Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

2067215

Windows 10: Spracheingabe mit Cortana - so geht's

31.07.2015 | 13:34 Uhr |

Cortana soll die Bedienung und Texteingabe in Windows 10 revolutionieren: Tasten-, Maus- und Fingeraktionen werden durch gesprochene Anweisungen ersetzt.

Wie weit ist der Weg nach Düsseldorf? Erinnere mich um 15 Uhr an Einkaufen! Wie hat der FC Bayern gespielt? Wer das wichtigste Cortana-Vokabular beherrscht, kann damit in Windows 10 blitzschnell Aktionen einleiten. Ein Klick auf das Mikrofonsymbol in der Suchleiste hinter dem runden Cortana-Kreis und dem „Frag mich etwas“ aktiviert Cortana. Ins Mikrofon gesprochene Wörter und Sätze werden zügig oder bereits während des Sprechens in getippten Text umgesetzt, der sofort in der Suchleiste abzulesen ist. Für Cortana benötigen Sie übrigens nicht zwingend einen Rechner mit Mikrofon, denn das System nimmt auch ins Suchfeld auf der Taskleiste eingetippte Anweisungen entgegen.

So gut funktioniert das System

Die Spracherkennung an sich funktioniert in der finalen Version von Windows 10 bereits hervorragend, auch wenn Microsoft die hinter dem System stehenden Datenbanken erst nach und nach erweitern will. Es sind zum Start weg also noch nicht alle Parser voll ausgebaut, um die Sprachanweisungen des Anwenders in Aktionen umsetzen. So kann Cortana in Deutsch bislang weder Restaurants in der Nähe anzeigen noch das Kinoprogramm auf den Schirm bringen. Stattdessen wird auf betreffende Anfragen hierzulande eine korrespondierende Bing-Suche im Edge-Browser gestartet, die zwar meist passende Ergebnisse liefert, aber noch nicht dem Antwortkomfort von Siri und Google Now entspricht.

Auch ist Cortana noch von kleineren Interpretationsschwierigkeiten geprägt. Der Sprachbefehl „Explorer“ öffnet nicht wie erwartet den Windows-Explorer. Dabei hilft Cortana sehr wohl auch beim Aufruf von Apps. Sagt man „Starte Exlorer“ oder „Gehe zu Explorer“, erhält man die Nachfrage, ob man den Explorer zur Dateiverwaltung (dann „eins“ sagen) oder den Internet Explorer („zwei“ sprechen) aufrufen möchte. Bei eindeutigen Ergebnissen wie „Starte die Kamera-App“ wird die betreffende App ohne Nachfrage aktiviert.

Windows 10: Details zu allen Funktionen

Mit Cortana loslegen

Bei der ersten Nutzung teilen Sie Cortana Ihren Namen mit und passen bei Bedarf noch die Aussprache an. Diese Angaben nutzt der Sprachassistent für künftige Dialoge. Gut: Wem die Ansprache mit dem eigenen Namen nach einer Weile auf den Wecker geht, kann die explizite Namensnennung in den Cortana-Einstellungen deaktivieren.

Microsoft bedient sich bei Cortana einer ähnlichen Cloud-Technik wie Apple bei Siri: Stimmeingaben werden nicht lokal verarbeitet, sondern als Audiostream zum Microsoft-Sprachserver übermittelt, dort analysiert und die entsprechenden Aktionen an den PC des Anwenders übertragen. Dabei werden Wissensdatenbanken einbezogen, die für die Fähigkeiten von Cortana in der finalen Version von Windows 10 maßgeblich sind. Daher ist für die Nutzung von Cortana stets eine Onlineverbindung erforderlich.

Automatik-Spracherkennung: Aktivieren Sie dazu die Option „Cortana reagiert auf ‘Hey Cortana‘“.
Vergrößern Automatik-Spracherkennung: Aktivieren Sie dazu die Option „Cortana reagiert auf ‘Hey Cortana‘“.

Achtung Datenschutz: Ist Cortana in vollem Umfang aktiviert, horcht das System quasi pausenlos beim Anwender mit. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass sich etwa aus abgefragten Orten und Suchbegriffen recht aussagekräftige Profile anfertigen lassen.

Eine Besonderheit von Cortana ist die Lernfähigkeit. Vergleichbar mit Googles Now -Dienst lernt die Sprachassistentin die Gewohnheiten und Interessen des Benutzers im Laufe der Zeit besser kennen und weist auf relevante Termine, Neuigkeiten und Informationen hin. Dazu muss Microsoft zahlreiche persönliche Nutzerdaten erfassen und auswerten – unter Datenschutzaspekten gibt es daher gegen Cortana ähnlich erhebliche Bedenken wie gegen Google Now und Apple Siri.

