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Heute vor 30 Jahren

Von Windows 1 bis 10: Die Geschichte von Windows

30.01.2016 | 09:33 Uhr |

Microsoft stellte Windows 1.0 am 20. November 1985 vor. Also heute vor 30 Jahren. Zum Jubiläum zeigen wir die Geschichte von Windows von damals bis zu Windows 10 im Zeitraffer.

2015 ist für Microsoft ein vielfaches Jubiläumsjahr: Das Unternehmen Microsoft feierte seinen 40. Geburtstag, Firmengründer Bill Gates wurde kürzlich 60 Jahre alt und am 20. November wird Windows 30 Jahre alt. Ein Blick zurück.

Windows 1.0: DOS bekommt grafischen Aufsatz

1985: „BELLEVUE, WASHINGTON--November 20, 1985--Microsoft Corporation announced today the retail shipment of the Microsoft Windows operating environment to dealers and distributors.”

Der Windows 1.0-Desktop
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© Microsoft

Mit diesen Worten kündigt Microsoft am 20. November 1985 das Erscheinen von Windows 1.0 an. Bis dahin war MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) das Betriebssystem von Microsoft für IBM-PCs.

Windows 1.0 benötigt eine Grafikkarte und 256 KB Hauptspeicher. Das entspricht der Menge von 66 Schreibmaschinenseiten. Zum Vergleich: Windows 10 verlangt nach gut 8 GB Platz auf der Festplatte. Übrigens: Microsoft Word gab es zu diesem Zeitpunkt schon eine Weile.

Das erste Windows wird damals als sogenannter grafischer Aufsatz für das Betriebssystem MS-DOS verkauft. Ziel des noch jungen Unternehmens Microsoft mit seinem Chef und Gründer Bill Gates ist es, die Bedienung von DOS-PCs einfacher zu machen: Die Anwender müssen nicht mehr für alle Aktivitäten Kommandozeilen-Befehle eintippen.

Der „Interface Manager“ – wie Windows ursprünglich hieß – bringt neben der Dateiverwaltung eine kleine Textverarbeitung, ein Zeichenprogramm, einen Karteikasten, einen Kalender, eine Uhr und einige Service-Programme auf den Desktop.

Der Windows 2.0-Desktop
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© Microsoft

Windows 2.0 kommt 1987

Am 9. Dezember 1987 veröffentlicht Microsoft Windows 2.0 mit Desktop-Symbolen und Expansionsspeicher. Dank verbesserter Grafikunterstützung können die Nutzer nun Fenster überlappend anordnen, das Bildschirmlayout steuern und Tastenkombinationen verwenden, um ihre Arbeit schneller zu erledigen. Windows 2.0 wurde für den Intel 286-Prozessor entwickelt.

Bill Gates präsentiert das frisch veröffentlichte Windows 3.0
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© Microsoft

Windows 3.0/3.1: Betriebssystem mit 16 Farben

1990 kommt Windows 3.0 auf den Markt. 1992 folgt Windows 3.1. Am Pariser Flughafen Orly verrichten bis heute Windows-3.1-Rechner ihre Arbeit, wie der jüngste Ausfall zeigt.

Windows 3.1: Vor dem Windows Explorer gab es den Programm-Manager, in dem sich Anwendungen auf jede erdenkliche Weise gruppieren und sammeln ließen.
Vergrößern Windows 3.1: Vor dem Windows Explorer gab es den Programm-Manager, in dem sich Anwendungen auf jede erdenkliche Weise gruppieren und sammeln ließen.
© Microsoft

Von beiden Systemen gehen in den ersten zwei Jahren insgesamt zehn Millionen Exemplare über die Ladentische, wie Microsoft stolz verkündet. Windows bietet nun eine höhere Leistung, erweiterte Grafikoptionen mit 16 Farben und optisch verbesserte Symbole. Anwender erfreuen sich an einer modernen Oberfläche mit Icons im 3D-Look und an neuen Programmen für das weiterentwickelte Betriebssystem. Die heute noch beliebten Kult-Spiele Solitaire, Hearts und Minesweeper machen Windows nun auch zu Hause zu einem Thema. Aus technischer Sicht ist Windows aber nach wie vor ein Aufsatz für DOS.

Mit Windows 3.0 statten Hardwarehersteller erstmals ihre Rechner ab Werk mit Windows aus.

