Windows-Umstieg

Fünf Gründe gegen Linux - darum scheitert der Umstieg

Montag den 22.12.2014 um 16:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Fünf Gründe gegen Linux
Vergrößern Fünf Gründe gegen Linux
© iStockphoto/Julos
Wir nennen die 5 häufigsten Gründe und Vorurteile, weswegen der Umstieg auf Linux scheitert und Anwender enttäuscht zu Windows zurückkehren. Und nennen Gegenargumente.
Unsere Schwesterpublikation PC-World hat einige Gründe aus Leserbriefen und Community-Beiträgen zusammengestellt, weswegen Windows-Anwender, die zu Linux wechseln wollten, frustriert aufgaben und zu Windows zurückkehrten. Insgesamt scheinen sich fünf Hauptgründe festmachen zu lassen, die dazu führen, dass der Umstieg von Windows auf Linux scheitert. Wir stellen diese fünf Gründe vor und bewerten deren Relevanz.

1. Das Lieblingsprogramm läuft nicht unter Linux

Meist sind es Profi-Programme von Adobe, insbesondere Photoshop und Dreamweaver, auf die Umsteiger von Windows auf Linux partout nicht verzichten wollen. Da hilft auch nicht der Hinweis auf GIMP - denn GIMP ist ungeachtet seiner Stärken kein vollwertiger Ersatz für Adobe. Insofern gilt: wer wirkliche alle Features von Photoshop benötigt, sollte entweder nicht vollständig auf Linux wechseln (und beispielsweise noch eine Partition mit Windows behalten) oder sich geeignete Virtualisierungslösungen wie zum Beispiel Wine anschauen, unter denen sich Photoshop bis zu einem gewissen Grad auch auf Linux-Rechnern einsetzen lässt.

Mittlerweile kann man zumindest auf Chromebooks unter bestimmten Umständen Adobe Photoshop verwenden:


Bei Photoshop und Dreamweaver handelt es sich aber um spezialisierte Profi-Werkzeuge für den Unternehmenseinsatz. Kaum ein Privatanwender benötigt wirklich alle Funktionen von Photoshop, der Funktionsumfang von GIMP dürfte für die meisten Anwender völlig ausreichen. Und Webseiten lassen sich auch ohne Dreamweaver erstellen, insbesondere in Zeiten, in denen Content-Management-Systeme und Blogsoftware wie Wordpress für viele professionelle Websites die Basis bilden .

Spielen unter Linux : Neben diesen professionellen Anwendungsprogrammen gibt es aber noch eine weitere Software-Gruppe, die gegen den Einsatz von Linux spricht: Spiele nämlich. Denn nach wie vor behandeln die Spiele-Publisher Linux zweit-, wenn nicht gar drittrangig. Immerhin bessert sich die Situation hier langsam aber etwas: Durch SteamOS und die Spiele-Plattform Steam von Valve.

Privatanwender, die Linux verwenden und weder Photoshop benötigen, noch viel daddeln, können trotzdem hin und wieder vor das Problem gestellt werden, dass sie plötzlich Windows bräuchten. Wenn zum Beispiel das Kind eine neue Lernsoftware mit nach Hause bringt, die nur unter Windows läuft. Hier hilft eventuell eine virtuelle Maschine weiter, in der Windows läuft. Oder aber es gibt die Lernsoftware auch als Apps für iOS und/oder Android. Denn immer mehr Publisher wie USM bringen ihre bekannte Windows-Lernsoftware mittlerweile auch für die beiden wichtigsten mobilen Plattformen heraus. Das bietet sich dann als Ausweichmöglichkeit für Linux-Anwender an. Eine dritte Lösung wären Cloud-basierte Web-Anwendungen als Ersatz für solche Windows-Software.


Unsere Einschätzung: Der Großteil der Privatanwender kann problemlos sofort zu Linux wechseln. Ausgenommen Hardcore-Daddler. Insbesondere in Kombination mit einem iPad oder Android-Tablet steht dem Wechsel zu Linux dann nichts mehr im Wege.

