Windows-Umstieg

Fünf Gründe gegen Linux - darum scheitert der Umstieg

Mittwoch den 07.05.2014 um 10:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Fünf Gründe gegen Linux
Vergrößern Fünf Gründe gegen Linux
© iStockphoto/Julos
Wir nennen die 5 häufigsten Gründe und Vorurteile, weswegen der Umstieg auf Linux scheitert und Anwender enttäuscht zu Windows zurückkehren. Und nennen Gegenargumente.
Unsere Schwesterpublikation PC-World hat einige Gründe aus Leserbriefen und Community-Beiträgen zusammengestellt, weswegen Windows-Anwender, die zu Linux wechseln wollten, frustriert aufgaben und zu Windows zurückkehrten. Insgesamt scheinen sich fünf Hauptgründe festmachen zu lassen, die dazu führen, dass der Umstieg von Windows auf Linux scheitert. Wir stellen diese fünf Gründe vor und bewerten deren Relevanz.

1. Das Lieblingsprogramm läuft nicht unter Linux

Meist sind es Profi-Programme von Adobe, insbesondere Photoshop und Dreamweaver, auf die Umsteiger von Windows auf Linux partout nicht verzichten wollen. Da hilft auch nicht der Hinweis auf GIMP - denn GIMP ist ungeachtet seiner Stärken kein vollwertiger Ersatz für Adobe. Insofern gilt: wer wirkliche alle Features von Photoshop benötigt, sollte entweder nicht vollständig auf Linux wechseln (und beispielsweise noch eine Partition mit Windows behalten) oder sich geeignete Virtualisierungslösungen wie zum Beispiel Wine anschauen, unter denen sich Photoshop bis zu einem gewissen Grad auch auf Linux-Rechnern einsetzen lässt.

Linux - eine echte Alternative zu Windows?
Linux - eine echte Alternative zu Windows?

Bei Photoshop und Dreamweaver handelt es sich aber um spezialisierte Profi-Werkzeuge für den Unternehmenseinsatz. Kaum ein Privatanwender benötigt wirklich alle Funktionen von Photoshop, der Funktionsumfang von GIMP dürfte für die meisten Anwender völlig ausreichen. Und Webseiten lassen sich auch ohne Dreamweaver erstellen, insbesondere in Zeiten, in denen Content-Management-Systeme und Blogsoftware wie Wordpress für viele professionelle Websites die Basis bilden .

Spielen unter Linux : Neben diesen professionellen Anwendungsprogrammen gibt es aber noch eine weitere Software-Gruppe, die gegen den Einsatz von Linux spricht: Spiele nämlich. Denn nach wie vor behandeln die Spiele-Publisher Linux zweit-, wenn nicht gar drittrangig. Immerhin bessert sich die Situation hier langsam aber etwas: Durch SteamOS und die Spiele-Plattform Steam von Valve.

Privatanwender, die Linux verwenden und weder Photoshop benötigen, noch viel daddeln, können trotzdem hin und wieder vor das Problem gestellt werden, dass sie plötzlich Windows bräuchten. Wenn zum Beispiel das Kind eine neue Lernsoftware mit nach Hause bringt, die nur unter Windows läuft. Hier hilft eventuell eine virtuelle Maschine weiter, in der Windows läuft. Oder aber es gibt die Lernsoftware auch als Apps für iOS und/oder Android. Denn immer mehr Publisher wie USM bringen ihre bekannte Windows-Lernsoftware mittlerweile auch für die beiden wichtigsten mobilen Plattformen heraus. Das bietet sich dann als Ausweichmöglichkeit für Linux-Anwender an. Eine dritte Lösung wären Cloud-basierte Web-Anwendungen als Ersatz für solche Windows-Software.


Unsere Einschätzung: Der Großteil der Privatanwender kann problemlos sofort zu Linux wechseln. Ausgenommen Hardcore-Daddler. Insbesondere in Kombination mit einem iPad oder Android-Tablet steht dem Wechsel zu Linux dann nichts mehr im Wege.

2. Die Hardware zickt

Grundsätzlich verfügt Linux mittlerweile über eine hervorragende Hardwareerkennung. Doch hin und wieder kommt es doch noch vor, dass eine bestimmte Grafikkarte oder ein UMTS-Stick den Dienst verweigert, nachdem man Linux installiert hat. Hier helfen eventuell Workarounds weiter, die man in den diversen Linux-Foren wie ubuntuusers und bei der PC-WELT findet. Unsere alle zwei Monate erscheinende Linuxwelt bietet ebenfalls immer wieder Tipps zur Lösung von Hardware-Problemen. Ebenso helfen Standwardwerke wie Linux. Das umfassende Handbuch von Michael Kofler hier weiter.

