Nach Instagram-Verkauf

Welches Start-Up wird der nächste Milliarden-Deal?

Freitag den 18.05.2012 um 10:08 Uhr

von Steffen Zellfelder

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© Fotolia.com/Rumkugel
Vor kurzem hat Facebook die scheinbar wenig profitable Foto-App Instagram gekauft – für eine Milliarde US-Dollar. Während manche die Übernahme als neue Internet-Blase bezeichnen, sind sich andere sicher, dass der nächste Super-Deal nicht lange auf sich warten lässt.
Haben Sie sich auch gefragt, was an Instagram eigentlich so außergewöhnlich ist, dass Facebook dafür eine Milliarde Dollar auf den Tisch legt und damit zugleich die teuerste Übernahme seiner Firmengeschichte vollzieht? Im Grunde ist es ja nur eine Bildbearbeitungs-App, die mit einem beliebten Retro-Look-Filter daherkommt. Trotzdem wurden die beiden Gründer damit von einem Tag zum anderen zu Multimillionären, und zwar im Alter von 26 und 28 Jahren.

Die Idee hinter Instagram ist schnell erklärt: Mit dem Smartphone geschossene Bilder versieht die App mit Foto-Filtern und Effekten, Nutzer können Ihre Kunstwerke bequem im Netz miteinander teilen, rund 50 Millionen User hat die App bereits . Für viele Kritiker ist das aber noch keine Erklärung dafür, warum ein Unternehmen mit weniger als zehn Festangestellten, minimalem Umsatz und ohne Geschäftsmodell eine zehnstellige Summe wert sein soll. Aus Zuckerbergs Perspektive kann man die Investition besser verstehen: Das beliebte Instagram hätte auch zum Rivalen werden oder von Konkurrenten wie Google oder Twitter gekauft werden können. Der potentielle Schaden hätte die Eine-Milliarden-Marke so vielleicht noch überschritten.

Instagram-Kauf ist eine Wette auf die Zukunft

Es geht also viel mehr um eine Wette auf die Zukunft als um schnellen Profit. Scheinbar waghalsige und exorbitant teure Übernahmen sind in der IT-Branche keine Seltenheit: Ganz ähnlich liefen die Zukäufe von YouTube durch Google im Jahr 2006: 1,65 Milliarden US-Dollar legte Google damals auf den Tisch – obwohl YouTube, genau wie Instagram heute, zum damaligen Zeitpunkt noch kaum Gewinne eingefahren hatte. Sogar Google selbst hat einmal so angefangen wie Instagram: sehr beliebt, jedoch praktisch ohne Umsatz.

Der Wert neuer IT-Unternehmungen wird also nicht ausschließlich an Leistung oder Profiterwartung gemessen – es gibt einen neuen Maßstab, die Beliebtheit. Personalisierte Werbung, Nutzungs- und Verhaltensstatistiken sind die neue Währung im Zeitalter der sozialen Medien. Zahllose Start-Ups machen sich jetzt Hoffnungen, den gleichen Karriere-Sprung hinlegen zu können wie Instagram. Welche Unternehmen könnten also als nächstes ins Visier von Google, Facebook, Apple und Co geraten? Die vielversprechendsten Start-Up-Kandidaten finden Sie in unserer Bildergalerie.

Freitag den 18.05.2012 um 10:08 Uhr

von Steffen Zellfelder

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