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Power-Tipps für Power-User

15.09.2013 | 15:39 Uhr |

Wie finden Sie schnell heraus, welche Dateien Sie in den letzten beiden Tagen bearbeitet haben? Wie verpassen Sie einer externen Festplatte einen absolut zuverlässigen Laufwerksbuchstaben? Und wie werden Sie die lästige Halde „Windows.old“ los, nachdem Ihr neues Windows problemlos läuft? Unsere kleine Sammlung bringt Tipps und Anregungen für fortgeschrittene Windows-Nutzer.

Administratoren für Windows haben oft andere Sorgen, als Routinedinge einzurichten. Die folgenden Power-Tipps zeigen Ihnen Lösungen für verbreitete Aufgaben.

1. Der Dateijongleur Forfiles (Windows Vista, 7, 8)

Sie möchten in einem Ordner alle Dateien löschen, die ein gewisses Verfallsdatum überschritten haben? Für solche Aufgaben gibt es ein kaum bekanntes Spezial-Tool auf der Kommandozeile. Forfiles.exe ist ein Spezialist für Datumsfilter. Starten Sie mit der Tastenkombination Win-R und der Eingabe „cmd.exe“ die Eingabeaufforderung. Dort wechseln Sie mit

pushd c:\Daten

zum gewünschten Pfad und geben dort

forfiles /s /d -3650 /c „cmd /c echo @fdate - @path“

ein. Forfiles in Zusammenarbeit mit Cmd melden jetzt alle Dateien in allen Unterordnern (Schalter /s), die älter als 3650 Tage, also älter als 10 Jahre sind (Schalter /d). Nach /d ist auch die Angabe eines Datums möglich oder auch die Variable %date%, um die heute geänderten Dateien zu filtern. Schalter /c dient für den Aufruf des gewünschten Befehls – in der Regel eines weiteren Cmd-Kommandos. Die internen Forfiles-Variablen erlauben den geschickten Ausbau des Kommandos. Die wichtigsten Variablen sind „@path“ und „@isdir“ , Näheres liefert „Forfiles /?“ .

Das geänderte Kommando

forfiles /s /d -3650 /c „cmd /c del /p @path

bietet jetzt an, die gefilterten Dateien zu löschen. Analog dazu könnten Sie auch automatisch löschen, verschieben, packen oder auch nur auflisten.

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USB-Laufwerk auf das „Diskettenlaufwerk“ legen: Nutzen Sie ein Windows-Tabu, um mit den Buchstaben A und B konstante USB-Laufwerkskennungen zu erreichen.
Vergrößern USB-Laufwerk auf das „Diskettenlaufwerk“ legen: Nutzen Sie ein Windows-Tabu, um mit den Buchstaben A und B konstante USB-Laufwerkskennungen zu erreichen.

2. Konstante USB-Laufwerkskennung (Windows XP, Vista, 7, 8)

Beim Anschließen eines USB-Datenträgers weist Windows den ersten freien Laufwerksbuchstaben zu (in alphabetischer Abfolge). Diese Zuordnung wird in der Registry vermerkt und nach Möglichkeit beim nächsten Anschließen erneut benutzt. Ist der Buchstabe aber zufällig vergeben, nimmt Windows den nächstmöglichen. Bei USB-Festplatten, die als Medienspeicher oder Backup-Platte dienen, sind wechselnde Kennungen ein Ärgernis. Sie können zwei USB-Festplatten auf zuverlässige Pfade laden, die Windows garantiert nicht anderweitig belegt. Starten Sie dazu die Datenträgerverwaltung im Startmenü oder mit dem Befehl „diskmgmt.msc“.

Weisen Sie dann dem gewünschten USB-Laufwerk nach Rechtsklick und der Option „Laufwerksbuchstaben und Pfade ändern“ die Kennung A: oder B: zu. Beide sind aus historischen Gründen für den Mount-Manager von Windows tabu. Das System wird sie also nie automatisch vergeben.

