Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows 10: Gratis-Update jetzt für später sichern

28.07.2016 | 11:26 Uhr |

Microsoft bietet das Gratis-Upgrade auf Windows 10 nur noch für kurze Zeit an. Es gibt jedoch Mittel und Wege, das Upgrade jetzt zu sichern und erst dann umzusteigen, wenn Sie das möchten.

Ihnen bleibt nur noch wenig Zeit. Nach dem 29. Juli 2016 ist es zu spät. Dann gibt es kein kostenloses Upgrade auf Windows 10 mehr , jedenfalls wenn Microsoft das Angebot in letzter Minute nicht doch noch verlängert. Aber lassen Sie sich nicht drängen. Sie können sich die Gratis-Aktualisierung sichern und erst dann auf Windows 10 wechseln, wenn es Ihnen passt. Ihr bisheriges Windows nutzen Sie in der Zwischenzeit weiter.

Die Lizenz, die Sie beim Upgrade auf Windows 10 erhalten, gilt nur für den PC, auf dem Sie das Upgrade durchführen. War hier einmal Windows 10 installiert, bleibt die Lizenz erhalten, auch wenn Sie wieder zu Windows 7 oder 8 zurückkehren. Sie heben sich dann Windows 10 als Sicherungskopie auf, und nutzen das neue System erst, wenn Sie umsteigen möchten. Das ist vor allem für Nutzer von Windows 7 interessant, weil hier die Versorgung mit Sicherheitsupdates bereits im Januar 2020 ausläuft. Bei Windows 8.1 ist das erst im Januar 2023 der Fall.

Für mehrere Tipps in diesem Artikel benötigen Sie Tools, die wir in PC-WELT Windows-Rebuilder unter einer Oberfläche zusammengefasst haben. Entpacken Sie das Softwarepaket in ein Verzeichnis ohne Leer-und Sonderzeichen, beispielsweise nach „C:\pcwWinRebuilder“.

Check: Ist Ihr PC bereit für Windows 10?

1. Windows 10: Editionen und Installationsmedien

Microsoft bietet Windows 10 als kostenloses Upgrade für Windows 7 und Windows 8.1 an. Dafür berechtigt sind alle Windows-Varianten von Windows 7 Starter bis Windows 8.1 Pro. Wenn Sie Windows 10 auf mehreren PCs als Upgrade installieren oder parallel zu Windows 7/8 einrichten wollen (Punkt 4), laden Sie sich das Installationsmedium direkt herunter. Das geht am einfachsten über das Microsoft Tool zur Medienerstellung („MediaCreationTool“). Die jeweils aktuelle Version des Tools können Sie über www.pcwelt.de/win10iso herunterladen. Klicken Sie auf „Tool jetzt herunterladen“, und starten Sie dann Mediacreationtool.exe. Wählen Sie „Installationsmedien für einen anderen PC erstellen“, und klicken Sie auf „Weiter“. Danach wählen Sie Sprache, Edition und Architektur aus und klicken auf „Weiter“. Wählen Sie „USB-Speicherstick“, um einen bootfähigen USB-Stick für die Installation zu erstellen. Oder Sie klicken „ISO-Datei“ an, wenn Sie eine DVD verwenden möchten. Klicken Sie auf „Weiter“ und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Assistenten.

2. Produktschlüssel und Aktivierung von Windows 10

Bei einem regulären Upgrade auf Windows 10 ist kein Produktschlüssel erforderlich und Sie erhalten auch keinen. Beim Upgrade wird geprüft, ob eine Berechtigung dazu vorliegt. Ist das der Fall, erzeugt Windows eine eindeutige Hardware-ID für Ihren PC und aktiviert das System bei Microsoft. Diese ID ersetzt auch bei der Neuinstallation auf einer leeren Festplatte den Produktschlüssel. Sie ist so lange gültig, wie sich an der Hardware nichts Wesentliches ändert. Der Austausch nur von Festplatte oder Grafikkarte stößt, nach den bisherigen Erfahrungen, keine erneute Aktivierung an.

