138152

Wer darf was unter Vista?

In der Nutzerverwaltung von Windows hat sich einiges getan. Das neue UAC-Konzept bürgt für mehr Systemsicherheit, zudem nimmt Microsoft den Jugenschutz so ernst wie nie.

Von Jan Schneider

Es klingt so schön in den Materialien und Werbespots zur neuen Windows-Version: „Windows Vista wird die sicherste jemals entwickelte Windows-Version sein.“ Böse Zungen würden behaupten, dass das kein besonderes Kunststück ist, nicht ganz so harte Kritiker schauen sich dagegen an, wie man bei Microsoft zu dieser Schlussfolgerung kommt. Als wichtigen Stützpfeiler der Systemsicherheit sehen die Redmonder den User Account Control (UAC), zu Deutsch die Benutzerkontensteuerung. Eine wesentliche Unterscheidung in modernen Betriebssystemen ist die Trennung zwischen Administratoren und Benutzern. Erstere richten einen Rechner ein und installieren die Software, während letztere den PC, wie der Name schon sagt, lediglich benutzen – ein Prinzip, das Linux seit jeher konsequent verfolgt. Auch bei Windows XP wird von allen Seiten dringend empfohlen, sich nur dann als Administrator anzumelden, wenn das unbedingt nötig ist. Nun geht das Ganze weiter – auch in Vista sollte man entsprechend verfahren. Soweit die Theorie. In der Praxis werden viele Heim-PCs nur von einer Person benutzt, und die fragt sich allzu oft, wieso sie zwei Benutzerkonten einrichten soll, nur um dann ständig zwischen den beiden hin- und herzuwechseln. Admin-Rechte werden schließlich häufig benötigt, und das Wechseln der Accounts kostet jedes Mal Zeit. Außerdem erhebt auch Windows XP neue Benutzer standardmäßig in den Status eines Administrators. An dieser Stelle setzt die neue Strategie von Windows Vista an. Zwar ist der erste Benutzer, der bei der Installation eingerichtet wird, auch ein Administrator – einen davon muss es schließlich geben –, für alle weiteren sieht Vista als Voreinstellung aber den Status des Standardbenutzers vor.

Für viele Aktionen ist es zudem nicht mehr erforderlich, erweiterte Rechte zu besitzen. So dürfen Standardbenutzer beispielsweise eine LAN- oder WLAN-Verbindung einrichten, Anzeigeoptionen verändern, Schriftarten installieren, DVDs abspielen und brennen und die Zeitzone verändern. Erst für Veränderungen, die für das System gefährlich werden können, werden die Rechte eines Administrators benötigt. Dazu gehören die Installation von Treibern, Software und Updates, das Kopieren von Dateien in den Programme-Ordner oder das Konfigurieren der Firewall. Überall in den Tiefen der Vista-Einstelldialoge, wo man solche Funktionen findet, sind die entsprechenden Schaltflächen durch ein kleines Rüstungsschild-Symbol markiert. So kann man auf den ersten Blick erkennen, in welchen Zimmern nur der Hausherr Zutritt hat.

0 Kommentare zu diesem Artikel
138152