Windows Server 8 Preview

Windows Server 8: Neuer Look und Cloud-fähig

Mittwoch den 02.11.2011 um 09:52 Uhr

von Eric Tierling

Mit dem Windows Server 8 zielt Microsoft auf Unternehmenskunden.
Vergrößern Mit dem Windows Server 8 zielt Microsoft auf Unternehmenskunden.
Mit Windows Server 8 will Microsoft Marktanteile auf dem Servermarkt erobern. Das Serverbetriebssystem erhielt zahlreiche neue Funktionen und eine neue Oberfläche.
Microsoft präsentierte „Windows Server 8“ vor einiger Zeit auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz BUILD in Anaheim/Kalifornien. Windows Server 8 wird der Nachfolger von Windows Server 2008 R2. Laut Softwarekonzern soll die vorgestellte Server-Version über 300 neue und/oder ergänzte Funktionen besitzen. Zudem liegt der Fokus bei der für Cloud Computing optimierten Windows-Server-8-Version auf Networking, Storage, Verwaltung und Virtualisierung. Die Kollegen vom TecChannel haben einen ersten Blick auf das Cloud-optimierte Serverbetriebssystem geworfen .

Verbesserte Virtualisierung

Strukturierter Startbildschirm von Windows Server
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Vergrößern Strukturierter Startbildschirm von Windows Server 8
© Microsoft

Besonders die letzte Komponente hat Microsoft durch eine leistungsstärkere Virtualisierungsplattform Hyper-V angepasst. Im Gegensatz zur Vorgängerversion verwaltet Windows Server 8 pro physischen Host 160 logische Prozessoren und maximal 2 TB Arbeitsspeicher. Eine virtuelle Maschine (VM) kann bis zu 32 virtuelle CPUs und 512 GB virtuellen RAM verarbeiten. Eine Steigerung der Performance soll durch eine virtuelle Non-Uniform Memory Architecture (NUMA) innerhalb von Hyper-V-Gästen ermöglicht werden. NUMA ermittelt intelligent die Arbeitsspeicherzugriffe für laufende Serverbetriebssysteminstanzen und Programme.

Microsoft beabsichtigt die Paketierung beizubehalten. Der Hypervisor Hyper-V ist als integriertes Feature in Windows Server 8 sowie als minimalistischen Microsoft Hyper-V Server verfügbar. Neu ist, dass Hyper-V-Hosts einen Standby-Modus besitzen. Dieser eignet sich für Schulungszwecke, da der Virtualisierungsserver mit allen VMs in den Schlafzustand versetzt werden kann. Nachdem der Server mittels Tastendruck reaktiviert wurde, können Sie die Arbeit fortführen.

Des Weiteren verwalten Hyper-V-Gäste mehr Speicher. Möglich wird dies durch zusätzliche virtuelle Fiber-Channel-Hostadapter, die direkt auf die entsprechenden Storage Area Networks (SANs) der virtuellen Maschinen  zugreifen. Außerdem erhöht Windows Server 8 die Größe des zu bearbeiteten Container-Formats. Statt 2 TB beim Virtual-Hard-Disk (VHD)-Format unterstützt das eingesetzte VHDX-Format bis zu 16 TB und erlaubt es Metadaten den Informationen hinzuzufügen. Auch ist es möglich die Konfigurationsdatei einer VM im lokalen Netzwerk freizugeben.


Vereinfachte Server-Umzüge per Windows Server 8

Windows Server 8 stellt einen Assistenten bereit, der alle notwendigen Einstellungen vornimmt. Dies führt zu einer einfachen Inbetriebnahme einer größeren Festplatte und zu einem unkomplizierten Server-Umzug. Die Konfigurationsdateien einer VM werden an einen anderen Speicherort abgelegt. Das Besondere daran ist, dass dies im laufenden Betrieb des entsprechenden Gastes geschieht. Damit die „Live Storage Migration“ klappt, muss der Speicherort freigegeben sein. Somit entfällt eine Failover-Cluster-Infrastruktur, die Shared-Storage mittels iSCSI beinhaltet.

In der neusten Server-Version können Failover-Cluster 63 Knoten besitzen, somit laufen maximal 4.000 Hypervisor-virtuelle Maschinen parallel. Zum Vergleich: Bei Windows Server 2008 R2 waren es lediglich 16 Nodes und bestenfalls 1000 VMs. Bei den Angaben handelt es sich um vorläufige Werte, die in der fertigen Version von Windows Server 8 höher ausfallen können. Außerdem lassen sich VMs in den Failover-Clustern priorisieren. Die Wichtigkeitsstufen hoch, mittel und niedrig geben an, wie schnell die virtuelle Maschine nach der Migration gestartet wird.

Es können mehrere gleichzeitige Live-Migrationen durchgeführt werden. Nach eigenen Angaben seitens Microsoft seien bei Windows Server 8 zwei bis drei parallele Migrationen bei einer Gigabit-Ethernet-Verbindung möglich. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Live-Migrationen an der verfügbaren Bandbreite des Netzwerkes gekoppelt ist.


RemoteFX macht Quest EOP- und Riverbed Steelhead überflüssig

Die VDI (Virtual Desktop Infrastructure) wurde verbessert. Der Betrieb von parallel mehreren virtuellen Desktops Netzwerk- und Storage-Ressourcen ist flüssiger und unterstützt ab sofort neben LAN auch WAN via RemoteFX. Die Technik könnte Quest EOP- und Riverbed Steelhead überflüssig machen. RemoteFX wird sowohl durch verschiedene Bild- und Text-Codecs als auch durch das H.264-Format beschleunigt, zusätzlich werden Touch-Eingaben unterstützt. Hierdurch lassen sich Tablet-PCs, Smartphones und andere Touch-fähigen Geräte als virtuelle Desktops einbinden.

Neu ist außerdem, dass der Server bei RemoteFX für Workstations keine physischen Grafikkarten mehr benötigt. Für VDI-Szenarien genügen implementierte Software-Grafikkarten. Diese berechnen für die jeweilige Arbeitsstation die entsprechende Grafikleistung.

Mittwoch den 02.11.2011 um 09:52 Uhr

von Eric Tierling

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