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Wie Kriminelle mit Ihrer Kreditkarte einkaufen

Freitag den 02.10.2009 um 12:15 Uhr

von Benjamin Schischka

Kreditkartenbetrug gehört ebenfalls ins Repertoire der
Online-Kriminellen.
Vergrößern Kreditkartenbetrug gehört ebenfalls ins Repertoire der Online-Kriminellen.
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Beim Carding, oder auch Kreditkartenbetrug, nutzen Kriminelle gestohlene oder selbst gefälschte Daten, um damit in Online-Shops Waren zu kaufen. Die Gauner erhalten in den meisten Fällen durch Phishing, Trojaner auf dem Rechner des Opfers oder durch das Einbrechen in die Datenbanken von Shops Zugang zu den Informationen. Häufig werden Kreditkarten auch einfach beim Bezahlen kopiert, ohne dass der Besitzer etwas merkt. Der Verbrecher zieht die Kreditkarte lediglich schnell durch ein zweites Gerät und schon ist er im Besitz sämtlicher Daten, die er benötigt. Häufig werden solche Vorfälle von Urlauben im Ausland berichtet, so die G-Data-Studie. Mit diesen Daten können die Betrüger dann auf Kosten des Opfers in Shops einkaufen. Glücklicherweise liegt die Beweispflicht auf Seiten des Kreditkarteninstituts; der betroff¬ene Kunde muss diesen Betrug allerdings binnen 30 Tagen nach Erhalt der Rechnung schriftlich melden! Wie viele andere Dinge werden auch diese Daten im großen Stil auf diversen Boards und Shops gehandelt.

Mit dem Besitz eines gültigen Kartendatensatzes sind Kriminelle in der Lage weitere Datensätze zu generieren. Mit so genannten Kreditkartengeneratoren, die in der Szene für jeden frei verfügbar sind, lassen sich schnell und einfach neue Kreditkartennummern verschiedener Bankinstitute erzeugen und diese dann wiederum für Internetkäufe nutzen. Dies liegt daran, dass die meisten Anbieter aufsteigende Nummern bei der Vergabe von Kreditkarten verwenden und das Verfahren zur Berechnung der eingerechneten Prüfzi¬ffer öffentlich bekannt ist. Wichtig für die so genannten Carder ist die Vollständigkeit der Daten. Daher richten sich die Preise auch danach, ob der Käufer nur die Nummer und das Ablaufdatum der Kreditkarte oder den vollen Datensatz erhält. Letzteres ist sehr wertvoll und wird zu entsprechend hohen Preisen gehandelt.

Freitag den 02.10.2009 um 12:15 Uhr

von Benjamin Schischka

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