Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows-Setup-Stick oder -DVD mit allen Updates erstellen

04.02.2016 | 13:01 Uhr |

Ein Installationsmedium für Windows inklusive allen Updates, neuen Treibern und nützlichen Zusatz-Tools beschleunigt die Neuinstallation. Mit den richtigen Tools ist das individuelle Setup schnell erstellt.

Unabhängig davon, welche Windows-Version Sie einsetzen: Einiges bleibt immer gleich. In der Basiskonfiguration ist Windows zwar gut benutzbar, für effektives Arbeiten fehlen jedoch einige Funktionen. Nützliche Tools können Ihnen jedoch dabei helfen, Windows besser zu konfigurieren und optimal für die täglichen Aufgaben einzurichten.

Eine besonders zeitraubende Beschäftigung ist die Windows-Neuinstallation , vor allem wenn Sie mehrere PCs oder Notebooks in Ihrem Haushalt oder der Firma einsetzen. Bevor das System einsatzbereit ist, müssen Sie erst zahlreiche Updates und Treiber sowie die wichtigsten Zusatz-Tools herunterladen, installieren und das System für Ihre Bedürfnisse konfigurieren. Es gibt jedoch einige Tricks, mit denen sich Upgrade und Neuinstallation beschleunigen lassen.

Wir haben alle erforderlichen Funktionen und Tools für ein individuelles Windows-Setup-Medium im Programm PC-WELT Windows-Rebuilder zusammengefasst. Entpacken beziehungsweise kopieren Sie das Tool und alle zugehörigen Ordner in ein Verzeichnis ohne Leer- und Sonderzeichen und einem kurzen Namen, beispielsweise nach „C:\pcwWinRebuilder“. Vor einer Windows-Neuinstallation sichern Sie das komplette Verzeichnis auf einem USB-Stick oder einer externe Festplatte. Die enthaltenen Tools sowie die Tipps und Anleitungen in diesem Artikel beziehen sich auf Windows 10, funktionieren größtenteils aber auch unter Windows 7 oder 8.1.

1. Windows-Updates herunterladen und archivieren

WHDownloader bezieht die Download-Links aus Listen, die von Freiwilligen gepflegt werden. Sie erhalten darüber alle wichtigen Updates für Windows 10.
Vergrößern WHDownloader bezieht die Download-Links aus Listen, die von Freiwilligen gepflegt werden. Sie erhalten darüber alle wichtigen Updates für Windows 10.

Das automatische Windows-Update sorgt dafür, dass Windows und andere Microsoft Produkte stets aktuell bleiben. In Windows 7 oder 8 lässt sich über die Systemsteuerung unter „Windows Update“ und „Einstellungen ändern“ bestimmen, wie das Update arbeitet. Sie können beispielsweise festlegen, ob Updates erst später heruntergeladen und installiert werden sollen. Das ist nützlich, wenn Sie etwa mit dem Notebook unterwegs und nur über ein langsames Netzwerk angebunden sind. Windows- 10-Nutzer haben diese Wahl nicht.

Bei Windows 10 Pro können Sie immerhin Upgrades, also Funktionserweiterungen, auf später verschieben. Dazu gehen Sie in den Einstellungen (Win-I) auf „Update und Sicherheit -> Windows Update“, dann auf „Erweiterte Optionen“ und setzen ein Häkchen vor „Upgrades zurückstellen“. Sicherheits-Update werden in jedem Fall sofort heruntergeladen und installiert.

Die Update-Dateien landen nach dem Download zwar unter „\Windows\SoftwareDistribution\Download“, Sie können damit aber selbst nichts anfangen. Die Dateien eignen sich nicht für die Archivierung und späterer Verwendung auf demselben oder einem anderen PC.

Updates selbst herunterladen: Für Firmenkunden gibt es das schon lange: Ein eigener Update-Server in der Firma kann die Verteilung von Windows- und Office-Updates übernehmen. Darüber lässt sich auch steuern, ob einzelne Updates erst später oder gar nicht installiert werden.

Unter „Vorbereitungen“ kopieren Sie mit PC-WELT Windows-Rebuilder die Windows-Installationsdateien von einer DVD oder aus einer ISO-Datei.
Vergrößern Unter „Vorbereitungen“ kopieren Sie mit PC-WELT Windows-Rebuilder die Windows-Installationsdateien von einer DVD oder aus einer ISO-Datei.

Für private Windows-Nutzer gibt es Tools, die ähnliche Funktionen bereitstellen. Mit Wsus Offline Update laden Sie vor allem sicherheitsrelevante Windows-Updates herunter. Das Tool nutzt die Funktionen des Windows-Update-Dienstes, um passende Update zu ermitteln. Starten Sie das Tool über den PC-WELT Windows-Rebuilder via „Tools“ und die Registerkarte „Windows-Updates“.

Wählen Sie auf der Registerkarte „Windows“ das gewünschte System und die Plattform. Setzen Sie etwa unter „Windows 10“ ein Häkchen bei „x64 Global (mehrsprachige Updates)“ (64 Bit). Unter „Optionen“ setzen Sie Häkchen bei zusätzlichen Update-Paketen, etwa „Windows Defender-Definitionen einschließen“ und „C++ Laufzeitbibliotheken und .Net Frameworks einschließen“. Auf der Registerkarte „Office“ aktivieren Sie den Update-Download für Microsoft Office 2010 oder 2013. Klicken Sie auf „Start“. Die Windows-Updates liegen anschließend im Verzeichnis „pcwWinRebuilder\Tools\wsusoffline\client\w100-x64“.

