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Wie Sie Ordnern individuelle Icons vergeben

Abgesehen von einigen speziellen Systemordnern, sehen Verzeichnis-Icons in den gängigen Windows-Versionen stets gleich aus. Über den Dialog "Dateitypen" können Sie zwar jederzeit das Icon für sämtliche Ordner neu definieren. Es gibt jedoch keine reguläre Möglichkeit, bestimmte Ordner mit speziellen Icons zu versehen.

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Abgesehen von einigen speziellen Systemordnern, sehen Verzeichnis-Icons in den gängigen Windows-Versionen stets gleich aus. Über den Dialog "Dateitypen" können Sie zwar jederzeit das Icon für sämtliche Ordner neu definieren. Es gibt jedoch keine reguläre Möglichkeit, bestimmte Ordner mit speziellen Icons zu versehen.

Wenn Sie auf individuelle Ordner-Icons Wert legen, muß der Internet Explorer 4 mit den Desktop-Erweiterungen installiert. Unter dieser Voraussetzung gibt es dann zwei Möglichkeiten:

Lösung 1. Der betreffende Ordner muß das Systemattribut haben ("attrib +s <Ordner>" in der DOS-Box), und in diesem Ordner muß eine DESKTOP.INI enthalten sein, die die Icon-Definition enthält - etwa: [.ShellClassInfo] Iconfile=C:\Windows\System\shell32.dll IconIndex=41

Ein Nachteil: Der mit Systemattribut versehene Ordner wird von einigen Windows- oder DOS-Tools nicht mehr angezeigt.

Lösung 2: Sie können sich mit einem Eingriff in die Registrierdatenbank behelfen. Dabei definieren Sie für jeden Ordner, der ein eigenes Icon erhalten soll, eine neue Class-ID. Dieser undokumentierte Trick, der allerdings nur mit dem Internet Explorer 4.x oder unter Windows 98 funktioniert, erlaubt außerdem zusätzliche Kontextmenü-Einträge für solche Ordner. Öffnen Sie die Registrierdatenbank mit Regedit, und gehen Sie zum Schlüssel "Hkey_Classes_Root\Clsid". Fügen Sie über "Bearbeiten, Neu, Schlüssel" einen neuen Unterschlüssel ein, dem Sie als Namen eine beliebige, noch nicht vergebene Class-ID geben, beispielsweise \{00000000-0000-0000-0000-000000000001\}. Die Struktur dieser Class-ID folgt also dem Muster 8+4+4+4+12. Um einen bestehenden Ordner mit der neuen Class-ID zu versehen, markieren Sie ihn, drücken <F2> für "Umbenennen" und erweitern den Ordnernamen um folgende Extension: .\{00000000-0000-0000-0000-000000000001\} Nach dem Punkt folgt also die neu definierte Class-ID.

Icon ändern: Für diese Class-ID können Sie nun das Icon oder das Kontextmenü individuell festlegen. Um ein anderes Icon zu erhalten, gehen Sie in der Registrierdatenbank wieder zum Schlüssel "Clsid\\{00000000-0000-0000-0000-000000000001\}". Fügen Sie über "Bearbeiten, Neu, Schlüssel" einen neuen Unterschlüssel mit dem Namen "DefaultIcon" ein. Führen Sie in der rechten Fensterhälfte einen Doppelklick auf den Eintrag "Standard" aus, und geben Sie den Namen und Pfad des Icons an, das Sie verwenden wollen. Sie können ein vorhandenes Icon - beispielsweise aus der Datei SHELL32.DLL - auswählen. Das sieht dann so aus: c:\windows\system\shell32.dll, <n> Um die Icon-Position "n" zu ermitteln, gehen Sie in einem beliebigen Explorer-Fenster auf "Ansicht, Ordneroptionen" und wechseln auf die Registerkarte "Dateitypen". Markieren Sie in der Liste den Eintrag "Ordner", und klicken Sie zunächst auf die Schaltfläche "Bearbeiten", dann auf "Anderes Symbol". Nun sehen Sie die Icons der SHELL32. DLL. Zählen Sie bis zum gewünschten Icon. Beachten Sie dabei, daß das erste Icon immer die Positionsziffer "0" hat (nicht "1"). Alternativ können Sie auch eine geeignete BMP-Datei als Icon verwenden, die Sie zuvor umbenannt haben, etwa BEISPIEL.BMP in BEISPIEL.ICO. Das Kontextmenü Ihres individuellen Ordners können Sie beliebig erweitern. Um beispielsweise einen Eintrag zu erstellen, der eine DOS-Box für den markierten Ordner öffnet, gehen Sie so vor: Öffnen Sie den Schlüssel "Hkey_ Classes_Root\Clsid\\{00000000-0000-0000-0000-000000000001\}", und fügen Sie über "Bearbeiten, Neu, Schlüssel" einen neuen Schlüssel mit dem Namen "Shell" ein. Markieren Sie diesen neuen Schlüssel, und erstellen Sie einen Unterschlüssel mit dem Namen "dos", unter diesem Schlüssel wiederum einen Unterschlüssel mit dem Namen "command". Markieren Sie den Schlüssel "dos", und öffnen Sie in der rechten Fensterhälfte per Doppelklick den Eintrag "Standard". Geben Sie den Namen für den Kontextmenü-Eintrag ein, zum Beispiel "Dos-Prompt". Danach markieren Sie den Schlüssel "command", öffnen "Standard" und geben als Befehlszeile command.com /k cd %1 ein. COMMAND.COM - also die "MS-DOS-Eingabeaufforderung" - startet nun automatisch im aktuellen Verzeichnis, wenn das Kontextmenü "Dos-Prompt" aufgerufen wird. Ein so behandeltes Verzeichnis hat die Eigenschaften eines normalen Windows-Ordners und zusätzlich die für die Class-ID "\{00000000-0000-0000-0000-000000000001\}" festgelegten. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die neu erstellten Ordner unterstützen Drag & Drop nicht im vollen Umfang. Sie können in diese Ordner Dateien nur dann per Drag & Drop kopieren oder verschieben, wenn er geöffnet ist. Das Verzeichnis-Icon reagiert nicht auf Mausaktionen.

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