Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows 10 Datenschutz: Spionagefunktionen stoppen

26.05.2016 | 10:20 Uhr |

Das neue Windows macht viele Dinge einfacher. Dafür zahlen Sie aber einen Preis: Das Betriebssystem sammelt Daten über Sie und schickt sie zur Auswertung ins Internet. Mit dem Gratis-Tool O&O Shutup10 verhindern Sie das.

Bei der 10er Version von Windows hat Microsoft den Bedienkomfort merklich gesteigert. Funktionen wie die intelligente Assistentin Cortana oder die Handschriftenerkennung sollen nicht nur ein effizientes Arbeiten ermöglichen, sondern sich bis zu einem gewissen Grad auch an Sie und Ihre Gewohnheiten anpassen können. Zudem möchte Microsoft von Ihnen sowie den anderen Windows-Anwendern lernen und will durch Auswertungen Ihrer Aktionen die Benutzerfreundlichkeit in künftigen Versionen weiter steigern. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass Microsoft Ihren Umgang mit dem PC beobachtet und speichert. Zwar bleiben Sie dabei anonym, doch es hinterlässt ein ungutes Gefühl, denn theoretisch ist es möglich, ein Profil von Ihnen anzulegen, das neben den Daten aus Windows etwa bei mobilen Geräten Ihre Bewegungen umfasst.

Lesetipp: ShutUp 10 - Freeware verpasst Windows 10 einen Maulkorb

Die entsprechenden Windows-Funktionen und ihre Datenweitergabe lassen sich an teils weit verstreuten Stellen im System deaktivieren. Wo genau, verrät Windows erst mal nicht. Hier hilft das Tool O&O Shutup 10, das alle diese Einstellungen unter einer Oberfläche zusammenfasst und zudem kostenlos ist. Die Software greift auf die Registry zu, überprüft die aktuelle Konfiguration und zeigt sie in einer langen Liste an.

Windows 10: Die besten Updates im Überblick

Per Schalter können Sie die einzelnen Schnüffelfunktionen deaktivieren. Damit Sie wissen, was Sie tun, liefert Ihnen das Programm jeweils Erläuterungen dazu. Ist der Schalter rot, ist die Voreinstellung von Windows aktiv, grün signalisiert, dass Ihre Privatsphäre geschützt ist. Zudem können Sie anhand von grünen, gelben und roten Symbolen erkennen, welche Einstellungen besonders wichtig sind (grün), welche lediglich empfohlen beziehungsweise eingeschränkt empfohlen sind (gelb) und welche Sie besser nicht anrühren sollten (rot). Über den Button „Aktionen“ können Sie alle Schalter einer der drei Gruppen mit einem Mausklick umlegen. Außerdem finden Sie dort eine Möglichkeit, um einen Systemwiederherstellungspunkt anzulegen, was bei Änderungen an der Registrierdatenbank immer eine gute Idee ist.

O&O Shutup10 besteht lediglich aus einer EXE-und einer DLL-Datei für die Spracheinstellung. Das Tool muss also nicht installiert werden und lässt sich beispielsweise auch von einem USB-Stick ausführen.

Ortungsdienste deaktivieren

Eine der großen Neuheiten von Windows 10 ist die Suchassistentin Cortana . Sie meldet sich sofort nach der Installation des Betriebssystems und fragt Ihre Daten ab. Auf diese Weise will das Programm die Suchergebnisse individuell auf Sie zuschneiden und damit verbessern. Unter anderem bittet Cortana um Erlaubnis, auf Ihre Standortinformationen zugreifen zu dürfen, die Windows über seinen Geolokationsdienst ermittelt. Falls Sie nicht wollen, dass Windows ständig versucht herauszufinden, wo Sie sich gerade aufhalten, können Sie ihm das über O&O Shutup10 verbieten. Zum einen sollten Sie die Nutzung dieser Informationen für Cortana abschalten. Der entsprechende Schalter heißt „Cortana und der Suche die Nutzung von Positionsdaten verbieten“, und Sie finden ihn im Abschnitt „Cortana (Persönliche Assistentin)“. Um die Positionsbestimmung selbst zu deaktivieren, sollten Sie zusätzlich sämtliche Schalter im Bereich „Ortungsdienste“ auf grün stellen. Schließlich können Sie auch noch den unkontrollierten Zugriff von Apps auf Ihre WLAN-Verbindung untersagen. Der zugehörige Schalter heißt „App-Zugriff auf drahtlose Verbindungen deaktivieren“ und findet sich unter „Sicherheit“. Was Sie beim Surfen zunächst nicht verhindern können, ist die Lokalisierung Ihres PCs über Ihre IP-Adresse. Das klappt leider oft erstaunlich gut. Schutz gegen diese Form der Ortung bietet nur ein VPN-Tool. Empfehlenswert ist etwa die Software PC-WELT Anonym Surfen VPN .

