Windows 7 Funktion

Die Bibliotheken unter Windows 7

Dienstag, 28.07.2009 | 17:47 von Hermann Apfelböck
Mit den Bibliotheken oder 'Libraries' in Windows 7 verabschiedet sich Microsoft von den bisherigen Versuchen, die Benutzerdateien der Anwender zu organisieren. Bibliotheken sind virtuelle Sammelordner, die sich sowohl inhaltlich und projektbezogen als auch technisch und formatbezogen organisieren lassen. Das neue Bibliotheken-Konzept ist umfassender und dabei eindeutig flexibler und praktischer als bisherige Datenhalden wie 'Eigene Dateien'.
Die Bibliotheken:
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Bibliotheken fassen die Inhalte unterschiedlicher Ordner in einem Explorer-Fenster zusammen. Wenn Sie etwa Ihr Musik- oder Text-Archiv auf verschiedene Ordner verteilt haben, können Sie sich alle diese Quellen in einem Explorer-Fenster anzeigen lassen. Der Explorer unter Windows 7 ist ebenso wie andere Systemkomponenten (Indizierung, Heimnetzgruppen, Windfows Media Player) auf diese neuen virtuellen Sammelordner geeicht und zeigt standardmäßig beim Aufruf erst mal diese Bibliotheken an. Bei aktiviertem 'Navigationsbereich' erscheinen die Bibliotheken auch stets in der Navigationsleiste.

Standards ändern: Vorgegeben sind auf einem neu installierten Windows 7 die Bibliotheken 'Musik', 'Bilder', 'Videos', 'Dokumente', was noch stark an die Organisationsform unter Windows Vista erinnert. Diese Standardbibliotheken lassen sich aber leicht erweitern oder ändern. Jeder lokale Ordner bietet nach Rechtsklick die Option 'In Bibliothek aufnehmen' an. Eine komplett neue Bibliothek entsteht durch Rechtsklick auf 'Bibliotheken' im Navigationsbereich und die Option 'Neu'.

Bibliotheken und Windows-Komponenten : Die Bibliotheken sind aber weit mehr als nur virtuelle Ordner, mehr als nur eine Organisationsform oder Navigationshilfe. Windows 7 geht davon aus, dass die Bibliotheken alle wesentlichen Benutzerdateien enthalten und daher im Zentrum des Benutzeralltags stehen. Nicht nur der Explorer, sondern auch weitere Windows-Komponenten sind darauf abgestimmt:

1. Die Ordner und Dateien der Bibliotheken werden automatisch in den Index der Windows Desktop Suche aufgenommen.

2. Bei der Freigabe von Daten innerhalb einer Heimnetzgruppe werden die Medientypen 'Musik', 'Bilder', 'Videos', 'Dokumente' angeboten. Dabei handelt es um die Ordner der gleichnamigen Bibliotheken.

3. Der Windows Media Player nimmt die Ordner der Bibliotheken 'Musik', 'Bilder', 'Videos' standardmäßig in seine eigene Medienbibliothek auf. Diese Integration geht sogar noch weiter: Wer die Bibliotheken im Media Player deaktiviert, deaktiviert diese im ganzen System.

Netzwerkordner in der Bibliothek: Eine oft geäußerte Kritik an den Bibliotheken lautet, sie könnten keine Netzwerkordner aufnehmen. Das ist falsch. Allerdings setzt Windows 7 aus Leistungsgründen voraus, dass Bibliotheken indiziert sein müssen. Wenn der Anwender veranlassen kann, dass die Dateien der Netzwerkfreigabe in den Index aufgenommen werden (also auf dem anderen Windows-PC), kann die Freigabe nach Rechtsklick und 'Eigenschaften, Ordner hinzufügen' wie ein lokaler Ordner in eine Bibliothek eingetragen werden. Die Partner im Netz sollten sich darüber klar sein, dass Suchaktionen in der Bibliothek (über das Suchfeld oben links im Explorer) den Searchindexer auf dem anderen PC benutzt.

Technisches : Windows 7 verzeichnet den Inhalt der Bibliotheken in XML-Dateien mit dem Namen <Bibliothek>. library-ms, also etwa Pictures.library-ms. Diese Dateien liegen im Profilordner unter %userprofile%\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Libraries.

Kritik: Die Bibliotheken bedeuten eine Verbesserung bei der Verwaltung der Benutzerdateien. Sie werden den Windows-Alltag vereinfachen, aber nicht grundlegend verändern. Die Automatismen und Zusammenhänge der Bibliotheken mit

der Windows Desktop Search

der Medienfreigabe im Netz

dem Windows Media Player

sind nicht ausreichend transparent und können daher nicht gewünschte Indizierungsaktivitäten oder unbeabsichtigte Freigaben auslösen.

Ferner dürfte nicht jedem Anwender auf Anhieb klar sein, dass ein Bibliotheksordner in der Navigationsspalte des Explorer tatsächlich den Ordner repräsentiert, das Umbenennen dort also tatsächlich den Ordner umbenennt.

Lesen Sie hier alle Details zu allen Windows-7-Funktionen

Dienstag, 28.07.2009 | 17:47 von Hermann Apfelböck
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