Mit dem Microsoft-Tool zur Medienerstellung können Sie entweder die ISO-Datei herunterladen (um sie dann auf eine DVD zu brennen) oder einen bootfähigen Installationsstick erstellen.
Vergrößern Mit dem Microsoft-Tool zur Medienerstellung können Sie entweder die ISO-Datei herunterladen (um sie dann auf eine DVD zu brennen) oder einen bootfähigen Installationsstick erstellen.

Die Installation von Windows 10 auf einer leeren Festplatte oder parallel zu Windows 7/8 hat Microsoft mit dem zurzeit aktuellen Build 10586 („1511“) erleichtert. Das Setup-Programm akzeptiert auch Produktschlüssel von Windows 7, 8 und 8.1, die Aktivierung erfolgt automatisch. Bei Geräten mit vorinstalliertem Windows 8/8.1 ist der Schlüssel meist in der Firmware hinterlegt. Das Setup-Programm von Windows 10 fragt dann nicht nach einem Produktschlüssel, und die Aktivierung erfolgt auch hier automatisch. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie beim Upgrade. War Windows 10 einmal auf dem Gerät aktiviert, können Sie das System jederzeit ohne Produktschlüssel neu installieren, so lange die Hauptplatine die Gleiche ist wie zuvor.

Probleme bei der Aktivierung: Wenn Windows die Aktivierung verweigert, obwohl der PC für die Installation berechtigt ist, hilft die telefonische Aktivierung weiter. Dazu drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen slui 4 ein und klicken auf „OK“. Nach einigen Sekunden erscheint ein Assistent und fragt nach Ihrem Standort. Wählen Sie „Deutschland“ aus, und klicken Sie auf „Weiter“. Sie sehen dann die Telefonnummer und die Installations-ID, die Sie über das automatische Telefonsystem an Microsoft übermitteln. Sie erhalten eine Bestätigungs-ID, die Sie nach einem Klick auf „Bestätigungs-ID eingeben“ eintippen.

Abschließend klicken Sie auf „Windows aktivieren“. Scheitert die Aktivierung dennoch, wird ein Fehlercode eingeblendet. Eine Übersicht mit den Fehlercodes finden Sie in diesem Ratgeber .

Sie haben die Hinweise zu den Fehlercodes geprüft und die Aktivierung funktioniert trotzdem nicht? In diesem Fall kontaktieren Sie den Microsoft-Support. Über die Kontakt-Webseite können Sie einen Anruftermin vereinbaren. Erwähnen Sie nicht, dass Sie Windows 10 und Windows 7/8 gleichzeitig auf dem Rechner installiert haben. Sprechen Sie nur von einer Neuinstallation auf einer leeren Festplatte. Der Support-Mitarbeiter wird sonst möglicherweise versuchen, Sie abzuwimmeln.

Windows 10 lässt sich nicht nur als Upgrade, sondern auch frisch installieren. Verwenden Sie dabei den Produktschlüssel von Windows 7 oder 8.
Vergrößern Windows 10 lässt sich nicht nur als Upgrade, sondern auch frisch installieren. Verwenden Sie dabei den Produktschlüssel von Windows 7 oder 8.

3. Backup des bisherigen Systems erstellen

Bevor Sie ein Betriebssystem upgraden oder die Partitionierung der Festplatte ändern, sollten Sie immer eine Sicherungskopie erstellen. Sie können dann jederzeit zum vorherigen Windows zurückkehren. Wenn Sie nicht ohnehin schon eine Backup-Lösung einsetzen, dann empfiehlt sich das kostenlose Paragon Backup & Recovery . Die Verwendung des Programms ist unkompliziert: Gehen Sie auf die Registerkarte „Sicherung & Wiederherstellung“, und klicken Sie auf „Sicherung (virtueller Container)“. Es startet ein Assistent, über den Sie die Festplatte oder Partitionen auswählen, die Sie sichern wollen. Außerdem geben Sie einen Zielort für das Backup an. Das kann eine zweite Festplatte, eine externe Festplatte oder ein Netzwerklaufwerk sein.

