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Web 2.0: Soziale Prozesse bringen Geld

18.07.2007 | 12:03 Uhr |

Wie können Unternehmen das Potenzial von Social Software und anderen Online-Techniken für sich nutzen? Ein Weg führt über Social Media Optimization (SMO).

Von Manfred Leisenberg

Die Debatte um das Potenzial von Web 2.0 und Social Software hat oftmals ausschließlich die funktionalen und technischen Eigenschaften bekannter Dienste und Anwendungen wie Second Life, YouTube oder Mr.Wong im Fokus. Für den Web-2.0-Einsatz im Unternehmen stellt sich aber zunächst die Frage nach dem zu erwartenden Nutzen. Der publizistisch geprägte Begriff „Web 2.0“ beschreibt einen Komplex aus sozialen Nutzungsmustern und modernen Online-Technologien.

„Customer Created Content“ charakterisiert das Web 2.0 wohl am besten. Social Software gehört als Hauptbestandteil zu diesem Komplex. Sie unterstützt den Beziehungsaufbau und die Kommunikation in einem sozialen Kontext und orientiert sich an Prinzipien wie Selbstorganisation, Social Feedback, Verknüpfung von Inhalten sowie Transparenz von Personen, Beziehungen, Inhalten und Bewertungen. Im betrachteten Zusammenhang können Social Media und Social Software als bedeutungsgleich angesehen werden.

Wer Kommunikation beeinflussen will, muss Teil von ihr werden! So lautet ein wichtiger Grundsatz der Unternehmenskommunikation. Social Software weist erhebliche Potenziale für den unternehmerischen Einsatz auf. Vor allem Kommunikation und Marketing erwarten Unterstützung. In der sozial vernetzten Welt des Web 2.0. sind Strategien und Taktiken gefragt, die Social Software dazu nutzen, dass Produkte und Dienstleistungen effektiv an den Kunden gebracht oder Marken bekannter gemacht werden. Doch wie wird ein Unternehmen Teil des sozialen Netzwerks seiner Zielgruppe? Wie beeinflusst man die „Sichtbarkeit“ eines Unternehmens und seiner Produkte in Social-Bookmarking-Diensten wie Mr.Wong? Oder wie erreicht man möglichst positive Erwähnungen und Referenzen in Weblogs, Podcasts oder Videoblogs?

Social Media Optimization: Strategie und Taktik

Dem Ziel, möglichst viele Online-Kundenkontakte bei minimalen Kosten zu knüpfen, dienen folgende Maßnahmen:

1. Teil der Community am Zielmarkt werden

Zunächst einmal geht es darum, nachhaltig Präsenz in den Communities zu erlangen und dort mit unternehmens- oder produktspezifischen Themen Fuß zu fassen. Durch Entwicklung zielgruppenspezifisch interessanter Inhalte und deren Distribution in den vernetzten Strukturen, zum Beispiel über Weblogs oder Videoportale, wird dies umgesetzt. Ziel sollte die Präsenz auf allen Kanälen sein. Der gezielte Einsatz von Social Bookmarks sichert die Wahrnehmung und Weiterempfehlung wichtiger Inhalte.

2. Spezifische Communities effektiv in Kommunikation und Marketing integrieren

Potenzielle Kunden müssen einbezogen werden. Einem Produkt oder einer Dienstleistung positiv gesonnene Nutzer müssen adressiert und davon überzeugt werden, Content beizusteuern. Die Verbreitung der Botschaft wird dann von einem System übernommen, das die User selbst geschaffen haben und dem sie vertrauen. Produktbesprechungen in Foren oder Weblogs binden zusätzlich. Die Nutzer sollten zudem an wichtigen Entscheidungen wie dem Testen eines neuen Layouts beteiligt und dafür belohnt werden.

3. Entwicklungen in der Community beobachten und wenn nötig beeinflussen

Hier geht es um Ergebnissicherung. Was haben die Maßnahmen bisher gebracht? Wie soll es weitergehen? Welche Aktionen können noch weiterhelfen? Meinungsäußerungen zu Unternehmen beziehungsweise Produkten können beispielsweise mit der Applikation „Opinmind“ ergründet werden. Später kann man über Weblogs angemessen darauf eingehen. In diesem Zusammenhang sind auch Verfahren der automatischen Trendanalyse einsetzbar.

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