Multimedia

Windows 8: Die Medienzentrale im Überblick

Freitag, 02.11.2012 | 12:09 von Friederike Jubel
Fotostrecke Windows 8 ist seit dem 26. Oktober 2012 erhältlich.
Vielerlei Entertainment-Funktionen, inklusive Musikshop und Videothek verspricht Microsofts neuer Wurf. Wir haben uns die Medienzentrale angeschaut und verraten, wie man sie nutzt.
Windows 8 ist als übergreifende Plattform geplant, die vom Smartphone bis zum PC die verschiedensten Geräteklassen abdecken und mit einander vernetzen soll. Betrachtet man den Datentraffic, entfielen bereits 2011 44 Prozent des Datenvolumens auf Videos, davon immerhin bereits sechs Prozent auf IP-Fernsehen. Microsoft will mit Windows 8 mitmischen und wartet mit verbesserten, aber auch zunehmend kommerzialisierten Multimedia-Funktionen auf. Die Kacheln für den direkten Zugriff auf Musik, Bilder und Videos sind standardmäßig auf der neuen Startseite platziert und kombinieren klassische Player-Eigenschaften mit kommerziellen Shops.

Optimierungen unter der Haube

Im Hintergrund hat sich einiges getan. Microsoft hat das Decoding für Video und Audio so weit möglich von der CPU weg verlagert. Für Videos wird das Decoding zum Teil an die GPU ausgelagert. Audio-Decoding erfolgt nicht mehr in kleinen Paketen, sondern möglichst im Ganzen, wodurch die CPU längere, zusammenhängende Ruhephasen erhält. Das alles senkt den Stromverbrauch und verlängert die Akkulaufzeit mobiler Geräte. Zweites Ziel sind geringere Verzögerungen beim Codieren und Streamen. Der Audio-Mixer wurde ebenfalls überarbeitet. Im Normalfall ist immer nur der Audio-Stream im Vordergrund aktiv. Es dürfen überhaupt nur noch wenige Medien im Hintergrund aktiv laufen. Dazu gehören Audio-Playlisten und Kommunikationsdienste wie Skype, Voice-over-IP und Live-Chat.


Die Multimedia-Ausstattung

Das Windows Media Center, das lange zum Lieferumfang von Windows gehörte, ist mit Windows 8 nur noch als kostenpflichtige Erweiterung zu haben. Damit geht Microsoft einen logischen Schritt weiter, nachdem es schon bei Windows 7 Versionen ohne Media Center gab.

Der Windows Media Player ist in Version 12 enthalten. Er dient wie gehabt als Brenn- und Kopier-Programm für Audiodaten. Das Brennen von Daten und ISO-Images erledigt standardmäßig der Windows-Explorer. Wem diese Bordmittel nicht reichen, kann auf bewährte Extra-Tools zurückgreifen, etwa auf CDBurnerXP oder Imgburn .

Die App „Fotos“ kann verschiedene Bildquellen
zusammenfassen: Welche Quellen das Programm anzeigen soll, lässt
sich in den Einstellungen festlegen.
Vergrößern Die App „Fotos“ kann verschiedene Bildquellen zusammenfassen: Welche Quellen das Programm anzeigen soll, lässt sich in den Einstellungen festlegen.

Dazu kommt nun unter Windows 8 eine Reihe neuer Apps im „Modern UI“-Stil. Diese gelten ohne expliziten Benutzerzugriff zunächst als Standardprogramme, die Windows 8 auch dann abruft, wenn Mediendateien am Desktop geklickt werden. Bei lokalen Medien orientieren sich Apps wie Desktop-Programme an den virtuellen Bibliotheken – genau wie auch schon unter Windows 7.

Die App „Fotos“ verbindet unter einer Oberfläche lokale Bilder-Bibliotheken mit Bildern von Skydrive, Facebook und Flickr – gegebenenfalls auch noch von anderen PCs oder Geräten, deren Daten Sie via Skydrive freigegeben haben.

Die „Musik“-App ist einerseits ein optisch ansprechender, aber funktionsreduzierter Player, andererseits dient die App zugleich die Zugriffsplattform zu Microsofts Musik-Shop. Die Xbox-Live-Kachel bietet sowohl den Zugang zu Microsofts Online-Spieleportal wie zum Spiele-Marktplatz.

Die „Video“-App kombiniert ebenfalls ihre Funktion als Player für lokale AVI-, WMV-, MP4-, Divx-Daten mit Microsofts kommerziellen Video-Shop.

Die App „Video“ dient zwar nebenbei auch als
Player-Software, dominanter ist der Zugang zum kommerziellen
Film-Marktplatz von Microsoft. Bezahlt wird hier wie im
Musik-Marktplatz mit Microsoft-Points.
Vergrößern Die App „Video“ dient zwar nebenbei auch als Player-Software, dominanter ist der Zugang zum kommerziellen Film-Marktplatz von Microsoft. Bezahlt wird hier wie im Musik-Marktplatz mit Microsoft-Points.

Xbox und weitere DLNA-fähige Geräte wie Smart-TVs können direkt vom PC aus mit Daten beschickt werden. Das funktioniert problemlos vom Windows-8-Desktop aus, allerdings nicht über die neuen Modern Apps: Hier erscheint immer die Meldung: „Diese App kann nicht an andere Geräte senden.“


Microsoft-Points als Währung

Das Einkaufen von Musik oder Ausleihen von Videos geht einfach: Sie wählen etwa in der Video-App einen Film aus, sehen sich gegebenenfalls noch die hinterlegte Beschreibung zum Film durch und klicken dann auf „Leihen“ oder „Kaufen“. Daraufhin leitet die App Sie auf eine Seite weiter, die zum einen die gewählte Übertragungsart und Auflösung (HD oder SD) sowie den Preis für diese Option anzeigt. Über den Link „Anzeigeoptionen ändern“ können Sie neben der Auswahl der Auflösung noch angeben, ob Sie den Film streamen oder herunterladen wollen. Für Nutzer mit langsamen Internet-Anbindungen kann letzteres sinnvoller sein.

Die Leihdauer beträgt 24 Stunden ab dem ersten Ansehen oder maximal 14 Tage ab Erwerb. In der Musik-App können Sie sowohl ganze Alben als auch einzelne Titel kaufen. Bei Einzeltiteln können Sie davor jeweils ein paar Sekunden in den Titel reinhören. Die Suche ist in der Leiste versteckt, die über die rechte untere Ecke des Bildschirms erreichbar ist und unter anderem den Link zu den Einstellungen enthält. Die Suche nach einer Band oder einem Songwriter geht sehr schnell. Sobald Sie allerdings anfangen, nach einem speziellen Titel zu suchen, dauert das etwas. Die Bezahlung erfolgt in Microsoft-Points. Derzeit entsprechen 500 Microsoft-Points sechs Euro. Für die Abrechnung ist die Angabe einer Kreditkarte erforderlich. Als Alternative ist die Eingabe eines (Gutschein-) Codes möglich. Abbuchung, Paypal oder ähnliches ist nicht vorgesehen.

Freitag, 02.11.2012 | 12:09 von Friederike Jubel
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