Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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So nutzen Sie das Windows-10-Startmenü optimal

22.07.2016 | 08:09 Uhr |

Die Nutzer wollten es wiederhaben, Microsoft hat darauf reagiert: Das mit Windows 8/8.1 verbannte Startmenü wurde reaktiviert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie davon in der Praxis profitieren.

Keine Frage: Einer der Hauptgründe für den Misserfolg von Windows 8/8.1 dürfte der Verzicht auf das Startmenü gewesen sein. Dabei hat Microsoft bei der Einführung von Windows 95 keine Kosten gescheut, um das Startmenü als eine der wichtigsten Neuerungen zu präsentieren: Im damaligen Werbefilmchen, das immer noch auf Youtube zu finden ist, lief als Hintergrundmusik der Rolling-Stones-Klassiker „ Start me up “…

Fast auf den Tag genau 20 Jahre später kommuniziert Microsoft die Rückkehr des Startmenüs als eines der Killer-Features von Windows 10 in den ab Sommer überarbeiteten Redstone-Builds. Und dies ist nicht einmal übertrieben, da Windows 10 die besten Eigenschaften des klassischen Startmenüs mit den – zweifelsfrei vorhandenen – positiven Merkmalen der vielfach gescholtenen Kacheloberfläche kombiniert. Und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Das neue Startmenü erleichtert den Zugriff auf alle installierten Windows-Apps und Desktop-Programme und bietet darüber hinaus auch zahlreiche Informationen. Dafür zuständig sind die mit Windows 8 eingeführten Live-Kacheln. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, was das neue Startmenü in der Praxis bringt und wie Sie es an Ihre Wünsche anpassen. Darüber hinaus gehen wir auch auf die wichtigsten Neuerungen der Taskleiste ein.

Siehe auch: Acht TIpps, um Windows 10 optimal einzurichten

Das dreigeteilte Startmenü bringt viele Vorteile zurück

Über die Buchstabentastatur, die Sie per Klick auf die Überschrift ?Meistverwendet? öffnen, springen Sie direkt zu einem Buchstaben.
Vergrößern Über die Buchstabentastatur, die Sie per Klick auf die Überschrift ?Meistverwendet? öffnen, springen Sie direkt zu einem Buchstaben.

Das Startmenü wird wie in der Vor-Windows- 8-Zeit per Klick auf die Windows-Fahne respektive die Windows-Taste geöffnet. Das Aussehen dieser essenziellen Komponente hat sich im Laufe des letzten Jahres – basierend auf dem Feedback der Preview-Nutzer – immer wieder verändert. In der finalen Version ist das Startmenü dreigeteilt: Über die Symbole in der linken Spalte greifen Sie auf die Kontoeinstellungen, den Explorer und die Einstellungen zu. Ein Klick auf das Icon „Ein/Aus“ bringt die Befehle „Energie sparen“, „Herunterfahren“ und „Neu starten“ zum Vorschein. Diesen Bereich können Sie übrigens per Klick auf das Symbol mit den drei waagrechten Linien erweitern.

Im mittleren Bereich sind die Verknüpfungen zu allen installierten Apps und Anwendungen alphabetisch aufgeführt; ganz oben in der Liste sind die meistverwendeten Elemente zusammengefasst. Diese Anordnung entspricht dem klassischen, mit Windows 95 eingeführten Startmenü. Gut: Platzieren Sie den Mauszeiger über der Liste und drücken Sie dann etwa auf die Taste N, wird sofort der erste Startmenüeintrag, der mit diesem Buchstaben beginnt, markiert. Auf diesem Wege müssen Sie nicht immer durch die komplette Liste blättern, um eine App oder Anwendung zu starten. Eine weitere Möglichkeit zum schnellen Zugriff: Klicken Sie auf „Meistverwendet“, um zur Buchstabentastatur zu wechseln und einen Anfangsbuchstaben auszuwählen.

Für die statischen und dynamischen Kacheln ist hingegen der rechte Bereich reserviert. In der Grundeinstellung finden sich hier nahezu alle zum Lieferumfang von Windows 10 gehörenden Apps, darunter auch Begleiter für Telefone, Xbox und Skype-Video. Ihre erste Aufgabe besteht also darin, überflüssige Kacheln aus dem Startmenü zu entfernen, die Größe der Kacheln anzupassen und thematisch passende zu Gruppen zusammenzufassen.

Startmenü von Windows 10 erweitern - so geht's

Kacheln entfernen, hinzufügen und anpassen so einfach wie nie

In den ?Windows-Einstellungen? stehen einige Optionen zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie das Startmenü an Ihre Wünsche anpassen können.
Vergrößern In den ?Windows-Einstellungen? stehen einige Optionen zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie das Startmenü an Ihre Wünsche anpassen können.

