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Was Chromebooks offline alles können

05.08.2014 | 10:07 Uhr |

Sie halten Chromebooks für unpraktisch, weil Sie für jede Anwendung eine Internetverbindung brauchen? Diese Meinung ist überholt. Wir zeigen, was offline alles mit Chromebooks möglich ist.

Als reine "WWW-Sklaven" und Vorzeigewerkzeuge für Googlemail, Google Drive und die übrigen Cloud-Dienste des Suchmaschinengoganten werden Chromebooks gerne bezeichnet. Der größte Kritikpunkt: Chromebooks sind kaum mehr als wertlose Glas- und Metallgebilde mit Tastatur, wenn man ihnen den Internethahn abdreht. Dieser Vorwurf mag vielleicht auf die erste Generation der Chromebooks zutreffen. Doch das hat sich mittlerweile geändert: Die Offline-Funktionen von Chrome OS sind förmlich durch die Decke gegangen, seit damals der erste Google-Laptop auf den Markt geworfen wurde. Heute können Chromebooks auch die häufigsten PC-Aufgaben wie Mail-Verwaltung, Tabellenkalkulation und das Abspielen von Filmen bewältigen – offline, wohlgemerkt.

Chromebooks aktivieren die Funktionen, die wir Ihnen gleich vorstellen werden, nicht automatisch von allein oder weisen ihre Offline-Kapazitäten gar werberisch aus. Sie müssen schon selbst aktiv werden. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie Ihrem Chromebook all die versteckten Offline-Funktionen entlocken.

Zurück zu den Wurzeln

Beginnen wir ganz am Anfang des Chromebook-Erlebnisses: Googles Mail- und Office-Dienste leben vom Web. Doch mit der Offline-Option lässt sich beispielsweise Ihr Postfach auch ohne Internetverbindung durchforsten. Sobald Sie wieder am Netz hängen, müssen Sie Ihr Konto dann nur noch synchronisieren.

Diese Offline-Funktion gibt es in Chrome OS‘ vorinstallierter Googlemail-App noch nicht. Das Problem lässt sich aber einfach über den Download von Googles Gmail Offline App lösen. Es sieht dabei genauso aus, wie Ihr mobiles Online-Postfach und speichert Ihre Nachrichten lokal. So können Sie jederzeit darauf zugreifen, indem Sie einfach die Gmail-Offline-App öffnen (wahlweise über das Icon in Chromes Neuer-Tab-Seite oder über den Chrome App-Launcher).

Auch die Offline-Aktivierung der Productivity-Suite ist ähnlich unkompliziert. Öffnen Sie einfach Google Drive, klicken Sie dann auf das Zahnrad-Symbol oben rechts und wählen Sie „Einstellungen“. Im Reiter „Allgemein“ setzen Sie ein Häkchen bei der Option „Arbeiten synchronisieren und auf diesem Computer speichern“. Das war’s!

Beim Google Kalender ist der Prozess zumindest ähnlich. Öffnen Sie den Kalender im Browser, klicken Sie auf das Zahnrad-Symbol  und wählen Sie die „Offline“-Option und bestätigen Sie im Popup-Fenster mit „Aktivieren“. Der Kalender ist im Offline-Betrieb aber leider nur zur reinen Terminansicht nützlich – man kann keine neuen Termine erstellen oder alte bearbeiten.

Am einfachsten ist die Offline-Arbeit mit Keep – Googles Antwort auf Evernote und OneNote. In Keep können Sie offline automatisch Ihre Notizen durchblättern und neue anlegen, denn Keep zählt zu diesen neumodischen Chrome „Packaged Apps“. Darüber werden wir später nochmal genauer reden.

Jetzt, wo Sie Googles zahlreiche Dienste auf ihren Offline-Betrieb vorbereitet haben, nehmen Sie sich die Zeit, um zu überprüfen, ob sie auch alle funktionieren. Kurz gesagt: Kappen Sie mal probeweise Ihre Internetverbindung. Die Offline-Funktionen einiger Google-Apps können von Zeit zu Zeit etwas ruppig laufen. Seien Sie also gewarnt – und machen Sie im Zweifelsfall den Dreifach-Check vor langen Flügen oder Reisen ohne Internetverbindung!

