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Win 98, ME, 2000, XP: Passende Cluster

Sie müssen eine nagelneue Festplatte formatieren oder möchten die bisherige ungünstige Formatierung einer bereits vorhandenen Platte korrigieren. Wir erklären Ihnen, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Mittel

Problem:

Sie müssen eine nagelneue Festplatte formatieren oder möchten die bisherige ungünstige Formatierung einer bereits vorhandenen Platte korrigieren.

Lösung:

Als Handwerkszeug verwenden Sie auf der Kommandozeile Format.COM, unter Windows 2000/XP gehen Sie besser via "Arbeitsplatz, Verwalten" in die Datenträgerverwaltung. Diese lässt - anders als das Menü "Formatieren" im Windows-Explorer - eine freie Wahl der Cluster-Größe zu. Der "format"-Befehl leistet das mit dem Parameter /a ebenfalls. Die alte Version von Format.COM aus Windows 98/ME bietet die Möglichkeit nur eingeschränkt mit dem undokumentierten Schalter /z.

Die ideale Cluster-Größe gibt es nicht: Große Cluster verschwenden Platz, kleine fördern die Fragmentierung der Daten und verringern damit die Leistung. Beide Kriterien relativieren sich aber angesichts der aktuellen Preise pro Gigabyte sowie der Leistungs- und Cache-Werte der Festplatten, die auch ungünstige Cluster und Fragmentierung locker kompensieren. Daher können Sie auf großen, neueren Platten mit mittleren Cluster-Werten (4 KB unter NTFS, 8 oder 16 KB unter FAT32) wenig falsch machen. So gibt Windows für 40 GB unter NTFS 4 KB vor.

Klarere Regeln gelten nur für spezielle Fälle:

1. Kleine, alte und langsame Platten leisten eindeutig mehr mit großen Clustern, und das am besten unter dem einfacheren FAT32.

2. Hat eine Partition ausschließlich sehr kleine Dateien (Texte) zu verwalten, und das in großer Zahl und Menge, empfiehlt sich eine geringe Cluster-Größe (1-2 KB) unter NTFS. (siehe: "Cluster-Verschnitt" unten)

3. Analog verursacht auf einer Platte, die nur Audio- und Videodaten enthält, eine Cluster-Größe von 16 KB oder mehr kaum Verluste und erspart die - sowieso meist überflüssige - Defragmentierung.

Cluster-Größen
Jedes Betriebssystem verwaltet Festplatten anhand von Clustern (Zuordnungseinheiten). Die Größe eines einzelnen Clusters wird durch die Formatierung festgelegt und reicht von minimal 512 Byte bis maximal 256 KB. Windows-Tools, die die Cluster-Größe ermitteln, sind rar: Chkdsk.EXE kann's in jeder Windows-Version, unter Windows XP hilft außerdem:

fsutil fsinfo ntfsinfo c:

Der Befehl funktioniert allerdings nur auf NTFS-Partitionen. Eine schnelle Alternative für alle Windows-Versionen bietet unser einfaches Script :pcwCluster.VBS . Es zeigt nach Doppelklick das Dateisystem und die Cluster-Größe aller lokalen Laufwerke an.

Cluster-Verschnitt
Eine Datei mit 100 KB erfordert bei einer Cluster-Größe von 16 KB sieben Cluster, belegt also statt 100 ganze 112 KB. Schlimm? Bei Preisen von 50 Cent für 1 GB ist dieses Thema eigentlich keines mehr. Ganz seltene Ausnahmen mit sehr vielen kleinen Dateien gibt es, wo der Verschnitt 50 Prozent und mehr ausmacht und dabei also als Verlust zahlreicher GB ins Gewicht fällt: Der Explorer präsentiert die Datenmenge und den verbrauchten Platz, wenn Sie auf einen Ordner rechtsklicken und "Eigenschaften" wählen.

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