Systemsteuerung: Wilde Werte und seltsame Statistiken
Windows (2000, XP) erweckt den Eindruck, es wisse gut über die Nutzung der installierten Software Bescheid. Sie finden das entsprechende Protokoll unter „Software“ in der Systemsteuerung. Zu jedem Programm zeigt Windows hier Daten über dessen Platzbedarf auf der Festplatte an sowie darüber, wie oft Sie es benutzen und wann Sie es zuletzt verwendet haben.
Dass Sie die Größenangabe vergessen können, räumt Windows beim Klick auf „Größe“ gleich selbst ein: „ein Schätzwert, der manchmal inkorrekt sein kann“. Beider Häufigkeit und letzten Verwendung steht es aber kaum besser. Das Datum im Feld „Zuletzt verwendet am“ liegt fast immerweit in der Vergangenheit, selbst wenn Sie wissen, dass Sie das Programm eben noch benutzt haben.
Die PC-WELT klärt auf: Die Werte weichen von der Realität beliebig weit ab, wenn das Systemsteuerungs-Applet, das die Datensammeln soll, zu einem Programm keine verlässlichen Infos bekommt. Es wäre eigentlich die Aufgabe der installierten Software, die Informationen über Einträge in der Registry bereitzustellen. Fehlen diese Daten, verweigert Windows nicht etwa die Aussage, sondern versucht es auf einem anderen Weg. Es besorgt sich den Software-Namen aus dem Registry-Schlüssel „Hkey_Local_Machine\Software\ Microsoft\Windows\CurrentVersion\ Uninstall“. Mit diesem Namen klopft das Applet beim Start-Menü an. Das Start-Menü weiß theoretisch, wann der Anwender die zugehörige Verknüpfung gestartet hat und wie oft – vorausgesetzt, es gibt dort eine Verknüpfung mit einem ähnlichen Namen. Andernfalls, oder wenn Sie eine Anwendung stets auf andere Weise starten, nimmt die Systemsteuerung einfach den Zeitpunkt der Installation.
Die Berechnung des Platzbedarfs ist ganz undurchsichtig: Die angeblichen 1,37 MB, die bei unserem Redaktions-PC für Power DVD angezeigt wurden, liegen weder in der Größenordnung der EXE-Datei (380 KB) noch in jener des Programm-Ordners (10 MB). Offensichtlich führen Namensverwechslungen auch hier zu Fantasiewerten.
Eingabeaufforderung: kein Ansi-Format
Windows (2000, XP) behauptet, dass Sie mit dem CMD-Schalter /A eine „Ausgabe interner Befehle in eine Pipe oder Datei im ANSI-Format“ erreichen. Soweit die knappe Hilfe-Information nach der Eingabe von „cmd /?“. Das wäre sehr nützlich – beim Erstellen von Dateilisten haben Sie es schließlich auch mit Umlauten zu tun. Tatsächlich erzeugt die Eingabeaufforderung Cmd.EXE aber auch nach einem Start mit Schalter /A nur das übliche Ascii-Format. Deutsche Umlaute und sonstige Sonderzeichen lassen sich damit nicht korrekt wiedergeben.
Die PC-WELT klärt auf: Das Ansi-Format wäre wichtig für Dateilisten, die Sie anschließend filtern oder drucken möchten. Nach wie vor gibt es zu einer schnellen Auflistung mit „dir“ keine ansatzweise vergleichbare Alternative. Dass es sich bei „dir“ um einen internen Befehl handelt und bei einer Umleitung mit „>“ um eine Ausgabe in eine Datei, steht zweifelsfrei fest. Dennoch erzeugt Cmd.EXE auch nach einem Start mit „cmd /a“ oder dem direkten Befehlsaufruf nach „cmd /a /c dir“ nur das Ascii-Format. Wenn Sie die Ausgabedatei anschließend im Editor Notepad öffnen, sind Umlaute und Sonderzeichen verstümmelt, die Liste ist damit für die Weiterverarbeitung untauglich.
Geht es nur um den Druck der Dateiliste, können Sie sich mit „cmd /u“ behelfen. Das Unicode-Format erstellt die Kommandozeilevöllig korrekt, sofern der Schalter/u als erster Schalter angegeben wird. Die Ergebnislisten mit korrekten Sonderzeichen können mit Notepad oder dem Internet Explorer geöffnet und gedruckt werden.
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