Acht Tipps, um Windows 10 optimal einzurichten

Um für die Wiederherstellung vorbereitet zu sein, gehen Sie auf „Home -> Rettungsdisk erstellen“. In der Regel genügt es, einfach den Anweisungen des Assistenten zu folgen und eine Rettungs-DVD oder einen bootfähigen USB-Stick auf der Basis von Windows oder Linux zu erzeugen. Probieren Sie das Wiederherstellungssystem aus und testen Sie, ob Sie auf das Sicherungs-beziehungsweise Netzwerklaufwerk zugreifen können.

Sollte sich Windows 10 nicht automatisch aktivieren, nutzen Sie die telefonische Möglichkeit dazu. Sie müssen dabei längere Zahlenkolonnen an das Aktualisierungssystem übermitteln und am PC eintippen.
Vergrößern Sollte sich Windows 10 nicht automatisch aktivieren, nutzen Sie die telefonische Möglichkeit dazu. Sie müssen dabei längere Zahlenkolonnen an das Aktualisierungssystem übermitteln und am PC eintippen.

4. Windows 10 neben Windows 7 oder 8 installieren

Jedes Betriebssystem benötigt eine eigene Partition. Ist nur eine einzige Festplatte vorhanden, müssen Sie in der Regel erst Platz für ein weiteres System schaffen (Alternativen: siehe Punkte 6 und 7).

Die Größe der vorhandenen Windows-Partition ändern Sie über die Datenträgerverwaltung. Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie neben „Öffnen“ diskmgmt.msc ein, und klicken Sie auf „OK“. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in der unteren Fensterhälfte auf den Partitionsbalken des gewünschten Datenträgers, und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Geben Sie hinter „Zu verkleinernder Speicherplatz in MB:“ die gewünschte Größe der neuen Partition an und klicken Sie auf „Verkleinern“. Alternativ verwenden Sie ein Partitionierungstool wie Minitool Partition Wizard Free .

Der Lizenzvertrag von Windows 10

Durch das Upgrade auf Windows 10 geht die Lizenz vom bisherigen auf das neue System über. Sie dürfen also die Alt-Version nicht mehr verwenden. Die bisherige Lizenz geht jedoch nicht verloren. Wenn Sie Windows 10 deinstallieren, dürfen Sie stattdessen das vorherige Windows 7 oder 8/8.1 weiter nutzen.

Wer sich über seine Rechte und Pflichten informieren möchte, kann in den Microsoft-Software-Lizenzbestimmungen nachlesen. Drücken Sie die Tastenkombination Win-Pause, und klicken Sie auf „Microsoft Softwarebedingungen lesen“. Zwei Windows-Installationen mit dem gleichen Produktschlüssel auf einem PC sind laut Abschnitt 2a/2b möglicherweise unzulässig. Ausdrücklich wird das jedoch unter 2d(i) nur für die Parallelinstallation einer 32-und einer 64-Bit-Version untersagt. Allerdings sind die Lizenzbestimmungen mehr als unklar. Vieles davon wird erst in umfangreichen Onlinedokumenten präzisiert und erklärt, beispielsweise auf der Seite „ Frequently Asked Questions: Windows 10 “. Die Lizenzbestimmungen beziehen sich außerdem wahrscheinlich auf eine erworbene Upgrade-oder Vollversion von Windows 10 (Abschnitt 1a). Die Fragen zum kostenlosen Upgrade sind hier nicht explizit geregelt.

Wenn es bei den bisherigen Aussagen von Microsoft bleibt, wandeln Sie eine bisher von der Hardware unabhängige Windows-Lizenz durch das kostenlose Windows-10-Upgrade in eine OEM-Lizenz mit Hardwarebindung um. Sie können diese Lizenz also nicht auf ein neues Gerät übertragen. Das gilt auch bei Austausch der Hauptplatine nach einem Defekt, wie er häufig bei Notebook-Reparaturen vorkommt. Bleibt der ursprünglich in der Firmware hinterlegte Produktschlüssel dabei erhalten, lässt sich Windows 10 wahrscheinlich wieder aktivieren. In allen anderen Fällen können Sie zwar zum ursprünglich installierten Windows 7 oder 8 zurückkehren, für Windows 10 müssen Sie dann jedoch eine Lizenz erwerben.