Upgrade-Pannen bei Windows 10 beheben

Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Windows nach einer Neuinstallation immer ohne Internetverbindung starten und erst alle fehlenden Sicherheits-Updates über das Tool „pcwWin-Rebuilder\Tools\wsusoffline\clientUpdateInstaller.exe“ installieren.

Die mit Wsus Offline Update heruntergeladenen Sicherheits-Updates lassen sich auch in das Installationsmedium integrieren (-> Punkt 4). Sie ersparen sich damit die Einrichtung nach der Neuinstallation und haben unmittelbar maximale Sicherheit.

Über die Schaltfläche „Hinzufügen“ geben Sie in Ntlite den Speicherort der Windows-Installations-Dateien an. Das Tool kann mehrere Windows-Images verwalten.
Vergrößern Über die Schaltfläche „Hinzufügen“ geben Sie in Ntlite den Speicherort der Windows-Installations-Dateien an. Das Tool kann mehrere Windows-Images verwalten.

Einen anderen Weg geht das Tool WHDownloader. Sie starten das Tool in PC-WELT Windows-Rebuilder über „Tools“ und die Registerkarte „Windows-Updates“. Klicken Sie zuerst auf das Icon links oben. Damit laden Sie manuell gepflegte Update-Listen herunter, die Download-Adressen von Update-Dateien enthalten. Im Feld neben dem Icon wählen Sie eine Liste aus, etwa „Windows 10x64“. Das Tool zeigt Ihnen die verfügbaren Updates unter „Baseline Updates“, „Security Updates“ und „Extra Updates“ an. Am einfachsten ist es, bei allen ein Häkchen zu setzen und per Klick auf „Download“ herunterzuladen. WHDownloader berücksichtigt mehr Updates als Wsus Offline Update, auch solche, die nicht als sicherheitsrelevant eingestuft sind.

Beide Tools arbeiten unabhängig vom installierten Betriebssystem. Sie können daher Updates für Windows 10 auch unter Windows 7 oder 8 herunterladen. Wer Updates aufschieben und erst später manuell installieren möchte, muss unter Windows 10 den Update-Dienst deaktivieren. Das geht beispielsweise über O&O Shutup 10 .

Windows 10: Neuinstallation ohne Vorgänger

Wer kostenlos in den Genuss von Windows 10 kommen möchte, benötigt eine Vorgängerversion mit Upgrade-Berechtigung. Für das Upgrade können Sie ein mit Ntlite erstelltes Installationsmedium verwenden. Starten Sie unter einem laufenden Windows 7 oder 8 die Datei Setup.exe des Installationsmediums. Nach dem Upgrade ist jederzeit auch einen saubere Neuinstallation möglich. Dabei überspringen Sie die Eingabe des Produktschlüssels. Windows 10 erkennt, dass es erneut auf einem upgrade-berechtigten PC installiert wird und aktiviert sich automatisch.

Es ist aber auch möglich, Windows 10 ohne das zeitraubende Upgrade frisch zu installieren. Gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools -> Upgrade-Hack“. Wählen Sie über die Schaltfläche hinter dem Eingabefeld die Datei „Gatherosstate.exe“ aus dem Verzeichnis „Sources“ der Windows-Setup-Dateien aus. Klicken Sie auf „GenuineTicket.xml erstellen“. Sichern Sie das Installationsverzeichnis von PC-WELT Windows-Rebuilder auf einem USB-Stick. Sichern Sie außerdem alle persönlichen Dateien von der Festplatte, oder erstellen Sie ein komplettes Backup der Festplatte. Dafür verwenden Sie beispielsweise das Tool Aomei Backupper Standard . Installieren Sie Windows 10 auf dem PC, indem Sie von Ihrem Installationsmedium booten. Trennen Sie die Netzwerkverbindung und stellen Sie auch keine WLAN-Verbindung her. Im Fenster „Wo möchten Sie Windows installieren?“ löschen Sie die vorhandenen Partitionen. Die Eingabe des Produktschlüssels übergehen Sie während des Setups per Klick auf „Überspringen“ beziehungsweise „Auf später verschieben“. Im frisch installierten System starten Sie PC-WELT Windows-Rebuilder und gehen wieder auf „Tools -> Upgrade-Hack“. Klicken Sie auf „GenuineTicket.xml kopieren“. Starten Sie Windows 10 mit aktiver Netzwerkverbindung neu. Das System aktiviert sich automatisch. Bitte beachten Sie: Die Aktivierung über „GenuineTicket.xml“ funktioniert nur auf dem PC, auf dem die Datei erstellt wurde.

2. Vorbereitungen für ein individuelles Setup-Medium

Zwar bietet Microsoft für Windows 7, 8 und 10 einige Werkzeuge an, mit denen sich das System bereits vor der Installation mit Updates und Treibern ausstatten und individuell anpassen lässt. Die sind jedoch für Administratoren gedacht und eher sperrig in der Benutzung. Einfacher geht es mit dem Tool Ntlite . Sie starten es im PC-WELT Windows-Rebuilder über „Tools“, die Registerkarte „Individuelles Setup-Medium“ und „NTlite starten“. Die Free-Version von Ntlite ist für die private Nutzung kostenlos und bietet die wichtigsten Funktionen. Für 45 Dollar können Sie die Home-Version über www.ntlite.com erwerben, die zusätzlich beispielsweise weitere Komponenten für eine schlankere Installation entfernen kann und mehr Optionen bei der Integration von Treibern bietet (-> Punkt 4). Die deutschsprachige Oberfläche des Programms enthält einige Rechtschreibfehler, aber das meiste ist gut verständlich.