VMWare: So nutzen Sie Windows-Programme auf Chromebooks

Doch nicht alle Funktionen verstecken sich in Apps. Chrome OS bietet eine ganze Reihe von Tools zur Bearbeitung lokaler Dateien – und die funktionieren ebenso gut offline wie online. Sie können PDFs anschauen, Office-Dokumente aufrufen und bearbeiten, Musik und Videos abspielen und auch Bilder aufrufen und – zumindest leicht – bearbeiten. Ihre lokalen Dateien finden Sie in der Dateien-App. Ein Doppelklick reicht aus, um die Datei im entsprechenden Programm offline zu öffnen.

Noch eine Sache: Um eine Webseite aufzurufen, während Sie offline sind, nutzen Sie vor Beginn Ihres Fluges die „Speichern als PDF“-Funktion. Sie finden sie im Drucken-Bereich im Chrome-Menü. So speichern Sie die Webseite im lokalen Speicher Ihres Chromebooks und können Sie später auch offline bequem lesen.

Zurücklehnen und genießen

Die Offline-Funktionen von Chrome OS beschränken sich nicht nur auf Arbeit. Sie können Ihr Chromebook auch zu Unterhaltungszwecken offline benutzen.

Google Play Movies “ – das Kauf- und Leih-Film-Angebot von Google – funktioniert ebenso offline. Jeder Inhalt, den Sie in der Datenbank erworben haben, kann lokal abgespeichert werden – zumindest, wenn Sie ein Chromebook benutzen. Suchen Sie einfach nach dem kleinen, grauen Download-Icon am Ende eines Listings; ein Klick darauf speichert den Film fürs Offline-Anschauen.

Eines sollten Sie aber bedenken, wenn Sie Dateien – egal welcher Art – für den Offline-Betrieb auf Ihrem Chromebook speichern: Chromebooks wurden erschaffen, um sich am Web zu orientieren. Auch bei der Speicherkapazität. Wer braucht schon eine große Festplatte, wenn es doch die Cloud gibt? Wenn Sie also nicht im Auge behalten, wie viel freier Speicher Ihnen noch zur Verfügung steht, wird Ihnen der Platz sehr schnell ausgehen. Wer beispielsweise auf die „High Quality“-Tonspur bei den Filmen von Google Play Movies verzichten kann, spart auch nochmal einige Megabyte.

Literatur-Fans sollten auch ein Auge auf Amazons Kindle Cloud Reade r werfen. Diese App lädt automatisch das Buch, das Sie gerade lesen herunter und macht es so auch offline verfügbar. Alternativ können Sie Ihre Bücher auch manuell für den Offline-Gebrauch herunterladen.

Derzeit haben Chromebooks im Offline-Betrieb noch eine größere Entertainment-Schwäche: Musik. Zwar stehen die Chancen gut, dass Googles Play Music irgendwann eine ähnliche Funktion anbietet wie Play Movies, im Moment ist Ihre einzige Offline-Beschallungs-Option aber tatsächlich der MP3-Import vom guten, alten USB-Stick.

Mehr Offline-Funktionen für die Zukunft

Die bisherigen Offline-Funktionen von Googles eigenen Apps und Diensten sind nur der Anfang der webfreien Chromebook-Revolution. Dank der Chrome Packaged Apps, die Google vor knapp einem Jahr eingeführt hat. Diese mittlerweile nur noch als „Chrome Apps“ bezeichneten Apps besitzen eigene Chrome-APIs, die ihnen Zugriff auf die Hardware Ihres Laptops erlauben und sie somit im Wesentlichen zu einer traditionellen Desktop-Anwendung machen – inklusive Lauffähigkeit außerhalb des Browsers, voller Offline-Funktionalität und der Fähigkeit, lokalen Speicher und Ressourcen zu nutzen.

Ratgeber: 21 Tipps und Tools für Google Drive

Die verschiedenen Chrome Apps finden Sie in der „ Für den Desktop“-Sektion von Chromes Web Store. Besonders beachtenswert ist hier die App offline Pixlr Touch Up für bessere Bildbearbeitung und Pocket Read it Later als essentielle App für Menschen, die gerne ganze Webseiten offline abspeichern. Auch Offline-Games gibt es eine ganze Menge – darunter auch der Klassiker Angry Birds .

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