Nehmen Sie die Personalisierung des Startmenüs gleich nach der Installation von Windows 10 in Angriff. Um Kacheln aus dem Startmenü zu entfernen, klicken Sie das entsprechende Element mit der rechten Maustaste an und entscheiden sich im Kontextmenü für „Von „Start“ lösen“. Repräsentiert die Kachel eine App, die nicht so tief im System integriert ist, zum Beispiel Begleiter für Telefone, Nachrichten oder Skype-Video, können Sie die dazugehörige App direkt über das Startmenü entfernen, indem Sie im Kontextmenü den Befehl „Deinstallieren“ wählen und das Löschen bestätigen.

Nachdem Sie alles Überflüssige aus dem Startmenü verbannt haben, steht Ihnen für die wichtigen Kacheln wesentlich mehr Platz zur Verfügung. Diesen können Sie ausnutzen, um die Größe der Elemente anzupassen. Erster Kandidat hierfür dürfte die Wetter-App sein, die in der Grundeinstellung von einer mittelgroßen Kachel (1×1-Raster) repräsentiert wird. Klicken Sie „Wetter“ mit der rechten Maustaste an und wählen Sie erst „Größe ändern“ und dann „Breit“, um die Kachelbreite zu verdoppeln (1×2-Raster). Entscheiden Sie sich hingegen für „Groß“, werden sowohl Breite als auch Höhe der Kachel verdoppelt (2×2-Raster). Nicht vergessen: Die gewählte Größe wirkt sich nicht nur auf die Optik aus. Denn da es sich bei Wetter um eine Live-Kachel handelt, die aktuelle Infos anzeigt, bedeutet mehr Platz auch mehr Informationen. Entscheiden Sie sich für „Breit“, zeigt die Kachel im Wechsel das aktuelle Wetter und die Vorhersage für die nächsten drei Tage an. Die große Kachel blendet hingegen die Fünf-Tage-Prognose ein.

Windows 10 im Test: Alle Funktionen im Detail

Praktisch ist auch, dass immer mehr Dritthersteller-Apps Live-Kacheln unterstützen. Beispiel Fitbit : Nutzer eines Aktivitätstrackers dieses Herstellers, die die Windows-10-App einsetzen, um die mit dem Fitnessarmband erfassten Daten zu verwalten, können die App dahingehend konfigurieren, dass sie wichtige Informationen direkt im Startmenü anzeigt. Somit genügt ein Klick auf die Windows-Fahne, um einen Blick auf die zu Fuß zurückgelegte Strecke oder die Anzahl der nach oben gestiegenen Stockwerke zu werfen.

Windows 10 mit aufgebohrter Taskleiste

Aussehen, Position und Funktionsumfang der Taskleiste lassen sich ganz einfach anpassen.
Vergrößern Aussehen, Position und Funktionsumfang der Taskleiste lassen sich ganz einfach anpassen.

PC-Anwender, die bereits vor Windows 8/8.1 mit dem Microsoft-Betriebssystem gearbeitet haben, fällt mit Sicherheit auch die überarbeitete Taskleiste auf. Neu hinzugekommen sind das kombinierte Such-/Cortana-Eingabefeld, die als „Taskansicht“ bezeichnete Schaltfläche für den Umgang mit virtuellen Desktops und natürlich die in der Systray platzierten Symbole „Windows Ink-Arbeitsbereich“ und „Benachrichtigungen“. Die Konfiguration der Taskleiste erfolgt nach wie vor per Rechtsklick auf einen freien Bereich und Wahl des Befehls „Einstellungen“. Im daraufhin geöffneten Bereich der „Windows-Einstellungen“ legen Sie unter anderem fest, ob die Taskleiste automatisch ausgeblendet und wählen aus, ob das Element unten, oben, rechts oder links angezeigt werden soll. Wer eine kompakte Version der Taskleiste bevorzugt, ruft per Rechtsklick an eine freie Stelle das Kontextmenü auf und entfernt die Häkchen bei „Taskansicht-Schaltfläche anzeigen“, „Windows Ink-Arbeitsbereich anzeigen (Schaltfläche)“ und „Bildschirmtastatur anzeigen (Schaltfläche)“. Das Cortana-Eingabefeld deaktivieren Sie über „Cortana“ und „Cortana-Symbol anzeigen“.

Kacheln für mehr Übersicht zu Gruppen zusammenfassen

Per Rechtsklick auf die Windows-Fahne rufen Sie das Kontextmenü auf, das Ihnen den schnellen Zugriff auf wichtige Systemeinstellungen bietet.
Vergrößern Per Rechtsklick auf die Windows-Fahne rufen Sie das Kontextmenü auf, das Ihnen den schnellen Zugriff auf wichtige Systemeinstellungen bietet.

Eine weitere Möglichkeit, um das Startmenü aufzuräumen, führt über das Gruppieren von Kacheln. Gleich nach der Installation von Windows 10 spielt diese Variante zwar keine so große Rolle, da kaum Apps und Anwendungen eingespielt sind, doch spätestens nach der Installation von Office, ist es ratsam, Word, Excel und Co. zu einer Gruppe zusammenzufassen.

