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Windows Server 2016 TP2: Das sind die Neuerungen

11.06.2015 | 10:05 Uhr |

Windows Server 2016 wird Microsoft zwar erst 2016 veröffentlichen. Doch wir stellen Ihnen die Neuerungen schon heute vor.

Zusammen mit Windows 10 will Microsoft auch Windows Server 2016 zur Verfügung stellen, den Nachfolger von Windows Server 2012 R2. Allerdings wird die neue Server-Version nicht kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn Sie auf Windows Server 2012 R2 setzen. Außerdem wird Windows Server 2016 erst im Laufe des Jahres 2016 erscheinen, also deutlich später als Windows 10. Bereits jetzt stellt Microsoft aber die Remoteserver-Verwaltungstools (RSAT) zur Verfügung, mit denen Sie Server mit Windows Server 2012 R2/2016 von Rechnern aus mit Windows 10 verwalten können.

Windows Server 2016 bietet einige Neuerungen für große Unternehmen, vor allem im Storage-Bereich. Herausragend sind hier die Möglichkeiten Storage Spaces auch über mehrere Server hinweg bereitzustellen.

Außerdem lassen sich Richtlinien für die Bandbreite von physischen und virtuellen Festplatten festlegen. Diese Richtlinien lassen sich teilweise in Windows Server 2012 R2 bereits für einzelne Server und Festplatten festlegen. Ab Windows Server 2016 können Sie diese Einstellungen auch über Richtlinien zentral steuern. Die Richtlinien lassen sich zusammen mit Hyper-V, der Datendeduplizierung, mit Hyper-V-Replika und auf Dateiservern einsetzen

Microsoft integriert in Windows Server 2016 außerdem eine blockbasierte Replikation von ganzen Datenträgern zwischen verschiedenen Servern. Storage Replica lässt sich auch auf Clustern einsetzen, zum Beispiel wenn Clusterknoten in verschiedenen Rechenzentren verteilt sind.

Bessere Virtualisierung mit Windows Server 2016
 
Mit Windows Server 2016 verbessert Microsoft auch Hyper-V weiter. Die Systemdateien von Hyper-V hat Microsoft in das Binärformat (*.vmcx, *.vmrs) konvertiert. Dieses ist wesentlich robuster gegen Ausfälle und unerwünschter Veränderungen.

Die Systemdateien von VMs bekommen in Windows Server 2016 ein neues Format
Vergrößern Die Systemdateien von VMs bekommen in Windows Server 2016 ein neues Format

Linux-Server können in Windows Server 2016 jetzt auch den dynamischen Arbeitsspeicher nutzen. Für Server auf Basis von Windows Server 2012/2012 R2, können Sie in Hyper-V den Arbeitsspeicher im laufenden Betrieb ändern, auch dann wenn der dynamische Arbeitsspeicher für die VM nicht aktiviert ist. In der neuen Version können Sie im laufenden Betrieb virtuelle Netzwerkadapter zu VMs hinzufügen. Der Betrieb der VM wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Erstellen Sie neue VMs mit der Version 6, lassen sich die neuen Production Snapshots nutzen. Die neue Art der Snapshots verwendet den Schattenkopiedienst in Windows-Servern oder den System Buffer auf Linux-Servern zum Erstellen von Snapshots, auch Prüfpunkte genannt. Der Vorteil dabei ist, dass die VM in den Snapshot mit einbezogen wird. Das ermöglicht bessere Snapshots, zum Beispiel für Domänencontroller, Datenbank-Server oder Exchange. Die Einstellungen für die Snapshots lassen sich pro VM festlegen.

In den Einstellungen von VMs lassen sich die neuen Snapshots nutzen
Vergrößern In den Einstellungen von VMs lassen sich die neuen Snapshots nutzen

Die Integrationsdienste für Hyper-V werden in Windows Server 2016 über WSUS verteilt. Eine Aktualisierung über ISO-Dateien ist nicht mehr notwendig. Das beschleunigt und verbessert die Bereitstellung von Updates der Integrationsdienste deutlich.

Administratoren wird außerdem erfreuen, dass Hyper-V jetzt auch Nested Virtualization unterstützt. Das heißt, Sie können Hyper-V jetzt auch auf VMs aktivieren. Das ist besonders sinnvoll, wenn Testumgebungen aufgebaut werden sollen.

Nano-Server-Installation und Docker-Unterstützung

Ebenfalls neu ist die Nano-Installation des Servers. Dabei handelt es sich um eine noch kleinere Version als Core-Server. Nano-Server ermöglichen nur eine netzwerkbasierte Verwaltung und sind vor allem für kleine Serverdienste geeignet. Dazu kommt die Docker-Unterstützung von Windows Server 2016. Docker stellt Container für virtuelle Anwendungen zur Verfügung, die deutlich weniger Ressourcen benötigen als virtuelle Server. Unternehmen können in Windows Server 2016 auch Benutzerkonten in ADFS authentifizieren, die nicht aus einem Active Directory kommen. Auch hier zeigt sich der Cloud-Ansatz des neuen Betriebssystems und dessen Öffnung zu anderen Diensten.

Der neue Nano-Server lässt sich bereits jetzt eingeschränkt nutzen und testen
Vergrößern Der neue Nano-Server lässt sich bereits jetzt eingeschränkt nutzen und testen

Zentrale Kontrolle über das Netzwerk in der Cloud, der virtuellen Umgebung und im Rechenzentrum
 
Mit dem Network Controller lassen sich mit Windows Server 2016 ganze Netzwerke überwachen und steuern. Auch Hardware-Geräte lassen sich mit Network Controller anbinden. Unternehmen, die mit Hyper-V virtualisieren, können mit dem Network Controller auch virtuelle Switches steuern.