Mitunter hilft aber auch die wirklich umfangreiche Linux-Community nicht weiter, beispielsweise wenn es sich um eine relativ ausgefallene Hardware-Komponenten handelt, für die es einfach keine Linux-Treiber gibt. Oder wenn eine bestimmte Teilkomponenten zum Auslieferungszeitpunkt einfach noch nicht ausgereift war. Beispielsweise bereitete das neue Soundsystem von Ubuntu Linux 8.04 seinerzeit vielen Anwendern Kopfzerbrechen, weil nach dem Update auf Ubuntu 8.04 die PCs und Notebooks stumm blieben und keinen Sound mehr abspielen konnten.


Solche Hardware-Probleme lassen sich aber elegant vermeiden, indem sie von vornherein fertig konfigurierte PCs oder Notebooks mit Linux kaufen. Das Angebot ist hier allerdings noch dünn gestreut, ein bekannter Anbieter von Desktop-Rechnern und Notebooks mit vorinstalliertem und speziell angepassten Linux ist das deutsche Unternehmen Tuxedo.

Unsere Einschätzung: Kaufen Sie fertig vorkonfigurierte Rechner mit Linux ab Hersteller. Recherchieren Sie aber unbedingt vor dem Kauf in Internetforen, wie gut die Konfiguration und der Support wirklich funktionieren.

Mittwoch den 07.05.2014 um 10:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (76)
  • Dogeater 20:07 | 07.06.2014

    Ach übrigens: Tofu ist ungesund.

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  • The Undertaker 19:27 | 07.06.2014

    Beispiel vegane Ernährung.


    Wenn Du jedes mal den Tofu aus der Sojapflanze selbst herstellen müsstest, hätte sich das mit vegan auch erledigt. Es gibt fertige direkt benutzbare Produkte und funktionierende Rezepte. Deswegen kann vegan eine Alternative sein. Das ist das was Linux eben nicht bietet.

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  • kalweit 08:25 | 07.06.2014

    Zitat: LinuxKuno
    Das Windows Lizenzkosten verursacht ist doch nicht das Problem.


    Nicht? Genau darauf bist du doch die ganze Zeit herumgeritten... Aber gut, dann halt Themawechsel...

    Es ist NICHT offen, niemand weiß was drin steckt

    Das weißt du auch bei offener Software nicht. Jeder beteiligte Programmierer kann zu jeder Zeit Schadcode einbringen. Das ist defakto nicht kontrollierbar. Und wenn es jemand kontrollieren könnte, wie willst du dessen integrietät zweifelfrei und für immer sicher stellen? Ein Katze-Schwanz-Problem.

    man kann es nicht ausreichend anpassen


    Was wieder neue Baustellen eröffnet und Manpower bindet, die man für die gesamte Nutzungszeit unterhalten muss.

    Softwareentwicklung kostet unter Windows GENAU SO VIEL Geld, wie unter Linux, nämlich die Mannstunden der Programmierer.


    Du hast vergessen, diese Kosten durch die Anzahl der Nutzer zu teilen.

    Und woher willst Du wissen, ob sich das je rechnen wird?

    Das muss man nicht wissen, das kann man ausrechnen. Dazu reichen auch die paar Zahlen, die zu dem Projekt offziell genannt werden.

    Ich finde 15.000 Rechner nicht gerade "ein paar Arbeitsplätze".

    Das kannst du finden oder nicht, es reicht nicht, um ein OS im direkten Vergleich zu finanzieren.

    Es geht doch, dass haben die Münchener doch gezeigt.

    Lies meinen letzten Post noch mal.

    Meine Erfahrung ist

    Nun denn...

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  • Dogeater 04:55 | 07.06.2014

    Zitat: LinuxKuno
    @Dogeater

    natürlich gibt es unter Linux auch Probleme. Das will ich nicht vermitteln, dass alles unter Linux problemlos funktioniert, denn das ist natürlich nicht so. Kann es ja auch nicht. Darum ging es ja ursprünglich auch nicht, sondern um das Abwägen, ob es eine ALTERNATIVE zu Windows sein kann.
    Und diesbezüglich sage ich in sehr vielen Fällen ein klares ja. Nicht das ein Umstieg immer problemlos sei.


    Was ich gerne hätte ist eine Alternative. Aber das tolle Linuxmint 16 lässt mich ja nichteinmal Hilfedateien lesen. Die sind nämlich, so dumm es wiedereinmal klingt, nur online verfügbar. Und an der Stelle musste ich einfach aufgeben, da ich ja keine Internetverbindung bekam.


    DENNOCH geht der Mainstream noch lieber nach McDonalds, als zum Gemüsehändler.
    Weil es besser ist?
    Wir haben keinen Bock selbst zu kochen oder uns schlau zu machen, was denn nun wirklich FÜR MICH besser ist.


    Linux ist ein miserabler Gemüsehändler.



