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Wearables als ständige Begleiter - Probleme & Möglichkeiten

04.10.2016 | 11:00 Uhr |

Wearables werden uns in den kommenden Jahren nicht mehr nur im Sport, sondern in auch in vielen anderen Lebensbereichen begleiten.

Der Wearable-Markt hat in den letzten Jahren ganz neue Dimensionen erreicht. Die neuen Technologien und Innovationen im Bereich der Wearables haben mittlerweile einen regelrechten Boom ausgelöst.

Doch was sind eigentlich diese sogenannten Wearables? Wir definieren sie generell als Technologien und Geräte, die in Körpernähe, am oder sogar im Körper getragen werden können. Am bekanntesten sind natürlich sogenannte Fitness-Armbänder und -Tracker . Die Reichweite an Geräten geht jedoch weit über den Sportbereich hinaus.

Ein wichtiger Markt ist beispielsweise auch der medizinische Bereich. Sinn und Zweck ist dabei meist die Unterstützung einer Tätigkeit in der realen Welt durch Informationen, Auswertungen und Anweisungen. Extrem wichtig für Wearables sind eine hochentwickelte Sensorik, eine permanente Verarbeitung von Daten (am besten in der Cloud) und ein akuter Support des Benutzers. Ein gutes Beispiel hierfür sind die bereits angesprochenen Fitness-Armbänder oder -Tracker . Dauerhaft am Handgelenk getragen sorgen diese dafür, dass ihr Träger stets über relevante Parameter informiert ist, die seine Fitness und Gesundheit betreffen. Sie sammeln Daten über die bereits am Tag zurückgelegten Kilometer, den daraus resultierenden Kalorienverbrauch und in manchen Fällen sogar über den Schlaf des Trägers.

Die Innovationen reichen jedoch weit über den Sport-Bereich hinaus. Unsere Plattform WT | Wearable Technologies unterstützt hunderte Firmen, und mittlerweile gibt es einige höchst interessante Entwicklungen im medizinischen Bereich . Durch den demographischen Wandel und das kränkelnde Gesundheitssystem besteht außerdem ein erhöhtes Interesse an innovativen Lösungen zur Behandlung von chronischen Krankheiten oder zur aktiven Krankheitsprävention.

Denken Sie nur einmal an die Volkskrankheit Diabetes. Hier gibt es mittlerweile Lösungen, um zuckerkranken Menschen zu helfen. Benutzt werden dafür verschiedene Sensoren, die Echtzeit-Messungen durchführen und diese Daten auf einer speziellen App speichern. Somit können an Diabetes leidende Menschen jederzeit ihre Vitalitäts-Werte überprüfen und Schlimmeres vermeiden.

Ebenfalls im sogenannten Healthstyle-Bereich wollen sich in Zukunft große Unternehmen wie Apple, Samsung und Microsoft etablieren. Apple hat mit Healthkit bereits eine hochentwickelte App auf den Markt gebracht. Die Health-App stellt alle wichtigen Daten wie Herzfrequenz, verbrannte Kalorien, Blutzucker oder Cholesterin bereit. Mit einem Tipp sind diese Werte verfügbar und zeigen übersichtlich den aktuellen Gesundheitszustand. Auch Samsung hat mit S Health eine App auf den Markt gebracht, die mit verschiedenen Programmen hilft, den Gesundheitszustand sowie die Fitness zu verbessern. Durch eine Vielzahl an Informationen wie Details zu Mahlzeiten, Koffein- und Wasseraufnahme soll eine ausgewogene Lebensweise erreicht werden.

Spannende und teilweise noch offene Fragen sind hier jedoch vor allem die medizinische Zertifizierung dieser Produkte. So muss beispielsweise garantiert werden können, dass Informationen den Nutzer wirklich in Echtzeit auf Gefahren hinweisen können oder aber auch, dass mit den Daten verantwortungsvoll umgegangen wird (Stichwort Datenschutz). Wir arbeiten hier mit führenden Organisationen wie dem TÜV Süd zusammen, um Leitlinien und Standards für Produkte im Wearable-Markt zu definieren und zu setzen.

Eines der größten Probleme der Wearables bleibt jedoch nach wie vor der Datenschutz. Was passiert mit den gesammelten Daten überhaupt? In den meisten Fällen bleiben diese nicht in den Geräten, also den Wearables. Stattdessen wandern sie in die Cloud, wo sie von den Anbietern verarbeitet und ausgewertet werden, um den Nutzern schließlich eine Rückmeldung zu geben. Dies hat den Vorteil, dass die am Körper getragenen Geräte keinen eigenen riesigen Speicher mehr haben müssen und sie dadurch kleiner und leichter werden können.

Was mit den Daten sonst noch in der Cloud passiert, ist für die Nutzer praktisch nicht durchschaubar. Die Nutzungsbedingungen und „Datenschutzerklärungen“ derartiger Apps decken diese Datennutzung in den meisten Fällen sicherlich ab. Meistens ist für den Nutzer dort jedoch alles sehr kryptisch oder allgemein beschrieben, so dass er damit nur schwer etwas anfangen kann. Hauptsächlich Zugriff auf die Daten der Nutzer haben natürlich die jeweiligen Anbieter. Sie müssen die Daten auswerten, um schließlich Ergebnisse und Lösungen zu liefern. Inwiefern die Daten am Ende an weitere Unternehmen weitergeleitet werden, kann man kaum überprüfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Thema Datenschutz ein Problem von internetfähigen Geräten ist – also auch von IoT Devices und Smartphones. Wie es mit diesem Problem weitergehen wird, lässt sich nur schwer prognostizieren.

Jetzt möchte ich noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft des Wearable-Markts geben. Ich gehe davon aus, dass uns die Wearables in den kommenden Jahren in fast allen Lebenssituationen begleiten werden. Ob Zuhause, unterwegs oder in der Arbeit, ich denke, die Innovationen werden uns noch viel Freude bereiten und das Leben erleichtern.

Zu vermuten ist, dass der Sport-Markt auch in den nächsten Jahren dominierend bleibt, durch die zahlreichen Innovationen im weiteren Bereich wie der Gesundheit jedoch große Konkurrenz bekommen wird.

Als allgemeiner Trend zu erkennen ist, dass viele Hersteller in Zukunft auf die Option setzen wollen, Kleidung nicht direkt mit Wearable-Technologie auszuliefern, sondern Erweiterungsmöglichkeiten anzubieten. Das heißt, dass der Kunde dann seine bereits vorhandenen Kleidungsstücke mit neuer Wearable-Technologie nachrüsten könnte.

Ein gutes Beispiel für Innovationen von der diesjährigen Wearable Technologies Conference in San Francisco sind beispielsweise die beiden Unternehmen MAS Holdings und Flex. In Zukunft wollen sie smarte Sicherheitskleidung mit dem Namen Firefly entwerfen. Beispielsweise sollen LEDs in Westen eingearbeitet werden und so die Sichtbarkeit der Träger im Dunklen erhöhen.

Es bleibt also spannend, was in den nächsten Jahren noch auf uns zukommen wird.

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