Maßnahmen und juristische Schritte

Dienstag, 28.06.2011 | 10:56 von Tobias Weidemann
So entfernen Sie unliebsame Informationen

Um im Internet Einträge über sich selbst aufzuspüren,
sollte man regelmäßig seinen eigenen Namen googeln. Die Suchseite
ermöglicht auch die gezielte Suche nach Bildern, Videos und
Blog-Einträgen.
Vergrößern Um im Internet Einträge über sich selbst aufzuspüren, sollte man regelmäßig seinen eigenen Namen googeln. Die Suchseite ermöglicht auch die gezielte Suche nach Bildern, Videos und Blog-Einträgen.

Wenn Sie bei einer Google-Recherche feststellen, dass mit Ihrem Namen Dinge verbunden sind, die Sie nicht im Internet über sich lesen möchten, sollten Sie diese umgehend entfernen. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber oft kompliziert. Denn selbst die Seiten, auf denen Sie Texte oder Bilder selbst löschen können, bleiben danach noch für einige Zeit unverändert in den Trefferlisten der einschlägigen Suchmaschinen. Und zwar als direktes Suchergebnis oder zumindest beim Klick auf den Eintrag „Im Cache“ unterhalb des Eintrags in der Trefferliste.

Kritisch wird es bei Informationen und Bildern, die jemand mutwillig über Sie ins Internet gestellt hat. Dann ist das Entfernen auf normalem Weg meist nicht möglich, da Sie nicht die Zugangsmöglichkeiten zur entsprechenden Seite haben. Handelt es sich um Beiträge in einem Forum, kontaktieren Sie den Betreiber der Seite freundlich per E-Mail oder telefonisch. Er wird in den meisten Fällen rechtlich relevante Beschuldigungen gegen Sie entfernen, da er sonst wegen Beihilfe selbst zur Verantwortung gezogen werden kann. Ein Betreiber einer Internetseite ist nämlich rechtlich dazu verpflichtet, unwahre oder ehrverletzende Inhalte umgehend zu entfernen, sobald er davon Kenntnis bekommt.

So legen Sie ein Anti-Malware-Benutzerkonto an

Den Verfasser der unliebsamen Informationen werden Sie dadurch allerdings nicht zwangsläufig ermitteln können. Denn laut eines kürzlich veröffentlichten Urteils des Amtsgerichts München ist der Betreiber eines Forums nur gegenüber Ermittlungsbehörden, nicht aber gegenüber möglicherweise geschädigten Privatpersonen zur Auskunft verpflichtet. Immerhin wird der Forenbetreiber sicher darauf achten, dass nach dem Vorfall keine weiteren fragwürdigen Informationen über Sie erscheinen, und auch die Verfasser der unerwünschten Beiträge im Blick behalten.

Für den Schauspieler Atze Schröder hat es sich nicht
gelohnt, die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens
gerichtlich verbieten zu lassen. Seitdem interessieren sich umso
mehr Leute dafür, wie Suchmaschinen beweisen.
Vergrößern Für den Schauspieler Atze Schröder hat es sich nicht gelohnt, die Veröffentlichung seines bürgerlichen Namens gerichtlich verbieten zu lassen. Seitdem interessieren sich umso mehr Leute dafür, wie Suchmaschinen beweisen.

Beachten Sie aber, dass sich gerade Bilder und Videos schnell im Internet verbreiten. Deshalb ist in diesen Fällen Eile geboten. Diesbezüglich dürften auch die aktuellen Bestrebungen der Europäischen Union wenig bringen, Seiten und Bilder im Internet mit einem Verfallsdatum auszustatten, damit sie nicht für alle Zeit im Datennetz verfügbar bleiben. Schließlich kann jeder Internetnutzer Bilder kopieren. Selbst wenn sie danach in schlechterer Qualität vorliegen, bleiben sie für andere sichtbar und können an anderer Stelle im Internet ohne zeitliche Beschränkung wieder auftauchen. 

So operieren Viren, Würmer & Trojaner

Juristische Schritte: Mit Vorsicht zu genießen
Gegen missliebige und möglicherweise rechtlich bedenkliche Internetinhalte mit Hilfe eines Anwalts vorzugehen, kann sich in vielen Fällen rächen und ist daher nur in den seltensten Fällen ratsam. Denn das Ergebnis juristischer Schritte ist oft das, was man nach einem bekannten Fall das „Barbra-Streisand-Phänomen“ nennt: Die amerikanische Schauspielerin hatte sich gerichtlich gegen die Ablichtung ihres Hauses im Internet verwahrt. Erreicht hat sie dadurch aber das Gegenteil: Plötzlich interessierten sich Millionen von Internetnutzern für Bilder ihres an der Küste liegenden Wohnareals.

Ähnlich verhält es sich immer wieder mit Seiten, die auf juristischen Druck aus dem Netz genommen werden. Stets finden sich recht schnell anonyme Internetfreunde, die die Seiten 1:1 auf irgendwelchen Servern im Ausland weiterhin bereitstellen, wie jüngst etwa bei Wikileaks geschehen. Besonders schwierig werden juristische Schritte, wenn die Betreiber einer Seite nicht in Deutschland beheimatet sind. Wie beim eingangs genannten Beispiel Isharegossip.com: Die Server stehen beim schwedischen Unternehmen PRQ in Stockholm, angemeldet wurde die Seite in Neuseeland, die derzeitigen Betreiber sitzen offiziell in Lettland und brüsten sich damit, keine IP-Adressen oder andere Nutzerdaten zu speichern. Das macht es so gut wie unmöglich, die Urheber der Gerüchte dingfest zu machen.

Diebstahl-Schutz für Notebooks & Handys

Dienstag, 28.06.2011 | 10:56 von Tobias Weidemann
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
861208