21.12.2007, 08:55

Mike Hartmann

Windows-Tuning

Vista-Dienste aufräumen

Vista beansprucht Ressourcen für Gimmicks und Dienste, die nicht jeder braucht. Mit einer optimierten Konfiguration läuft Vista nicht nur schneller, sondern auch sicherer.
Um es auch dem unbedarftesten Benutzer leicht zu machen, installiert und startet Windows Vista eine Unzahl von Diensten, selbst wenn sie gar nicht benötigt werden. Zwar zeigt das System dabei eine gewisse Grundintelligenz, indem es etwa den Media-Center-Empfängerdienst nur auf Geräten mit TV-Karte einrichtet, diese ist jedoch bei Weitem nicht so ausgefeilt, wie man es sich wünschen würde.
Fraglich ist zum Beispiel, warum der Tablet-PC-Eingabedienst auf jedem Rechner installiert und gestartet wird, auch wenn dieser nicht über Tablet-PC-Funktionen verfügt. Gegenüber XP hat sich bei Vista dennoch einiges zum Positiven verändert. So sind etwa einige Dienste standardmäßig deaktiviert und können nur gestartet werden, indem sie explizit auf den Starttyp „manuell“ oder „automatisch“ gesetzt werden. Steht ein Dienst auf „manuell“, startet Vista ihn, sobald er benötigt wird – etwa weil ein abhängiger Dienst hochgefahren wird. Beim Starttyp „automatisch“ aktiviert Vista den Dienst beim Systemstart.
Viele der automatisch gestarteten Dienste können ohne Risiko abgeschaltet werden. Um welche es sich dabei handelt und unter welchen Bedingungen man auf sie verzichten kann, beschreibt dieser Artikel.
Tipp: Sind Sie im Zweifel, ob Sie auf einen bestimmten Dienst mit Starttyp „automatisch“ verzichten können, setzen Sie ihn zunächst auf „manuell“ und stoppen ihn. Wenn der Dienst nach einiger Zeit normalen Arbeitens immer noch gestoppt ist, können Sie auf ihn verzichten.
1. Diese Vista-Dienste sind unverzichtbar
Der Dienste-Manager von Vista („Start, Systemsteuerung, System und Wartung, Verwaltung, Dienste“) gibt zwar grundlegend Auskunft über einen Dienst. Er bietet jedoch kaum Hilfestellung bei der Frage, ob dieser Dienst notwendig ist oder nicht. Oft verwirrt er sogar durch den lapidaren Hinweis: „Falls dieser Dienst deaktiviert wird, können die Dienste, die von diesem Dienst ausschließlich abhängig sind, nicht mehr gestartet werden.“ So sehr man das Angebot zusammenstreichen kann, eine Handvoll der Windows-Dienste ist unverzichtbar für einen reibungslosen Betrieb. Dazu gehört beispielsweise der RPC-Dienst, von dem so ziemlich alle weiteren Systemkomponenten abhängen, wie etwa auch COM+. Neu bei Vista ist die Tatsache, dass der RPC-Dienst selbst von einem Dienst abhängt: „DCOM-Server-Prozessstart“, der natürlich auch nicht beendet oder deaktiviert werden darf. Wer auf Sound nicht verzichten kann, sollte „Windows-Audio“ nicht abschalten und darf infolgedessen auch folgende direkt oder indirekt dazugehörenden Dienste nicht deaktivieren: Multimediaklassenplaner, RPC, Server für Thread-Sortierung, Windows-Audio-Endpunkterstellung und Plug & Play.
Um zu drucken, ist die Druckerwarteschlange unabdingbar, und in Windows-Netzwerken kommt man nicht ohne den Arbeitsstationsdienst aus. Dieser sorgt unter anderem dafür, dass die Verbindungen zu den anderen Rechnern hergestellt werden. Das Windows-Ereignisprotokoll und die „Windows Verwaltungsinstrumentation“ sollten Sie ebenfalls unangetastet lassen. Letztere ist unter anderem dafür zuständig, dass der Dienste-Manager einwandfrei funktioniert. Auch beim Sicherheitskonto-Manager haben Sie keine Chance, Ressourcen zu sparen. Er ist integraler Bestandteil des Sicherheitsmodells von Vista, inklusive der Rechteverwaltung. Ohne den Benutzerprofildienst ist ein Anmelden nicht mehr möglich, also auch keine Möglichkeit zu sparen. Die Kryptografiedienste verwalten Zertifikate und sorgen dafür, dass Signaturen von Windows-Dateien bestätigt werden können. Ohne diesen Dienst funktioniert unter anderem auch das Windows-Update nicht mehr. Bei den nachfolgend beschriebenen Diensten müssen Sie selbst wählen, ob sie in Ihrer Konfiguration erforderlich sind oder nicht.
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