Windows 7 Funktion

Virtuelle Festplatten (VHDs) unter Windows 7

Freitag den 31.07.2009 um 11:03 Uhr

von Hermann Apfelböck

Virtuelle Festplatten in der Datenträgerverwaltung: Erstellen, Laden und Entladen von VHD-Images kostet nur einige Mausklicks
Vergrößern Virtuelle Festplatten in der Datenträgerverwaltung: Erstellen, Laden und Entladen von VHD-Images kostet nur einige Mausklicks
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Virtuelle Festplatten im VHD-Format spielten bisher nur für Microsoft's Virtualisierungs-Software eine Rolle. Unter Windows 7 werden virtuelle Harddisks zu einer wichtigen Komponente für Backups, XP-Mode, Boot-Manager und Datenträgerverwaltung. Auch die Home-Varianten von Windows 7 beherrschen immerhin eine Teilmenge im Umgang mit VHD-Images.
Das VHD-Format (Virtual Hard Disks = Virtuelle Festplatten) dient seit langem als Image-Format für Microsoft's Virtualisierungs-Software Virtual PC. Diese Aufgabe erfüllen es auch weiterhin unter Windows 7. So nutzt etwa der XP-Mode eine 3 GB große VHD mit einem Windows XP SP3. Die in Windows 7 Professional, Enterprise und Ultimate nachladbare Virtualisierung ist eine vollwertige, integrierte Virtualisierungs-Software, die auch andere als die vorgegebene VHD mit XP erstellen und nutzen kann.

Unter Windows 7 wird das VHD-Format aber weit über die Virtualisierung durch Systemkomponenten unterstützt.

VHD für Systemabbild : Virtuelle Festplatten im VHD-Format entstehen unter Windows 7 auch bei der Komplettsicherung des Systems ('Systemabbild erstellen'). Das war auch schon unter Windows Vista bei 'Complete PC-Sicherung' der Fall, jedoch war es dort mit Windows-Bordmitteln nur möglich, die Sicherung komplett zurückzuspielen. Ein Laden (Mounten) der VHD, etwa um gezielt bestimmte Daten zu extrahieren, ist dort nicht möglich. Das erfordert die Installation der Software Virtual PC. Unter Windows 7 ist die VHD-Unterstützung in das System integriert.

Virtuelle Festplatten erstellen und laden : Die Datenträgerverwaltung von Windows 7 bietet im Menü 'Aktion' die neuen Punkte 'Virtuelle Festplatte erstellen' und 'Virtuelle Festplatte anfügen'. Anfügen meint das Laden einer bestehenden VHD und ist nach Auswahl der virtuellen Festplatte in Sekunden erledigt: Der Inhalt der VHD wird als neues Laufwerk geladen und erscheint im Explorer. Das Erstellen einer neuen VHD über die Datenträgerverwaltung ist nur bei reinen Daten-Containern sinnvoll - eine boot-fähige oder als virtuelles System nutzbare VHD entsteht nur über die Virtualisierungs-Software.

Das Laden und Entladen von virtuellen Festplatten im VHD-Format lässt sich alternativ auch vollständig über das Kommanozeilen-Tool Diskpart.exe erledigen. Das Programm wurde entsprechend erweitert. Ein Beispiel: Das Kommando

select vdisk file='\\server\Freigabe\backup.vhd'

attach vdisk

bindet die VHD eines Netzwerkservers in das System ein. Ein entsprechender 'Select'-Befehl gefolgt von 'Detach' hängt die virtuelle Festplatte wieder aus. Mit Hilfe von Diskpart ist der Umgang mit VHD-Images vollständig scriptbar.

Virtuelle Festplatten booten : VHD-Images, die der in Windows 7 integrierbaren Virtualisierung erstellt wurden und ein komplettes Betriebssystems enthalten, sind unter Windows 7 auch bootbar (das ist eine wichtige Einschränkung: Mit Virtual PC 2007 erstellte VHDs sind nicht bootfähig!).

Freitag den 31.07.2009 um 11:03 Uhr

von Hermann Apfelböck

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • karlM3 13:21 | 05.10.2011

    Booten von VHDs (nativ)

    Das Booten von VHDs bleibt Enterprise und Ultimate vorbehalten.

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