18.04.2010, 09:45

Hans-Christian Dirscherl

Website-Verwaltung

Content-Management-Systeme im Überblick

Content-Management-Systeme sind nicht nur für die Verwaltung großer Websites interessant, auch kleinere Webauftritte lassen sich damit zeitsparend verwalten und aktualisieren. Die PC-WELT stellt einige kostenlose Content-Management-Systeme für unterschiedliche Einsatzzwecke vor.
Vor der Installation eines CMS sollte sorgfältig abgewogen werden, ob das geplante CMS auch wirklich zum Einsatzweck und zur Unternehmenswebsite passt. Ein zu komplexes CMS, das nur mit erheblichem Einarbeitungsaufwand beherrschbar ist, macht für eine kleine Website ebenso wenig Sinn wie ein leicht erlernbares CMS, das aber angesichts der Feature-Erfordernisse und des Umfangs eines Webauftritts bald an seine Grenzen gerät und überfordert ist.
Der größte Vorteil eines Content-Management-Systems (CMS): Der Benutzer muss sich nicht mehr um Design, Layout und Technik kümmern, wenn das CMS einmal läuft. Man kann sich stattdessen ganz auf die Inhalte konzentrieren: Konsequente Trennung von Layout und Inhalt ist also angesagt. Allerdings muss das CMS vor der ersten Benutzung erst einmal eingerichtet werden, was je nach Komplexität des gewählten CMS einiges an Know-How und Zeitaufwand erfordert. Content-Management-Systeme, die quelloffen und kostenlos sind, basieren in der Mehrzahl der Fälle auf einem PHP-MySQL-System, jedes größere CMS speichert nämlich seine Inhalte in einer Datenbank. Der Zugriff auf das CMS erfolgt dann in der Regel über den Webbrowser.
Die Zugriffsrechte lassen sich bei den meisten CMS für jeden Benutzer individuell einstellen. Damit ist gewährleistet, dass weniger erfahrene Nutzer oder Mitarbeiter, die nur gelegentlich Inhalte einpflegen müssen, weniger Rechte bekommen als erfahrene Mitarbeiter und Administratoren. Ein ebenfalls nicht unwichtiger Aspekt ist die Möglichkeit für Datenimporte - um einen fertigen Datenbestand aus einer anderen Quelle in die eigene Website schnell übernehmen zu können - und für Datenexporte zur Ausgabe in anderen Medien (zum Beispiel für die farbige Printbroschüre der Werbeabteilung). Eine umfangreiche Liste von quelloffenen und kostenlosen aber auch von proprietären und kostenpflichtigen Content-Management-Systemen finden Sie hier bei Wikipedia sowie auf dieser Seite. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um gründlich Ihr CMS auszuwählen. Berücksichtigen Sie dabei besonders Ihre bereits vorhandene IT-Infrastruktur und das Ihnen zur Verfügung stehende Administratoren- und Entwickler-Know-How. Falls Sie in Ihrem Unternehmen eine LAMP-Umgebung einsetzen, empfiehlt sich ein PHP/MySQL-basiertes CMS. Haben Sie Zugriff auf Java-Entwickler, können Sie auch zu einem Java-basierten CMS greifen. Und falls in Ihrer Firma Windows und das .net-Framework die Server beherrschen, empfiehlt sich vielleicht ein entsprechendes CMS für Ihre Website.
Professionellen Webdesignern, die Webseiten mit Dreamweaver entwerfen und danach die einzelnen HTML-, CSS-, PHP- und Mediendateien via FTP-Transfer händisch pflegen, mag beim Thema CMS grausen, doch unbestritten sparen Content-Management-Systeme Zeit und vermeiden Fehlerquellen beim täglichen Aktualisieren der Website. Allerdings muss beim Thema Kostenersparnis durchaus nachgehakt werden: Nur sehr einfach gestrickte Webauftritte lassen sich ohne größere Anpassungsarbeiten in eine CMS einpflegen, indem man beispielsweise bereits vorhandene fertige Templates übernimmt. Ist die Website jedoch komplexer und soll sie besondere Funktionen bereit stellen, so ist oft zusätzliche Programmierarbeit für die nötigen Anpassungen erforderlich, die natürlich Geld kostet - der Einsatz eines grundsätzlich kostenlos erhältlichen Open-Source-CMS kann also durchaus ein Loch in die Firmenkasse reißen. Zudem müssen die Mitarbeiter im Umgang mit dem CMS geschult werden. Nur im seltenen Extremfall macht es übrigens Sinn, ein CMS komplett neu zu programmieren. Obwohl viele Lehrbücher zu PHP & MySQL gerne als typische Programmierbeispiele die Entwicklung eines eigenen CMS durchexerzieren, sollte man sich davon nicht leichtfertig verführen lassen, in der Regel tut es ein erprobtes Produkt von der Stange, das gegebenenfalls angepasst und erweitert wird, besser. Zudem erscheinen für fertige CMS-Software-Produkte regelmäßig Updates und Sicherheits-Patches, die man nur noch aufspielen muss. Hat man dagegen selbst ein komplexes CMS programmiert, muss man auch selbst nach Sicherheitsproblemen Ausschau halten und diese im Quellcode selbst beseitigen.
Bevor Sie sich für ein CMS entscheiden, sollten Sie sich genau überlegen, worauf es Ihnen ankommt, welche Features Sie unbedingt benötigen, wie viel Zeit und eventuell auch Geld Sie für die Pflege Ihrer Website ausgeben wollen und wie groß deren Umfang werden dürfte. Außerdem sollten Sie selbstkritisch Ihre Programmierkenntnisse und Ihr Know-How einschätzen.
Übrigens: Viele Provider bieten im Rahmen ihres Supportvertrags die Installation von CMS-Systemen auf ihren Servern an. Wenn Sie also Ihren Server nicht selbst administrieren, sondern Ihre Website bei einem Dienstleister gehostet haben, dann klären Sie zunächst einmal welche CMS Ihr Dienstleister für Sie ohnehin bereit hält. Vielleicht werden Sie da ja bereits fündig.
Unser Auswahl ist keinesfalls vollständig, ganz im Gegenteil, der Markt für CMS ist fast unüberschaubar geworden. Wir wollen Ihnen aber eine erste Orientierung geben, beginnende von sehr einfach gehaltenen Content-Management-Systemen über sehr umfangreiche Beinahe-Alleskönner-Boliden bis hin zu spezialisierten Nischen-Besetzern, damit Sie eine Vorstellung davon gewinnen, worauf man achten sollte und welche Features zur Auswahl stehen. Viele Funktionen stehen bei den meisten CMS zur Verfügung, so dass wir sie nicht immer wieder eigens hervorheben. Zum Beispiel kann man mit den meisten Systemen mehrere Websites auf einmal verwalten, die Nutzerrechte feinkörnig festlegen (der 4-Wochen-Praktikant sollte nicht die gleichen Möglichkeiten wie der Systemadministrator besitzen) oder auf Deutsch als Benutzersprache umschalten.
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