Windows 95: Bringt den PC ins Wohnzimmer
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© Microsoft

Windows 95: Bringt den PC ins Wohnzimmer

Als Windows 95 im Sommer 1995 auf einer Großveranstaltung in Redmond offiziell vorgestellt wird, ist die versammelte Weltpresse vor Ort. Der Launch wird begleitet vom Rolling Stones-Hit „Start me Up“, das wichtigste Thema seinerzeit ist das Internet. Die dringlichste Aufgabe, die ein Betriebssystem zu erfüllen hat, ist also die Kommunikation: „Mehr als die Hälfte aller neuen Funktionen in Windows 95 drehen sich um Kommunikation, zum Beispiel elektronischer Nachrichtenaustausch (Electronic Mail), Internet-Zugang und die Möglichkeiten, sich dezentral in sein System einzuwählen“, sagt Bill Gates auf der CeBIT 1995.

Bill Gates stellt Windows 95 vor
Vergrößern Bill Gates stellt Windows 95 vor
© Microsoft

Windows 95 lässt nun die gleichzeitige Ausführung mehrerer Programme zu: Präemptives Multitasking. Zur Laufzeit von Windows 95 erscheint auch der Internet Explorer für das Surfen im Web. Außerdem sind nun längere Dateinamen möglich und es gibt 32 Bit. Einstellungen nimmt man nicht mehr in ini-Dateien vor, sondern in der Registry. Windows 95 führt das Startmenü, die Taskleiste sowie Schaltflächen zum „Minimieren“, „Maximieren“ und „Schließen“ ein. Neu sind auch die Plug & Play-Funktionen, die das Installieren von Hardware und Software vereinfachen. Das 32-Bit-Betriebssystem bietet zudem erweiterte Multimedia-Funktionen.

Auch wenn Windows 95 ein eigenständiges Betriebssystem ist, benötigt es immer noch einige DOS-Technologien. Und Windows 95 läuft keineswegs stabil, Abstürze gehören für Windows-Anwender einfach dazu.

Das tut dem Verkaufserfolg aber keinen Abbruch: Bereits im ersten Jahr verkauft Microsoft rund 40 Millionen Exemplare.

Der Windows 98-Desktop
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Windows 98: Windows im Zeitalter der ersten Internetcafés

Drei Jahre nach Windows 95 bringt Microsoft 1998 den Nachfolger auf den Markt. Windows 98 bietet vereinfachten Zugang ins Internet, unterstützt nun auch das Lesen und Schreiben von DVDs sowie die automatische Hardwareerkennung vieler USB-Geräte (Universal Serial Bus). Neu ist die Schnellstartleiste („Taskleiste“), über die sich Windows-Programme schneller ausführen lassen als über das Startmenü.

Der Durchbruch im Markt gelingt dann mit Windows 98 Second Edition (SE). Damit setzt Microsoft erstmalig auf die CD-ROM und verabschiedet sich von Disketten als Installationsmedium. Allerdings benötigen die Anwender noch eine Bootdiskette mit CD-ROM-Treibern, weil die Retail-CDs von Windows 98 selbst nicht bootfähig sind. Und Blue-Screens gehören nach wie vor zum Alltag von Windows-Anwendern.

Windows 98 ist die letzte auf MS-DOS basierende Version des Betriebssystems.

Windows 2000: Vereinheitlicht die Unternehmenslösungen von Windows

Schon 1993 hatte Microsoft mit Windows NT ein Betriebssystem auf den Markt gebracht, das die Anforderungen von Firmen an Geschäftscomputer erfüllen sollte. Das Betriebssystem Windows 2000 Professional bietet Unternehmen nun eine einheitliche Plattform für ihre IT. Auf Basis des Codes von Windows NT Workstation 4.0 bietet Windows 2000 vor allem größere Zuverlässigkeit und bessere Bedienbarkeit. Microsoft vereinfacht mit breitem Support für USB-Geräte sowie neuen Netzwerk- und drahtlosen Produkten auch die Hardwareinstallation.

Windows Me: Keine Begeisterung

Das im Jahr 2000 erscheinende Windows Me besitzt erstmals eine Systemwiederherstellung, eine Funktion, mit dem die Konfiguration der PC-Software auf einen Zeitpunkt vor Auftreten eines Problems zurückgesetzt werden kann. Movie Maker bietet Benutzern Tools für das digitale Bearbeiten, Speichern und Freigeben von Heimvideos. Und mithilfe der Technologien von Microsoft Windows Media Player 7 können digitale Medien durchsucht, organisiert und wiedergegeben werden. Doch: Die Anwender sind wenig begeistert von Windows Me.

Technisch gesehen war Windows Me das letzte Microsoft-Betriebssystem auf Grundlage der Windows-95-Codebasis. Microsoft kündigte damals an, dass alle zukünftigen Betriebssystemprodukte auf dem Windows NT- und Windows 2000-Kernel basieren würden.

Der Windows XP Home Edition-Desktop
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Windows XP: Gemeinsamer Code für alle Nutzer

Am 25. Oktober 2001 kommt Windows XP auf den Markt. Erst mit Windows XP gibt es eine gemeinsame Code-Basis für Windows für Endanwender und Windows für Server und Unternehmen (ehemals Windows NT). Mit XP wird Windows deutlich absturzsicherer und der Blue Screen seltener.