Die neue Serverrolle des Network Controllers wird über den Server-Manager installiert
Vergrößern Die neue Serverrolle des Network Controllers wird über den Server-Manager installiert

Die Verwaltung von Firewallregeln soll ebenfalls durch den Network Controller überwacht werden. Außerdem soll der Dienst auch Netzwerke in Azure überwachen können. Da sich diese Netzwerke und die darin positionierten virtuellen Server auch an lokale Netzwerke anbinden lassen, können Administratoren zentral virtuelle, physische und Cloud-basierte Netzwerke zentral überwachen. Network Controller soll aber diese Netzwerke nicht nur überwachen, sondern aktiv einschreiten können, wenn Teile des Netzwerks ausfallen. Network Controller arbeitet auch eng mit IPAM zusammen, der IP-Adressverwaltung auf Windows-Servern sowie den neuen Versionen der verschiedenen System Center-Produkte.

Die Verwaltung des Network Controllers erfolgt im Server-Manager
Vergrößern Die Verwaltung des Network Controllers erfolgt im Server-Manager

Ebenfalls neu ist der Host Guardian Service. Dieser kann VMs von anderen VMs und vom Virtualisierungshost abschotten, sodass einzelne VMs nicht einen ganzen Server oder andere VMs beeinträchtigen können. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des DHCP-, beziehungsweise Routing-Guards in Windows Server 2012/2012 R2.

Der Host Guardian Service erhöht die Sicherheit und Stabiliät in virtuellen Umgebungen auf Basis von Hyper-V
Vergrößern Der Host Guardian Service erhöht die Sicherheit und Stabiliät in virtuellen Umgebungen auf Basis von Hyper-V

Für die bessere Grundsicherung von Windows-Servern ist in Windows Server 2016 der Bordmittel-Virenschutz Windows Defender standardmäßig aktiv. Der Dienst deaktiviert sich erst, wenn ein anderer Virenschutz installiert wird, genauso wie auf Windows-Clients.

Windows Defender schützt Windows Server 2016 bereits bei der Installation
Vergrößern Windows Defender schützt Windows Server 2016 bereits bei der Installation

Hochverfügbarkeit mit Windows Server 2016
 
Sie können Cluster zu Windows Server 2016 aktualisieren, ohne dass Serverdienste beeinträchtigt werden. Dazu haben Sie die Möglichkeit einzelne Clusterknoten zu aktualisieren und diese dabei im Cluster zu belassen. Auf diesem Weg können Sie während der Migration mehrere Windows-Versionen im Cluster betreiben, ohne dass dies zu Problemen führt. Microsoft bezeichnet diese neue Technologie als „Cluster Operating System Rolling Upgrade“.

Für verteilte Cluster gibt es in Windows Server 2016 die Möglichkeit Zeugenserver in Microsoft Azure zu betreiben. Das heißt, georedundante Cluster lassen sich mit Windows Server 2016 und dem neuen Azure Pack ebenfalls mit Bordmitteln umsetzen. Fallen Clusterknoten häufiger aus, verschiebt Windows Server 2016 die Clusterressourcen bei temporären Ausfällen nicht immer hin und her, sondern versetzt unzuverlässige Clusterknoten in einen Isolationsmodus.

Windows Update for Business
 
Auch das Windows-Update erfährt in Windows 10 und Windows Server 2016 einige Neuerungen. Administratoren können über Gruppenrichtlinien festlegen welche Rechner mit den verschiedenen Updates versorgt werden. Ähnlich wie bei den Voraversionen von Windows 10, gibt es auch für Updates so genannten Slow-Rings und Fast-Rings.

Windows Server 2016 und Windows 10 kommen mit einer rund erneuerten Update-Technologie
Vergrößern Windows Server 2016 und Windows 10 kommen mit einer rund erneuerten Update-Technologie

Diese steuern, wie Updates auf den Rechnern verteilt werden. Updates lassen sich auf diesem Weg schneller und effizienter verteilen. Mit den neuen Windows-Versionen sollen außerdem deutlich weniger Neustarts notwendig sein. Administratoren steuern über Richtlinien auch Aktualisierungsfenster für die Installation von Windows-Patches.

Windows-Updates werden außerdem auf Windows-Rechnern und Servern mit Windows Server 2016 zwischen gespeichert und stehen anderen Rechnern zur Verfügung. Diese Peer-to-Peer-Technik kennen Administratoren schon von der Dateiserver-Technologie BitLocker. Natürlich lassen sich diese Funktionen steuern und auch deaktivieren.

Windows 10-Rechner können als Zwischenablage für Patches im Windows-Netzwerk zur Verfügung gestellt werden
Vergrößern Windows 10-Rechner können als Zwischenablage für Patches im Windows-Netzwerk zur Verfügung gestellt werden

Fazit zu Windows Server 2016
 
Windows Server 2016 bringt im Vergleich zu Windows Server 2012 R2 viele interessante Neuerungen. In der praktischen Umsetzung sind derzeit leider nur wenige Neuerungen in der Technical Preview 2 (Build 10074) integriert. Es ist aber zu erwarten, dass Microsoft weitere Updates der Vorabversionen zur Verfügung stellt, mit denen sich mehr Neuerungen in der Praxis testen lassen. Auf der anderen Seite sind auch bereits einige Neuerungen integriert, zum Beispiel die Verbesserungen in Hyper-V sowie die Zusammenarbeit mit der neuen Version des System Centers. Administratoren sollten sich die Vorabversion also durchaus einmal ansehen. Installieren lässt sich Windows Server 2016 TP2 auch problemlos auf VMs mit Hyper-V in Windows 8.1 oder Windows 10.

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