Mechanismus: Er erlaubt es normalen Benutzern, administrative Aufgaben wie die Installation von Software durchzuführen, ohne das Passwort des Administrators zu kennen. Der Administrator (root) legt fest, wer diese Rechte innehat, was genau er tun darf und ob derjenige eventuell sein eigenes Passwort zur Bestätigung eingeben muss, dass er auch wirklich der angemeldete Benutzer und keine zufällig vorbeigekommene Person ist. Das gibt es bei Windows standardmäßig nicht, aber Sie können es nachrüsten.

Die Freeware Surun löst das Problem so: Ein Benutzer, der Admin-Aufgaben erledigen soll, wird kurz in die Gruppe "Administratoren" aufgenommen und gleich nach dem Start der entsprechenden Anwendung wieder daraus entfernt. Zur Passwort-Eingabe öffnet der Surun-Dienst außerdem einen neuen Desktop auf dem Bildschirm, auf den sicherheitshalber nur Dienste Zugriff haben. Handhabung: Gegenüber anderen Tools für den gleichen Zweck bietet Surun nicht nur weitaus mehr Sicherheit, sondern auch die bessere Handhabung: So lassen sich auch Explorer-Ordner mit höheren Rechten öffnen. Das wiederum ist eine Voraussetzung dafür, die Systemsteuerung als Administrator verwenden zu können, etwa um Software zu de-installieren, Netzwerkeinstellungen zu ändern oder den Papierkorb zu konfigurieren. Um als normaler Benutzer ein Programm mit Admin-Rechten zu öffnen, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen den Kontextmenüpunkt "Starte als Administrator". Manchmal ist dieser nicht vorhanden, etwa bei Shell-Elementen wie dem Papierkorb. Hier hilft es, etwa per Klick mit der rechten Maustaste auf den Desktop die Systemsteuerung als Administrator zu starten und sich dann mittels der Schaltfläche "Aufwärts" so lange nach oben zu hangeln, bis Sie im Ordner "Desktop" sind - Sie können von dort aus auf das Kontextmenü von Objekten wie dem Papierkorb genauso zugreifen wie auf dem "richtigen" Desktop. Von der Kommandozeile aus, also einer Eingabeaufforderung oder dem Dialog "Start, Ausführen", stellen Sie einem Programm, das Sie als Administrator starten wollen, den Befehl "surun" voran.

Installationen mit Surun: Setup-Dateien versucht Surun von selbst zu erkennen, etwa am Namen oder anhand eines bestimmten Verhaltens beim Start. Für alle anderen administrativen Aufgaben oder wenn die Erkennung nicht funktioniert, verwenden Sie das Kontextmenü. Dazu müssen Sie Mitglied der Gruppe "SuRunners" sein. Ist das nicht der Fall, fragt Surun, ob Sie Mitglied werden wollen - um das zu erreichen, benötigen Sie noch einmal das echte Administrator-Passwort. Als Mitglied der Surunners-Gruppe müssen Sie nun noch Ihr eigenes Passwort in einen orangefarbenen Dialog eingeben. Ist Ihr Passwort noch von einer vorigen Abfrage her gespeichert, wechselt die Dialog-Farbe nach Grün, und Sie müssen die Ausführung des Programms nur noch einmal bestätigen. In beiden Dialogen haben Sie jeweils die Option "Für dieses Programm nicht mehr fragen" zur Verfügung. Sie bewirkt, dass sich Surun merkt, ob Sie "OK" oder "Abbrechen" klicken: Bei "OK" erscheint nur noch der Passwort- nicht aber der grüne Bestätigungs-Dialog vor dem Ausführen, bei "Abbrechen" können Sie das Programm nicht mehr als Administrator starten - das kann nützlich sein, wenn Surun fälschlicherweise ein ganz normales Programm als Setup-Programm erkennt.
Tipp: Surun bietet auch die Möglichkeit, bereits laufende Anwendungen als Administrator neu zu starten: Die entsprechenden Kontextmenü-Einträge finden Sie per Klick mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste einer Anwendung. Fehlen sie, bedeutet dies, dass sie bereits mit Administrator-Rechten läuft.

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