2. Die Hardware zickt

Grundsätzlich verfügt Linux mittlerweile über eine hervorragende Hardwareerkennung. Doch hin und wieder kommt es doch noch vor, dass eine bestimmte Grafikkarte oder ein UMTS-Stick den Dienst verweigert, nachdem man Linux installiert hat. Hier helfen eventuell Workarounds weiter, die man in den diversen Linux-Foren wie ubuntuusers und bei der PC-WELT findet. Unsere alle zwei Monate erscheinende Linuxwelt bietet ebenfalls immer wieder Tipps zur Lösung von Hardware-Problemen. Ebenso helfen Standwardwerke wie Linux. Das umfassende Handbuch von Michael Kofler hier weiter.

Mitunter hilft aber auch die wirklich umfangreiche Linux-Community nicht weiter, beispielsweise wenn es sich um eine relativ ausgefallene Hardware-Komponenten handelt, für die es einfach keine Linux-Treiber gibt. Oder wenn eine bestimmte Teilkomponenten zum Auslieferungszeitpunkt einfach noch nicht ausgereift war. Beispielsweise bereitete das neue Soundsystem von Ubuntu Linux 8.04 seinerzeit vielen Anwendern Kopfzerbrechen, weil nach dem Update auf Ubuntu 8.04 die PCs und Notebooks stumm blieben und keinen Sound mehr abspielen konnten.


Solche Hardware-Probleme lassen sich aber elegant vermeiden, indem sie von vornherein fertig konfigurierte PCs oder Notebooks mit Linux kaufen. Das Angebot ist hier allerdings noch dünn gestreut, ein bekannter Anbieter von Desktop-Rechnern und Notebooks mit vorinstalliertem und speziell angepassten Linux ist das deutsche Unternehmen Tuxedo.

Unsere Einschätzung: Kaufen Sie fertig vorkonfigurierte Rechner mit Linux ab Hersteller. Recherchieren Sie aber unbedingt vor dem Kauf in Internetforen, wie gut die Konfiguration und der Support wirklich funktionieren.

Montag den 22.12.2014 um 16:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (113)
  • Spiritogre 17:51 | 18.01.2015

    Zitat: T-Liner
    Hi

    Da sag ich jetzt nichts mehr zu.
    Den Wondershare gibts alle paar Wochen bei Giveaway of the Day.(wer Ihn auch mal ausprobieren möchte)
    Den hab ich schon mehrmals durchprobiert
    Ich dachte , nun kommt ein richtiges Highlight (Sony , Ulead,Magix,Corel, usw..)
    Na , da bleib ich bei doch noch bei meinen "Sachen" .

    Tippe mal drauf : Du kommst mit dem Wondershare Teil einfach besser klar .
    MfG T-Liner

    Wobei es von Wondershare eine Reihe von Video Konvertern gibt und nur der Ultimate, diese Leistung und Qualität hat. Und ja, ich habe ihn (und viele andere) von Giveaway of the Day. Von dort und eben viele Freeware habe ich ausprobiert und sowohl Bildqualität als auch Geschwindigkeit beurteilt und bin dann bei dem "hängengeblieben".

    Handbrake kann sicher mehr, bzw. bietet mehr Einstellungen. Nur ist die GUI halt relativ bescheiden, bietet wenig Hilfestellung (man muss also viel probieren bis man gute Ergebnisse erzielt) und vor allem stürzt das Teil bei mir regelmäßig ab, sprich, er konvertiert einen Film, ist schon eine gute Stunde dabei und friert dann einfach ein.

    Ich konvertiere hauptsächlich meine DVDs um sie auf Tablet zu schauen und ich tue das generell in höchster Qualitätseinstellung. Neben der Zeit ist mir halt aufgefallen, dass viele Konverter, einschließlich Handbrake, eben auch Helligkeit, Farben, Schärfe etc. beim Konvertieren ändern. Auch hier hat mich der Wondershare Ultimate eben mit den angenehmsten Resultaten überzeugt.

