02.11.2009, 15:01

Hermann Apfelböck, Thorsten Eggeling

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Windows 7 als Parallel-Installation

6. Umzug: So nutzen Sie Ihre Programme weiter
Das WAIK (Windows Automated Installation Kit) enthält ein spezielles Migrations-Tool. Das USMT (User State Migration Tool) reaktiviert nach dem Umstieg von 2000, XP oder Vista auf Windows 7 die früheren Programme und Einstellungen im neuen System. Sie installieren also „clean“ auf die Partition, auf der auch das Vorgängersystem liegt. Das ältere System wird dabei nach \Windows.old verschoben – und aus diesem Ordner holt sich die USMT-Komponente Scanstate dann die Informationen, die wiederum Loadstate mit Hardlinks und Registry-Einträgen in Windows 7 einbaut.
Besser mit PC-WELT-Tool: Unser pcwUpgradeWin vereinfacht den Umgang mit Microsofts Profi- und Admin-Tool USMT enorm. Das Tool lädt und installiert das WAIK automatisch (Schritte 1 und 2, sofern das System kein aktuelles WAIK installiert hat) und generiert einen Ordner mit den notwendigen Komponenten (Schritt 3). Am besten wählen Sie als Ziel für den Umzugshelfer einen externen Datenträger wie einen USB-Stick. Nach der Win-7-Installation starten Sie pcwUpgradeWin und wählen „Upgrade durchführen“.
Was Microsoft verschweigt: USMT ist – ohne ein Hilfsprogramm wie pcwUpgradeWin – nicht für den Hausgebrauch geeignet. Schon der korrekte Einsatz der Scanstate- und Loadstate-Schalter kann einen Anwender eine Stunde beschäftigen. So richtig anspruchsvoll wird es aber beim Anpassen der XML-Dateien (Migapp.xml, MigUser.xml). Das lohnt sich nur in größeren Firmennetzen mit homogener Software-Ausstattung. Da muss es aber meist tatsächlich sein: Ohne Anpassen unterstützen die XML-Informationen nur 40 Anwendungen, hauptsächlich Microsoft-Office- und Microsoft-Live-Programme, ferner einige Apple-, IBM- und Google-Produkte. Die Liste finden Sie – sehr gut versteckt – in der Hilfedatei Usmt.chm unter \Windows AIK\Docs\CHMs. Lesen Sie hier die „Supported Applications“, um zu sehen, ob sich der Einsatz des Tools für Ihren speziellen Fall lohnt.
7. Parallel-Installation: Damit sind Sie auf der sicheren Seite
Windows 7 neu zu installieren und daneben noch einige Zeit das alte System zu bewahren, das ist nicht der bequemste Weg, aber der sicherste. Bis die neue Umgebung optimal steht, bleibt immer noch die Option, das frühere System zu starten.
Variante 1: Freie Partition vorhanden. Keine Probleme erwarten Sie, wenn eine Partition mit mindestens 50 GB vorhanden ist, die kein Betriebssystem enthält. In diesem Fall starten Sie das Setup unter der alten Windows-Version, wählen (im dritten Dialog) als Installationsart „Benutzerdefiniert“ und markieren dann in der Datenträgerübersicht die freie Partition.
Variante 2: Ohne freie Partition. In diesem Fall müssen Sie eine bestehende Partition verkleinern, um eine neue freie zu schaffen. Das geht mit Partitionierungs-Software (Paragon Festplatten Manager 10 – Partition Manager), mit der Vista-Datenträgerverwaltung, aber auch allein mit der Setup-DVD von Win 7.
Was Microsoft verschweigt: Das Windows-7-Setup bietet keine Möglichkeit, eine Partition zu zerlegen. Der vielversprechende Link „Laufwerkoptionen (erweitert)“ in der Laufwerksübersicht des Setups eröffnet zwar zusätzliche Optionen, ein Angebot wie „Verkleinern“ fehlt aber. So kommen Sie trotzdem – allein mit der Win-7-DVD – an eine neue Partition:
Schritt 1: Sie legen die Setup-DVD ein und starten den PC. Wird das Booten der DVD nicht angeboten, ändern Sie im Bios die Bootreihenfolge so, dass das DVD-Laufwerk („CDROM“) an oberster Stelle steht. Oder Sie nutzen das Bios-Bootmenü.
Schritt 2: Es startet das Setup unter Windows PE (Preinstallation Environment). Statt zu installieren, wählen Sie zunächst die „Computerreparaturoptionen“ und dort die „Eingabeaufforderung“.
Schritt 3: Am Prompt geben Sie folgende Befehle ein:
diskpartlist volumeselect volume <Zahl>shrink minimum=100000
Die Eingabe der richtigen Volume-Kennziffer, die Sie mit „list volume“ erfahren haben, ist äußerst wichtig. Also bei mehreren Volumes genau hinschauen, ob die Zahl stimmt. Die Zahl nach „minimum“ benennt die Größe der neuen Partition in MB. „100000“ in unserem Beispiel sind also knapp 100 GB.
Schritt 4: Warten Sie die Erfolgsmeldung ab. Mit „exit“ verlassen Sie schließlich Diskpart, und mit „setup“ starten Sie die Installation.
Schritt 5: Nach Auswahl der Installationsart „Benutzerdefiniert“ erhalten Sie die Liste der Datenträger. Markieren Sie den Eintrag „Nicht zugewiesener Speicherplatz“. Dieser Eintrag bezieht sich auf die eben erstellte Partition. Klicken Sie auf „Laufwerkoptionen (erweitert)“ und dann auf „Neu“ und bei der jetzt eingeblendeten Größe auf „Übernehmen“. Danach ist der Eintrag „Formatieren“ aktiv. Nach dem Formatieren ist die Partition benutzbar, und die Installation geht ungehindert ihren Gang.
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