Ntlite eignet sich für die Bearbeitung von Setup-Medien für Windows 7, 8 und 10. Sie benötigen dafür die Originaldateien von einer Windows-Installations-DVD beziehungsweise der entsprechenden ISO-Datei. Wenn Sie keinen Original-Datenträger besitzen, finden Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder über „Tools -> Download“ die Download-Links zum Microsoft Media Creation Tool für Windows 10 und 8.1. Darüber können Sie sich eine ISO-Datei herunterladen. Diese muss zu dem System passen, das Sie neu installieren oder upgraden wollen. Nur dann klappt das kostenlose Upgrade, das Microsoft bis Ende Juli 2016 anbietet. Wenn Sie bisher etwa Windows 7 Home Premium oder Windows 8.1 verwendet haben, laden Sie Windows 10 Home herunter. Besitzer von Windows 7 Professional, Windows 7 Ultimate oder Windows 8.1 Pro holen sich Windows 10 Pro. Sie können die ISO-Dateien einfach mit 7-Zip entpacken. Als Zielordner geben Sie etwa „C:\Windows-Setup“ an. Ist der Pfad zu lang, scheitert später die Bearbeitung der Dateien. Alternativ gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Vorbereitungen“. Hier wählen Sie das DVD-Laufwerk oder eine ISO-Datei aus und klicken auf „Dateien kopieren“. Die Dateien finden Sie danach im Verzeichnis „pcwWinRebuilder\FILES“.

Startmenü von Windows 10 - Zugriff beschleunigen

WIM/ESD-Datei umwandeln: Je nachdem, welche Installationsquelle Sie verwenden, ist die Datei mit dem Installationsabbild anders komprimiert beziehungsweise ist unter dem Namen Install.esd im Ordner „Sources“ zu finden. Mit dem Tool ESD Fileconverter prüfen Sie den Inhalt und konvertieren die WIM-oder ESD-Datei bei Bedarf in ein Format, das sich für die Weiterverarbeitung eignet. Starten Sie das Tool über PC-WELT-Windows-Rebuilder . Gehen Sie auf „Tools“, die Registerkarte „ESD-Datei konvertieren“ und klicken Sie auf „ESDFileConverter starten. Klicken Sie auf die Schaltfläche „...“, und wählen Sie die Datei Install.wim oder Install.esd unter „C:\Win10\Src\Sources\“ aus. Klicken Sie auf „Infos zur WIM-Datei anzeigen“. Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie den entscheidenden Wert hinter „Compression:“ sehen. Steht hier „LZX“ müssen Sie nichts ändern. Wird jedoch „LZMS“ angezeigt, ist eine Neukomprimierung erforderlich. Die Konvertierung ist außerdem erforderlich, wenn hinter „Image Count:“ etwas anderes als „1“ steht. Dann sind mehrere Abbilder in der WIM/ESD-Datei enthalten, die Ihnen unter „Available Images:“ angezeigt werden. Merken Sie sich den Index-Wert für die Windows-10-Edition, die Sie installieren wollen. Beispielsweise „1“ für „Windows 10 Home“. Schließen Sie das Info-Fenster, wählen Sie hinter „Index:“ die gewünschte Index-Nummer aus, und klicken Sie auf „Konvertieren“. Nach Abschluss des Vorgangs öffnet sich automatisch der Windows-Explorer und zeigt Ihnen den Ordner mit der neuen Install.wim an. Löschen Sie die Install.wim oder Install.esd im Ordner „C:\Win10\Src\Sources\“ und kopieren Sie die neue WIM-Datei hinein.

3. Windows-Setup-Dateien in Ntlite einbinden

Auf dem Windows-Installations-Medium sind nur zwei Dateien aus dem Verzeichnis „Sources“ relevant. Boot.wim enthält das Mini-Windows-System, das Sie nach dem Start des PCs vom Bootmedium begrüßt. Neben dem Setup-Programm sind darin auch die nötigen Treiber für Festplatte und Netzwerkadapter enthalten. Sollte ein zusätzlicher Treiber etwa für den SATA-Adapter auf der Hauptplatine notwendig sein, müssen Sie diesen in die Boot.Wim integrieren. Die Datei Install.wim beherbergt das eigentliche Windows-System, das vom Setup-Programm auf die Festplatte extrahiert wird. Die Anpassung der Windows-Konfiguration für Ihren PC erfolgt dann ab dem ersten Neustart des installierten Systems. In die Install.wim müssen Sie die gleichen Treiber integrieren wie in die Datei Boot.wim. Zusätzlich bauen Sie hier Windows-Updates ein und nehmen individuelle Anpassungen vor.

Wenn Windows-Setup das Installationslaufwerk erkennt, benötigen Sie keinen zusätzlichen Treiber. Andernfalls binden Sie zusätzliche Treiber über „Treiber laden“ ein.
Vergrößern Wenn Windows-Setup das Installationslaufwerk erkennt, benötigen Sie keinen zusätzlichen Treiber. Andernfalls binden Sie zusätzliche Treiber über „Treiber laden“ ein.

In Ntlite klicken Sie auf „Hinzufügen“ und wählen den Ordner mit den Windows-Installationsdateien (-> Punkt 2). Unter „Image Vorgeschichte“ sehen Sie dann Einträge wie „Windows 10 Pro“, und unter „Boot/Setup“ tauchen „1. Microsoft Windows PE (x64)“ und „2. Microsoft Windows Setup (x64)“ auf.

4. Treiber und Updates in die Image-Dateien integrieren

Sie können nur Treiber in die Image-Dateien Boot.wim und Install.wim einbauen, die mit Inf- und Sys-Dateien geliefert werden. Setup-Pakete aus nur einer Exe-Datei eignen sich nicht. Bei passenden Treibern finden Sie auf der Download-Seite des Hardware-Herstellers in der Regel den Zusatz „Preinstall driver“.