Uefi-oder Bios-Modus: Auf neueren PCs nutzt Windows in der Regel die Uefi-Firmware. Was auf Ihrem PC zum Einsatz kommt, erfahren Sie, indem Sie die Tastenkombination Win-R drücken, msinfo32 eintippen und auf „OK“ klicken. Hinter „BIOS-Modus“ steht dann „UEFI“. In diesem Fall müssen Sie eine Neuinstallation im Uefi-Modus durchführen. Oder es erscheint „Vorgängerversion“, wenn das System im Bios-Modus startet.

Bevor Sie Windows 10 installieren oder die Partitionierung ändern, erstellen Sie ein vollständiges Backup, beispielsweise mit Paragon Backup & Recovery. Bei Bedarf können Sie dann den vorherigen Zustand wiederherstellen.
Vergrößern Bevor Sie Windows 10 installieren oder die Partitionierung ändern, erstellen Sie ein vollständiges Backup, beispielsweise mit Paragon Backup & Recovery. Bei Bedarf können Sie dann den vorherigen Zustand wiederherstellen.

Windows 10 installieren: Booten Sie den PC von der Windows-10-Installations-DVD oder dem Installationsstick. Dazu müssen Sie meist die Bootreihenfolge im Bios-Setup ändern. Rufen Sie es kurz nach dem Einschalten des PCs über Tasten wie Esc, „Entf“ („Del“), F2, F8 oder F10 auf. Unter Windows 8 gelangen Sie in das Bios-Setup, indem Sie im Windows-Anmeldebildschirm rechts unten auf die „Ein/Aus“-Schaltfläche klicken, die Shift-Taste gedrückt halten und auf „Neu starten“ klicken. Gehen Sie dann auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen“, und klicken Sie auf „Neu starten“.

Wählen Sie im Bios-Setup oder im Bootmenü den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“, wenn Windows bisher im Uefi-Modus installiert war. Sollte der Setup-Assistent einen Produktschlüssel anfordern, geben Sie den Schlüssel von Windows 7, 8 oder 8.1 ein.

Im Fenster „Installationsart“ wählen Sie den Eintrag „Benutzerdefiniert (erweitert)“. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der Festplatte als Ziel für die Installation an.

Sobald Sie nach Abschluss der Installation den PC neu starten, können Sie im Bootmenü zwischen Windows 10 und der vorherigen Version wählen.

Im Setup wählen Sie die Option „Benutzerdefiniert“. Nur darüber lässt sich eine Parallelinstallation von Windows 7 oder 8 und Windows 10 durchführen.
Vergrößern Im Setup wählen Sie die Option „Benutzerdefiniert“. Nur darüber lässt sich eine Parallelinstallation von Windows 7 oder 8 und Windows 10 durchführen.
Startmenü von Windows 10 erweitern - so geht's

5. Den Bootmanager von Windows 10 tunen

Der Bootmanager von Windows 10 zeigt für die Auswahl der Systeme einen grafischen Bildschirm. Der sieht vielleicht besser aus als der Vorgänger im Textmodus mit schwarzem Hintergrund, arbeitet aber deutlich langsamer. Wer häufiger zwischen den Betriebssystemen wechselt, sollte daher besser die vorherige Ansicht aktivieren.

Windows 10: Die besten Insider-Tricks

Dazu können Sie das Tool Bootice verwenden. Starten Sie es über PC-WELT Windows-Rebuilder , indem Sie auf „Tools“ klicken und auf die Registerkarte „Setup“ gehen. In Bootice gehen Sie auf die Registerkarte „BCD“ und klicken auf „Easy Mode“. Wählen Sie einen Menüeintrag nach dem anderen in der linken Seite des Fensters aus. Entfernen Sie jeweils die Markierung vor „Metro Boot Manager“, und klicken Sie auf „Save current System“. Bei der Gelegenheit lässt sich auch die Bootreihenfolge ändern, indem Sie die Menüeinträge über die Schaltflächen „Up“ und „Down“ neu sortieren. Klicken Sie auf „Save Globals“, um diese Änderungen zu speichern.