Für Microsoft wird das Betriebssystem in den folgenden Jahren zum meistverkauften Windows aller Zeiten. Die Navigation im Startmenü, in der Taskleiste und in der Systemsteuerung empfinden viele Nutzer als intuitiv – und wollen viele Jahre später ihr Windows XP nicht gegen Windows 8 eintauschen.

Microsoft stellt nun auch regelmäßig Sicherheitsupdates online bereit und ruft 2002 die Initiative Trustworthy Computing ins Leben.

Mit Windows XP integriert Microsoft im Jahr 2001 immer stärker auch digitale Unterhaltungsmedien. Spätere Varianten von Windows XP wie die Media Center Edition sind sogar über eine Fernbedienung steuerbar.

Windows XP gibt es in zwei Varianten: „Home“ und „Professional“. Windows XP Home kommt mit Netzwerkinstallations-Assistenten, Windows Media Player, Windows Movie Maker sowie erweiterten Funktionen für digitale Fotos. Windows XP Professional enthält zusätzliche Funktionen speziell für den Einsatz in Unternehmen.

Windows XP besteht aus 45 Millionen Codezeilen.

Der Windows Vista-Desktop
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Windows Vista: Bei den Anwendern gefloppt

Im Januar 2007 lüftet Microsoft das Geheimnis hinter dem neuen Betriebssystem mit dem Codenamen „Longhorn“: Windows Vista mit dem neuen „Aero“-Design. Microsoft hat dafür die Start- und Taskleiste neu gestaltet. Die Benutzerkontensteuerung sorgt dafür, dass potenzielle Schadsoftware keine Änderungen am Computer vornimmt.

Die Begeisterung der Windows-Anwender hält sich in Grenzen. Vista kann ebenso wie Windows Me und Windows 8/8.1 als Flop bezeichnet werden.

Der Windows 7-Desktop
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Windows 7: Der erste Schritt auf dem Weg in die Cloud

2009 erscheint Windows 7, zusammen mit den Windows Live Services und der „Online-Festplatte“ Skydrive, wie Onedrive damals noch heißt, bevor Microsoft wegen juristischer Probleme den Namen für seinen Onlinespeicher ändern muss.
 
Windows 7 wird ein riesiger Erfolg. Und gleichzeitig der Sargnagel für seinen Nachfolger Windows 8, den kein Mensch will.

Windows 8 – jetzt mit Apps und Kacheln
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© Microsoft

Windows 8: Für den mobilen Einsatz per Touch optimiert

2012 holt Microsoft die Kacheln aus dem Badezimmer auf den Windows-Desktop - mit Windows 8 und den Apps in Kachelform. Windows lässt sich nun auch per Touch-Eingabe bedienen. Zudem wird der Windows Store integriert, der das Herunterladen von Apps ermöglicht.

Microsoft will so Desktop-PCs, Notebooks und Tablets (bei denen Windows keine große Rolle spielt) zusammenführen. Nur: Die Nutzer zeigen Windows 8 die kalte Schulter. Mit dem nachgeschobenen Windows 8.1 versucht Microsoft, die schlimmsten Fehler von Windows 8 zu korrigieren und bringt auch wieder einen Startbutton.

Windows 10: Ein neuer Anlauf
Im Juli 2015 veröffentlicht Microsoft eine neue Generation seines Betriebssystems: Windows 10. Es bietet eine einheitliche Software-Plattform für alle Geräte und berücksichtigt dabei die spezifischen Eigenschaften von Tablets, Notebooks, Smartphones und der Xbox bis hin zum Internet der Dinge sowie der Entwicklung von Hologrammen. Entwickler erstellen für Windows 10 nur noch eine Anwendung für die Nutzung auf allen Windows-Geräten, sogenannte Universal Apps, die über den Windows Store verfügbar sind.

Neu sind Microsofts persönliche digitale Assistentin Cortana und der Browser Edge. Und das Startmenü ist auch wieder da.

Windows 10 ist seit dem 29. Juli 2015 in 190 Ländern weltweit für qualifizierte Windows-7- und Windows-8.1-Geräte als kostenloses Upgrade verfügbar. Windows-10-Nutzer erhalten seit dem 12. November das erste große Update im Rahmen von Windows-as-a-Service kostenlos und automatisch auf ihren PCs und Tablets.

Diese Uralt-Technik ist noch immer in Gebrauch

Tipp: Wer sich lieber mit Apple-Rechnern beschäftigt, wird hier fündig: Die wichtigsten Apple-Rechner der IT-Geschichte.

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