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Mehr Tipps für ein schnelles Windows

16.11.2007 | 08:01 Uhr |

Einige Windows-Bremsklötze haben wir bereits im ersten Teil beseitigt, jetzt geht es weiter. Antiviren-Software, Registry-Verfettung, eingebaute Verzögerungen, in diesem Teil greifen wir tiefer ein, damit Ihr Windows wieder schneller läuft.

Lesen Sie Teil 1 des Ratgebers - Mehr Tempo für Windows

8. AV-Software: Kaum vermeidbarer Bremsklotz

Das bremst: Die Hauptbremser kommen nicht über die Hintertüre ins System, sondern werden von den meisten Anwendern bewusst eingerichtet. Das Internet ist gefährlich, die Ganoven lassen sich jeden Tag etwas Neues einfallen – eine Rundumschutz-Software muss her. Diese überwacht Downloads oder andere Quellen, aus denen potenziell schädliche Dateien auf den PC gelangen können, oft auch sämtliche Programmstarts und das Öffnen von Dokumenten. Außerdem klinkt sie sich gerne in den kompletten Web-Datenstrom ein, um auch hier nach gefährlichen Mustern zu fischen. All diese Aktionen fordern enorm Leistung und machen aus trivialen Aufgaben des Systems komplexe Vorgänge. Unsere Messungen der CPU-Zeit (siehe Punkt 6) ergaben eindeutig: PCs mit Virenscanner und Internet-Schutz-Software stemmen eine ungefähr fünf Mal höhere Grundlast als PCs ohne Schutz.

Das hilft: Auf ein Antiviren-Programm (AV) oder ein komplettes Internet-Schutzpaket können die wenigsten verzichten. Deshalb empfehlen wir:
1. Ein Schutz genügt: Setzen Sie nicht zwei oder mehr solcher Programme ein.
2. Richtig konfigurieren: Wählen Sie „milde“ Einstellungen. Sie können jedes AV-Programm so einrichten, dass es weniger Ressourcen verbraucht. Der Konfigurationsdialog etwa von Kaspersky Internet Security zeigt sogar an, wie sich einzelne Einstellungen auf die Geschwindigkeit des Systems auswirken. So bringt es etwas, Dateien nach Endungen statt nach Inhalt untersuchen zu lassen: Im zweiten Fall öffnet das AV-Tool die Datei, um zu ermitteln, ob der Inhalt potenziell gefährlich sein könnte, und erkennt etwa Word-, Script- oder ausführbare Dateien anhand charakteristischer Datenmuster. Danach entscheidet es, ob es die Datei in einem zweiten Durchgang auf Viren scannt.

Wenn Sie anhand der Datei-Endungen vorsortieren lassen, sparen Sie sich den ersten Durchgang. Zugegeben, Autoren von Schad-Software werden immer raffinierter. Deshalb erscheint es vorsintflutlich, Dateien aufgrund ihrer Extension – also des äußeren Anscheins – ungescannt zu lassen. Aber Windows arbeitet genauso vorsintflutlich: Es entscheidet auch anhand der Endungen, welche Dateien ausführbar sind. Schadcode in einer TXT-Datei würde Ihr AV-Programm zwar mit der leichteren Einstellung nicht mehr aufspüren. Windows käme allerdings auf keine andere Idee, als ihn im Editor zu öffnen.

3. Komplett scannen: Um auch bei milderen Einstellungen die Gewissheit zu erhalten, keinen Schadcode auf dem Rechner zu haben, lassen Sie von Zeit zu Zeit einen Komplett-Scan laufen, etwa einmal wöchentlich.

4. Internet-Einstellungen prüfen: Gehen Sie alle Optionen durch. Benötigen Sie wirklich einen Phishing-Schutz, wenn Ihr Browser schon einen hat? Müssen Sie Ihre Mails extra inspizieren lassen, wenn Ihr Virenschutz die Ausführung von Programmen überwacht?
Lässt sich der Anti-Dialer eventuell abschalten, weil Sie DSL besitzen und weder Modem noch ISDN-Karte mit dem Rechner verbunden ist? Jede Funktion, die Sie abwählen oder reduzieren, entlastet Ihr System.

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