Mit Bootice bearbeiten Sie die Einträge des Windows-Bootmanagers. Deaktivieren Sie „Metro Boot Manager“ für einen schnelleren Wechsel der Systeme.
Vergrößern Mit Bootice bearbeiten Sie die Einträge des Windows-Bootmanagers. Deaktivieren Sie „Metro Boot Manager“ für einen schnelleren Wechsel der Systeme.

6. Windows 10 in einem VHD-Container installieren

Wenn Sie Windows 10 nur zur Sicherung der Upgrade-Berechtigung installieren wollen, müssen Sie dafür die Partitionierung der Festplatte nicht ändern. Eine Alternative ist die Installation in einer VHD-Datei. Es gibt nur einen Nachteil: Das System in einer VHD-Datei lässt sich nicht direkt upgraden. Sie können daher nicht auf einen neuen Windows-10-Build wechseln, sobald dieser verfügbar ist. Das ist jedoch für den hier anvisierten Zweck unerheblich, weil die erstmalige Installation in einer VHD-Datei auch für weitere Installationen von Windows 10 auf dem PC genügt – auch nach August 2016.

VHD-Installation: Die Installation in einer VHD-Datei funktioniert entsprechend wie in Punkt 4 beschrieben. Sie müssen nur im Installationssystem eine VHD-Datei erzeugen, einbinden und als Ziel für die Installation angeben. Dazu verwenden Sie das Tool Diskpart auf der Kommandozeile. Um den Vorgang zu vereinfachen, erstellen Sie dafür eine Batch-Datei.

Windows 10: Preise und Lizenzen

Wer jetzt noch ein Upgrade auf Windows 10 durchführt, spart Geld. Die DVD von Windows 10 Home kostet zurzeit etwa 135 Euro, die Pro-Version 279 Euro. OEM-Lizenzschlüssel ohne Datenträger sind im Onlinehandel allerdings für etwa 40 Euro (Home) bis 50 Euro (Pro) deutlich günstiger zu bekommen. Es ist davon auszugehen, dass diese Preise im Laufe der Zeit sinken werden. Für Windows 8.1 Pro gibt es Lizenzschlüssel bereits für unter 30 Euro, bei Windows 7 sind es knapp 20 Euro. Diese Lizenzen stammen meist aus den nicht genutzten Kontingenten der Hardwarehersteller, manchmal jedoch auch von unbekannten Quellen. Informieren Sie sich daher genau, bevor Sie einen Schlüssel bei einem möglicherweise unseriösen Händlern bestellen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Windows später nicht aktivieren lässt.

Schritt 1: Klicken Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools“, und gehen Sie auf die Registerkarte „VHD erstellen“. Legen Sie hinter „Größe (MB)“ die Größe der VHD-Datei fest. Für die Installation genügen beispielsweise 25 000 MB (25 GB). Hinter „Ziel“ legen Sie Laufwerk und Bezeichnung für die VHD-Datei fest, etwaC:\Win10.vhdx. Hinter „VHD-Type“ wählen Sie die Option „dynamisch“. Dann wird nur einen VHD-Datei mit minimaler Größe erstellt, was sehr schnell geht. Bei „fest“ wird dagegen eine Datei mit der gewählten Größe erzeugt. Das dauert deutlich länger, dafür läuft das System im VHD-Container dann schneller. Klicken Sie zum Abschluss auf „VHD-Script erstellen“.

Schritt 2: Booten Sie den PC mit dem Installationssystem von Windows 10 (Punkt 4). Drücken Sie die Tastenkombination Shift-F10, um eine Eingabeaufforderung zu öffnen.