    Es ist eben kein Beweis für irgendwas, nur weil es (fast) alle machen.
    Es ist letztendlich eh nur eine einfache Wahl, welche wir treffen.... für das eine oder das andere.
    Ich glaube, es ist immer die richtige Wahl, welche wir treffen.... jeder für sich.


    Meine Wahl habe ich getroffen und ich schaue ins Linux in ein paar Jahren dann mal wieder rein. Soviel sei versprochen.



    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Monopole mag... genauso wenig wie Diktaturen.... auch wenn es scheinbar alles einfacher ist, wenn EINER den Weg vorgibt.


    Irgendeiner muss sagen, wo es langgeht!



    Du immer mit Deinen Hausfrauen
    Die ganzen Firmen und Institutionen bestehen doch nicht aus Hausfrauen.


    Der Consumermarkt aber schon! Ohne den kommt dein tolles Linux einfach nicht weiter! Bekommst du die Hausfrau nicht, bekommst du auch keinen anderen. So ist der Markt. Weißt du, mir fällt dazu der Spruch eines Kollegen ein, den ich im Jahr 2000 mal fragte, wies so aussieht: "Mit Windows XP haste mal ein System, dass du benutzen kannst." Ich hoffe du verstehst was er damit sagen wollte. Linux ist da noch gaaanz weit entfernt davon. Vielleicht hat es ja jetzt "das Level" von Win95a erreicht. Mehr aber auch nicht. Aber es kann ja sein, dass es noch klappt. Ich lass mich überraschen. Bis dahin werde ich das tun, was auch Hausfrauen tun würden.



    Dein letzter Satz stimmt schlicht weg nicht. Nicht weil ich das sage, sondern weil es tausende Installationen belegen.
    Es ist vielleicht FÜR DICH keine Alternative. Das kann ich so annehmen.

    So, ich verlasse mal diesen Thread. Es wiederholen sich die Argumente.

    Allen eine gute Zeit.


    Vielleicht waren die Argumente auch einfach zutreffend und sind zur Zeit nicht verhandelbar.

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  • LinuxKuno 01:47 | 07.06.2014

    @Dogeater

    natürlich gibt es unter Linux auch Probleme. Das will ich nicht vermitteln, dass alles unter Linux problemlos funktioniert, denn das ist natürlich nicht so. Kann es ja auch nicht. Darum ging es ja ursprünglich auch nicht, sondern um das Abwägen, ob es eine ALTERNATIVE zu Windows sein kann.
    Und diesbezüglich sage ich in sehr vielen Fällen ein klares ja. Nicht das ein Umstieg immer problemlos sei.

    Es ist irgendwie genauso, wie in vielen anderen Bereichen. Was nicht Mainstream ist, wird flux mal eben angegriffen und versucht, nieder zu machen. Beispiel vegane Ernährung. "Das geht nicht, der Mensch MUSS Fleisch essen... usw." Nach Jahren, mehreren Fleisch- und was weiß ich Skandalen, stellt sich poe a poe heraus, dass dies unhaltbare Dogmen waren, welche nicht wahr sind. Es wird langsam Gesellschaftfähig. DENNOCH geht der Mainstream noch lieber nach McDonalds, als zum Gemüsehändler.
    Weil es besser ist?
    Natürlich nicht, sondern weil wir es nicht anders kennen, oft faul sind und es oft nicht besser können oder wissen.
    Wir haben keinen Bock selbst zu kochen oder uns schlau zu machen, was denn nun wirklich FÜR MICH besser ist.

    Es ist eben kein Beweis für irgendwas, nur weil es (fast) alle machen.
    Es ist letztendlich eh nur eine einfache Wahl, welche wir treffen.... für das eine oder das andere.
    Ich glaube, es ist immer die richtige Wahl, welche wir treffen.... jeder für sich.

    Um wieder auf Linux zurück zu kommen, habe ich noch keine negativen Stimmen aus München gehört. Die Systeme laufen stabil, so wie man es von Linux kennt, wenn es denn mal läuft.

    Übrigens hatte auch Peugeot Citroen in Frankreich mit über 20.000 Rechnern und 2.500 Servern vor Jahren auf Linux umgestellt und sind mit dieser Entscheidung sehr zufrieden. Die haben sich für Suse entschieden, die Münchener für Ubuntu.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Monopole mag... genauso wenig wie Diktaturen.... auch wenn es scheinbar alles einfacher ist, wenn EINER den Weg vorgibt.


    Du immer mit Deinen Hausfrauen
    Die ganzen Firmen und Institutionen bestehen doch nicht aus Hausfrauen.

    Dein letzter Satz stimmt schlicht weg nicht. Nicht weil ich das sage, sondern weil es tausende Installationen belegen.
    Es ist vielleicht FÜR DICH keine Alternative. Das kann ich so annehmen.

    So, ich verlasse mal diesen Thread. Es wiederholen sich die Argumente.

    Allen eine gute Zeit.

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