Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows 10: Die besten Insider-Tricks

18.10.2015 | 10:15 Uhr |

Windows 10 bietet etliche Neuerungen, jedoch ohne den Nutzer zu verwirren. Mit den Tipps aus diesem Artikel vermeiden Sie Fallstricke beim Upgrade und nutzen das neue System effektiv.

Windows 10 gibt es jetzt bereits seit gut einem Monat und für die meisten Windows-Nutzer ist das Upgrade kostenlos. Wer umsteigen möchte, erhält ein aktuelles Betriebssystem mit zahlreichen nützlichen Funktionen und ohne größere Nervereien, die zuvor viele Benutzer vom Umstieg auf Windows 8 abgehalten haben. Es spricht also wenig dagegen, das Upgrade-Angebot anzunehmen. Die Aktualisierung läuft in der Regel unkompliziert. Welche Schritte und Vorbereitungen dafür nötig sind, erfahren Sie in diesem Artikel. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie sich im neuen System schneller zurechtfinden und welche Anpassungen sinnvoll sind.

1. Die voraussichtlich letzte Windows-Version?

Laut Microsoft soll es keine weitere Windows-Version und damit auch kein Upgrade im herkömmlichen Sinn für Windows 10 geben. Stattdessen soll Windows 10 kontinuierlich weiterentwickelt werden. Microsoft spricht in diesem Zusammenhang von „Windows as a Service“. Neue Funktionen sollen dabei regelmäßig über das Windows-Update nachgerüstet werden. Microsoft hat jedoch für Windows 10 das Ende des Mainstream-Supports auf Oktober 2020, den erweiterten Support auf Oktober 2025 festgelegt. In einer Fußnote weist Microsoft darauf hin, dass Updates für einzelne Geräte nur dann verfügbar sein werden, wenn die Hersteller weiter erforderliche Treiber liefern. Außerdem müssen regelmäßig alle Updates installiert werden, weil diese aufeinander aufbauen. Das Support-Ende steht auf den ersten Blick im Widerspruch zu „Windows as a Service“. Es lässt sich aber auch so interpretieren: Microsoft liefert für das im Juli 2015 veröffentlichte Windows 10 Updates bis mindestens Oktober 2025, wenigstens aber so lange, wie die PC-Hardware die neuen Treiber und Funktionen unterstützt. In ein paar Jahren könnte es dann eine „Windows 10, Edition 2020“ geben – und das Support-Ende wird entsprechend in die Zukunft verschoben.

Windows 10 gratis: Die meisten Windows-Anwender erhalten das Upgrade kostenlos. Die Upgrade-Reservierung erscheint jedoch nicht auf jedem PC.
Vergrößern Windows 10 gratis: Die meisten Windows-Anwender erhalten das Upgrade kostenlos. Die Upgrade-Reservierung erscheint jedoch nicht auf jedem PC.

2. Auf Windows 10 über „Get Windows 10“ upgraden

Das kostenlose Upgrade auf Windows 10 wird Ihnen nur automatisch angeboten, wenn Sie Windows 7 mit Service Pack 1 oder Windows 8.1 mit dem großen Update vom April 2014 („S14“, KB2919355) einsetzen. Windows muss außerdem aktiviert und das automatische Windows-Update muss aktiv geschaltet sein. Ein Produktschlüssel ist für das Upgrade nicht erforderlich. Das kostenlose Upgrade-Angebot ist bis Ende Juli 2016 gültig. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, sehen Sie bereits seit einiger Zeit das Windows-10-Symbol des „Upgrade-Alarms“ im Infobereich neben der Uhr. Nach einem Klick darauf öffnet sich das Fenster „Windows 10 herunterladen“, über das Sie das kostenlose Upgrade reservieren beziehungsweise installieren.

Diese Upgrade-Möglichkeiten gibt es auf Windows 10.
Vergrößern Diese Upgrade-Möglichkeiten gibt es auf Windows 10.

Update-Alarm reparieren: Sollte das Upgrade-Angebot nicht erscheinen, verwenden Sie das kostenlose Tool PC-WELT-GWX. Entpacken Sie es in einen beliebigen Ordner. Starten Sie pcwGwx.exe und klicken Sie auf „Start“. Sollten erforderliche Updates fehlen, installieren Sie diese per Klick auf „Fehlende Updates installieren“. Starten Sie danach Windows neu. Wenn das nicht geholfen hat, starten Sie das Tool erneut, klicken auf „Start“ und dann auf „GWX reparieren“. Wählen Sie die erste Reparaturmethode über den Menüpunkt „2“. Sollte diese keine Wirkung zeigen, probieren Sie die Menüpunkte „3“ und „4“ aus.