Schritt 3: Durch Eingabe von beispielsweise C:, D: oder E:, jeweils mit der Enter-Taste bestätigt, wechseln Sie das Laufwerk. Mit dir lassen Sie sich den Inhalt anzeigen. Ermitteln Sie so, auf welchem Laufwerk die Datei VHD.bat liegt. Starten Sie diese durch Eingabe des Namens, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste.

Schritt 4: Die Batchdatei erstellt die VHD-Datei nach Ihren Vorgaben und weist ihr einen Laufwerksbuchstaben zu. Schließen Sie die Eingabeaufforderung und fahren Sie mit der Installation fort. Im Fenster „Wo möchten Sie Windows installieren?“ wählen Sie das Laufwerk mit der VHD-Datei. Die Partition trägt den Namen „Win10“. Lassen Sie sich nicht durch den Text hinter dem Ausrufungszeichen irritieren. Die Installation funktioniert trotzdem.

Wie auch sonst bei einer Parallelinstallation, richtet das Setup einen Bootmanager ein, über den Sie das gewünschte System ansteuern (-> Punkt 5).

Die VHD-Datei für die Installation erzeugen Sie im Installationssystem. Eine Eingabeaufforderung lässt sich hier über die Tastenkombination Shift-F10 aufrufen.
Vergrößern Die VHD-Datei für die Installation erzeugen Sie im Installationssystem. Eine Eingabeaufforderung lässt sich hier über die Tastenkombination Shift-F10 aufrufen.

7. Mit VHD-Datei von einem USB-Gerät booten

Sie können VHD-Dateien auch auf einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte ablegen und Windows 10 davon booten. Dabei müssen Sie jedoch anders vorgehen als in Punkt 6 beschrieben, weil Windows ein USB-Laufwerk nicht als Installationsziel akzeptiert. Sie benötigen ein USB-Gerät mit mindestens 32 GB Kapazität. Sichern Sie alle darauf befindlichen Daten, denn der Datenträger muss neu formatiert werden, damit Windows davon bootet.

Schritt 1: Wenn Sie in Punkt 1 eine ISO-Datei für die Installation von Windows 10 heruntergeladen haben, gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Vorbereitungen“, wählen die Option „ISO-Datei“ und geben dahinter den Speicherort der ISO-Datei an. Klicken Sie auf „Dateien kopieren“. Die entpackten Installationsdateien liegen danach in dem darunter angegebenen Ordner, beispielsweise „C:\pcwWinRebuilder\Files“.

Schritt 2: Gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools“ und dann auf die Registerkarte „Setup“. Klicken Sie auf „RMPrepUSB starten“. Wählen Sie das USB-Laufwerk im oberen Bereich des Fensters aus. Stellen Sie unter „3 Bootloader-Optionen“ die erste Option ein und wählen Sie unter „4 Dateisystem und Zusatzoptionen“ die Optionen „NTFS“ und „Boot as HDD“. Klicken Sie auf „6 Laufwerk bereitstellen“ und schließen Sie das Fenster.

Schritt 3: Klicken Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „WinNTSetup starten“. Klicken Sie rechts unten auf „VHD>>>“ und dann auf „Create“. Geben Sie unter „Location“ den Pfad zur neuen VHD-Datei auf dem USB-Gerät ein, beispielsweiseG:\Win10.vhdx. Legen Sie die Größe des Containers fest, beispielsweise auf 30 GB. Wählen Sie darunter für einen USB-Stick die Option „Fixed size“. Hier stehen Ihnen insgesamt wahrscheinlich nur 32 oder 64 GB zur Verfügung und es ist sicherer sowie schneller, gleich den gesamten Platz zu belegen. Wenn Sie das nicht wünschen, wählen Sie „Dynamically expanding“ (siehe Punkt 6, Schritt 1). Klicken Sie auf „OK“. WinNTSetup erstellt und formatiert die VHD-Datei und weist dieser auch gleich einen Laufwerksbuchstaben zu.

Das Windows-Setup verweigert scheinbar die Installation in einer VHD-Datei. Ignorieren Sie diese Meldung einfach. Es funktioniert trotzdem.
Vergrößern Das Windows-Setup verweigert scheinbar die Installation in einer VHD-Datei. Ignorieren Sie diese Meldung einfach. Es funktioniert trotzdem.