Treiber prüfen und herunterladen: Die Integration dieser Treiber ist aber nur nötig, wenn Windows den SATA-Adapter nicht über einen universellen Treiber ansprechen kann. Ob das der Fall ist, können Sie einfach ausprobieren. Verwenden Sie ein Setup-Medium ohne weitere Anpassungen, und booten Sie den PC davon. Wenn Windows 10 während des Setups kein Ziellaufwerk findet, dann fehlt der erforderliche SATA-Treiber. Suchen Sie den „Preinstall driver“ auf der Download-Seite des Mainboard- oder Adapterherstellers, und entpacken Sie die Dateien auf einen USB-Stick. Booten Sie das Installationssystem erneut. Klicken Sie im Fenster „Wo möchten Sie Windows installieren?“ auf „Treiber laden“ und dann auf „Durchsuchen“. Wählen Sie den Speicherort der Treiberdateien, und klicken Sie auf „OK“. Folgen Sie den weiteren Anweisungen des Setup-Assistenten. Wenn danach die Festplatte als Installationsziel zur Verfügung steht, haben Sie den richtigen Treiber gefunden.

Wählen Sie über „Hinzufügen“ den Ordner aus, in dem sich die Update-Dateien befinden. In der Regel sortiert das Tool die Updates in der richtigen Reihenfolge.
Vergrößern Wählen Sie über „Hinzufügen“ den Ordner aus, in dem sich die Update-Dateien befinden. In der Regel sortiert das Tool die Updates in der richtigen Reihenfolge.

Treiber einbauen: Ist ein zusätzlicher Treiber für den Festplattenadapter nötig, klicken Sie in Ntlite unter „Boot/Setup“ auf „2. Microsoft Windows Setup (x64)“ und dann auf „Laden“. In der Navigation auf der linken Seite des Fensters gehen Sie auf „Treiber“ und klicken auf die Schaltfläche „Hinzufügen“. Wählen Sie den Ordner aus, in dem die Treiberdateien liegen, und klicken Sie auf „Ordner hinzufügen“. Gehen Sie auf „Anwenden“, und klicken Sie auf „Start“. Bestätigen Sie in beiden Meldungsfenstern mit „Ja“.

Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist, und gehen Sie auf „Quelle“. Wählen Sie unter „Betriebssysteme“ den Eintrag für die Install. Wim, und klicken Sie auf „Laden“. Da die Install. Wim von Windows 10 auf eine Weise komprimiert ist, die sich nicht für die Bearbeitung eignet, erscheint das Fenster „Konvertieren“. Bestätigen Sie mit „Ja“, um die Konvertierung durchzuführen. Dieser Vorgang dauert eine längere Zeit. Danach geben Sie über „Treiber“ und „Hinzufügen“ den gleichen Treiberordner an wie bei der Boot.Wim.

Ähnlich verfahren Sie mit den Windows-Updates. Gehen Sie auf „Aktualisierungen“, klicken Sie auf den Pfeil unter „Hinzufügen“ und auf „Ordner und Unterordner gefundener Pakete“. Wählen Sie den Ordner aus, in den Sie die Updates heruntergeladen haben (-> Punkt 1). Ntlite sortiert die Updates in der Regel automatisch nach Datum in der richtigen Reihenfolge. Mit den Informationen aus dem Kasten „Windows 10: Infos über Updates und Insider-Builds“ sollten Sie jedoch prüfen, ob eventuell ein vorausgesetztes Update fehlt.

Gehen Sie danach noch nicht auf „Anwenden“, sondern konfigurieren Sie weitere Anpassungen und Tools, wie in -> Punkt 5 und -> Punkt 6 beschrieben.

Die besten Insider-Tricks für Windows 10

5. Windows-Konfiguration individuell anpassen

Ntlite zeigt unter „Komponenten“ eine Liste mit Windows-Bestandteilen, die Sie aus der Install. wim entfernen können. In der kostenlosen Version sind die meisten jedoch blau markiert und lassen sich nicht abwählen. Sie sollten ohnehin sehr vorsichtig mit dieser Funktion sein, denn die entfernten Komponenten lassen sich später nicht nachinstallieren. Doch manchmal sind die Komponenten für wichtige Windows-Funktionen erforderlich, was sich aber nur durch Ausprobieren ermitteln lässt.

In der Rubrik „Unbeaufsichtigt“ geben Sie alle Informationen an, die das Setup sonst abfragt. Die Benutzereingaben während der Installation lassen sich so auf ein Minimum reduzieren.
Vergrößern In der Rubrik „Unbeaufsichtigt“ geben Sie alle Informationen an, die das Setup sonst abfragt. Die Benutzereingaben während der Installation lassen sich so auf ein Minimum reduzieren.

Unter „Funktionen“ finden Sie eine Liste mit einigen „Windows Features“, die Sie teilweise aktivieren oder deaktivieren können. Interessanter sind die Einstellungen unter „Optimierungen“ auf der Registerkarte „Benutzer“. Hier lassen sich vor allem die Einstellungen für den Windows-Explorer beeinflussen. Setzen Sie beispielsweise „Ansicht - Erweiterungen bei bekannten Dateitypen anzeigen“ mit zwei Doppelklicks auf „Aktiviert“. Die Ansichtsoption ist dann im Windows-Explorer direkt nach der Windows-Installation aktiv.

Automatisches Setup: Im Bereich „Unbeaufsichtigt“ finden Sie die Optionen für die automatische Windows-Installation. Klicken Sie links oben auf „aktivieren“, wenn Sie die Funktion nutzen möchten. Klicken Sie auf „Ein lokales Konto hinzufügen“, tragen Sie die gewünschten Anmeldedaten ein, und bestätigen Sie mit „OK“. Setzen Sie Optionen wie „EULA Seite überspringen“ und „Automatische Anmeldung“. Sie können über „Festplattenpartitionen konfigurieren“ auch schon vorab die Aufteilung der Festplatte festlegen.

