Konfiguration für Fortgeschrittene
Weitere Konfigurationsmöglichkeiten in Ubuntu 8.04
Ein Linux-System bietet mehrere Ebenen, auf der Dienste, Hintergrundprozesse und Daemons beim Start des Systems aufgerufen werden. Alle Prozesse, die beim Start des Gnome-Desktops mit in Aktion treten, lassen sich über „System, Einstellungen, Sitzungen“ konfigurieren. Für die Prozesssteuerung in den einzelnen Runlevels, die Linux schon nach dem Booten abarbeitet, fehlt aber bei einer frischen Ubuntu-Installation ein Werkzeug.
Sie brauchen aber nicht auf Dateisystemebene die einzelnen Einträge im Verzeichnis /etc/rc0.d bis /etc/rc6.d auf die harte Tour zu bearbeiten, denn ein kleines Hilfsmittel dafür ist schnell installiert. Geben Sie ein Terminal-Fenster den Befehl
Ubuntu 8.04 kommt wieder in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Kubuntu verwendet den KDE-Desktop, Xubuntu die schlanke Oberfläche Xfce sowie jeweils die zugehörigen Programme. Zur Installation einer der Varianten gibt es eigene Setup-CDs mit den speziell angepassten Programmpaketen unter www.kubuntu.org und www.xubuntu.org. Um eines dieser Desktop-Systeme einzusetzen, können Sie aber auch Ubuntu installieren und dann wechseln.
Wenn Sie über eine schnelle Internet-Verbindung verfügen (DSL oder besser), wechseln Sie einfach auf der Kommandozeile von einer Ubuntu-Variante zu einer anderen und installieren die dafür nötigen Programmpakete nach. Der Befehl
Wer mit einem schicken Laptop unterwegs ist und wichtige Daten mit sich herumschleppt, lebt immer mit dem Risiko, dass diese Schätze einem Dieb in die Hände fallen. Sie können die Daten in Containern oder auf Partitionen mit Truecrypt verschlüsseln, einzelne Dateien mit GnuPG sichern. Auch mit TCFS oder Crypt FS lassen sich Partitionen chiffrieren. Die Einrichtung ist jedoch nicht ganz leicht, und die Performance oft schlecht. Außerdem besteht das Risiko, dass temporäre Verzeichnisse oder der Auslagerungsbereich sensible Daten wie etwa Passwörter im Klartext preisgeben.
dm-crypt ist ein in den Kernel integriertes Modul zur Verschlüsselung von Geräten, wobei es sich dabei um eine Festplatte oder nur eine virtuelle Partition handeln kann. Um den Verschlüsselungsalgorithmus und die Schlüsselverwaltung kümmert sich das „Linux Unified Key Setup“ (LUKS). Die verschlüsselten Partitionen erhalten dabei Header-Informationen, die den Verschlüsselungsalgorithmus, den Verschlüsselungsmodus, die LUKS-Version und andere Felder enthalten. Den Inhalt einer Partition chiffriert LUKS mit einem automatisch erzeugten Hauptschlüssel. Dieser Hauptschlüssel ist mit einem vom Anwender frei wählbaren Passwort verschlüsselt, damit sich niemand lange, hexadezimale Zeichenketten merken muss.
Die Ubuntu-Installation läuft mit dieser CD ganz normal im Textmodus ab, bis Sie zum Partitionieren der Festplatte kommen. Hier wählen Sie den Menüpunkt „Geführt – gesamte Platte mit verschlüsseltem LVM“ aus. LVM steht hier für Logical Volume Management. Anschließend wählen Sie die „Passphrase“, also das LUKS-Passwort, das Sie sich gut merken müssen. Außerdem sollten Sie beachten, dass die Verschlüsselung stets nur so sicher ist, wie das ausgewählte Passwort. Der Rest der Installation verläuft wie gewohnt. Beachten Sie aber, dass die deutschen Sprachdateien keinen Platz auf der Alternate-CD haben und deshalb erst noch von den Ubuntu-Servern heruntergeladen werden müssen, was allerdings automatisch geschieht.
Wenn Sie die Festplatten in einen anderen Computer einbauen oder ein Live-System auf dem verschlüsselten Ubuntu-PC starten, wird nur die Partition /boot erkannt, auf der der unverschlüsselte Linux-Kernel sowie eine spezielle LUKS-initrd liegt. Die logische Partition ist dagegen unlesbar, und aufgrund des speziellen LUKS-Headers wird nicht mal das Dateisystem erkannt.
Die Daten sind mit dem Algorithmus AES und einem 256-Bit-Schlüssel chiffriert, was als sehr sicher gilt. Bislang gibt es nur spekulative Angriffe auf diesen Algorithmus. Das amerikanischen Behörde NSA (National Security Agency) hat den Algorithmus untersucht und sogar für die Verwendung von streng vertraulichen Informationen freigegeben.
AES ist damit die einzige von einem staatlichen Informationsdienst zertifizierte Verschlüsselungsmethode, die auch Privatanwendern zur Verfügung steht.






