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Wichtige Linux-Dateisysteme im Überblick

25.12.2012 | 07:09 Uhr |

Über Dateisysteme denken die meisten Nutzer erst dann nach, wenn ein externer Datenträger etwa unter Linux nicht gelesen werden kann. Dieser Artikel stellt Ihnen die verschiedenen Systeme vor und zeigt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Mit der Wahl des Dateisystems wird die Mehrzahl der Anwender nur selten konfrontiert: Die Installation von Linux ist die eine typische Situation, das Neuformatieren eines externen Datenträgers die zweite. Wer hingegen ein Notebook mit Windows oder Mac-OS kauft, hat in der Regel keine Wahl, sondern übernimmt mit dem vorinstallierten OEM-System auch das vorinstallierte Dateisystem. Linux lässt seinen Nutzern hier größere Freiheit. Aber welches Dateisystem eignet sich am besten für welchen Einsatzzweck? Wo liegen die Vor- oder Nachteile?

Aufgaben des Dateisystems
Das Dateisystem ist mit dem Katalog und Index einer großen Bibliothek vergleichbar. Es organisiert die Dateien in gleichgroßen, nummerierten Zuordnungseinheiten (Cluster) und übersetzt die sprachlichen Datei- und Pfadnamen in die betreffenden Cluster-Nummern. Erst über das Dateisystem erhalten das Betriebssystem und die von ihm betreuten Anwendungen die Informationen darüber, wo die benötigten Dateien liegen.

Neben dieser Basisfunktion bieten anspruchsvollere Dateisysteme zusätzliche Funktionen und Metadaten. Dazu gehören Rechte-Attribute, Zeitstempel, Berücksichtigung von Groß- und Kleinschreibung in Dateinamen oder die Verwendung von langen Dateinamen, die dann auch Sonderzeichen wie Leerzeichen enthalten dürfen. Zusätzlich kann ein Protokoll enthalten sein, das alle Dateizugriffe aufzeichnet.

Empfehlenswerte Linux-Distributionen für Desktops

Multiuser-Systeme wie Linux stellen von ihrer Konzeption einige besondere Anforderungen an das primäre Dateisystem. Das bedeutet nicht, dass das Betriebssystem andere Dateisysteme nicht lesen oder Daten darauf schreiben könnte – ganz im Gegenteil. Aber es scheiden einige Kandidaten von vornherein für die Installation auf dem primären Datenträger aus, weil sie diese Besonderheiten nicht oder nur unzureichend unterstützen. Dazu gehört zum einen das Rechtesystem von Linux. Das Dateisystem muss die Zugriffe auf die Daten eines anderen Benutzers (Besitzers) genauso verhindern wie den Zugriff eines einfachen Nutzers auf Systemdateien. Ebenfalls zum Konzept von Linux gehört das Werkzeug der symbolischen Verknüpfungen. Diese repräsentieren eine Datei oder ein Verzeichnis. Aus Sicht einer Anwendung spielt es keine Rolle, ob es direkt auf diese Dateien zugreift oder mittels der symbolischen Verknüpfung vom Betriebssystem auf diese Dateien hingewiesen wird. Dateisysteme im Überblick
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Dateisysteme für Linux und für den Datenaustausch unter Linux. Einen weitreichenden, aber kaum mehr überschaubaren Vergleich finden Sie hier .

Die Größenangaben GB, TB, PB und EB sind wie folgt aufzulösen:
1 GB (Gigabyte)    =    1024 MB
1 TB (Terabyte)    =    1024 GB
1 PB (Petabyte)    =    1024 TB
1 EB (Exabyte)    =    1024 PB

Beachten Sie, dass Dateisystem-Spezifikationen oft Theorie bleiben, was Größenlimits und Dateinamensregeln betrifft. Zum Teil gibt es künstliche Begrenzungen, zum Teil Limitierungen durch Betriebssystem oder Software.

Wichtige Dateisysteme unter Linux

Name

Hersteller

Unterstützt von

Maximale Dateigröße

Maximale Partitionsgröße

Maximale Länge (Dateiname)

Metadaten

Journaling

Anmerkungen

exFAT

Microsoft

Windows (theoretisch Linux, Mac-OS)

16 EB

512 TB

255 Zeichen

nein

nein

ungeeignet als Austauschformat

Ext2

Remy Card u.a.

Linux, BSD, (Windows und Mac mit Zusatztreiber)

16 GB bis 2 TB

2 TB bis 32 TB

255 Zeichen

ja

nein

veralteter Linux-Standard

Ext3

Stephen Tweedie u. a.

Linux, BSD, (Windows und Mac mit Zusatztreiber)

16 GB bis 2 TB

2 TB bis 32 TB

255 Zeichen

ja

ja

lange Linux-Standard

Ext4

Kollektiv

Linux, (Mac-OS mit Zusatztreiber)

16 GB bis 16 TB

2TB bis 32 TB

255 Zeichen

ja

ja

aktueller Linux-Standard

BTRFS

Oracle

künftige Linuxdistributionen

16 EB

16 EB

255 Zeichen

ja

ja

evtl. künftiger Linux-Standard

JFS

IBM

Linux, OS/2

4 PB

32 PB

255 Zeichen

ja

nur Metadaten

Linux-Live-Systeme oft ohne JFS-Unterstützung

Reiser FS

Namesys (Firma des Namensgebers)

Linux, BDS, (Windows mit Zusatztreiber)

4−8 GB

16 TB

255 Zeichen

ja

ja

wird nicht weiterentwickelt

ReFS

Microsoft

Windows 8 Server, künftige Windows-Desktop-Versionen

16 EB

16 EB

255 Zeichen

ja

ja

künftiger Windows-Standard

FAT32

Microsoft

Windows, Linux, OS X

4 GB

2 TB

256 Zeichen

nein

nein

einfaches Austauschformat

NTFS

Microsoft

Windows, Linux, OS X

16 EB

16 EB

255 Zeichen

ja

ja

Windows-Standard

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