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Windows 8: Storage Spaces - Speicherplätze

18.10.2012 | 15:05 Uhr |

Mit den „Storage Spaces“ hält eine Server-Technik Einzug in ein Enduser-Betriebssystem. Mehrere physische Laufwerke lassen sich zu einem logischen Laufwerk zusammenfassen. Wie das geht, wann und wo das nützlich ist, lesen Sie hier.

Die Einführung der „Speicherplätze“ für Home-Desktops ist eine der größeren technischen Neuerungen in Windows 8. Ein „Speicherplatz“ fasst beliebig viele physische Festplatten unter einem virtuellen Laufwerk zusammen. Es handelt sich um einen RAID-ähnlichen Verbund (Redundant Array of Independent Disks) mit vergleichbaren Sicherheitsaspekten, aber größerer Flexibilität: Die Platten dürfen beliebige Kapazität haben und an beliebiger Schnittstelle hängen (USB, SATA, SAS). Das eröffnet eine Reihe interessanter Möglichkeiten. Aber Vorsicht: Ein derartiger Plattenverbund ist nicht abwärtskompatibel und nur unter Windows 8 und Windows 8 Pro ansprechbar.

Erstellen und Nutzen eines „Speicherplatzes“   
Sie finden die neue Funktion in der Systemsteuerung unter dem Punkt „Speicherplätze“. Wenn Sie hier auf „Neuen Pool und Speicherplätze erstellen“ klicken, erhalten Sie alle Laufwerke angezeigt, die theoretisch für einen neuen Space in Betracht kommen. In Frage kommen grundsätzlich nur komplette physische Festplatten – keine USB-Sticks, keine Partitionen, keinesfalls das Systemlaufwerk. Taugliche Festplatten zeigt dann das Fenster „Speicherpool erstellen“ an. Sie markieren einen oder mehrere der angezeigten Datenträger und wählen „Pool erstellen“. Beim Initialisieren eines neuen Pools erhalten die Datenträger eine spezielle Formatierung – dabei gehen alle bisherigen Daten verloren. Nach der Formatierung der Festplatte(n) geht es an die wesentlichen Eigenschaften des „Speicherplatzes“: Name und Laufwerksbuchstabe sind trivial, nicht so die Entscheidung über die Fehlertoleranz („Resilienz“) und die Kapazität („Größe (Maximum)“). Lesen Sie dazu die Abschnitte unten.
Nach dem Zusammenfassen entsteht ein virtuelles Laufwerk mit dem vergebenen Laufwerksbuchstaben und Namen. Erwartungsgemäß erscheint das neue Laufwerk danach im Windows-Explorer, auf der Kommandozeile oder in der Datenträgerverwaltung (devmgmt.msc) und kann normal genutzt werden. Das verantwortliche Dateisystem NTFS gibt die neue Verwaltungsebene aber auch an Nicht-Microsoft-Software weiter: Jede Software kann das neue Laufwerk nutzen.
Während das eine virtuelle Laufwerk entsteht, „verschwinden“ die physikalischen Laufwerke: Auf alle zu einem Verbund gehörigen Datenträger können Sie nicht mehr einzeln zugreifen, sondern nur noch über das virtuelle Laufwerk.
Ein „Speicherplatz“ bestehend aus mehreren USB-Laufwerken ist auch Hot Plugable: Sie erhalten das virtuelle Laufwerk unter Windows 8 angezeigt und können es nutzen, sobald alle zum Pool gehörigen Festplatten angeschlossen sind.
 
Szenarien für Home-„Speicherplätze“
Ein neuer „Speicherplatz“ ist leicht erstellt. Das Verwalten von solchen „Spaces“ erfordert aber durchaus Planung. Im Desktop-Umfeld sind folgende Beispiel-Szenarien plausibel – allesamt für Benutzerdateien wie Filme, Musik, Bilder, Dokumente:
·      Sie möchten automatische Redundanz, also Sicherungskopien aller Daten, ohne dies manuell erledigen zu müssen. Hier wäre ein „Speicherplatz“ aus mindestens zwei Datenträgern etwa an der USB-Schnittstelle geeignet. Beim Einrichten verwenden Sie die Option „Zwei-Wege-Spiegelung“ (siehe unten).
·      Eine Festplatte mit Benutzerdaten wird langsam voll: Sie möchten diese nicht ersetzen, sondern den Platz durch eine weitere Platte erweitern. Die Benutzung im Explorer oder in sonstiger Software soll sich aber dadurch nicht ändern. Hier wäre ein „Speicherplatz“ ohne Resilienz (siehe unten) die Lösung. Allerdings müssen die Daten der bislang genutzten Platte vor der „Speicherplatz“-Erstellung auf eine neutrale Platte kopiert werden.
 
Die Optionen für „Speicherplätze“
Unabhängig von der tatsächlichen Kapazität des oder der Datenträger: Im Dialog „Speicherplatz erstellen“ können Sie jede beliebige Größe für den Space eintragen. Wenn Sie planen, eine jetzt zwei TB große Video-Sammlung langfristig auf mindestens 10 TB auszuweiten, dann tragen Sie diesen Wert ein. Microsoft nennt dies „Ressourcenschonende Bereitstellung“ (Thin Provisioning). Sobald die tatsächlich angeschlossenen Datenträger nicht mehr ausreichen, erweitern Sie den physischen Speicherplatz via Systemsteuerung mit „Laufwerke hinzufügen“ (ein weiteres Laufwerk brauchen Sie dann natürlich auch).
Beim „Resilienztyp“ im Dialog „Speicherplatz erstellen“ gibt es insgesamt vier Optionen:
·      „Einfach (keine Resilienz)“ verzichtet auf Redundanz: Hier geht es einfach um die Erweiterbarkeit eines Datenarchivs um weitere Kapazität.
·      „Zwei-Wege-Spiegelung“ erfordert mindestens zwei Datenträger und sorgt für automatische Redundanz ähnlich RAID 1. Beim Ausfall einer Platte ist jede Datei auf dem zweiten Datenträger verfügbar.
·      „Drei-Wege-Spiegelung“ wird im Desktop-Umfeld die Ausnahme bleiben: Mindestens fünf Platten halten drei Kopien pro Datei vor  - das ist ausfallsicherer als RAID 5.
·      „Parität“ arbeitet auf mindestens drei Platten mit PAR-Dateien. Das sind keine vollständigen Kopien, sondern platzsparende Wiederherstellungsinformationen. Eine der drei Platten darf ausfallen – ohne Datenverlust.

Lesen Sie hier alle Details zu allen Windows-8-Versionen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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