Zurück zur alten Version: Windows 10 bietet erstmals einen Weg, das vorherige System nach einem Upgrade wiederherzustellen. Dabei bleiben – sofern möglich – die Einstellungen und neu installierten Programme erhalten. Sie finden die Funktion in den Einstellungen unter „Update und Sicherheit -> Wiederherstellung“. Hier erscheint etwa „Zu Windows 7 zurückkehren“. Per Klick auf „Los geht‘s“ starten Sie den Vorgang. Dafür haben Sie nach dem Upgrade aber nur einen Monat Zeit.

3. ISO-Datei für das Upgrade oder die Neuinstallation verwenden

Für die Installation von Windows 10 können Sie sich kostenlos eine ISO-Datei über das Media Creation Tool herunterladen. Es läuft unter Windows 7, 8.1 und 10. Über das Tool erstellen Sie auch eine Installations-DVD oder einen Setup-USB-Stick.

Das Upgrade einer bestehenden Installation von Windows 7 oder 8.1 erfolgt vom laufenden Windows aus. Entpacken Sie die heruntergeladene ISO-Datei mit 7-Zip oder hängen Sie unter Windows 8.1 das ISO-Abbild über den Kontextmenüpunkt „Bereitstellen“ in das Dateisystem ein. Starten Sie Setup.exe und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Windows 10 aktiviert sich bei bestehender Internetverbindung automatisch.

Der Weg zurück: Erstmals lässt sich Windows nach einem Upgrade problemlos wiederherstellen. Dabei bleiben auch die inzwischen installierten Programme erhalten.
Vergrößern Der Weg zurück: Erstmals lässt sich Windows nach einem Upgrade problemlos wiederherstellen. Dabei bleiben auch die inzwischen installierten Programme erhalten.

Neuinstallation: Nach dem erfolgreichen Upgrade ist auch eine saubere Neuinstallation möglich. Booten Sie den PC vom Installationsmedium, und wählen Sie als Installationsart „Benutzerdefiniert“. Danach geben Sie die Zielpartition an, die Sie für eine frische Installation löschen und neu formatieren sollten. Dabei gehen alle vorhandenen Dateien verloren. Wenn Sie nach einem Product-Key gefragt werden, klicken Sie auf „Überspringen“. Windows aktiviert sich automatisch, weil der PC durch das vorherige Upgrade bereits bekannt ist.

Installation auf einen neuen PC: Über die ISO-Datei lässt sich Windows 10 auch auf einem neuen PC einrichten. In diesem Fall müssen Sie aber einen Produktschlüssel bei Microsoft erwerben. Anders sieht es aus, wenn Sie zuerst Windows 7 oder 8.1 auf dem neuen PC installieren. Unter der Voraussetzung, dass sich Windows aktivieren lässt – entweder über das Internet oder telefonisch – erhalten Sie auch hier eine Gratis-Upgrade-Berechtigung auf Windows 10 bis Ende Juli 2016.

4. Insider-Builds von Windows 10 dauerhaft nutzen

In der Testphase hat Microsoft Vorabversionen von Windows kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer regelmäßig alle Updates in der Insider Preview installiert, kann Windows 10 gratis weiter verwenden. Das Insider-Programm läuft auch nach der Veröffentlichung von Windows 10 weiter. Wer möchte, kann neue Funktionen mit jeder Windows-10-Version schon kurz nach der Veröffentlichung abrufen. Dazu gehen Sie im Startmenü auf „Einstellungen“ und dann auf „Update und Sicherheit -> Windows Update“. Klicken Sie auf „Erweiterte Optionen“ und dann unter „Insider-Build abrufen“ auf „Los geht‘s“. Anschließend müssen Sie sich mit einem Microsoft-Konto anmelden. Danach werden Sie aufgefordert, sich für die Insider-Builds zu registrieren und Windows neu zu starten. Rufen Sie anschließend unter „Windows Update“ erneut „Erweiterte Optionen“ auf. Hier wählen Sie „Slow“, wenn Sie neue Funktionen erst einige Zeit nach der Veröffentlichung erhalten wollen. Andernfalls stellen Sie „Fast“ ein.

Fehlende Updates: Mit PC-WELT-GWX installieren Sie Updates nach, die für den Start des "Windows-Alarms" nötig sind, und reparieren eine fehlerhafte Konfiguration.
Vergrößern Fehlende Updates: Mit PC-WELT-GWX installieren Sie Updates nach, die für den Start des "Windows-Alarms" nötig sind, und reparieren eine fehlerhafte Konfiguration.

5. Automatische Updates und Windows-Upgrades

Im Vergleich zu Windows 7 und 8 bietet das Windows-Update, das Sie über das Startmenü und „Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Windows Update“ erreichen, deutlich weniger Funktionen. Eigentlich gibt es hier nur die Schaltfläche „Nach Updates suchen“. Die müssen Sie aber in der Regel nie benutzen, denn Windows 10 lädt und installiert Updates automatisch. Nach einem Klick auf „Erweiterte Optionen“ haben Sie nur die Wahl zwischen „Automatisch (empfohlen)“ und „Zur Planung eines Neustarts benachrichtigen“. Ist Letzteres aktiv, können Sie einen Zeitpunkt für den automatischen Neustart festlegen.