3. Altes Windows entfernen (Windows XP, Vista, 7, 8)

Nach Erscheinen einer neuen Windows-Version wie jetzt Windows 8 ärgern sich viele Nutzer über verlorene 10 bis 20 GB und über ein lästiges Verzeichnis: Das Setup des neuen Systems sichert die Vorgängerversion im Ordner \Windows.old. Diesen Ordner manuell zu entfernen ist knifflig: Es erfordert via NTFS-Rechte die Besitzübernahme des Ordners und Erzwingen des Vollzugriffs. Der weitaus einfachere Weg scheint naheliegend, wird aber regelmäßig auch von erfahrenen Nutzern übersehen: Für diese Aufgabe ist nämlich die Datenträgerbereinigung (Cleanmgr) das richtige Werkzeug. Sie putzt „Vorherige Windows-Installation(en)“ restlos weg.

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Nach Aufruf des Programms über das Startmenü wählen Sie erst das Laufwerk, auf dem Sie Windows neu installiert haben. Anschließend klicken Sie auf „Systemdateien bereinigen“, wählen erneut das betroffene Laufwerk und aktivieren dann in der Optionsliste „Vorherige Windows-Installation(en)“. Nach „OK“ erledigt das Windows-Programm seinen Job. Das kann aufgrund der Datenmenge etwas dauern.

4. Verstecken im NTFS-Stream (Windows XP, Vista, 7, 8)

Das Dateisystem NTFS bietet alternative Streams. Diese Dateien hängen unsichtbar für den Windows-Explorer und sonstige Dateimanager versteckt an der Primärdatei und eignen sich daher als Datenversteck. Das Tool Streamout packt problemlos Dateien aller Art ins Unsichtbare; die sichtbare Hauptdatei kann jedes Format besitzen und funktioniert als Stream-Container genauso wie vorher. Die Benutzung ist einfach: Sie markieren im Explorer eine Handvoll Dateien und ziehen diese auf Streamout. Danach klappen Sie das Drop-down-Feld aus und wählen in der Liste die Datei aus, die als sichtbarer Container für die ganze Sammlung dienen soll. Die Originaldateien können Sie dann mit „Ja“ löschen oder mit „Nein“ behalten. Zum späteren Auspacken ziehen Sie einen Stream-Container auf das Streamout-Icon und klicken auf „OK“. Beachten Sie, dass NTFS-Streams nur auf NTFS-Datenträger funktionieren. Beim Kopieren auf FAT32, exFAT, Linux-Datenträger oder in die Cloud gehen sie verloren. Dasselbe gilt auch für den Versand als Mailanhang.

SID eines anderen Kontos ermitteln: Die Kombination der beiden Windows-Tools Whoami und Runas liefert die Security-ID – hier des Kontos „Player“.
Vergrößern SID eines anderen Kontos ermitteln: Die Kombination der beiden Windows-Tools Whoami und Runas liefert die Security-ID – hier des Kontos „Player“.

5. Security-IDs ermitteln (Windows XP, Vista, 7, 8)

Die Kontonamen unter Windows sind nur freundliche Übersetzungen: Bei Dateieigenschaften, bei Eingriffen in den User-Schlüssel der Registry oder bei NTFS-Rechteproblemen werden Sie mit den tatsächlichen Kennungen der Konten konfrontiert – den 45-stelligen SIDs. Zu welchem Konto gehört welche Security-ID? Die SID des eigenen Kontos ermitteln Sie ganz leicht: Dafür genügt folgender Befehl in der Eingabeaufforderung:

whoami /user

Wenn Sie diesen Befehl mit „Runas“ kombinieren und somit für ein anderes Konto ausführen, ermitteln Sie auch die SID eines anderen Benutzers:

runas /user: Kontoname „cmd /k whoami /user“

Dabei müssen Sie nachfolgend das Kennwort dieses Kontos wissen und eingeben

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6. Script-Ausführung in der Powershell (Windows XP, Vista, 7, 8)

Die Windows-Powershell verbietet standardmäßig das Laden von Script-Dateien. Dieses Verbot lässt sich natürlich abstellen. Aber wer ein PS1-Script nur ausnahmsweise starten will, kann sich auch anders behelfen. Sie können der Shell beim Start mitteilen, dass es die Script-Ausführung ausnahmsweise gestatten soll: Wenn Sie nach der Tastenkombination Win-R im „Ausführen“-Dialog

Powershell.exe -executionpolicy unrestricted

eingeben, ist das Verbot für diese Sitzung aufgehoben. Dauerhaft hilft am Prompt der Powershell der Befehl „set-executionpolicy unrestricted“. Für den dafür notwendigen Zugriff auf die Registry sind Administratorrechte erforderlich.

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