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Was ist Snapchat?

14.11.2013 | 16:03 Uhr |

Für die einen ist Snapchat ein Facebook-Killer, für die anderen eine WhatsApp-Alternative. Wir erklären, was die App so beliebt macht. Und warum sie nicht ganz ungefährlich ist.

Wer verzichtet auf 3 Milliarden Dollar? Die Antwort lautet: Evan Spiegel, Mitgründer von Snapchat. Gerüchten zufolge wollte er seine App auch für 3 Milliarden nicht an Facebook verkaufen. Während Snapchat in den USA bereits sehr bekannt ist und gar als Facebook-Alternative gehandelt wird, haben hierzulande viele noch nicht von der App gehört.

Was ist Snapchat?

Snapchat gibt es als Gratis-App für iOS und Android . Die Nutzer verschicken Bilder oder Videos an ausgewählte Kontakte in der App. Die Besonderheit: Etwa zehn Sekunden nachdem der Empfänger die Datei geöffnet hat, wird sie gelöscht und kann danach nicht mehr aufgerufen werden. Über einen Timer darf man auch kürzere Zeitspannen zur Löschung wählen, bevor man das Bild oder Video verschickt. Dadurch suggeriert Snapchat den Nutzern ein sehr hohes Maß an Datenschutz. Scheinbar braucht man keine Angst vor peinlichen Fotos haben - in ein paar Sekunden ist das Bild ja eh Geschichte. Zusätzlich steht es dem Nutzer frei, das Bild mit einigen einfachen Werkzeugen vor dem Verschicken zu verschönern oder Text einzufügen.

Trügerische Sicherheit

Dass Snapchat-Beiträge nach zehn Sekunden keineswegs auf Nimmerwiedersehen verschwinden müssen, zeigt eine kurze Google-Bilder-Suche nach "Snapchat fail". Zwar bietet die App sowohl für iOS als auch für Android selbst keine Möglichkeit, empfangene Dateien zu sichern. Doch dazu gibt es Apps von Drittanbietern oder ganz einfach die Screenshot-Tastenkombination des Smartphones. Selbst wenn der Entwickler die Snapshat-Saver-Apps und die Screenshot-Funktion des Smartphones aussperren könnte, so bliebe noch das Abfilmen des Screens mit einem weiteren Smartphone. Snapchat-Nutzer sollten sich dessen bewusst sein und nur Bilder und Videos von sich verschicken, die im schlimmsten Fall auch in der Google-Suche auftauchen dürften.

Übrigens weist Snapchat im offiziellen Blog darauf hin, dass man ungeöffnete Bilder einsehen könne. Das tue man aber nur, verspricht der Blog-Eintrag, wenn man beispielsweise einer richterlichen Anordnung folgen müsse - etwa für die Polizei. Zwischen Mai und Oktober 2013 habe es etwa ein Dutzend solcher Anordnungen gegeben.

Trotzdem erfreut sich Snapchat einer großen Beliebtheit. Jeden Tag, so schreibt es der Mitgründer Spiegel im Unternehmens-Blog, gebe es 350 Millionen Snaps, also 350 Millionen verschickte Beiträge.

Snapchat Stories soll Facebook Konkurrenz machen

Wer dieses später hinzugekommene Feature nutzt, reiht Snaps aneinander, um eine "Story" zu erzählen, die für 24 Stunden sichtbar ist und sich danach löscht. "Stories" können Sie mit mehreren Nutzern oder auf Wunsch öffentlich teilen. Im Prinzip ist "Stories" eine Alternative zur Facebook-Chronik - mit dem Unterschied, dass sie sich einmal am Tag löscht.

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