03.04.2012, 09:29

Boris Hofferbert

Windows-Tuning

Windows 7 Performance Toolkit beschleunigt Windows-Start

Mit dem Windows 7 Performance Toolkit von Microsoft machen Sie einem lahmen Windows Beine.

Mit dem Windows 7 Performance Toolkit von Microsoft können Sie den Windows-Start bis ins kleinste Detail analysieren und optimieren. Der Bootvorgang eines Windows-PCs wird damit deutlich beschleunigt, Ihre Wartezeit verkürzt. Wir zeigen, wie es geht!
Bei Windows 7 hat sich Microsoft eine Menge Mühe gegeben, um den Bootvorgang zu beschleunigen. Trotz allem kommt das System mit der Zeit immer langsamer in die Gänge. Das liegt in erster Linie daran, dass auf einem frisch installierten System sehr viel weniger Programme beim PC-Start mitgeladen werden als auf einem komplett eingerichteten Windows. Was genau den Systemstart verlangsamt, lässt sich mit Bordmitteln allerdings nur schwer herausfinden. Mal sind es vom Nutzer installierte Programme, die (oft ungefragt) einzelne Komponenten oder gar das komplette Framework automatisch in den Speicher laden, mal sind es Systemdienste, die im Hintergrund gestartet werden, obwohl sie gar nicht benötigt werden.
Doch damit ist jetzt Schluss: Microsoft bietet mit dem Windows 7 Performance Toolkit ein praktisches Hilfsmittel, um die Bremser aufzuspüren. Das Programm zeichnet ein Bootprotokoll auf, in dem sämtliche Prozesse und ihr Verhalten beim PC-Start detailliert aufgeschlüsselt werden. Mit diesen Daten können Sie den Startvorgang Ihres PCs wieder auf Vordermann bringen. 

Windows 7 Performance Toolkit: Die Installation

Das Windows 7 Performance Toolkit ist Teil des Windows 7-SDKs, welches sich eigentlich an Softwareentwickler richtet. Sie haben zwei Möglichkeiten, es zu installieren.
Entweder laden Sie sich das ISO-Image des SDKs herunter, brennen es mit einem Tool wie ImgBurn auf eine DVD und installieren es manuell. Oder Sie verwenden alternativ den Web-Installer, der nur die nötigen Dateien aus dem Internet herunterlädt. Starten Sie den Installer und deaktivieren Sie im letzten Schritt vor der Installation alle Optionen außer dem Performance Toolkit in der Kategorie „Common Utilities“. Per Klick auf „Next“ startet der Download und die Installation vollautomatisch.
Wiederherstellungspunkt vor der Verwendung des Windows 7 Performance Toolkits anlegen 
Wichtig: Bei einigen PC-Konfigurationen kann es bei der Nutzung des Performance Toolkits mit den unten beschriebenen Optionen dazu kommen, dass der PC-Start mit einem Bluescreen unterbrochen wird. Legen Sie deshalb auf jeden Fall vor der Durchführung einen Wiederherstellungspunkt an, über den Sie bei Bedarf wieder zu einem funktionierenden System zurückkehren können. Geben Sie dazu im Windows 7-Startmenü „Wiederherstellung“ ein und klicken Sie auf „Wiederherstellungspunkt erstellen“. Im Menü „Computerschutz“ klicken Sie auf „Erstellen“ und vergeben einen aussagekräftigen Namen. Sollte Windows später zicken, drücken Sie beim Systemstart die Taste „F8“, wählen „Erweiterte Optionen“ und dann „Computerreparatur“. Klicken Sie nun auf „Systemwiederherstellung“ und wählen im Assistenten den zuvor erstellten Wiederherstellungspunkt aus, um den Bluescreen-Fehler zu beheben.
Systembremsen mit dem Windows 7 Performance Toolkit entlarven
Damit das Windows 7 Performance Toolkit die Bootperformance analysieren kann, müssen Sie zunächst ein entsprechendes Protokoll erstellen. Das funktioniert über das Kommandozeilentool xbootmgr. Geben Sie im Startmenü „cmd“ ein, klicken Sie das Ergebnis mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Als Administrator ausführen. Tippen Sie nun folgenden Befehl in die Kommandozeile ein:
xbootmgr -trace boot -traceFlags base+power+cswitch -numRuns 1 -resultPath C:\TEMP
Nach einer Rückmeldung startet Windows 7 neu und erstellt dabei ein ausführliches Protokoll des Bootvorgangs. Warten Sie nach dem Hochfahren unbedingt, bis das Meldungsfenster des Performance Toolkits verschwindet, damit die Messwerte nicht verfälscht werden. Navigieren Sie nun zum Ordner „C:\Temp“ (diesen können Sie natürlich ändern, indem Sie den Kommandozeilenbefehl anpassen). Hier finden Sie eine Datei namens „boot_BASE+CSWITCH+POWER_1.etl“, die Sie per Doppelklick mit dem Windows Performance Analyzer öffnen können. Dieses zeigt Ihnen anhand einer Zeitliste detailliert, was beim Windows-Start auf Ihrem PC passiert.
Über das Menü auf der linken Seite können Sie die relevanten Informationen einblenden, wobei besonders die Daten interessant sind, die die Prozesse behandeln. „CPU Usage by process“ zeigt beispielsweise, welche Programme den Prozessor während des Startvorgangs auslasten. Fällt eine der Linien besonders ins Auge, fahren Sie mit der Maus über den Graphen, um den damit verbundenen Prozess zu identifizieren; alternativ können Sie über das Menü auf der rechten Seite genau festlegen, welche Prozesse das Programm anzeigt.
Neben der CPU ist auch die Festplattenauslastung ein Indiz für Systembremsen. Informationen darüber erhalten Sie unter dem Punkt „Disk Utilization by Process“; auch hier sollten Sie wieder auf größere Ausschläge der Graphen achten. Zu guter Letzt lohnt sich noch ein Blick in den Bereich „Services“. Hier sehen Sie, welche Systemdienste Windows beim Hochfahren startet. Sollten Ihnen hier besonders lange Bootzeiten auffallen, sollten Sie prüfen, ob eine Deaktivierung in Frage kommt.
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