20.10.2008, 08:11

Thomas Rau, Tobias Weidemann

WLAN, WiMAX & Co.

Wimax für mobiles DSL

Kabel sind ein lästiges Übel im Computeralltag - sie liegen im Weg herum, verheddern sich und man kann drüber fallen. Doch bald schon könnten viele Distanzen kabellos überbrückt werden. Noch kämpfen verschiedene Systeme um die Vorherrschaft: Über die aktuellen Entwicklungen im Bereich WLAN haben wir vor einer Woche berichtet - in Teil 2 unserer Serie zur kabellosen Zukunft geht's um den neuen Standard Wimax.
Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access) soll mobiles Internet mit DSL-Tempo ermöglichen. Die Technik bietet eine deutlich höhere Reichweite als WLAN und steht daher eher in Konkurrenz zu Mobilfunktechniken wie UMTS/HSDPA. Im Gegensatz zu dieser Technik, die zunächst zur Sprachübertragung entwickelt wurde, ist Wimax von Anfang als reines Datennetz konzipiert.
Mobiler DSL-Ersatz: Die im Standard 802.16e spezifizierte Technik soll zum einen als drahtlose Überbrückung der „Last Mile“ dienen: Ein Internet-Provider kann per Wimax seine Kunden also kabellos an sein Netz anschließen und muss dafür nicht, wie bei DSL üblich, das Telefonkabel der Telekom nutzen oder eigene Leitungen verlegen. Das macht Wimax insbesondere für Regionen attraktiv, in denen Kabel-DSL technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Die Firma DBD (Deutsche Breitbanddienste) bietet unter dem Namen „DSLonair“ (www.dslonair.de) bereits Internet-Zugänge per Wimax an.
Im Dezember 2006 versteigerte die Bundesnetzagentur für 56 Millionen Euro Frequenzpakete im 3,5-GHz-Band für Wimax an die Firmen Clearwire, DBD, Inquam Broadband sowie zwei regionale Anbieter: Die drei Firmen mit bundesweiten Lizenzen müssen bis 2009 15 Prozent, bis 2011 25 Prozent der Bevölkerung mit Wimax versorgen.
Zum anderen lassen sich per Wimax auch mobile Geräte mit DSL-Tempo ins Internet bringen – sofern ein entsprechendes Netz von Wimax-Basisstationen existiert. Gegenüber Mobilfunk schafft Wimax dabei deutlich höhere Datenraten – das Wimax-Forum spricht von rund 40 MBit/s pro Funkzelle, die mobile Anwender in einem Radius von rund vier Kilometern versorgen kann.
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