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Windows 8: Windows Store - alle Details

19.10.2012 | 16:23 Uhr |

Der Windows Store ist unter Windows 8 ein integraler Bestandteil. Es gibt nur zwei Kacheln auf dem Startbildschirm, die Sie nicht „Deinstallieren“ können – den „Desktop“ und eben diesen „Store“. Was Sie in diesem Store künftig erwartet, beschreibt dieser Beitrag.

Nachdem bis Mitte des Jahres 2012 nur von Modern Apps im Windows Store die Rede war, hat Microsoft den Store auch für klassische Desktop-Programme geöffnet. Software-Hersteller können im Store kostenlose Produkte, zeitbeschränkte oder funktionsreduzierte Demo-Versionen sowie kostenpflichtige Programme anbieten. Bei Bezahl-Software verlangt Microsoft 30 Prozent Provision, ab einem gewissen Umsatz 20 Prozent. Damit ist Microsoft für die Software-Hersteller günstiger als etwa der Apple Store. Bei Erfolg von Windows 8 kann Microsoft zudem mit einem gigantischen Markt locken. Der Store hat die Adresse , ist aber nur mit Windows 8 und der dort enthaltenen Startkachel bedienbar.
Die Preise für kostenpflichtige Software hat Microsoft von mindestens 1,49 bis maximal 999,99 Dollar nach unten und oben limitiert. Jede im Store bereitgestellte Software muss von Microsoft zertifiziert werden und dabei bestimmte Anforderungen erfüllen. Das ist für Hersteller sicher eine gewisse Hürde, garantiert andererseits dem Endkunden eine Mindestqualität. Dazu gehören nicht nur technische und grafische Kriterien, sondern auch eine Datenschutzrichtlinie sowie ein dosierter Anteil von Werbung, die aber grundsätzlich erlaubt ist. Hinzu kommen noch ethische Richtlinien, insbesondere zu Jugendschutz, die zum Teil aber durchaus Interpretationsspielraum der Entwickler erlauben: Was bedeutet etwa „keine übermäßigen oder unnötigen Obszönitäten“ genau? Weitere Pflichten einer App sind eine Altersfreigabe von „3+“ bis „16+“ (jugendgefährdender Inhalt ab 18 ist nicht erlaubt) und die Bewertungsmöglichkeit durch die Nutzer, um ein Kontrolle durch die Community zu garantieren.


Der Store: Vertrauensbildung und Systemintegration
Die Apps im Windows Store präsentieren sich in ähnlich einfacher, aber farbenfroher 2D-Kacheloptik wie die die Apps auf dem Startbildschirm. Beim Klick auf eine kleine App-Kachel erscheint das Datenblatt im Vollbild – immer mit Screenshot, Beschreibung, Features, Preis, Herausgeber, Altersfreigabe, Downloadgröße, Netzwerkrechte der App und mehr. Die Links „Details und „Rezensionen“ können den Eindruck vervollständigen. “Über „Installieren“ holen Sie sich die App auf das System. Die Informationen des Windows Store unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Stores bei Google und Apple, sind aber insgesamt ein Stück umfangreicher und vertrauensbildender. Wer sich die Zeit nimmt, alle Infos zu lesen, installiert oder kauft garantiert nicht „die Katze im Sack“.
Microsoft nutzt aber über Windows 8 weitere Möglichkeiten, den Online-Store als selbstverständliche Komponente zu integrieren:
·      Bei der Suche (Win-F oder Tippen im Startbildschirm) ist der Store eine der aufgeführten Standardplätze.
·      Nach erfolgreicher Installation neuer Apps aus dem Store erscheint grundsätzlich eine kleine Modern-UI-Meldung am klassischen Desktop.
·      Trifft der Windows-Explorer auf einen nicht registrierten Dateityp, folgt umgehend ein Modern-UI-Dialog, der den Benutzer auffordert, „Im Store nach einer App [zu] suchen“. Das ist gut gemeint, verspricht aber vermutlich zu viel: Die passende Anwendung für irgendwelche exotischen Dateitypen werden Sie im Store weder jetzt noch später finden.
·      Die wahrscheinlich überzeugendste Maßnahme, den Windows-8-Nutzer ganz schnell an den Store zu gewöhnen, läuft aber ganz anders: Microsoft lässt in Windows 8 einfach einige beliebte Komponenten weg, die sich der User dann im Store umgehend wieder holen kann (siehe nächster Punkt).
 