Ziehen Sie eine Kachel, zum Beispiel Word, bei gedrückter linker Maustaste an eine freie Stelle. Sobald ein blaues Rechteck, das einen Separator visualisiert, zu sehen ist, lassen Sie die Kachel los. Ziehen Sie dann die anderen Kacheln neben das Word-Symbol. Platzieren Sie dann den Mauszeiger auf der leeren Fläche über den soeben angeordneten Kacheln, wird „Gruppe benennen“ angezeigt. Klicken Sie darauf, geben Sie die gewünschte Bezeichnung ein, etwa „Office 2016“, und bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Die neue Gruppe können Sie nun an beliebiger Stelle anordnen, indem Sie mit dem Mauszeiger über den Namen fahren, auf das daraufhin angezeigte Symbol mit den zwei waagrechten Linien klicken, und die Gruppe per Drag & Drop an eine beliebige Stelle verschieben. Noch einfacher ist es, weitere Elemente als Kacheln im Startmenü zu verankern. Klicken Sie einen beliebigen Startmenüeintrag mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü „An „Start“ hinzufügen“, um eine Verknüpfung anzulegen. Interessant ist hierbei, dass sich nicht nur Apps und Anwendungen im Startmenü verankern lassen. Sie können auch beliebige Verknüpfungen zu Ordnern, oft benötigten Dateien und sogar Funktionen anlegen. Letzteres gestattet es Ihnen, direkt aus dem Startmenü auf Windows-Einstellungen wie „Anmeldeoptionen“ zuzugreifen.

Kacheln lassen sich nicht nur beliebig anordnen, sondern auch zu Gruppen zusammenfassen, was die Übersichtlichkeit des Startmenüs erhöht.
Vergrößern Kacheln lassen sich nicht nur beliebig anordnen, sondern auch zu Gruppen zusammenfassen, was die Übersichtlichkeit des Startmenüs erhöht.

Kacheln, die ja wiederum nichts weiter als Verknüpfungen darstellen, lassen sich übrigens auch auf dem Desktop ablegen – als Verknüpfungen. Dazu ziehen Sie einfach eine Kachel aus dem Startmenü mit der Maus auf den Desktop, lassen das Element los und bestätigen die Nachfrage.

Der große Test: So schnell ist Windows 10

Das Startmenü im reduzierten Tabletmodus nutzen

Vier unterschiedliche Größen stehen für Live-Kacheln zur Auswahl ? je größer die Kachel, desto mehr Informationen werden angezeigt.
Vergrößern Vier unterschiedliche Größen stehen für Live-Kacheln zur Auswahl ? je größer die Kachel, desto mehr Informationen werden angezeigt.

Interessant für Anwender, die Windows 10 auf einem 2-in-1-Gerät oder Convertible nutzen: Wechselt das Gerät in den Tabletmodus, passt sich das Startmenü automatisch an. In der Praxis bedeutet dies, dass das Startmenü im Vollbild angezeigt wird, was die Bedienung mittels Fingerspitzen wesentlich erleichtert. Sie können diesen Modus aber auch manuell aktivieren, indem Sie mit der Tastenkombination Windows+A das „Info-Center“ öffnen und auf die Schaltfläche „Tabletmodus“ klicken. Die dritte Möglichkeit führt über die Windows-Einstellungen, an die Sie aus dem Startmenü über einen Klick auf das Symbol „Einstellungen“ gelangen. Wählen Sie erst „Personalisierung“, dann „Start“ und aktivieren Sie „Menü „Start“ im Vollbildmodus verwenden“.

Im Startmenü lassen sich nicht nur Apps, Anwendungen und Ordner integrieren ? auch Verknüpfungen zu Systemfunktionen können angelegt werden.
Vergrößern Im Startmenü lassen sich nicht nur Apps, Anwendungen und Ordner integrieren ? auch Verknüpfungen zu Systemfunktionen können angelegt werden.

Mithilfe der anderen in diesem Dialog zusammengefassten Optionen können Sie das Startmenü an Ihre Wünsche anpassen. Ratsam ist es etwa, „Gelegentliche Vorschläge im Menü „Start“ anzeigen“ auszuschalten, um zu verhindern, dass von Microsoft empfohlene Apps im Startmenü auftauchen. Um die optischen Einstellungen des Startmenüs zu verändern, entscheiden Sie sich im Bereich „Personalisierung“ für „Farben“. Anschließend legen Sie die gewünschte „Akzentfarbe“ fest, schalten die „Transparenz“ aus und ein und wählen aus, ob Sie eine helle oder dunkle Startmenü-Darstellung bevorzugen.

Gut zu wissen: Klicken Sie die Windows-Fahne mit der rechten Maustaste an, erhalten Sie schnellen Zugriff auf wichtige System- und Windows-Einstellungen, darunter die „Energieoptionen“, den „Geräte-Manager“ und die „Eingabeaufforderung“.

Video-Tutorial: Windows-Start beschleunigen - so geht's
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