6. Zusätzliche Tools in das Setup-Medium integrieren

Bauen Sie einige für Sie wichtige Tools und Programme in die Windows-Installations-DVD ein. Geeignet sind vor allem Open-Source- und Freeware-Programme, die sich ohne Benutzereingriff installieren lassen.

Sie müssen für die automatische Installation aber wissen, welche Parameter für die unterschiedlichen Setup-Programme nötig sind. Eine kleine Sammlung von Beispielen finden Sie über www.pcwelt.de/Id7nnI.

Für das Packprogramm 7-Zip beispielsweise verwenden Sie die Befehlszeile

7z920-x64.msi /q INSTALLDIR=“C:\ Program Files\7-Zip“  

Probieren Sie die Befehlszeilen in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten aus. Manchmal ändern sich die Parameter bei einer neuen Version oder es sind zusätzliche Angaben erforderlich. Bei Problemen suchen Sie im Internet mit den Suchworten „silent install“ oder „unattended“ und den Programmnamen nach weiteren Informationen.

Nach einem Klick auf „Start“ integriert Ntlite die Windows-Updates, Treiber und sonstige Anpassungen in die Image-Datei Install.wim.
Vergrößern Nach einem Klick auf „Start“ integriert Ntlite die Windows-Updates, Treiber und sonstige Anpassungen in die Image-Datei Install.wim.

In Ntlite gehen Sie auf „Post-Setup“ und klicken für jedes Programm auf „Hinzufügen“. Wählen Sie das Setup-Programm aus, also für unser Beispiel „7z920-x64.msi“. Dahinter tragen Sie in der Spalte „Parameter“ die oben genannten Optionen für dieses Setup-Paket ein.

Portable Programme: Eine Alternative zu herkömmlichen Setup-Programmen sind portable Anwendungen. Über Portableapps.com Platform erstellen Sie besonders komfortabel eine eigene Tool- und Programmsammlung. Installieren Sie PortableApps.com Platform in ein beliebiges Verzeichnis. Beim ersten Start sehen Sie ein Fenster, über das Sie die gewünschten Programme auswählen und herunterladen. Das Verzeichnis mit den portablen Apps kopieren Sie in das Verzeichnis mit den Windows-Setup-Dateien oder auf einen USB-Stick. Nach einer Windows-Neuinstallation kopieren Sie es von der Installations- DVD oder dem Stick auf die Festplatte. Portableapps.com Platform enthält auch eine Update-Funktion, die Sie automatisch über neue Programmversionen informiert.

Video: Windows 10 - Versteckte Funktionen

7. Windows Setup-Medium mit Ntlite erstellen

Gehen Sie in Ntlite auf „Anwenden“, und klicken Sie auf „Start“. Das Programm möchte dann Windows-Defender deaktivieren, um die Verarbeitung zu beschleunigen. Klicken Sie auf „Ja“, wenn Sie das wünschen. Windows-Defender wird später automatisch wieder aktiviert. Bestätigen Sie noch einmal mit „Ja“, und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Wenn Sie eine Installations-DVD erstellen möchten, klicken Sie anschließend auf „Quelle“, dann auf das gerade bearbeitete Image unter „Image Vorgeschichte“ und zuletzt auf „ISO erstellen“. Wählen Sie einen Speicherort und einen Dateinamen für die ISO-Datei, klicken Sie auf „Speichern“, tippen Sie einen aussagekräftige Beschriftung ein und bestätigen Sie mit „OK“. Es empfiehlt sich, die ISO-Datei in einer Virtualisierungs-Software wie Virtualbox zu testen.

Gehen Sie links im Menü auf „USB-Stick“, und wählen Sie das USB-Laufwerk für die Installation aus. Der Stick muss neu formatiert werden, damit er bootfähig ist.
Vergrößern Gehen Sie links im Menü auf „USB-Stick“, und wählen Sie das USB-Laufwerk für die Installation aus. Der Stick muss neu formatiert werden, damit er bootfähig ist.

Für einen Setup-Stick wechseln Sie zurück zu PC-WELT Windows-Rebuilder. Wählen Sie unter „Vorbereitungen“ das Verzeichnis aus, in dem die Windows-Installations-Dateien liegen, die Sie mit Ntlite bearbeitet haben. Klicken sie auf „USB-Stick“ und wählen Sie das Laufwerk des Sticks aus. Für die erstmalige Verwendung muss der Stick formatiert werden. Sichern Sie daher alle darauf befindlichen Daten. Setzen Sie ein Häkchen vor „USB-Stick formatieren“ und wählen Sie für Windows 10 die Optionen „Ei.cfg nicht ändern“ und „Fat32“. Klicken Sie auf „Dateien kopieren“.

USB-Sticks mit mehr als 32 GB kann PC-WELT Windows-Rebuilder nicht formatieren. In diesem Fall erstellen Sie mit Ntlite eine ISO-Datei und klicken auf „Rufus starten“. Dieses Tool sollten Sie auch einsetzen, wenn es Bootprobleme bei UEFI-PCs gibt. Detaillierte Infos zu den Optionen und Tipps zu Windows 7 und 8 finden Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder nach einem Klick auf „Hilfe“.

Image-Verwaltung: Das Tool Dism bietet Funktionen, mit denen sich WIM-Dateien mounten sowie Update-Pakete und Treiber einbauen lassen.
Vergrößern Image-Verwaltung: Das Tool Dism bietet Funktionen, mit denen sich WIM-Dateien mounten sowie Update-Pakete und Treiber einbauen lassen.

