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Wenn der Rechner piepst

26.06.2000 | 13:36 Uhr |

Sind Sie oft sauer auf inkompetente Hotline-Mitarbeiter? Die ärgern sich manchmal genauso über Fragen, bei denen ein bisschen Nachdenken geholfen hätte. Die PC-WELT ist in einer Umfrage bei über einem Dutzend deutscher Hotlinern auf die unglaublichsten Fragen gestoßen.

Ja, wir kennen sie, die immer wieder gern weiter erzählte Geschichte vom stolzen PC-Besitzer, der sich darüber beschwerte, dass der Kaffeetassenhalter an seinem Rechner kaputt sei - bis ihn der Hotliner aufklärte, dass es sich um das CD-ROM-Laufwerk handelte. Ob das wirklich so passiert ist, kann wohl niemand mehr sagen. Wir wollten aber wissen, über welche Fragen die Service-Mitarbeiter in Deutschland wirklich den Kopf schütteln und haben deshalb bei über einem Dutzend Hotline-Mitarbeitern von Dell, Medion, Conrad, Acer, HP, Gateway, Vobis, Teac, Peacock, Compaq und Toshiba recherchiert. ( meh)

Es ergab sich ein stattlicher Katalog von scheinbar schwerwiegenden Problemen mit oft überraschend simplen Lösungen. Bestes Beispiel: Die nagelneue CD-ROM liegt im Laufwerk, aber es erscheint weder Bild noch Ton - die Scheibe ist nicht lesbar. Bevor sie in die technischen Details der Laufwerke einsteigen, fragen erfahrene Hotliner da schon mal, ob die CD vielleicht falsch herum im Laufwerk liegt. Und die neuen technischen Möglichkeiten verwirren noch mehr: Wenn DVDs nicht funktionieren, ist die Ursache oft, dass sie in einem CD-Laufwerk abgespielt werden soll.

Noch häufiger stößt man in den Hotlines auf ISDN-Karten, die an analoge Telefonanlagen angestöpselt werden sollen. Mysteriös dagegen der Fall des Monitors der nach dem Umzug in ein anderes Zimmer einfach kein Bild mehr von sich gab, obwohl alle Kabel wieder am gleichen Ort waren. Ein Stecker allerdings wohl doch nicht ganz, obwohl der Kunde Stein und Bein schwor, dass es genau so bisher bestens funktioniert habe: Das Monitorkabel hatte er an den COM-Port des Rechners gesteckt - was wegen der unterschiedlichen Anzahl von Stiften wohl nicht ganz ohne Gewalt ging.

Weder Monitor noch Tastatur waren schuld, als ein Anrufer plötzlich nur noch die Buchstaben 'x' auf dem Bildschirm sah, egal was er tippte. Wie sich herausstellte, war der PC-Anwender zum ersten Mal bei der Windows-Anmeldung in der Eingabemaske für das Passwort gelandet.

Als sein Rechner beim Start nur noch piepste, wusste sich ein anderer PC-Käufer ebenfalls nicht zu helfen. Der Hotlinemitarbeiter brachte den Anrufer mit seiner Frage nach der Bildschirmanzeige allerdings in Verlegenheit: Der Rechner hatte noch keinen Monitor und piepste gerade deshalb.

Ein Servicemitarbeiter, der ebenfalls wegen eines ständigen Piepstons zum Kunden gerufen wurde, kam dem Rätsel auf die Spur, indem er den Rechner umdrehte. Er fand einen Wecker, der hinter dem neuen PC eingeklemmt war. Endlich Ruhe.

Ebenfalls fündig wurde ein Techniker, der wegen eines defekten Diskettenlaufwerks angereist war. Er fand Münzen im Diskettenschacht. Die Kinder des Hausherrn hatten den PC offensichtlich als Sparbüchse missbraucht. Früh übt sich, wer mal Onlinebanking machen will.

Nicht ganz auf der Höhe der Zeit war ein Diplomingenieurs eines führenden deutschen Elektronikunternehmens. Er beschwerte sich bei der Hotline, als er auf seine wiederholten Bitten um Laptop-Angebote immer nur Prospekte von Notebooks zugesandt bekam.

Manchen Kunden kann man aber auch gar nicht helfen. Ein statusbewusster Anrufer bat darum, die Anleitung für Windows 98 zugefaxt zu bekommen - auf sein Handy.

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