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  • T-Liner 19:44 | 15.01.2015

    Hi

    Zitat: Spiritogre
    Handbrake habe ich auch ausprobiert. Das ist meiner Ansicht nach einer der langsamsten Konverter. Nach etlichen Versuchen, habe etwa 30 - 40 ausprobiert sowie Open Source als auch kommerziell, bin ich derzeit bei Wondershare Video Konverter Ultimate gelandet, der nicht nur alle meine vier Kerne ausnutzt sondern sowohl NVidia als auch ATI Grafikkarten Unterstützung bietet. Einen schnelleren bei so guter Qualität konnte ich noch nicht finden.

    Da sag ich jetzt nichts mehr zu.
    Den Wondershare gibts alle paar Wochen bei Giveaway of the Day.(wer Ihn auch mal ausprobieren möchte)
    Den hab ich schon mehrmals durchprobiert
    Ich dachte , nun kommt ein richtiges Highlight (Sony , Ulead,Magix,Corel, usw..)
    Na , da bleib ich bei doch noch bei meinen "Sachen" .

    Tippe mal drauf : Du kommst mit dem Wondershare Teil einfach besser klar .
    MfG T-Liner

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  • Spiritogre 19:14 | 15.01.2015

    Zitat: T-Liner
    Hi

    Nennst Du mir bitte mal ne Kommerzielle?
    Würds gerne mal ausprobieren .
    Mit meinem Handbrake (OpenSource) unter Windows 7 und OpenSuse , auf nem i7'er , bauch nen 2Std Video ca.14min um daraus nen MP4 oder MKV zu machen. Schneller wäre mir lieber.
    MfG T-Liner

    Handbrake habe ich auch ausprobiert. Das ist meiner Ansicht nach einer der langsamsten Konverter. Nach etlichen Versuchen, habe etwa 30 - 40 ausprobiert sowie Open Source als auch kommerziell, bin ich derzeit bei Wondershare Video Konverter Ultimate gelandet, der nicht nur alle meine vier Kerne ausnutzt sondern sowohl NVidia als auch ATI Grafikkarten Unterstützung bietet. Einen schnelleren bei so guter Qualität konnte ich noch nicht finden.

    Zitat: Hinterwaeldler
    Stimmt, da suchst du vergeblich nach einer kommerziellen Software. Eventuell solltest du dich aber einmal hier kundig machen: [URL]http://www.openshotvideo.com/ Dann gibt es noch seit vielen Jahren [URL]https://de.wikipedia.org/wiki/Cinelerra

    Das sind Schnittprogramme keine Konverter, ansonsten ein netter Versuch, zündet nur leider nicht, da in der Praxis deine genannten Alternativen nämlich auch im Schnittbereich keinen Stich gegen etwa Adobe Premiere (Elements) oder ein Magix Video (Deluxe) machen.

    Aber wo wir dabei sind, schlimmstes Beispiel für vermurkste Open Source wäre nämlich die Bildbearbeitung Gimp. Lahmer und komplizierter geht nicht. Wusstest du, dass ein Photoshop Elements alleine bei einer simple Funktion wie "unscharf maskieren" mal eben 10 Mal so schnell ist, vier anstelle von 40 Sekunden, wie Gimp.

    Irgendwo in diesem Thread war auch davon die Rede:

    Hähhh? Windowsanwender benutzen eine dumme Bezahlsoftware und fallen trotzdem darauf herein. Sonst würde es nicht immer wieder versucht. Linuxanwender machen was?

    Du hast den Begriff Phishing wohl nicht verstanden. Der ist Systemunabhängig. Du bekommst eine Mail, manchmal sehr gut gefälscht und klickst den Link, kommst auf eine ebenso gut gefälschte Seite und versuchst dich dort einzuloggen. Peng - die Phisher haben dein Passwort. Viele Internet Security Suiten unter Windows können dagegen schützen. Unter Linux nutzt du noch mal was?

    Irgendwie komme ich wieder zu meiner eingangs gestellten Frage: In wessen Auftrag wird das geschrieben und wer bezahlt sowas?