8. Alternative 1: Mit Bordmitteln Updates und Treiber in die WIM-Datei integrieren

Das wichtigste Windows-Bordmittel, mit dem Sie WIM-Dateien verwalten und bearbeiten können, heißt Dism (Deployment Image Servicing and Management). Es ist zwar standardmäßig installiert, Sie sollten aber immer die aktuellste Version aus dem zum Betriebssystem passenden Windows ADK verwenden (Windows Assessment and Deployment Kit). Klicken Sie in PC-WELT-Windows-Rebuilder auf „Downloads -> Tools Download“ und dann auf „Windows 10 ADK installieren“. Setzen Sie im Installationsassistenten mindestens Häkchen vor „Bereitstellungstools“, „Windows-Vorinstallationsumgebung (Windows PE)“, „Imageerstellungs-und Konfigurationsdesigner (ICD)“ sowie „Windows-Easy-Transfer (USMT)“. Bei einem 64-Bit-System erfolgt die Installation in den Ordner „C:\Program Files (x86)\Windows Kits\10“, bei einem 32-Bit-System in „C:\Program Files\Windows Kits\10“.

Dism ist ein Kommandozeilen-Tool, das Sie mit administrativen Rechten starten müssen. Dazu drücken Sie die Tastenkombination Win-X und klicken im Menü auf „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Starten Sie es mit

"C:\Program Files (x86)\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Deployment Tools\amd64\DISM\dism.exe"

Das Tool gibt dann eine Übersicht der wichtigsten Befehle und Optionen aus. Für weitere Arbeiten mit Dism sollten Sie die erforderlichen Befehle in eine Batch-Datei schreiben. Das sorgt für mehr Komfort, und Tippfehler lassen sich leichter korrigieren. Erstellen Sie eine Text-Datei mit der Endung „.bat“. Verwenden Sie bei Arbeiten mit Textdateien am besten eine leistungsfähigen Editor mit Syntaxhervorhebung wie Notepad++. Speichern Sie die Batch-Datei beispielsweise im Ordner „C:\Win10“ unter dem Namen „Dism.bat“. Bringen Sie in der Datei folgende Befehlszeilen unter:

SET DISM=“C:\Program Files (x86)\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Deployment Tools\amd64\DISM\dism.exe“
%DISM%
pause

Mit der ersten Zeile weisen Sie der Variablen „DISM“ den Pfad zu Dism.exe zu. Sie können dann das Programm über „%DISM%“ aufrufen.

WIM-Dateien lassen sich nicht direkt bearbeiten. Sie müssen den Inhalt zuerst in einen Pfad einhängen („mounten“). Erstellen Sie dafür die Ordner „C:\TempMount\Mount“. Ersetzen Sie in der Batch-Datei „%DISM%“ durch folgende zwei Zeilen:

%DISM% /Mount-Wim /WimFile:”C:\Win10\Src\Sources\Install.wim” /index:1 /Mountdir:”C:\TempMount\Mount”
%DISM% /image:”C:\TempMount\Mount” /Add-Package /Packagepath:”C:\Win10\Updates\Windows10.0-KB3106932-x64.msu”

In das Verzeichnis „C:\Win10\Updates“ kopieren Sie die Updates, die Sie in Punkt 3 heruntergeladen haben. Passen Sie die Angaben hinter „/Packagepath:“ für das Update an, dass Sie integrieren möchten. Wiederholen Sie die zweite Zeile für jedes weitere Update-Paket.

Für einen Treiber verwenden Sie die Zeile

%DISM% /image:”C:\TempMount\Mount” /Add-Driver /Driver:”C:\Win10\Treiber\mydriver.INF”

Passen Sie den Pfad und Namen der Inf-Datei für den Treiber an, den Sie in Punkt 3 heruntergeladen haben.

Wenn Sie einen bestimmten Treiber bereits im Installationssystem benötigen, muss dieser bereits beim Start von der Setup-DVD oder dem Installations-Stick vorhanden sein. Ersetzen Sie in der Batch-Datei einfach Install.wim durch Boot.wim.

Jetzt fehlen noch zwei Zeilen, über die Sie die Änderungen in der WIM-Datei speichern und den Mount-Punkt aufräumen.

%DISM% /Unmount-Wim /Mountdir:”C:\TempMount\Mount” /commit
%DISM% /Cleanup-Wim

Sie starten die Batch-Datei danach mit C:\Win10\Dism.bat und erzeugen dann aus dem Verzeichnis „C:\Win10\Src“ eine neue Installations-DVD – oder Sie kopieren die Dateien auf einen USB-Stick.

Anwendungen einbauen: In der Deployment Workbench konfigurieren Sie über „New Application“ Programme, die sich automatisch installieren lassen.
Vergrößern Anwendungen einbauen: In der Deployment Workbench konfigurieren Sie über „New Application“ Programme, die sich automatisch installieren lassen.

9. Alternative 2: Windows-Abbilder mit der Microsoft Deployment Workbench bearbeiten

​Dism reicht für einfache Anpassungen des Windows-Abbilds aus, für komplexere Aufgaben fehlt jedoch der Komfort. Das Tool Deployment Workbench aus dem Microsoft Deployment Toolkit 2013 bietet mehr Funktionen. Es kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn in einem Unternehmen die Windows-Installation inklusive Anwendungen für die einzelnen Arbeitsplätze vorbereitet und verteilt werden soll. Aber es leistet auch für private Nutzer gute Dienste. Der Nachteil ist die komplizierte Konfiguration im Tool, die Sie aber nur einmal vornehmen und später nur noch ab und zu anpassen müssen.

