70364

Microsoft beantwortet Fragen zu Windows 7 & Office 2010

29.07.2009 | 09:33 Uhr |

Der Vorstandssprecher des Microsoft Business User Forum befragte den Großkunden-Verantwortlichen von Microsoft zum Streit mit der EU, zur Entwicklung von Windows 7, zu den Web-basierten Angeboten von Microsoft und zu Office 2010.

Thomas Hemmerling-Böhmer, Vorstandssprecher des Microsoft Business User Forum e.V. (Mbuf) interviewte Marcel Schneider, den Grokunden-Verantwortlichen von Microsoft. Dieses gekürzte Interview stammt im Original von unserer Schwesterpublikation computerwoche.de .

HEMMERLING-BÖHMER: Seit Jahren gibt es Streit zwischen der EU und Microsoft wegen der standardmäßigen Integration des Internet Explorer in Windows. Die EU sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung. Microsoft argumentierte dagegen, dass es den IE nicht herauslösen könne, weil es sonst zu Inkompatibilitäten bei der Windows-internen Kommunikation kommen würde. Jetzt Microsoft aus. Wieso geht das jetzt?

SCHNEIDER: Vor dem Hintergrund offener rechtlicher Auseinandersetzungen hat Microsoft entschieden, den Internet Explorer Computerherstellern und Endkunden als Standalone-Produkt zur Verfügung zu stellen, anstatt ihn in Windows 7 zu integrieren. Wir wollen und werden den geplanten weltweiten Launch-Termin einhalten; von daher müssen wir uns an die rechtlichen Realitäten in Europa anpassen. Obgleich es nicht unsere erste Wahl ist, glauben wir, dass unser Vorgehen zielführend ist.

HEMMERLING-BÖHMER: Inwieweit sehen Sie in einem Erfolg oder Misserfolg an der einen wichtigen Schritt für das -Geschäftsmodell von Microsoft?

SCHNEIDER: Im Rahmen unserer Software-plus-Services-Strategie haben wir in den vergangenen letzten Monaten ein Gesamtangebot Internet-basierender Dienste vorgestellt. Das Besondere an diesem Angebot ist, dass der Nutzer freie Wahl hat, wie und von wo aus er auf die Software zugreift - ob sie nun lokal installiert ist, als Internet-Dienst bereitsteht oder als Kombination aus beidem genutzt wird. Fraglos ist der Browser in diesem Umfeld eines der zentralen Hilfsmittel für die Anwender. Und selbstverständlich wünschen wir uns, dass unsere Kunden den Internet-Explorer verwenden, um den größtmöglichen Nutzen aus der Microsoft-Plattform zu ziehen. Von daher ist das Thema Browser für Microsoft tatsächlich sehr wichtig.

HEMMERLING-BÖHMER: Windows 7 soll jetzt schon im Oktober in die Regale kommen. Warum hat Microsoft den Verkaufstermin so weit nach vorn verlegt? Immerhin waren die ursprünglichen Release-Daten weit im Jahr 2010 angesiedelt. Das Weihnachtsgeschäft allein kann es ja wohl nicht sein?

SCHNEIDER: Ein Betriebssystem zu entwickeln ist eine sehr aufwändige Angelegenheit, zumal auch das Testen der Anwendungen und Geräte viel Zeit in Anspruch nimmt. An diesen Themen arbeiten bei der Microsoft circa 8000 Mitarbeiter. Ursprünglich hatten wir die Veröffentlichung für Anfang 2010 geplant, also genau drei Jahre nach Windows Vista. Der Termin am 22. Oktober wird jedoch von allen Marktpartnern - seien es nun Hardwarehersteller, Händler oder Kunden - sehr positiv aufgenommen.

HEMMERLING-BÖHMER: Windows 7 ist offensichtlich eine Weiterentwicklung von . Daher gibt es auch einen klaren Migrationspfad von Vista nach Windows 7. Was ist aber mit der großen Installationsbasis von XP? Gerade im industriellen Sektor sind ja nicht sehr viele Firmen auf Vista umgestiegen. Wie wird Microsoft diese Unternehmen unterstützen?

SCHNEIDER: Die Kunden können von Windows XP auf Windows 7 upgraden - allerdings müssten sie dazu einen "Clean Install" vornehmen. Das bedeutet: Sie müssen ihre Daten sichern, Windows 7 installieren, die Programme und Daten wieder aufspielen. Ein Update ist technisch nicht vorgesehen. Technisch möglich ist ein Update von Windows Vista, aber auch hier empfehlen wir eine Neuinstallation. Übrigens bieten wir Hilfestellungen zu allen Migrationsthemen auch unserem " Springboard "-Center für Client-Themen an. Speziell für den Upgrade-Pfad von XP nach Windows 7 offerieren wir Hilfsmittel wie das "Automated Installation Kit" für die Mehrplatzmigration und das kostenlose "Microsoft Deployment Toolkit" für alle Phasen eines Auslieferungsprojekts.

0 Kommentare zu diesem Artikel
70364