19.04.2011, 08:51

Daniel Behrens

Tempobremse lösen

Weitere Parameter, die für einen schnellen DSL-Anschluss wichtig sind

2. Geschwindigkeit der Internet-Verbindung prüfen
Sie wissen jetzt, auf welches Maximaltempo sich Router/Modem und die Vermittlungsstelle geeinigt haben. Mit Geschwindigkeitstests wie dem unter speed.io testen Sie mit einem Klick das reale Tempo beim Surfen oder beim Download. Bei diesen Tests werden Zufallsdaten von einem schnellen Server an Ihren PC geschickt und so das Download-Tempo ermittelt. Dann geht es umgekehrt von Ihrem PC aus zum Server, um das Upload-Tempo zu ermitteln. Anschließend wird die Dauer in Millisekunden gemessen, die ein Datenpaket benötigt, um zum Test-Server hin und wieder zurück zu Ihrem PC transportiert zu werden. Diese Signallaufzeit ist für Online-Spieler von Bedeutung, bei denen Kommandos verzögerungsfrei übertragen werden müssen. Beim Surfen und beim Download hat ein Wert von bis zu 100 Millisekunden keine spürbaren Auswirkungen.
Wenn die zwischen dem Router und der Vermittlungsstelle ausgehandelte Geschwindigkeit stark von jener abweicht, die Sie mit Speed.io messen, kann das mehrere Ursachen haben. Möglicherweise ist Ihr WLAN zu langsam, Ihr PC zu alt oder Windows falsch konfiguriert (Tipp 11). Vielleicht ist die Vermittlungsstelle auch nicht schnell genug ans Internet angebunden.
3. Zu einem schnelleren DSL-Anbieter wechseln
Ob der Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter mehr Geschwindigkeit bringt, hängt vom Einzelfall ab. Speziell T-Home hat sehr konservative Grenzen, bis zu welcher Signalstärke man welche Bandbreite schaltet. Andere Provider sind da oft risikofreudiger. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar recht hoch, dass sich bei einem Wechsel von T-Home zu einem Konkurrenten die Bandbreite zumindest etwas erhöht – eine Garantie gibt es jedoch nicht. Optimistische Hotline-Aussagen wie „16.000 KBit/s sind überhaupt kein Problem“ sind mit Vorsicht zu genießen. Denn eine genaue Aussage lässt sich erst treffen, wenn die Umschaltung erfolgt ist und der Anbieter die Leitung selber durchmessen kann. In der Realität werden die vollen 16.000 KBit/s übrigens nur bei den wenigsten Anwendern erreicht.
4. Mit UMTS-USB-Stick High-Speed übers Handy-Netz surfen
Für Anwender, deren DSL-Anschluss weniger als 1 MB/s liefert, lohnt sich eventuell auch der Internet-Zugang übers Mobilfunknetz. UMTS beziehungsweise die Beschleunigungstechnik HSDPA liefert theoretisch 3,6 MBit/s – in einigen wenigen Gegenden sogar theoretisch 7,2 MBit/s. Theoretisch deswegen, weil in der Praxis die realen Datenraten je nach Auslastung bei circa 1 bis 2 MBit/s beziehungsweise
4 bis 5 MBit/s liegen. Die mit UMTS/HSDPA am besten ausgebauten Netze haben T-Mobile und Vodafone. O2 bemüht sich aufzuholen, E-Plus lässt das Thema langsam angehen. Die Netzbetreiber bieten zwar eigene Daten-Flatrates, günstiger sind aber Discounter, die zu Großhandelskonditionen einkaufen und die Rabatte an die Kunden weitergeben.
Eine Übersicht von UMTS-Flatrates finden Sie über pcwelt.de. Die dort dargestellte Tabelle enthält auch die wichtige Information, welches Discount-Angebot in welchem Netz betrieben wird. Auf der Homepage der Netzbetreiber erfahren Sie, ob Ihr Standort mit UMTS/HSDPA versorgt ist. Das nötige Modem in Form eines UMTS-USB-Sticks erhalten Sie je nach Vertrag gratis oder zu einem Preis zwischen 1 und 60 Euro. Die Daten-Flatrates – Kostenpunkt zwischen 20 und 45 Euro pro Monat – lassen sich allerdings nicht so ausschweifend nutzen wie DSL-Pauschaltarife. Aufgrund der beschränkten Kapazität beim Mobilfunk wird das Tempo nach einem bestimmten Datenvolumenverbrauch – meist 5 GB – auf Analogmodem-Niveau (56 KBit/s) gedrosselt. Mit Beginn des nächsten Abrechnungszeitraums wird die Bremse automatisch wieder gelöst. Anwender, die nur im Web herumsurfen, Mails verschicken sowie ab und zu mal ein Youtube-Video anschauen, dürften die Grenze von 5 GB pro Monat gar nicht erreichen. Für Download-Junkies sind die Tarife dagegen nicht geeignet.
5. Zu einer neueren DSL-Technik wechseln, die 50 MBit/s schafft
Bei DSL ist die maximal mögliche Bandbreite hauptsächlich von der Entfernung zur Vermittlungsstelle abhängig. Wenn selbst ein Anbieterwechsel (Tipp 3) keine höhere Geschwindigkeit bringt, bleibt als Hoffnungsschimmer noch der Wechsel zu einer anderen Technologie. Wenn Sie in einer Großstadt wohnen, ist vielleicht VDSL mit bis zu 50 MBit/s für Sie verfügbar. Die VDSL-Gegenstellen sind in den modernisierten Kabelverzweigungskästen am Straßenrand eingebaut, das Signal muss also nur eine kurze Distanz über die alten Kupferkabel zurücklegen – entsprechend hoch ist das Tempo.
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