Wenn noch nicht geschehen, installieren Sie zuerst das Windows 10 ADK (Punkt 8). Laden Sie das Microsoft Deployment Toolkit 2013 herunter , und installieren Sie es. Starten Sie dann das Programm Deployment Workbench.

Schritt 1: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Deployment Shares“, und wählen Sie im Menü „New Deployment Share“. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Dabei geben Sie ein Verzeichnis an, über das die Windows-Installation erfolgen soll. Vorgabe ist „C:\DeploymentShare“. Den Freigabenamen („Share name“) ändern Sie von „DeploymentShare$“ auf „DeploymentShare“.

Schritt 2: Klappen Sie den Baum unter „MDT Deployment Share“ auf, und wählen Sie im Kontextmenü von „Operating System“ den Eintrag „Import Operating System“. Bei „OS Type“ belassen Sie die Option „Full set of Source files“. Unter „Source directory“ geben Sie den Pfad an, in dem die Windows-Installationsdateien liegen, beispielsweise „C:\Win10\Src“.

Schritt 3: Über die Kontextmenüs von „Packages“ und „Out-of-Box Drivers“ lassen sich Windows Update-Pakete und Treiber hinzufügen. Sie geben dabei jeweils die Verzeichnisse an, in denen die Update-Dateien beziehungsweise Treiberdateien liegen. Es empfiehlt sich, hier über „New Folder“ Ordner zu erstellen und die Pakete darin zu organisieren. Dadurch ist es später möglich, gezielt Ordner für unterschiedliche PCs auszuwählen.

Windows aktualisieren: Die Vorlage „Standard Client Upgrade Task Sequence“ konfiguriert die Deployment-Freigabe für das Upgrade von PCs über das Netzwerk.
Vergrößern Windows aktualisieren: Die Vorlage „Standard Client Upgrade Task Sequence“ konfiguriert die Deployment-Freigabe für das Upgrade von PCs über das Netzwerk.

Schritt 4: Über den Kontextmenüpunkt „New Task Sequence“ von „Task Sequences“ erstellen Sie die Aufgaben, die bei der Systeminstallation durchgeführt werden. Vergeben Sie im Assistenten eine eindeutige „Task sequence ID“ und einen aussagekräftige Bezeichnung, beispielsweise „Installation Windows 10 Home x64“. Bei „Select Template“ wählen Sie „Standard Client Task Sequence“ und danach das System, das Sie in Schritt 2 angelegt haben. Einen Produktschlüssel geben Sie nicht ein, aber Sie legen ein Passwort für den Administrator fest.

Schritt 5: Über „Applications -> New Application“ binden Sie Programme in das System ein. Belassen Sie die Option „Application with source file“ und füllen Sie auf den weiteren Seiten die erforderlichen Felder aus. Diese sind mit einem roten Ausrufungszeichen gekennzeichnet. Unter „Source directory“ geben Sie den Pfad an, in dem ein Installationspaket liegt, und bei „Command line“ tippen Sie die Befehle für die unbeaufsichtigte Installation ein. Beispielsweise für 7-Zip verwenden Sie die Zeile

msiexec.exe /i „7z920-x64.msi“ /qn /norestart

Die passenden Parameter sind bei jeder Anwendung unterschiedlich. Über eine Recherche im Internet mit Suchbegriffen wie „Programmname silent install“ oder „unattend“ finden Sie die richtigen Optionen heraus. Nach diesem Prinzip lassen sich beliebige Programme und auch Treiber installieren. Sollten mehrere Aktionen erforderlich sein, hilft eine Batch-Datei weiter. Die „Command line“ dafür folgt dem Muster

cmd.exe /c MeinBatch.cmd

Schritt 6: Wählen Sie im Kontextmenü von „Advanced Configuration -> Media“ den Eintrag „New Media“. Unter „Media path“ geben Sie einen Ordner an, in dem Sie die angepassten Windows-Installationsdateien speichern wollen, beispielsweise „C:\MDT-Media“. Bei „Selection profile“ belassen Sie die Einstellung „Everything“. Diese berücksichtigt alle bisher angelegten Konfigurationen. Bei Bedarf können Sie später über den Kontextmenüpunkt „New Selection Profile“ von „Advanced Configuration -> Selection Profiles“ neue Profile erstellen und darin nicht benötigte Ordner abwählen.

Schritt 7: Klicken Sie „MDT Deployment Share“ mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie „Update Deployment Share“. Übernehmen Sie im Assistenten alle Standardeinstellungen. Gehen Sie auf „Advanced Configuration -> Media“, klicken Sie das in Schritt 6 erstellte Medium „Media001“ an, und klicken Sie im rechten Bereich des Fensters auf „Update Media Content“. Als Ergebnis erhalten Sie das ISO einer Windows-Installations-DVD mit Updates, Treibern und Anwendungen im Ordner „C:\MDT-Media“.

10. Fein-Tuning für die Microsoft Deployment Workbench

Die Windows Neu-Installation von der in Punkt 9 erstellen DVD unterscheidet sich von der Ihnen bisher bekannten Installation. Der Installationsassistent des Deployment Toolkits („Windows Deployment Wizard“) fragt einige zusätzliche Informationen ab. Sie wählen beispielsweise, welche Anwendungen Sie installieren möchten, und Sie legen den Computernamen und das Admin-Passwort fest.

Die Eingaben im Assistenten lassen sich bei Bedarf komplett automatisieren. Wählen Sie dazu „Eigenschaften“ im Kontextmenü des in Punkt 9, Schritt 6 erstellten Mediums, und gehen Sie auf die Registerkarte „Rules“. In den Abschnitt „[Default]“ fügen Sie Variablen wie „UserLocale=de-de“ „UILanguage=de-de“ und „KeyboardLocale=de-de;0407:00000407“ ein. Diese Informationen fragt der Windows Deployment Wizard dann nicht mehr ab. Hier finden Sie eine Übersicht mit allen möglichen Variablen und Beispielen .