Privatsphäre schützen

Windows sammelt aber auch ganz allgemein Daten zu Ihrer Person und Ihrem Nutzungsverhalten. Wenn Sie nicht wollen, dass Windows die Ergebnisse an Microsoft oder andere Hersteller weitergibt, sollten Sie in Shutup10 folgende Optionen deaktivieren:

Vor allem das bereits erwähnte Cortana ist ein großer Datensammler. Sie sollten daher in dem betreffenden Abschnitt in Shutup10 die Schalter „Cortana deaktivieren und zurücksetzen“ sowie die vier Optionen „Eingabepersonalisierung / Kennenlernen des Nutzers deaktivieren“ umlegen. Ebenfalls wichtig sind die Optionen „App-Zugriff auf Nutzerkonten-Informationen“ bei „Privatsphäre“ und die vier Schalter, die den Zugriff von Apps auf Kalender, Kamera, Mikrofon und Nachrichten regeln. Hier sollten Sie einen Riegel vorschieben.

Video: Windows 10 - Datensammelwut stoppen

Werbe-ID nicht weitergeben

Jedes Gerät mit Windows 10 erhält eine Werbe-ID, über die Werbenetzwerke oder auch Apps Sie dauerhaft und eindeutig identifizieren können. Neben den bereits beschriebenen Positionsdaten sammelt Windows auch Daten zu Ihren Suchanfragen, den im Internet angesehenen Webseiten, demografische Daten sowie private Interessen und Nutzungsdaten. Verknüpft mit der Werbe-ID, ergibt sich daraus mit der Zeit ein recht genaues Bild Ihrer Person. Um das zu verhindern, sollten Sie die Weitergabe dieser ID abschalten und sie generell wieder auf die Voreinstellung von Windows zurücksetzen. Shutup10 bietet zu diesem Zweck im Abschnitt „Privatsphäre“ zwei Schalter mit der Bezeichnung „Werbe-ID zurücksetzen und deaktivieren“.

Shutup10 fasst Optionen unter anderem zur Positionsbestimmung zusammen, die in Windows 10 verstreut in den „Einstellungen“ zu finden sind.
Vergrößern Shutup10 fasst Optionen unter anderem zur Positionsbestimmung zusammen, die in Windows 10 verstreut in den „Einstellungen“ zu finden sind.

Feedbackdaten deaktivieren

Bereits in früheren Versionen hat Microsoft das Verhalten von Windows und seiner Benutzer überwacht und etwa Daten von Absturzberichten ausgewertet, um das Betriebssystem zu verbessern. Mit Windows 10 sind noch einmal etliche weitere Sensoren hinzugekommen, die beispielsweise in Edge den Suchverlauf und die Browser-Historie überwachen oder handschriftliche Eingaben auf Geräten mit Touchdisplay überwachen. Die Auswertung dieser Daten erfolgt anonym, allerdings räumt der Konzern ein, dass etwa bei einer Speicheranalyse unbeabsichtigt auch Auszüge aus aktuell geöffneten Dokumenten übertragen werden.

Um diese Möglichkeit auszuschließen, können Sie die Datenübermittlung an Microsoft mit Shutup10 verhindern. Schalten Sie zunächst die drei Optionen „Telemetrie deaktivieren“ unter „Sicherheit“ ab. Damit deaktivieren Sie unter anderem die Fehlerberichterstattung des Betriebssystems.

So schützen Sie Windows 10 gegen Web-Gefahren

Weiter geht es unter „Privatsphäre“ mit den Optionen „Handschriftendatenweitergabe deaktivieren“, „Fehlerberichte bei der Handschrifteneingabe deaktivieren“ und „Übermittlung von Schreibinformationen deaktivieren“. Außerdem sollten Sie unter „Nutzerverhalten“ alle drei Schalter „Anwendungs-Telemetrie deaktivieren“ auf grün setzen. Zum Schluss empfiehlt es sich noch, unter „Sonstiges“ die beiden Optionen „Feedback-Aufforderungen deaktivieren“ einzuschalten.

Auch Defender, der eingebaute Virenscanner von Windows , sendet bei einer möglichen Bedrohung durch Schadsoftware Datenproben an Microsoft. Das können Sie unterbinden: Die entsprechenden Schalter finden Sie unter „Windows Defender und Microsoft SpyNet“. In diesem Punkt überwiegt allerdings der Nutzen gegenüber eventuellen Gefährdungen der Privatsphäre – ein Trojaner-Virus etwa übermittelt weit mehr und brisantere Daten als die Sicherheitsprogramme. Sie sollten diese Schalter daher lieber nicht anrühren.

So funktioniert die Geolokation

Die Positionsbestimmung von Windows 10 ist nichts Neues, sie existierte bereits in Windows 8.x. Auf Geräten mit einem GPS-Sensor wie Tablets kann die Funktion den aktuellen Standort sehr genau bestimmen. Alternativ oder zusätzlich wertet Windows die WLANs in der Umgebung aus. Über ihre Namen und die jeweilige Signalstärke lässt sich der aktuelle Standort bis auf wenige Meter genau feststellen. Das funktioniert allerdings nur, wenn in der Umgebung gleich mehrere Funknetze aktiv sind, was vor allem in den Großstädten der Fall ist. Außerdem müssen die Netze in einer Datenbank verzeichnet sein. Die meisten dieser Datenbanken sind kommerziell und für private Anwender nicht zugänglich. Eine Ausnahme ist Openwlanmap . Die WLAN-Daten werden kombiniert mit den Standortinformationen, die sich über die öffentliche IP-Adresse ermitteln lassen. Das klappt allerdings nicht immer genau. Wo ein Desktop-PC ohne WLAN steht, lässt sich daher nur grob bestimmen. Ausprobieren können Sie das mit Diensten wie Utrace oder IP-info.org .

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