Video: Windows 10 Release Date bekannt

Automatische Cortana-Aktivierung

Windows 10 bietet die Möglichkeit, über den einleitenden Sprachbefehl „Hey Cortana“ mit dem Microsoft-Sprachassistenten zu kommunizieren, ohne zuvor die Tastatur oder den Touchscreen zu betätigen. Zu diesem Zweck ist es zunächst erforderlich, diese Funktion zu aktivieren. Dazu klicken oder tippen Sie im Startmenü ins Suchfeld, dann links oben auf den Button mit den drei Linien und schließlich auf „Einstellungen“. Aktivieren Sie den Schalter bei „Cortana reagiert auf Hey Cortana“. Zu beachten ist, dass sich bei akkubetriebenen Geräten der Stromverbrauch erhöht. Außerdem hört Windows 10 dann über das Mikrofon permanent zu – das muss man mögen. Ob zur Erkennung von „Hey Cortana“ ein aus datenschutzgründen bedenklicher, kontinuierlicher Audiostrom an Microsoft übertragen oder das Initialkommando wie versprochen lokal erkannt wird, muss anhand der finalen Version von Windows 10 überprüft werden.

Das komplette Windows 10 Handbuch

Automatik einschränken: Ist der Hey-Cortana-Schalter in Windows 10 aktiv, können Sie im Auswahlfeld darunter festlegen, ob die Sprachautomatik auf ein gesprochenes „Hey Cortana“ einer beliebigen Person oder nur auf Sie reagieren soll. Dann müssen Sie mittels Klick auf „Meine Stimme erlernen“ noch ein paar Sätze vorlesen, aus denen Windows 10 ein persönliches Stimmprofil erstellt.

Personalisierung per Notizbuch

Im Notizbuch von Cortana tragen Sie Ihr Interessen und Infoquellen ein und personalisieren das System dadurch. Nach einem Klick oder Tipper ins Suchfeld gehen Sie oben links auf den Button mit den drei Balken und dann zu „Notizbuch“ und „Nachrichten“. Hier legen Sie fest, ob Sie Nachrichtenmeldungen angezeigt bekommen möchten und können unter „Nachverfolgte Nachrichtenthemen“ und „Nachverfolgte Nachrichtenkategorien“ sogar angeben, was Sie besonders interessiert, zum Beispiel „Neues aus Deutschland“ oder „Neues aus der Unterhaltung“. Mit den Schaltern im Bereich „Wetter“ steuern Sie die Anzeige von Wetterkarten und Vorhersagen durch Cortana, etwa für bestimmte Städte oder in der Region, in der Sie sich gerade aufhalten. Die auf dieser Basis ausgewählten Infos und Meldungen erscheinen nach einem Klick ins Suchfeld ohne weitere Eingabe.

Ein Sonderfall sind die Optionen unter „Fortbewegung“, die vornehmlich bei der Nutzung von Windows 10 auf Smartphones und Tablets relevant sind: Hier stellen Sie ein, ob Verkehrsnachrichten zu Kalendereinträgen und favorisierten Orten sowie Meldungen den öffentlichen Nahverkehr betreffend erscheinen sollen. Sie können Cortana sogar erlauben, Sie rechtzeitig erinnern zu lassen, wenn es Zeit ist, nach Hause oder zur Arbeit zu gehen.

Bei der Straßennavigation greift Cortana auf den Datenbestand der Karten-App zu, in der auch die Routenanzeige erfolgt.
Vergrößern Bei der Straßennavigation greift Cortana auf den Datenbestand der Karten-App zu, in der auch die Routenanzeige erfolgt.

Sich erinnern lassen

Die Erinnerungsfunktion von Cortana mit den Sprachbefehlen „Denk daran...“ oder „Erinnere mich...“ ist besonders umfangreich geraten und verfügt daher über einen eigenen Button. Klicken oder Tippen Sie ins Suchfeld, gehen Sie oben links auf den Button mit den drei Balken und dann auf „Erinnerungen“. Im Windows- Phone-Style werden hier die vier Register „Alle“, „Uhrzeit“, „Ort“ und „Kontakt“ angezeigt und Ihre bisher mittels Spracheingabe festgelegten Erinnerungen aufgelistet.

Die Einsortierung der Einträge in eine der Kategorien erfolgt abhängig davon, ob Sie die Erinnerung mit einer Uhrzeit (beispielsweise „Erinnere mich um 15 Uhr an Einkaufen“), einem Ort („Erinnere mich an Einkaufen, wenn ich Düsseldorf erreiche“) oder einem Kontakt verknüpfen. Die Spracheingabe einer kontaktbezogenen Erinnerung wollte auf unserem Testrechner nicht klappen. Über das Pluszeichen lassen sich Erinnerungen jedoch auch jederzeit über die Tastatur hinzufügen.

Unten in Erinnerungsliste links neben dem Pluszeichen befindet sich ein Checklistensymbol. Damit schalten Sie in den Markiermodus um und können einzelne Erinnerungen durch Abhaken für erledigt erklären und damit von der Liste nehmen. Sie werden dann im Verlauf gespeichert, an den Sie über den Button mit den drei Punkten rankommen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2067215