09.09.2009, 11:01

Hans-Christian Dirscherl

Web 2.0

So funktionieren Mashups

Mashups sind ein typisches Kind des viel beschworenen und von manchen Agenturen geradezu herbeigebeteten Web 2.0. Doch was versteht man eigentlich unter einem Mashup? Wie funktionieren sie und welche bekannten Beispiele gibt es?
Ganz einfach formuliert ist ein Mashup zunächst einmal die Verknüpfung bereits bestehender Inhalte zu einem neuen Angebot, das es sinnvollerweise in dieser Form noch nicht geben sollte. Konkret auf das Internet und das Web 2.0 bezogen bedeutet Mashup, dass man bestehende Webangebote und deren Inhalte nimmt und daraus einen neuen Auftritt zusammenstellt. Bei diesen recycelten und neu zusammengefügten Inhalten kann es sich um alle denkbaren Darstellungs- und Inhalts-Formen handeln, ob Texte, Grafiken, Audio-Dateien oder Videos. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die offenen Programmierschnittstellen (die APIs) wie die von Google Maps, mit denen man die eigenen Webangebote aufbohren und um Fremdinhalte erweitern kann. Ein typisches Mashup ist beispielsweise eine Website, die auf Google Maps basiert und dessen Kartenmaterial unter bestimmten Gesichtspunkten ergänzt wurde. Typische (und durchaus originelle) Beispiel hierfür sich die Übersichtskarte (samt Suche) für Brauereien oder eine Karte, auf der Verbrechen angezeigt werden. Oder ein Unternehmen kann Kunden den Weg zu sich selbst zeigen, indem es Google Maps oder Microsoft Virtual Earth in seine Website einbindet.
Eine Auswahl von 17 mitunter reichlich kuriosen, teilweise aber auch etwas bedenklich stimmenden Mashups, die auf Google Maps basieren, finden Sie hier:
Wichtig: Bevor Sie fremde Inhalte einbinden und deren Schnittstellen nutzen, müssen Sie sich über die AGBs und Benutzerbedingungen informieren. So besitzt beispielsweise Google Maps differenzierte Nutzungsbedingungen, die in der Vergangenheit durchaus für Verwirrung unter einigen Internetnutzern sorgen:
Das oben am Beispiel der Brauerei-Übersichtskarten erwähnte Einbinden von Geo-Daten ist ein typisches Beispiel für Mashups (bei den meisten Mashups dürfte es sich um Mapping-Seiten handeln, zumindest geht das aus dieser Statistik so hervor): Von einer externen Quelle, zum Beispiel dem Google-Maps-Server, werden Daten abgefragt und dann auf der neuen Website eingebunden. Doch man kann bei derart übernommen und neu präsentierten Inhalten beispielsweise auch an Newsticker denken, hierzu würde die Einbindung als RSS-/Atom-Feed ausreichen. In den meisten Fällen ist aber eine Programmierschnittstelle (API) dafür erforderlich, über die die Entwickler eines Mashups die angelieferten Daten mit ihrer Website verbinden können. Die APIs geben vor, wie die Abfrage und Ausgabe der Daten funktioniert. Google beispielsweise stellt eine Fülle von spezialisierten APIs bereit, deren Einbindung in der Regel kostenlos ist, sofern man sich an die Nutzungsbedingungen hält (eine Ausnahme macht beispielsweise die Enterprise-Licence für Google Maps, wenn man Google Maps in nicht frei zugängliche Webseiten einbauen will). Einzige Voraussetzung ist in der Regel die Registrierung (Sie benötigen also beispielsweise einen Google-Account), damit man eine Benutzer-ID bekommt, die man für den Einbau der API in das Mashup braucht.
Wenn Sie beabsichtigen, ein Mashup auf der Basis des weit verbreiteten Google Maps zu erstellen, dann finden Sie hier einen Leitfaden für die ersten Schritte:
Beachten Sie unbedingt Datenschutzaspekte, wenn Sie fremden Content und fremde Programmierschnittstellen für ein Mashup nutzen. Google analysiert alle Funktionen, die über eine Google-API bereit gestellt werden. Dessen sollten Sie sich bewusst sein. Damit geben Sie nicht nur Ihre eigenen Daten preis, Google bekommt auch Informationen über die Benutzer Ihres Mashups frei Haus geliefert.
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