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Wer stur ist, hat das Nachsehen

30.08.2006 | 15:50 Uhr |

Gehaltsverhandlungen belasten das Nervenkostüm. Mit guten Vorabinformationen, einem offenen Verhandlungskorridor, nachvollziehbaren Argumenten und Kompromissbereitschaft können Mitarbeiter und Bewerber das Gespräch um das Gehalt souverän meistern.

Hier lesen Sie...

  • wie Sie sich auf ein Gehaltsgespräch vorbereiten können;

  • wie Sie sich bei Gehaltsverhandlungen verhalten sollen;

  • welche Erwartungen Chefs in einer Gehaltsverhandlung haben.

In konjunkturell schwierigen Zeiten tun sich viele Firmen schwer mit Neueinstellungen und Forderungen altgedienter Mitarbeiter. Der Andrang auf ausgeschriebene Positionen überschreitet bei weitem das Stellenangebot. Das setzt Firmenchefs in die für sie angenehme Ausgangsposition, die Konditionen bei Job- und Gehaltsverhandlungen weitgehend zu diktieren. Viele Bewerber, aber auch Mitarbeiter ziehen resigniert den Kopf ein und geben sich mit dem zufrieden, was ihnen angeboten wird.

Die Gehaltsregelung dem Chef allein zu überlassen halten Personalexperten indes für den denkbar schlechtesten Weg: "Du kannst mir zahlen, was Du willst, ich arbeite für Dich - bei dieser Strategie geht der Schuss garantiert nach hinten los", ist sich Ingrid Mai, die Gehaltsexpertin der IG-Metall sicher. Unternehmen wollen selbstbewusste Mitarbeiter haben, Konjunktur hin oder her. Ihre Empfehlung für Vergütungsgespräche lautet deshalb: kreativ und flexibel sein sowie sich eine Bandbreite an Gehaltsmöglichkeiten ausdenken. Also nicht kategorisch auf einen festen Betrag pochen nach dem Motto: "Ich will 5000 Euro, sonst läuft gar nichts", sondern lieber austarieren, wo die Unter- und Obergrenze liegt, und dann einen Verhandlungsvorschlag unterbreiten.

Offenheit und Flexibilität im Umgang mit Gehaltsforderungen - das empfiehlt auch Elke Radeke, Vorstand der Paderborner Softwarefirma Incony AG. Dazu zählt für die Managerin ebenfalls, dass Bewerber gezielt nachfragen können, welche Gehaltsvorstellungen der Arbeitgeber hat. Obwohl dies in vielen Ratgebern zur richtigen Verhandlungsstrategie als Zeichen von Schwäche gebrandmarkt wird, sei, so Radeke, dieses Verhalten oft sogar zielführend.

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