Fehlendes Zubehör zieht in den Store
Windows 8 fehlen unter anderem die kompletten Spiele der Vorgänger. Die finden sich - vorerst - kostenlos im Store: Mit Pinball, Minesweeper, Mahjong, Hearts sind alte Klassiker im Angebot, die aber jetzt allesamt im Modern-UI-Look auftreten und zum Teil deutlich attraktiver ausfallen als die früheren Desktop-Versionen. Unter den bei Redaktionsschluss vorliegenden Spielen sind noch Air Soccer, Cut The Rope und Dark Arcana besonders herauszuheben – allesamt Spiele von anderen Herstellern.
Als Windows-nahes Zubehör bietet Microsoft unter anderem die Modern-App-Variante für den Remotedesktop, die Desktop-App für den Online-Speicher Skydrive oder das objektorientierte Notizbuch One Note MX mit brandneuem Radial-Menü im Modern Style (siehe unten).
 
Suche und Orientierung im Windows Store
Der Store zeigt derzeit 20 Kategorien, beginnend mit dem „Blickpunkt“ für Neuerscheinungen. Über „Spiele“, „Soziales Netzwerk“, „Unterhaltungsmedien“, „Foto“, „Musik und Video“ geht es erst am Ende zu den interessantesten Gruppen „Produktivität“, „Tools“ und „Büro“. Die Kategorien sind leider nicht alphabetisch sortiert, aber mit Fingerwischen oder mit dem Mausrad verschaffen Sie sich schnell einen Überblick. Die meisten Kategorien bieten eine Kachel mit der praktischen Vorsortierung „Top – kostenlos“.
Wenn Sie auf einen Kategorientitel klicken, erscheinen die enthaltenen Apps in bunten Kacheln - und erst mal reichlich unsortiert. Dies lässt sich aber durch Dropdown-Filter ändern und etwa „Nach Bewertung sortieren“. Die Filter sind brauchbar, aber nicht überall logisch: So bietet Ihnen der Store etwa einen ersten Filter „Kostenlos“ an, dessen Ergebnis Sie dann weiter „Nach Preis sortieren“ dürfen. Hier lässt sich noch Manches optimieren, aber die Bedienung und die Reaktionszeit sind insgesamt ausgezeichnet. Die Unterscheidung zwischen klassischem Windows-Programm und WinRT-App ist immer durch den Standardzusatz„Desktop-App“ bei den klassischen Programmen gewährleistet.
Eine eigene Suchfunktion hat der Store nicht, stattdessen verwenden Sie die Windows-Suche mit Win-F, klicken auf „Store“ und geben im Suchfeld den App-Namen oder eine bestimmte Eigenschaft ein. Präzise ist die Suche aber nur dann, wenn Sie den Namen kennen.
 
Installieren und Deinstallieren
Das Installieren erledigt der gleichnamige Standard-Link auf der Beschreibungsseite der App. Sie erhalten nach erfolgreicher Installation eine visuelle und akustische Meldung; die neue App reiht sich dann am Ende des Startbildschirms mit ihrer Kachel ein und kann hier gestartet werden. Um eine App wieder loszuwerden, gehen Sie zum Startbildschirm, klicken die Kachel rechts an und wählen „Deinstallieren“.
Wenn Sie ein Microsoft-Konto verwenden, erhalten Sie im Store nach Rechtsklick und Klick auf „Ihre Apps“ (am oberen Bildschirmrand) jederzeit einen Überblick über alle installierten Apps auf dem aktuellen Gerät und allen weiteren. Die App-Liste lässt sich sogar nach einzelnen Geräten filtern.

Lesen Sie hier alle Details zu allen Windows-8-Versionen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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