23.04.2007, 10:34

Markus Pilzweger

Windows XP: Letzte Rettung via Konsole

Windows XP kränkelt ernsthaft. Die grafische Oberfläche will nicht mehr starten – weder normal noch im abgesicherten Modus. Beim Hochfahren bleibt Windows im Textmodus stehen und klagt, die Datei \Windows\System32\Config\System oder \Windows\System32\Config\Software sei beschädigt. Sie haben zwar zuvor Wiederherstellungspunkte erstellt, die nützen jetzt aber gar nichts, weil Sie an sie nicht herankommen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Problem lösen können.
Anforderung: Fortgeschrittener
Zeitaufwand: Mittel
Problem:
Windows XP kränkelt ernsthaft. Die grafische Oberfläche will nicht mehr starten – weder normal noch im abgesicherten Modus. Beim Hochfahren bleibt Windows im Textmodus stehen und klagt, die Datei \Windows\System32\Config\System oder \Windows\System32\Config\Software sei beschädigt. Sie haben zwar zuvor Wiederherstellungspunkte erstellt, die nützen jetzt aber gar nichts, weil Sie an sie nicht herankommen.
Lösung:
Normalerweise hilft in diesem Fall nur eine Neu-Installation. Doch für Windows-Profis bietet sich eine manuelle Wiederherstellung über die Konsole an, die sich über die Setup-CD starten lässt. Dabei holen Sie die zuvor von der Systemwiederherstellung gesicherten Registry-Dateien aus ihrem versteckten Verzeichnis. Damit können Sie Windows dann neu booten.
Achtung: Auf vom Hersteller vorinstallierten Windows-Systemen, besonders häufig bei Notebooks, funktioniert die unten beschriebene Methode nicht. Sie würde auf halbem Weg scheitern, da Windows dort keine brauchbare Standard-Registry bevorratet. Bei allen anderen XP-Rechnern bieten die Eingriffe eine letzte Rettungsmöglichkeit.
1. Booten von Setup-CD: Legen Sie die Windows-CD ein, und starten Sie das Setup. Am Willkommens-Bildschirm drücken Sie R und melden sich dann mit der Wiederherstellungskonsole an der defekten Windows-Installation an. Drücken Sie die 1, und geben Sie das Administratorpasswort ein.
Ein Hinweis für Benutzer von XP Home: Hier ist das interne Administratorkonto gefragt. Falls Sie nicht selbst ein Kennwort dafür eingerichtet haben, kommen Sie ohne Kennwort mit Return weiter.
2. Wiederherstellungskonsole: In der DOS-ähnlichen Konsole geben Sie die nachfolgenden Befehlszeilen ein. Der Einfachheit halber gehen wir von C:\Windows aus. Falls Windows nicht dort installiert ist, ändern Sie den Pfad entsprechend ab:
cd c:\windows\repair
copy system ..\system32\config
copy software ..\system32\config
copy sam ..\system32\config
copy security ..\system32\config
copy default ..\system32\config
Nach jeder Befehlszeile müssen Sie die Abfrage, ob die Konsole die bereits vorhandene Datei überschreiben soll, mit J bestätigen. Danach tippen Sie „exit“ ein und starten so den Rechner neu.
3. Abgesicherter Modus: Die Dateien unter \Windows\Repair repräsentieren einen veralteten, aber lauffähigen Zustand der Registry. Windows fährt folglich nun mit der wiederhergestellten Registry hoch. Unterbrechen Sie den Bootvorgang mit F8, und wählen Sie den abgesicherten Modus.
4. Wiederherstellungspunkt: Melden Sie sich als Administrator an. Da Sie einen Wiederherstellungspunkt besitzen, bei dem auch die zuletzt aktuelle Registry mit von der Partie war, können Sie diese aus dem versteckten Wiederherstellungs-Order herausziehen. Gehen Sie dazu im Windows-Explorer auf „Extras, Ordneroptionen, Ansicht“. Aktivieren Sie hier die Optionen „Inhalte von Systemordnern anzeigen“ und „Alle Dateien und Ordner anzeigen“. Entfernen Sie gegebenenfalls die Haken neben „Einfache Dateifreigabe verwenden“ und „Geschützte Systemdateien ausblenden“. Markieren Sie dann den Ordner „System Volume Information“ auf dem Windows-Laufwerk, und wählen Sie „Eigenschaften, Sicherheit“. Nach „Hinzufügen, Erweitert, Jetzt suchen“ tragen Sie Ihr Administratorkonto mit Vollzugriff in die Zugriffsrechte des Ordners ein.
5. Registry-Sicherung: Im jetzt sichtbaren und zugänglichen Ordner „System Volume Information“ unter „_Restore{...}“ liegen die Registry-Dateien des letzten Wiederherstellungspunkts. Machen Sie im Explorer das Verzeichnis „RPn“ mit der höchsten Ziffer n ausfindig. Dort befindet sich im Unterverzeichnis „Snapshot“ die neueste Registry-Sicherung. Kopieren Sie die vier Dateien, deren Name mit „_Registry_Machine“ beginnt, nach C:\Windows\System32\Config. Dasselbe gilt für die Datei „_Registry_User_.Default“.
6. Aktueller Stand: Starten Sie den PC erneut via Setup-CD in die Wiederherstellungskonsole. Wieder an der Windows-Installation angemeldet, gehen Sie mit
cd c:\windows\system32\config
in den Ordner der Registry-Dateien und überschreiben dort mit
copy _registry_machine_system system
copy _registry_machine_software software
copy _registry_machine_sam sam
copy _registry_machine_security security
copy _registry_user_.default default
die alten Dateien mit den aktuellen der Systemwiederherstellung. Danach läuft Ihr Windows wieder mit der jüngsten lauffähigen Registry.
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