Zwangs-Updates: Bei Windows 10 Home lässt sich das automatische Update nicht deaktivieren. Sie erhalten also nicht nur Sicherheits-Updates, sondern auch neue Windows-Funktionen ohne weitere Nachfrage. Bei einer WLAN-Verbindung können Sie das Update-Volumen reduzieren. Klicken Sie auf das Netzwerksymbol im Infobereich rechts unten auf dem Bildschirm und dann auf „Netzwerkeinstellungen -> WLAN -> Erweiterte Optionen“. Setzen Sie die Option unter „Als getaktete Verbindung festlegen“ auf „Ein“. Windows 10 lädt dann nur sicherheitsrelevante Updates automatisch herunter. Bei kabelgebundenen Netzwerken gibt es diese Einstellung nicht.

„Upgrade-Alarm“ für Windows 10 deaktivieren

Um es loszuwerden, müssen Sie nur das Windows-Update KB3035583 entfernen und die Neuinstallation verhindern. Die De-Installation lässt sich über die Systemsteuerung und „Programme und Features -> Installierte Updates anzeigen“ durchführen. Anschließend gehen Sie auf „Windows Update“ und klicken auf „Nach Updates suchen“. Rufen Sie die Liste der verfügbaren Updates per Klick auf „XX optionale Updates verfügbar“ auf, und wählen Sie im Kontextmenü von „Update für Microsoft Windows (KB3035583)“ den Menüpunkt „Update ausblenden“. Alternativ verwenden Sie das Tool PC-WELT-GWX. Klicken Sie zuerst auf „Start“ und dann auf „KB3035583 de-installieren“. Sie wollen später doch noch auf Windows 10 umsteigen? Dann installieren Sie über PC-WELT-GWX das Update neu und führen, wenn nötig, eine Reparatur durch, wie in -> Punkt 2 beschrieben.

Fehlerhafte Updates mit Microsoft-Tool verwalten: Microsoft hat das Tool „Show or hide updates“-troubleshooter-package veröffentlicht, das bei unseren Tests auch unter Windows 10 Home funktionierte. Nach dem Start klicken Sie auf „Weiter“ und dann auf „Hide updates“. Setzen Sie ein Häkchen vor das Update, das Probleme verursacht, und klicken Sie auf „Weiter“. Per Klick auf „Show hidden updates“ lässt sich ein deaktiviertes Update wieder für die automatische Installation auswählen.

Updates für Windows 10 Pro: Pro-Nutzer finden bei „Windows Update“ unter „Erweiterte Optionen“ die Option „Upgrades zurückstellen“. Ist sie aktiv, werden neue Windows-Funktionen um mehrere Monate verzögert installiert. Sicherheits-Updates werden durch die Einstellung nicht verhindert. Wer weiter in den Update-Mechanismus eingreifen will, kann das per Tastenkombination Win-r und Eingabe von gpedit.msc starten. Im „Editor für lokale Gruppenrichtlinien“ gehen Sie auf „Computerkonfiguration -> Administrative Vorlagen -> Windows-Komponenten -> Windows Update“. Per Doppelklick auf „Automatische Updates konfigurieren“ rechts im Fenster öffnen Sie die Richtlinie. Klicken Sie auf „Aktiviert“, und stellen Sie die gewünschten Optionen ein.

6. Beschleunigte Update-Verteilung dank P2P

In Windows 10 ist standardmäßig eine Funktion aktiv, über die sich Update-Downloads zwischen PCs austauschen lassen. Sie finden sie über das Startmenü und „Einstellungen -> Update und Sicherheit -> Windows Update -> Erweiterte Optionen -> Übermittlung von Updates auswählen“. Hier lässt sich die Funktion abschalten, und Sie haben die Wahl zwischen den Optionen „PCs in meinem lokalen Netzwerk“ und „PCs in meinem lokalen Netzwerk und PCs im Internet“ (Standard). Wer etwas heruntergeladen hat, stellt es anderen Benutzern sofort zur Verfügung. Das beschleunigt insgesamt den Datentransfer. Allerdings erhöht sich dabei auch das Volumen der über Ihren Internetanschluss gesendeten Daten. Die Belastung wird wahrscheinlich kaum auffallen. Wenn Sie das trotzdem nicht möchten, wählen Sie die Option „PCs in meinem lokalen Netzwerk“ oder Sie schalten die Funktion ganz ab.

Video: Windows 10 - Versteckte Funktionen
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