Upgrade statt Neuinstallation: Mithilfe der Deployment Workbench können Sie auch ein Upgrade etwa für Windows-7-oder -8-PCs erstellen. Ein Upgrade von Windows 10 auf einen neuen Windows-10-Build ist ebenfalls möglich (Inplace-Upgrade). Erstellen Sie dazu wie in Punkt 6 beschrieben einen neuen Deployment Share, wählen Sie bei Schritt 4 unter „Select Template“ diesmal aber den Eintrag „Standard Client Upgrade Task Sequence“. Die Einträge etwa unter „Applications“ oder „Packages“ können Sie über das Kontextmenü kopieren und in den neuen Deployment Share einfügen. Ein Medium müssen Sie nicht erstellen, weil das Upgrade vom laufenden System aus über die Netzwerkfreigabe erfolgen kann.

Sie müssen vorher noch den Zugriff auf die Netzwerkfreigabe erlauben. Klicken Sie für unser Beispiel den Ordner „C:\DeploymentShare“ mit der rechten Maustaste an, wählen Sie „Eigenschaften“, gehen Sie auf die Registerkarte „Freigabe“, und klicken Sie auf „Erweiterte Freigabe“. Fügen Sie nach einem Klick auf „Berechtigungen“ und „Hinzufügen“ einen Benutzer hinzu, der zur Gruppe „Administratoren“ gehört, und gewähren Sie ihm „Vollzugriff“. Öffnen Sie den Ordner „C:\DeploymentShare“ per Doppelklick. Klicken Sie auf „Fortsetzen“, um die Benutzerrechte für den Zugriff zu ändern.

Im System, das Sie upgraden wollen, führen Sie in einer Eingabeaufforderung mit Adminrechten folgende drei Befehlszeilen aus:

net use Z: \\Server\Deployment Share
Z:
cscript.exe Scripts\LiteTouch.vbs

Geben Sie dabei die Anmeldeinformationen für den Benutzer ein, den Sie bei der Freigabe konfiguriert haben. Folgen Sie danach den weiteren Anweisungen des Assistenten.

Das System wird nun mit der neuen Windows-Version inklusive Updates und Anwendungen aktualisiert.

Neuinstallation übers Netz: Mit Serva stellen Sie einen TFTP-Server bereit, von dem Sie die Windows-Installationsdateien per PXE laden.
Vergrößern Neuinstallation übers Netz: Mit Serva stellen Sie einen TFTP-Server bereit, von dem Sie die Windows-Installationsdateien per PXE laden.

​11. Installation über das Netzwerk per PXE

Statt über DVD oder USB-Stick lassen sich PCs im Netzwerk auch über PXE (Preboot Execution Environment) neu installieren. Der Vorteil: Sie können Windows-Abbilder auf einem Rechner zentral anbieten und müssen nicht erst umständlich Installationsmedien erstellen.

Für PXE benötigen Sie einen TFTP-Server - zum Beispiel das Programm Serva . Die Non-Supporter-Version ist kostenlos, zeigt aber beim Start für einige Sekunden einen Wartebildschirm, beendet sich nach fünfzig Minuten automatisch und erlaubt maximal sieben Einträge im Bootmenü. Für die private Nutzung ist das jedoch mehr als ausreichend. Bei der Supporter-Version für 27 Euro gibt es keine Einschränkungen.

Sie benötigen ein Verzeichnis, das die Installationsdateien aufnehmen kann, beispielsweise „C:\TFTP“. Starten Sie Serva, und gehen Sie auf die Registerkarte „TFTP“. Setzen Sie ein Häkchen vor „TFTP Server“, und geben Sie unter „TFTP Server root directory“ über „Browse“ das Verzeichnis „C:\TFTP“ an. Auf der Registerkarte „DHCP“ setzen Sie ein Häkchen vor „proxyDHCP“ und „BINL“. Klicken Sie auf „OK“, um die Einstellungen zu übernehmen, und beenden Sie das Programm.

Kopieren Sie den Inhalt einer oder mehrerer Windows-Installations-DVDs jeweils in ein eigenes Verzeichnis unterhalb von „C:\TFTP\WIA_WDS“. Wenn Sie die Deployment Workbench genutzt haben (Punkt 9), müssen Sie den Inhalt des Ordners unter „Operating Systems“ aus dem „Media path“ verwenden (Punkt 9, Schritt 6). Sonst erkennt Serva hier kein Betriebssystem. Optimal ist das nicht, aber mit der kostenlosen Version ist nichts anderes möglich.

Wenn Sie die Supporter-Version erworben haben, kopieren Sie stattdessen die Dateien „C:\DeploymentShare\Boot\LiteTouchPE_x64.wim“ und „C:\DeploymentShare2\Boot\x64\Boot\boot.sdi“. Dann startet das System mit dem Windows Deployment Wizard, und Ihnen stehen alle Funktionen zur Verfügung.

Richten Sie über das Kontextmenü „Eigenschaften“ von „C:\TFTP\WIA_WDS“ auf der Registerkarte „Freigabe“ eine Freigabe mit dem Namen „WIA_WDS_SHARE“ ein. Starten Sie Serva neu. Das Programm erkennt die neuen Dateien und richtet automatisch die nötigen Menüeinträge ein. Sie müssen jetzt nur noch einen PC über PXE booten. Dazu stellen Sie die Boot-Reihenfolge im Bios um. Sie sehen dann ein Menü, über das Sie das gewünschte System für die Installation auswählen.

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