Schritt 4: Geben Sie in WinNTSetup unter „Select location of the install.wim file“ über die Schaltfläche „Search“ die Datei „Install.wim“ oder „Install.esd“ aus dem Verzeichnis „Sources“ der Windows-Installationsdateien an (siehe Schritt 1). Unter „Select location of the Boot device“ tragen Sie den Laufwerksbuchstaben des USB-Gerätes ein, beispielsweise „G:“ Unter „Select location of the installation drive“ gehört der Laufwerksbuchstabe der eingehängten VHD-Datei, beispielsweise „W:“ Im Bereich „Options“ wählen Sie hinter „Edition“ den Eintrag des zu installierenden Systems ein, beispielsweise „Windows 10 Pro“ oder „Windows 10 Home“. Klicken Sie auf „Setup“, prüfen Sie die Einstellungen und bestätigen Sie mit „OK“. Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Schritt 5: Booten Sie den Rechner vom USB-Stick, da auf diesem der Bootmanager für die VHD-Datei liegt. WinNTSetup hat bereits erledigt, wofür sonst das Setup-Programm bei der Windows-Installation sorgt. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm, um das Setup zu vervollständigen.

Die Aktivierung von Windows 10 erfolgt auch bei dieser Methode über den Produktschlüssel von Windows 7, 8 oder 8.1 – beziehungsweise automatisch, wenn der Schlüssel in der Firmware hinterlegt ist.

8. System von der VHD-Datei auf die Festplatte übertragen

Windows 10 hat Sie inzwischen überzeugt und Sie wollen das System aus der VHD-Datei statt des bisherigen Windows verwenden? Dann transportieren Sie den Inhalt des Containers auf die Festplatte. Ihnen steht dann mehr Platz zur Verfügung und Windows läuft etwas schneller.

Sie können allerdings das laufende System nicht ohne Weiteres durch den Inhalt der VHD-Datei ersetzen. Sie benötigen dafür ein Zweitsystem. Wir schlagen vor, einen anderen PC für den Transfer zu verwenden und die Systemfestplatte vorübergehend in diesen einzubauen oder per USB-Adapter anzuschließen.

Über das Tool WinNtSetup kopieren Sie Windows 10 in eine zuvor bereitgestelte VHD-Datei und richten den Bootmanager auf dem USB-Stick ein.
Vergrößern Über das Tool WinNtSetup kopieren Sie Windows 10 in eine zuvor bereitgestelte VHD-Datei und richten den Bootmanager auf dem USB-Stick ein.

Schritt 1: Hängen Sie die VHD-Datei mit Windows 10 in das Dateisystem ein. Unter Windows 8 verwenden Sie dazu im Windows-Explorer den Kontextmenüpunkt „Bereitstellen“. Windows-7-Nutzer rufen die Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) auf und gehen auf „Aktion -> Virtuelle Festplatte anfügen“.

Schritt 2: Klicken Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools“ und gehen Sie auf „WIM erfassen“. Wählen Sie den Laufwerksbuchstaben der eingehängten VHD-Datei aus und geben Sie hinter „Ziel-Wim“ einen Speicherort und einen Namen für die WIM-Datei an. Hinter „Name“ tippen Sie eine Bezeichnung ein, beispielsweiseWin10. Klicken Sie auf „Wim-Capture starten“.

Schritt 3: Kopieren Sie die erzeugte WIM-Datei und das Verzeichnis von PC-WELT Windows-Rebuilder auf einen anderen PC. Verbinden Sie die Festplatte, von der Sie in Zukunft Windows 10 starten möchten, mit diesem PC. Sind darauf Daten vorhanden, erstellen Sie jetzt ein Backup (Punkt 3).

Schritt 4: Verwenden Sie Minitool Partition Wizard , um alle Partitionen auf der Zielfestplatte zu löschen. Erstellen Sie eine neue NTFS-Partition. Gehen Sie im Kontextmenü auf „Set active“. Wenden Sie die Änderungen per Klick auf „Apply“ an.