    Was hat das mit Auftrag zu tun? Linux ist halt ein Bastelsystem dem etliche gute Software fehlt, ein einheitliches Bedienkonzept und oftmals auch der Komfort. Frech gesagt, Linux benutzt man aus ideologischen Gründen und weil man leidensfähig genug ist oder weil man eh in der IT bewandert ist und den PC für IT Krams nutzt. Normale Anwender, die mehr als nur Standardkrams machen wollen, was sie heute mit jedem Tablet besser erledigen können, benötigen schon alleine wegen der Anwendungssoftware Windows oder OS X.

    Mir ist meine Zeit ehrlich gesagt zu schade um mich in schlechte Software wie Gimp einzuarbeiten, wenn ich für einen kleinen Obolus ein Photoshop Elements bekomme und damit sofort loslegen kann und wenn ich etwas nicht weiß mir ein Tuturial im Programm eine Schritt für Schritt Anleitung gibt etc. pp.

    Verstehe mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Linux und würde mir gerne eine gute Alternative zu Windows auf dem PC wünschen. Nur leider gibt es nicht eine einzige Linux-Distribution die auch nur annähernd an die Qualität von Windows heranreicht. Ich schrieb das hier auch schon in früheren Beiträgen, es benötigt wohl einen großen Konzern wie Google oder Apple, die gezeigt haben, dass man mit entsprechendem Konzept und genug Resourcen ein gutes Betriebssystem (auf Unixbasis) machen kann, was nicht wirkt wie ein Frickelsystem für IT Freaks sondern wirklich mit dem Anwender im Blickpunkt designt wurde. Ubuntu war damals angetreten genau das zu schaffen, hat sich dann aber den IT und Linuxfreaks gebeugt und am Ende nur eine weitere 08/15 Anwender untaugliche Distribution geschaffen, welche die ganzen Linux Altlasten auf die dogmatische ITler so stehen aber mit denen Anwender nichts anfangen können, enthält und sich dadurch Null unterscheidet.

    Warum zum Teufel macht das nicht mal einer? Schaut sich Mac OS X an, schaut sich Windows an. Wirft dann noch einen Blick darauf, was Android im Vergleich zu iOS getan hat und schafft mal ein gutes offenes Desktopbetriebssystem für Anwender?

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  • Hinterwaeldler 14:50 | 15.01.2015

    Zitat: Spiritogre
    Halte ich für ein Gerücht. Ich kenne z.B. keine kostenlose Videokodiersoftware, die bei der Geschwindigkeit auch nur annähernd mit moderner kommerzieller Software mithalten kann.

    Stimmt, da suchst du vergeblich nach einer kommerziellen Software. Eventuell solltest du dich aber einmal hier kundig machen: http://www.openshotvideo.com/ Dann gibt es noch seit vielen Jahren https://de.wikipedia.org/wiki/Cinelerra

    Irgendwo in diesem Thread war auch davon die Rede:
    Gegen Phising bist du unter Linux ggf. sogar machtloser,

    Hähhh? Windowsanwender benutzen eine dumme Bezahlsoftware und fallen trotzdem darauf herein. Sonst würde es nicht immer wieder versucht. Linuxanwender machen was?

    Irgendwie komme ich wieder zu meiner eingangs gestellten Frage: In wessen Auftrag wird das geschrieben und wer bezahlt sowas?

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  • T-Liner 14:39 | 15.01.2015

    Hi

    Zitat: Spiritogre

    Ich kenne z.B. keine kostenlose Videokodiersoftware, die bei der Geschwindigkeit auch nur annähernd mit moderner kommerzieller Software mithalten kann..

    Nennst Du mir bitte mal ne Kommerzielle?
    Würds gerne mal ausprobieren .
    Mit meinem Handbrake (OpenSource) unter Windows 7 und OpenSuse , auf nem i7'er , bauch nen 2Std Video ca.14min um daraus nen MP4 oder MKV zu machen. Schneller wäre mir lieber.
    MfG T-Liner

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