Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows 10: Universal Apps und neuer Windows Store

03.07.2015 | 20:09 Uhr |

Mit Windows 10 passt Microsoft den App Store an und fasst alle App- und Medienangebote zusammen. Mit den Universal Apps wird die App-Entwicklung für PCs und mobile Geräte deutlich vereinfacht.

Windows 10 soll laut Microsoft in verschiedenen Versionen auf so gut wie allen Geräten als Betriebssystem laufen. Egal ob Smartphone, Tablet, Xbox One , Hololens, Notebook oder Desktop-Rechner – der Kern des Betriebssystems soll identisch sein und damit die sogenannten Universal Apps ermöglichen. Auf dem Mobile World Congress Ende Februar hat Microsoft weitere Details dazu verraten. Für Microsoft sind die Universal Apps ein Teil der Strategie „One Windows“, die auch Cloud-Dienste, Benutzeroberflächen und Eingabefunktionen enthält.

Vereinfachte App-Entwicklung für viele Plattformen

Mit Windows 10 entsteht ein einheitlicher Betriebssystem-Kern, der es Software-Entwicklern erlaubt, Apps zu schreiben, die eine einheitliche Benutzeroberfläche und gleiche Funktionen besitzen. Die Entwickler müssen also nicht mehr für Windows und Windows Phone unterschiedliche Apps programmieren. Über spezielle Erweiterungs-Kits werden je nach Gerät die dafür benötigten Features hinzugefügt. Das bedeutet, dass die App im Kern auf allen Geräten gleich ist, doch Bereiche wie die Größe der Benutzeroberfläche oder die Nutzung von vorhandenen Eingabemöglichkeiten sich an das jeweilige Gerät anpassen. Die Konsumenten wiederum haben den Vorteil, eine App inklusive der In-App-Käufe nur einmal kaufen zu können. Es steht den App-Entwicklern frei, in den Stores etwa eine Smartphone- und eine Desktop-App getrennt zu verkaufen.

Windows 10: Details zu allen Funktionen

Laut einem Blogbeitrag des Microsoft-Managers Kevin Gallo wird Windows 10 in Echtzeit erkennen, wie ein Nutzer eine App bedienen kann und wird diese dann entsprechend optimieren. Dieses Feature nennt Microsoft Adaptive UX. Ein Gerät mit Touchscreen wird dann größere Schaltflächen anzeigen, während ein Desktop-PCs mit Maus-Bedienung normale Schaltflächen anzeigt, die angeklickt werden können.

Ziel von Microsoft ist es unter dem Namen Universal App Platform in Windows 10 eine einheitliche Entwicklungsplattform für Apps zu schaffen, die auf allen von Windows 10 unterstützten Gerätetypen lauffähig sind.
Vergrößern Ziel von Microsoft ist es unter dem Namen Universal App Platform in Windows 10 eine einheitliche Entwicklungsplattform für Apps zu schaffen, die auf allen von Windows 10 unterstützten Gerätetypen lauffähig sind.

Die Funktionsfähigkeit von einheitlichen Apps auf unterschiedlichen Gerätetypen erfordert  von den Entwicklern eine Anpassung an unterschiedliche Plattformen mit unterschiedlichen Funktionen und auch an die jeweiligen Bedienmöglichkeiten. Neben Maus und Tastatur müssen auch Touchdisplays mit Gestensteuerungunterstützt werden. Außerdem erfordern die unterschiedlichen Bildschirmgrößen und Auflösungen von Smartphones, Tablets, Notebooks und Desktop-PCs die maßgeschneiderte Bedienung von plattformspezifischen Funktionen und bei der Benutzeroberfläche.

Microsoft versucht den Weg zu solchen Geräte-übergreifenden Apps für Entwickler so einfach wie möglich zu machen – immer mit dem Ziel, dass sie ihre Apps auf möglichst vielen Gerätetypen mit Windows 10 als Betriebssystem zur Verfügung stellen.

Video: Windows 10 Release Date bekannt

Microsoft will übrigens auch natürliche Bedienmöglichkeiten integrieren, wie sie Apple und Google bei Mac OS X und Android schon lange bieten. Beispiele sind die Sprachsteuerung über Cortana, Gesten und die Erfassung von Befehlen mithilfe einer Kamera, die etwa die Blickrichtung des Nutzers auswerten. Die Universal Apps können über ein spezielles Paket auch zu Web-Apps werden, die dann die neue Engine des Spartan-Browsers nutzen.

 
Ein neuer App-Store in Windows 10

Windows 10 wird nicht nur die Anwendungen auf die gemeinsame Basis Universal Apps stellen, die damit einhergehende Vereinheitlichung wird auch den Windows Store betreffen. In der zum Redaktionsschluss vorliegenden Technical Preview von Windows 10 gibt es zwei Stores – den von Windows 8 bekannten mit dem grünen Icon und den neuen Store (Beta) mit seinem grauen Icon. Gleich, ob man eine App für den Desktop-PCs, das Notebook, das Tablet oder das Smartphone sucht, man wird sie im letztgenannten Store finden können.

Noch ist der neue Windows Store nicht vollständig. Es finden sich zwar bereits einige Universal Apps, aber noch keine Desktop-Anwendungen und auch noch keine anderen Inhalte.
Vergrößern Noch ist der neue Windows Store nicht vollständig. Es finden sich zwar bereits einige Universal Apps, aber noch keine Desktop-Anwendungen und auch noch keine anderen Inhalte.

Ein Blogbeitrag von Oliver Niehus, Principal Application Development Manager bei Mic-rosoft, kündigte bereits im Oktober letzten Jahres mehrere bahnbrechende Veränderungen an. „Der Windows Store wird auch mehr als nur Modern-Apps unterstützen. Desktop-Apps und auch andere Arten digitaler Inhalte werden hinzugefügt. Wir werden viele verschiedene Möglichkeiten anbieten, für Apps zu bezahlen. Und wir werden einen Store für Organisationen innerhalb des Windows Store anbieten, in dem diese ihre eigenen kuratierten Listen öffentlicher Apps und auch branchenspezifischer Apps, die ihre Angestellten brauchen, einstellen können“.

Inwieweit die von Oliver Niehus getroffenen Aussagen tatsächlich stimmen, bleibt bis zum Redaktionsschluss unklar, da der Blogbeitrag innerhalb von 20 Minuten nach seiner Veröffentlichung kommentarlos gelöscht wurde, nachdem ein bekannter Analyst bei Twitter darauf aufmerksam gemacht hatte. Interessant sind die Aussagen allemal.

Bislang werden Desktop-Programme zwar auch im Windows Store aufgeführt, leiten bei einem Klick aber dann nur auf das jeweilige Angebot des Herstellers weiter und ermöglichen keinen direkten Kauf. Mit den „anderen Arten digitaler Inhalte“ könnten natürlich Filme, TV-Serien, Musik oder auch E-Books gemeint sein.

Galerie: Windows 10 Technical Preview ausprobiert

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