Schritt 5: Gehen Sie so vor, wie bereits in Punkt 7, Schritt 4, beschrieben. Unter „Select location of the install.wim file“ wählen Sie die hier oben in Schritt 2 erstellte WIM-Datei. Als Boot-und Installationslaufwerk geben Sie jeweils die Zielfestplatte an.

Bauen Sie die Festplatte wieder in den ursprünglichen PC ein. Windows 10 startet jetzt von der Festplatte wie zuvor aus der VHD-Datei. Das System bleibt aktiviert, weil sich die Hardware nur unwesentlich geändert hat (Festplatte statt VHD).

Erstellen Sie zuerst ein Backup des VHD-Inhalts in einer WIM-Datei. Mit WinNtSetup übertragen Sie das Backup dann auf eine leere, formatierte Partition.
Vergrößern Erstellen Sie zuerst ein Backup des VHD-Inhalts in einer WIM-Datei. Mit WinNtSetup übertragen Sie das Backup dann auf eine leere, formatierte Partition.

9. Windows 10 in einer virtuellen Maschine aufbewahren

Dieser Abschnitt ist für Benutzer interessant, die eine unbenutzte Lizenz von Windows 7 oder 8 besitzen, die auf keinem PC aktiviert ist, etwa nach dem Umstieg auf Linux. Wer hier Windows nur für bestimmte Aufgaben nutzt, ansonsten aber Linux, kann Windows 10 in einer virtuellen Maschine installieren und aktivieren. Das hat zudem den Vorteil, dass sich Windows 10 auch nach einem Wechsel der Hardware dauerhaft nutzen lässt, also auf jedem beliebigen PC. Entscheidend ist nur, dass sich die virtuelle Hardware der virtuellen Maschine nicht ändert.

Die Installation von Windows in einer virtuellen Maschine mit Virtualbox haben wir in diesem Ratgeber beschrieben. Ist hier bereits Windows 7 oder 8 installiert und aktiviert, können Sie auf Windows 10 upgraden oder das System neu installieren.

Über „Datei -> Appliance exportieren“ im Hauptfenster legen Sie eine Sicherung der virtuellen Maschine in einer OVF-Datei an. Daraus erstellen Sie bei Bedarf auf einem anderen PC über „Datei -> Appliance importieren“ eine neue virtuelle Maschine. Starten Sie diese jedoch nicht. Denn beim Import hat sich die Hardware-ID geändert, wodurch die Aktivierung von Windows 10 verfallen würde.

Ermitteln Sie zuerst die Original-Hardware-ID. Dazu öffnen Sie auf dem PC mit der ursprünglichen virtuellen Maschine unter Linux ein Terminalfenster. Führen Sie beispielsweise folgende Befehlszeile aus:

vboxmanage showvminfo „/home/User/VMs/Win10.vbox“ -details

Windows-Nutzer verwenden beispielsweise folgende Zeile in einer Eingabeaufforderung:

„C:\Program Files\Oracle\Virtual Box\VBoxManage.exe“ showvminfo „C:\VMs\Win10.vbox“ -details

Passen Sie alle Pfade entsprechend der Installation auf Ihrem PC an. Notieren Sie sich den Wert, den Vboxmanage hinter „Hardware UUID:“ ausgibt.

Auf dem PC mit der importierten OVF-Datei führen Sie unter Linux folgenden Befehl aus:

vboxmanage modifyvm „/home/User/VMs/Win10.vbox“ --hardwareuuid „ID“

Windows-Nutzer passen die Pfade auch bei dieser Befehlszeile wieder entsprechend an. „ID“ ersetzen Sie durch den zuvor für „Hardware UUID“ ermittelten Wert. Starten Sie jetzt Windows 10 in der virtuellen Maschine. Das System ist weiter aktiviert, weil sich die virtuelle Hardware nicht geändert hat.

Video-Tutorial: Windows-Start beschleunigen - so geht's
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