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Windows-Freigaben auch mit Linux nutzen

25.12.2013 | 09:31 Uhr |

Nicht nur Windows kann im Netzwerk auf Freigaben zugreifen und diese zur Verfügung stellen: Mit der Open-Source-Software Samba gelingt es auch mit alternativen Betriebssystemen wie Android, Linux und BSD, solche Geräte als Dateiserver einzusetzen.

1. Samba: Windows-Netzwerk für alle

Samba: Windows-Netzwerk für alle
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Freigaben auf Windows-Rechnern nutzen im Netzwerk Microsofts Netzwerkprotokoll SMB (Server Message Block), auch CIFS genannt (Common Internet File System). Anderen Betriebssysteme wie Android, Linux oder BSD, auf dem beispielsweise NAS4Free basiert, ist es mit dem Projekt „Samba“ möglich, an Windows-Netzwerken teilzunehmen. Samba ist ein inoffizieller Nachbau des Microsoft-Protokolls. Damit können Rechner sowohl auf Windows-Freigaben zugreifen als auch Windows-Rechner auf freigegebene Verzeichnisse unter Linux. Und zwar ganz unabhängig davon, welches Dateisystem auf dem jeweiligen Netzwerk-Client zum Einsatz kommt.
2. Knoppix: Zugriff auf Windows-Freigaben

Knoppix: Zugriff auf Windows-Freigaben
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Das Live-System Knoppix 7.0.5 bringt einen Samba-Client für den Zugriff auf Windows-Freigaben mit. Während es bei Windows genügt, im Windows-Explorer die Netzwerkumgebung zu öffnen, um Freigaben zu sehen, müssen Sie bei Knoppix erst eine Suche starten. Dies erledigt im Anwendungsmenü links unten der Eintrag „Knoppix > Netzlaufwerke suchen/mounten“. Nach einem Suchlauf im Windows-Netzwerk können Sie dann in der präsentierten Liste einen PC und die gewünschte Freigabe auswählen, die dann als eigenes Pseudo-Laufwerk im Dateimanager erscheint. Nützlich ist dies, wenn Knoppix als Rettungs- und Notfallsystem zum Einsatz kommt, um Daten über das Windows-Netzwerk auf einen anderen PC zu kopieren.

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3. Dateiserver mit Linux aufbauen

Dateiserver mit Linux aufbauen
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Alle großen Linux-Distributionen stellen Samba zur Verfügung – oft bereits vorinstalliert oder zum Nachrüsten über das Internet. Anders als bei Windows müssen Sie den Linux-Rechner aber in jedem Fall erst manuell für die Teilnahme am Windows-Netzwerk fit machen. Je nach verwendeter Distribution erfolgt dies direkt über die Samba-Konfigurationsdatei unter „/etc/samba/smb.conf“ oder mit grafischen Werkzeugen. Die Linux-Distribution, die Einsteiger am schnellsten ins Windows-Netzwerk bringt, ist Open Suse . Denn hier ist Samba vorinstalliert und lässt sich über das Konfigurationswerkzeug Yast menügesteuert in Betrieb nehmen. Öffnen Sie dazu über das Anwendungsmenü in der Taskleiste die Option „Anwendungen > System > Administrative Einstellungen (YaST)“. Samba-Server konfigurieren Sie hier über „Netzwerkdienste > Samba-Server“. Legen Sie unter „Identität“ einen „NetBIOS-Hostnamen“ fest, und aktivieren Sie unter „Freigaben“ den Punkt „Benutzern die Freigabe ihrer Verzeichnisse erlauben“.

4. Open Suse: Zugriff für Benutzer erlauben

Open Suse: Zugriff für Benutzer erlauben
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Bevor jemand auf Samba-Freigaben zugreifen darf, müssen Sie noch Samba-Benutzerkonten definieren. Dies gelingt auch bei Open Suse nicht mit dem grafischen Werkzeug Yast, sondern nur in der Kommandozeile, die Sie über das Anwendungsmenü mit „Anwendungen > System > Terminal > Terminal (Konsole) öffnen. Um einem Benutzer die Möglichkeit zu geben, auf Samba-Freigaben zuzugreifen, führen Sie den Befehl

sudo smbpasswd -a <Benutzername>

aus und geben auf Rückfrage das gewünschte Passwort für den zukünftigen Zugriff von Windows aus ein. Hinweis: Diese Benutzer müssen bereits auf dem Linux-System selbst ein Benutzerkonto haben.

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5. Open Suse: Ordner freigeben

Open Suse: Ordner freigeben
Vergrößern Open Suse: Ordner freigeben

Jetzt ist Open Suse bereit, am Windows-Netzwerk teilzunehmen, und erlaubt Anwendern zudem, Verzeichnisse auf eigene Faust freizugeben. Starten Sie dazu den Dateimanager Dolphin über das Schubladen-Symbol in der Taskleiste, und klicken Sie einen Ordner in ihrem Home-Verzeichnis rechts an. Über „Eigenschaften > Freigabe > Mit Samba freigeben“ können Sie dann ähnlich wie unter Windows den Ordner ins Netz stellen. Darunter stellen Sie die Zugriffsrechte für alle jene Benutzer ein, die Sie im Punkt 4 hinzugefügt haben. Alternativ können Sie auch einen Gastzugang ohne Anmeldung erlauben.

6.Windows-Zugriffe beschleunigen

Windows-Zugriffe beschleunigen
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Mit Windows Vista hat Microsoft die Netzwerkkompressionstechnik „Remote Differential Compression“ eingeführt (RDC). In Verbindung mit Samba-Freigaben kann diese Technologie das Netzwerk ausbremsen. Um RDC abzuschalten, gehen Sie in der Systemsteuerung von Windows auf „Programme und Features > Windows-Funktionen/Features aktivieren oder deaktivieren“ (unter Windows Vista „Microsoft-Dienste deaktivieren“) und entfernen das Häkchen vor „Remoteunterschiedskomprimierung“. Nach der Übernahme der Änderungen ist die neue Einstellung ohne Neustart des Systems sofort aktiv.

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